Das Hotel besteht aus mehreren entkernten und sanierten Fachwerkgebäuden in verschiedener Höhe und Form. Es macht dadurch einen kleineren Eindruck, ist aber in Wirklichkeit recht groß. Während unseres Aufenthalts waren dort zwei größere Gruppen und viele Alleinreisende untergebracht - und alle hatten Platz und beengten sich nicht gegenseitig. Das Parkhaus ist leider nicht vom Hotel aus direkt zu betreten, das Gepäck muss über einen holprigen Hof transportiert werden. Also lieber: das Auto kurz neben dem Hoteleingang abstellen, Gepäck ausladen und dann erst parken. Allerdings hilft der Service auch gerne beim Transport des Gepäcks und es gibt Trolleys. Wir haben den Aufenthalt sehr genossen. Wer Ruhe sucht, sollte aber dieZeiten der Feste und auch des Weihnachtsmarkts meiden. Dann ist der Rummel schon recht nah. Wer aber zu diesen Zeiten eine schöne Fluchtmöglichkeit sucht, ist hier bestens versorgt, wenn er nach hinten heraus schläft. Tips zum Besichtigen gäbe es so viele, das macht hier keinen Sinn. Wir fanden besonders schön die Führung in der Glasbläserei in Derenburg, sie rekonstruieren alte Lampen für Kirchen u.a. und ihre Produkte sind in einigen Fernsehproduktionen zu sehen. Wenn wir uns neu einrichten, werden wir sicher an Lampen aus diesem Werk denken, sie sind vom Preis-Leistungs-Verhältnis her unschlagbar. (www.harzkristall.de).
Ursprünglich sollten wir ein Zimmer unter dem Dach bekommen. Das hätte bedeutet, dass wir erst den Aufzug benutzt hätten und dann noch eine Treppe. Da ich Knieprobleme habe, bat ich das Zimmer zu wechseln - und das klappte problemlos. Wir hatten ein Standardzimmer. Es war nicht sehr groß, aber für drei Tage ausreichend. Die Betten empfanden wir als bequem, das Kopfende war sogar manuell zu verstellen. Man konnte diverse Kissensorten bestellen. Die Minibar war etwas dürftig bestückt, enthielt nichts von dem, was wir trinken. Das machte aber nichts, da man alles an der Bar oder über den Zimmerservice bekommen kann. Der Flachfernseher hatte Unmengen an Programmen, aber wer kommt schon dazu, wenn es so viel zu sehen gibt? Im etwas kleinen Schrank waren viele Kleiderbügel, bei einem längeren Aufenthalt hätte ich aber Probleme bekommen, da die eine Hälfte des Schrankes durch den darunter angebrachten Safe nur für sehr kurze Oberteile geeignet ist. Im Bad war alles o.k., Badewanne mit funktionierender Duschabtrennung. Man kann hier das Fernsehprogramm hören, muss nur den Lautstärkeregler bedienen können (ich nicht, mein Mann ja).
Wir hatten Halbpension gebucht (zum Glück, denn in den übervollen Restaurants während des Altstadtfests hätten wir uns nicht wohl gefühlt). Ich ernähre mich normalerweise sehr bewusst, mit Müsli zum Frühstück, viel Obst und Gemüse, meist Fisch statt Fleich. Mein Mann dagegen wählt gerne Fleisch. In den meisten Hotels, die wir bereisen, haben wir enorme Probleme, eine gesunde Ernährung zu verwirklichen. Im Gotischen Haus hatten wir keinerlei Probleme mit unserer Ernährung. Sowohl das Frühstück wie auch das Abendessen konnten unseren Ansprüchen voll genügen. Schön fanden wir auch, dass die Gruppen in einem anderen Raum (dort zusammen) frühstückten. Sie bedienten sich zwar auch am Buffet (es wurde dort nur kurzzeitig eng), gingen dann aber in ihren Extraraum. Ich habe schon eigenartige Situationen in anderen Hotrels erlebt, wo die Gruppen die Einzelreisenden dominierten und es extrem ungemütlich wurde. Hier nicht. Das Frühstücksbuffet war mehr als reichhaltig: selbstgebackene Brote, Brötchen und Backwaren, viele Sorten Müsli, Cerealien verschiedenster Art, Trockenfrüchte usw., viele Sorten frisches Obst, etwas Gemüse, viele Sorten Marmeladen, Eierspeisen mit Minifrikadellen u.a., diverse Joghurts, viele Sorten Wurst und Käse, viele Sorten Tee, diverse Wassersorten und Säfte, auch frisch gepressten Orangensaft.... Besonders hat uns gefallen, dass mein Mann seine Eierspeise frisch zubereitet bekommen konnte und ich Capuccino statt Kaffee. Ein ganz besonderes Highlight beim Frühstücksbuffet waren die Harzer Wurst-Spezialitäten und die wunderbaren Käsesorten. Hier ein ausgesprochener Dank an den Chefkoch oder wer auch immer für den Käseeinkauf zuständig ist. Einen solchen Kenner trifft man außerhalb von Frankreich selten. Das Abendessen konnte man auch als Halbpensionsgast wie ein a-la-Carte-Esser genießen. Die Tische im Restaurant stehen nicht zu eng. Man bekommt für das