Auf Riems wird seit mehr als hundert Jahren abgeschottet an Krankheitserregern geforscht. © Stefan Dinse/Shutterstock.com
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Gefährliche Ostseeinsel

Riems: Warum Du diese Insel nicht betreten darfst – und trotzdem hinschauen solltest

Zwischen Greifswald und der Insel Rügen liegt ein Fleckchen Land, das kaum jemand betreten darf. Wer vom Ufer aus hinüberschaut, sieht ein paar Gebäude, Grünflächen und Möwen: unspektakulär, fast idyllisch. Doch die Ostseeinsel Riems ist ein Ort, an dem sich seit über hundert Jahren Wissenschaftsgeschichte schreibt – und wo Du der Natur manchmal lieber nicht zu nahe kommst.

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Ein Eiland mit Vergangenheit

Riems misst nur gut einen Kilometer in der Länge und 300 Meter in der Breite. Die Insel liegt mitten im Greifswalder Bodden, umgeben von flachem Wasser und Schilfgürteln. Der Name taucht bereits im 13. Jahrhundert in Urkunden auf, doch weltberühmt wurde die Insel durch einen Mann: den Bakteriologen Friedrich Loeffler.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte er, dass die Maul- und Klauenseuche bei Rindern nicht durch Bakterien, sondern durch Viren ausgelöst wird – ein bahnbrechender Fund. Um sicher weiterforschen zu können, zog er sich auf die kleine Insel zurück. So entstand 1910 auf Riems eine der ersten Virologiestationen der Welt.

Riems ist nicht einmal einen Quadratkilometer groß. © fotowunsch/iStock
Riems ist nicht einmal einen Quadratkilometer groß. © fotowunsch/iStock

Abgeschottet, aber nicht vergessen

Heute ist Riems kein Ort für Badegäste oder Spaziergänge. Das Gelände gehört dem Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Wer dort arbeitet, forscht an Tierseuchen, testet Impfstoffe und untersucht Zoonosen – also Krankheiten, die von Tieren auf Menschen überspringen können.

Die Labore mit den höchsten Sicherheitsstufen liegen hinter Zäunen, Kameras und Schleusen. BesucherInnen bekommen sie nur bei seltenen Führungen zu sehen. Trotzdem wirkt die Insel von außen friedlich: Schafe grasen auf den Deichen, das Wasser glitzert, und über allem liegt eine seltsame Ruhe.

Zwischen Wissenschaft und Idylle

Riems ist kein Sperrgebiet wie Tschernobyl, aber die Insel ist abgeschottet – aus Gründen der Sicherheit. Das klingt gefährlich, ist es für die Umgebung jedoch nicht: Das Institut gilt als eine der modernsten Einrichtungen seiner Art in Europa. Rund 400 Forschende und Mitarbeitende arbeiten hier, während auf dem nahegelegenen Riemserort am Festland mehrere Hundert Menschen leben.

Die Forschungsinsel liegt in Sichtweite zum Festland. © Stefan Dinse/Shutterstock.com
Die Forschungsinsel liegt in Sichtweite zum Festland. © Stefan Dinse/Shutterstock.com

Wer die Insel aus der Ferne betrachtet, sieht also nicht nur ein Stück Ostsee, sondern ein einzigartiges Kapitel deutscher Wissenschaftsgeschichte, verborgen hinter Laborwänden und Schutzanzügen, aber umgeben von der Ruhe der Boddenlandschaft.

Wie Du Riems trotzdem erleben kannst

Zugang zur Insel selbst bleibt Fachleuten vorbehalten, doch Du kannst sie von Greifswald oder der Insel Rügen aus gut sehen. Besonders eindrucksvoll ist der Blick vom kleinen Hafen in Gristow oder von der Landstraße bei Wampen. Von dort aus lässt sich erahnen, was Riems so besonders macht: ein Ort zwischen Idyll und Isolation, der zeigt, wie eng Schönheit und Gefahr manchmal beieinanderliegen.

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Quelle: spot on news