Zwei Frauen sitzen an einem Tisch unter roten Schirmen an einem Imbiss, die eine isst Currywurst mit Brötchen und die andere Bratwurst mit Pommes.
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Kulinarik

Deftig, ehrlich, regional: So schmeckt NRW

Mathis GilsbachJournalist

Nordrhein-Westfalen zeigt sich kulinarisch vielseitig und zugleich bodenständig. Zwischen Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen haben sich Speisen etabliert, die aus der Alltagsküche entstanden sind und bis heute fest zur regionalen Identität gehören. Kartoffeln, Kohl, Fleischgerichte und einfache Backwaren prägen die Küche ebenso wie eine große Wirtshaus- und Imbisskultur. Wer NRW besucht, erlebt ein Bundesland, in dem viele Gerichte noch so gekocht werden wie einst – einfach, handfest und tief in der Region verwurzelt.

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Rheinischer Sauerbraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl auf einem Teller.
Rheinischer Sauerbraten – mariniertes Rindfleisch in würziger Sauce, serviert mit Rotkohl und Klößen © stock.adobe.com - FomaA

Rheinischer Sauerbraten

Viel Zeit für viel Geschmack

Der rheinische Sauerbraten gehört zu den Gerichten, die Zeit brauchen – durch langes Marinieren entfaltet er seinen charakteristischen Geschmack. Rindfleisch wird mehrere Tage in einer Marinade aus Essig, Rotwein, Zwiebeln und Gewürzen eingelegt, was ursprünglich zur Konservierung diente. Beim anschließenden Schmoren verbindet sich die Säure der Marinade mit kräftigen Röstaromen, bis das Fleisch zart zerfällt. Typisch für das Rheinland ist die leicht süßliche Sauce, die traditionell mit Rosinen oder zerbröselten Printen gebunden wird. Diese feine Süße unterscheidet den rheinischen Sauerbraten deutlich von anderen regionalen Varianten. Serviert wird er klassisch mit Rotkohl und Klößen und steht bis heute vor allem an Sonn- und Feiertagen auf dem Tisch.

Restauranttipp:
⁠⁠In der Brauerei zur Malzmühle in Köln wird Sauerbraten nach rheinischer Art serviert – bodenständig und traditionell.

Ein Teller mit Himmel und Ääd.
Himmel un Ääd - die nordrhein-westfälische Verbindung von Himmel und Erde © stock.adobe.com - Pratchayaporn

Himmel un Ääd

Herzhaft trifft fruchtig

Himmel un Ääd ist ein Gericht, das seine Herkunft nicht versteckt. Der Name beschreibt schlicht die Zutaten: Kartoffeln aus der Erde und Äpfel von den Bäumen. Diese werden entweder als feiner Stampf oder lose gemischt serviert. Ergänzt wird das Gericht meist durch gebratene Blutwurst, dazu kommen Röstzwiebeln und gelegentlich etwas Speck. Die milde Süße der Äpfel nimmt der Wurst ihre Schwere, während die Kartoffeln für Substanz sorgen. Lange Zeit war Himmel un Ääd ein typisches Gericht für den Alltag, heute findet man es vor allem dort, wo regionale Küche gepflegt wird – einfach, ehrlich und fest mit dem Rheinland verbunden.

Restauranttipp:
⁠⁠Das Haus Unkelbach in Köln serviert Himmel un Ääd in klassischer Ausführung.

Ein aufgeschnittenes Brötchen mit Gouda liegt auf einem Teller. Daneben liegen Käsescheiben, Butter und Senf. Der Teller steht auf einer rot-weiß-karierten Tischdecke. Im Hintergrund steht eine Petersilien-Pflanze.
Kein Geflügel, sondern Käse: Der Halve Hahn gehört zum Rheinland wie Kölsch und Karneval – ein Roggenbrötchen mit mittelaltem Gouda, Senf und Zwiebeln

Halve Hahn

Kölsche Brotzeit ohne Geflügel

Der Name führt in die Irre, der Geschmack überzeugt: Beim Halve Hahn handelt es sich um ein halbes Roggenbrötchen mit einer dicken Scheibe Gouda, ergänzt durch Senf, Zwiebeln und Gurke. Das Gericht hat seinen Ursprung in den Kölner Brauhäusern, wo es als einfache Stärkung zwischen zwei Gläsern Kölsch diente. Gerade die Schlichtheit macht seinen Reiz aus: kräftiger Käse, würzige Beilagen und ein rustikales Brot. Bis heute ist der Halve Hahn ein fester Bestandteil der rheinischen Kneipenküche und wird meist genauso serviert wie früher.

Restauranttipp:
⁠In der Brauerei zur Malzmühle in Köln kommt der Halve Hahn klassisch und ohne Schnörkel auf den Tisch.

Ein Teller mit Reibekuchen und Apfelmus.
Reibekuchen auf Rheinisch: Knusprig gebratene Kartoffelpuffer, traditionell serviert mit Apfelmus © stock.adobe.com - exclusive-design

Reibekuchen (Rievkooche)

Ein Klassiker für Markt und Wirtshaus

Kaum ein Gericht steht so sehr für rheinische Alltagsküche wie Reibekuchen. Die Grundlage bilden fein geriebene Kartoffeln, die mit Zwiebeln und Ei vermischt und portionsweise ausgebacken werden. Entscheidend ist dabei die richtige Balance: außen kross, innen saftig. Traditionell kommen Reibekuchen mit Apfelmus auf den Teller, manchmal auch mit Rübenkraut. Besonders beliebt sind sie frisch aus der Pfanne – etwa auf Wochenmärkten oder bei Festen. Allein der Duft aus der Pfanne lässt oft eine Schlange vor dem Stand entstehen.