Abendessen die ganze Zeit über den gleichen Tisch reserviert, der sehr schön eingedeckt ist. Es gibt zum Frühstück und zum Abendessen selbstverständlich Stoffservietten. Bei Halbpension gibt es eine Mischung aus Buffet und Menü: einmal hatten wir ein Nachtischbuffet. Es gab viele Cremes in kleinen Gläsern, die nicht genug gekühlt waren und uns so lauwarm nicht schmeckten, dazu viele Kuchen. Aber Patisserie ist zum Abend nicht so "unser Ding". Viele Gäste haben sich dort reichlich bedient , wir haben uns an das Obst gehalten und dies sehr genossen. Empfehlung: die Cremes in den kleinen Gläschen gekühlt halten (ist auf der rechten Seite des Buffets möglich). Gab es Nachtischbuffet, bekam man die Vorspeise serviert, danach eine Suppe und dann konnte man aus drei Vorschlägen den Hauptgang aussuchen: Fleisch, Fisch und vegetarisch. Mein Mann wählte Fleisch, ich Fisch und beides war ausgezeichnet. Zwei Mal hatten wir ein Vorspeisenbuffet mit vielen Salaten, Dressings, Fisch, Suppe und ich weiß gar nicht mehr ....Wir konnten dann wieder aus der dreifachen Hauptgangauswahl wählen (natürlich eine andere als an den anderen Tagen, aber immer Fleisch, Fisch, vegetarisch). Der Nachtisch wurde serviert. Meine Lebensmittelempfindlichkeit hat mir keinerlei Probleme gemacht, die Beratung war erstklassig, es kann auf alles Rücksicht genommen werden. Es war alles ausgesprochen schmackhaft. Obwohl wir uns zusammengerissen haben, haben wir leider an den 3 Tagen bereits zugenommen. Aber dazu kann die Küche nichts, nur unsere Inkonsequenz. Bei unserem nächsten Aufenthalt würden wir sicher wieder Halbpension buchen, da wir in der direkten Umgebung außer einem guten Japaner nichts vergleichliches gefunden haben.
Das Personal war jederzeit freundlich und sehr bemüht, es einem angenehm zu machen. Gleich zu Beginn wurde abgeboten, das Gepäck aus dem Parkhaus zu holen. Man wurde persönlich auf das Zimmer begleitet. Für Fragen und Tips stand die Rezeption zur Verfügung. In der Bar und im Restaurant war das Personal schnell und freundlich, hatte immer ein Lächeln parat. Da ich eine Lebensmittelunverträglichkeit hatte, musste täglich zum Abendessen speziell nachgefragt und beraten werden. Das hat problemlos geklappt.
Für unsere Belange liegt das Hotel sehr gut: direkt am Marktplatz und an der Fußgängerzone. Alles ist schnell erreichbar, auch die Bimmelbahn oder Pferdekutschen zum Schlossberg. An unserem Wochenende hatten wir Pech: es war Altstadtfest, die geamte Fußgängerzone und der Markt waren voller Stände mit dem obstrusestem Billigkram, Unmengen an Getränke- und Essensbuden (an denen es aber auch nichts Besonderes gab) und mehren sehr, sehr lauten Bühnen. Schräg gegenüber unserem Fenster lag die Hauptbühne am Marktplatz. Am Freitag und Samstag war bei geschlossenen Fenstern bis 24:00 Uhr wegen des wahnwitzigen Lärms nicht an Schlaf zu denken, danach noch über eine Stunde lang wegen der marodierenden betrunkenen Jugendlichen. Empfehlung: zu solchen Festen nicht in der Innenstadt wohnen - außer man ist Oropax gewohnt oder feiert bis zum Schluss mit....Oder zumindest ein Zimmer nach hinten reservieren. Trotzdem bekommt das Hotel die volle Anzahl Sonnen, da wir bei der Buchung nicht aufgepasst und das Fest übersehen hatten.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Der Spabereich besteht aus Behandlungsräumen (nicht genutzt, da die Zeitspanne zu kurz war und es so viel zu sehen gab), einer Finnischen Sauna, einer Biosauna, einem Dampfbad, einem Whirlpool, Wärmeliegen, einem Ruheraum und einem Raum, in dem man sich in den Sand legt und Licht auf sich wirken lässt (nicht genutzt). Handtücher gibt es in genügender Anzahl, werden oft nachgelegt. Sie sind schön groß. Wasser gibt es aus einem Wasserspender. Verwundert hat uns, dass man im Whirlpool und auf den Trockenliegen bekleidet sein soll. Wer auch immer dorthin gelangt, musste vorher durch den Nacktbereich, welche Schamgrenze soll dort verletzt werden. Es haben sich aber sowieso nicht alle daran gehalten. Ansonsten haben wir es genossen, nach einem anstrengenden Tag mit Ausflügen und Schlossbesteigung usw. in Dampfbad / Sauna entspannen zu können. Wegen des Altstadtfestes war es dort niemals voll.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im August 2011 |
| Reisegrund: | Sonstige |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Gabriele |
| Alter: | 56-60 |
| Bewertungen: | 4 |