Restauranttipp:
⁠Das Haus Unkelbach in Köln widmet den Reibekuchen regelmäßig eigene Tage auf der Speisekarte.

Eine Pfanne mit Rindfleisch-Ragout steht auf einem Brett neben einem großen Bierkrug und einer Schale Pfeffer und Salz.
Dortmunder Pfefferpotthast ist ein kräftiger Rindfleischtopf mit viel Zwiebeln und ordentlich Pfeffer, der dem Gericht seinen Namen und die typische Schärfe verleiht © stock.adobe.com - mizina

Dortmunder Pfefferpotthast

Kräftiges Ragout mit westfälischem Charakter

Der Pfefferpotthast ist ein traditionsreiches Gericht aus Dortmund und steht exemplarisch für die deftige Küche Westfalens. Rindfleisch wird in grobe Stücke geschnitten, scharf angebraten und anschließend mit viel Zwiebeln langsam geschmort. Pfeffer gibt dem Ragout seinen Namen und sorgt für Würze. Das Ergebnis ist ein kräftiges, sämiges Gericht, das in früheren Zeiten vor allem sättigen sollte. Serviert wird Pfefferpotthast klassisch mit Brot oder Kartoffeln und gehört bis heute zu den Gerichten, die man in Westfalen besonders mit Geselligkeit verbindet.

Restauranttipp:
⁠⁠Bei Wenkers am Markt in Dortmund steht Pfefferpotthast in klassischer Art auf der Speisekarte.

Ein Sack grüner Bohnen.
Frisch geerntete Dicke Bohnen – die Hauptzutat für ein traditionelles Gericht mit Speck und Kartoffeln © stock.adobe.com - TwilightArtPictures

Westfälische dicke Bohnen

Ein Sommergericht mit Tradition

Dicke Bohnen haben in Westfalen einen festen Platz in der Küche, vor allem während ihrer kurzen Saison im Sommer. Gekocht werden sie klassisch mit Bohnenkraut, das den milden Geschmack der Hülsenfrüchte unterstreicht. Häufig kommen Speck oder Mettwurst hinzu, die dem Gericht Würze verleihen. Serviert mit Salzkartoffeln entsteht eine einfache, sättigende Mahlzeit, die lange Teil der Alltagsküche war. Gerade ihre Schlichtheit macht den Charakter der westfälischen dicken Bohnen aus – ein Essen, das eng mit der Region und der Jahreszeit verbunden ist.

⁠Restauranttipp:
⁠Im Großen Kiepenkerl in Münster werden dicke Bohnen westfälisch traditionell serviert.

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Ein Teller mit drei lippischen Pickerts und einem Löffel mit Zuckerrübensirup.
Der Lippische Pickert ist eine Mischung aus Pfannkuchen und Reibekuchen © stock.adobe.com - TwilightArtPictures

Pickert

Kartoffelteig mit Tradition

Pickert ist eine Spezialität aus Ostwestfalen-Lippe und lässt sich am besten als Mischung aus Kartoffelpuffer und Pfannkuchen beschreiben. Geriebene Kartoffeln, Mehl, Eier und Milch bilden die Grundlage, teils ergänzt durch Rosinen. Der Teig wird portionsweise in der Pfanne langsam gebacken, bis der Pickert außen goldbraun ist. Gegessen wird er traditionell süß, mit Butter und Rübenkraut, seltener auch herzhaft. Lange Zeit war Pickert ein typisches Gericht für den Alltag und steht bis heute für die regionale Küche Ostwestfalens.

Restauranttipp:
⁠Der Seekrug am Obersee in Bielefeld bietet Pickert in verschiedenen Varianten an.

Zwei Frauen sitzen an einem Tisch unter roten Schirmen an einem Imbiss, die eine isst Currywurst mit Brötchen und die andere Bratwurst mit Pommes.
Currywurst wird am besten direkt am Stand gegessen © stock.adobe.com - EdNurg

Currywurst

Ein Klassiker für zwischendurch

Ob in der Mittagspause oder am frühen Abend – die Currywurst gehört im Ruhrgebiet einfach dazu. Die Grundlage bildet eine gebratene Wurst, meist ohne Darm, die in Scheiben geschnitten und mit einer würzigen Currysauce serviert wird. Diese variiert von Stand zu Stand und reicht von tomatig-mild bis deutlich pikant. Gegessen wird die Currywurst traditionell mit Pommes, oft direkt am Tresen. Sie steht sinnbildlich für die Imbisskultur des Ruhrgebiets und für eine Küche, die schnell, direkt und fest im Alltag verankert ist.

⁠Restauranttipp:
⁠In Bochum ist die Fleischerei Dönninghaus eine bekannte Anlaufstelle für Currywurst-Fans.

Blick auf verschiedene Sorten Aachener Printen auf einem Backblech.
Aachener Printen sind nicht nur in Aachen eine beliebte Spezialität © stock.adobe.com - ji_images

Aachener Printen

Ganzjähriges Gebäck mit langer Tradition

Aachener Printen sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und fest mit der Kaiserstadt verbunden. Das Gebäck wird aus einem festen Teig hergestellt und mit Gewürzen wie Zimt, Anis, Koriander, Kardamom und Nelken verfeinert. Je nach Variante kommen Nüsse, Schokolade oder ein Zuckerguss hinzu. Unterschieden wird zwischen weichen und harten Printen, die jeweils ihre eigenen Anhänger haben. Printen werden in Aachen das ganze Jahr über gegessen und sind ein fester Bestandteil der lokalen Backtradition.

Bäckereitipp:
⁠In Aachen bekommst Du Printen frisch bei traditionsreichen Bäckereien wie Nobis oder Lambertz.

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Geschrieben von:Mathis Gilsbach