Das Alp Pasa ist ein Boutique-Hotel mit ca. 70 Zimmern. Es besteht aus mehreren, sehr aufwendig und geschmackvoll restaurierten ottomanischen Konaks. Es gibt Zimmer in unterschiedlichen Kategorien. Da die Räumlichkeiten in ihrer ursprünglichen Größe belassen wurden, fallen sie sehr unterschiedlich aus, u. U. auch sehr klein. Alles wirkt sehr gepflegt und ist liebevoll dekoriert, abends wird es mit unzähligen Kerzen romantisch beleuchtet. Man kann mit Frühstück oder Halbpension (beides als Büffet) buchen. Das Publikum ist bunt gemischt von jung bis alt aus aller Herren Länder. Positiv war für uns (sorry) das Fehlen russischer Gäste. Von dort kommen höchstens einmal Individualreisende, das Hotel wird ganz bewusst nicht über Agenturen angeboten. Für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen ist das Hotel nicht geeignet, da es viele Treppen und Absätze zu überwinden gilt. Wir sind von dem Charme des Hauses und der dort arbeitenden Menschen ganz gefangen genommen und werden ganz sicher wieder hinreisen. Wir fahren seit 10 Jahren mit Begeisterung in die Türkei, daher hier noch ein paar allgemeine Tips: Es werden zwar (fast) überall €uro akzeptiert, durch den günstigen Wechselkurs (z. Zt. 1€ = 2, 12 TL)fährt man jedoch mit Lira besser. Am Besten wechselt man in der Wechselstube (gibt es reichlich) zum jeweiligen Tageskurs ohne jegliche Gebühren. Zum Telefonieren kauft man sich im Krämerladen eine Telefonkarte und geht an die Telefonzelle, das ist spottbillig. Das Personal verdient in der Türkei wenig, wenn Sie seine Arbeit mit einem Trinkgeld würdigen bedient man Sie wie einen König. Sollte man Sie zum Volksbasar schicken wollen, meiden Sie ihn lieber! Trauen Sie sich ruhig einmal aus den touristischen Straßen und Vierteln hinaus. Die Menschen werden Ihnen mit großer Freundlichkeit und Offenheit begegnen. Setzen Sie sich in ein Teehaus und schauen Sie dem Treiben der Einheimischen zu! Essen Sie einmal in einer einfachen Lokanta (nein, Sie werden nicht krank davon)! Lauschen Sie in Ruhe dem Gebetsruf und beobachten Sie die rituellen Waschungen! Nehmen Sie mit wohlwollendem, nicht mit abschätzendem Blick den morbiden Charme alter Viertel wahr, so lange es sie noch gibt! Schauen Sie Handwerkern bei Ihren Arbeiten zu! Riskieren Sie einmal einen Blick in einen Innenhof! Und wenn Sie dann noch ein paar türkische Worte lernen, öffnen sich Ihnen alle Herzen!
Unser Zimmer (Standard) war sparsam, aber völlig ausreichend und sehr schön eingerichtet. Alles war blitzsauber und gepflegt. Neben Klimaanlage, Fernsehen und Minibar gehören Bademantel und -schlappen zum Standard dazu. In unserem Marmor-Bad hatten wir eine Whirlwanne, reichlich Toilettenartikel und natürlich einen Föhn. Das Hotel ist ein altes Gemäuer und liegt in einem eng bebauten Gassengewirr, also darf man hier keine absolute Ruhe erwarten. Für die Nacht sollte man das Rollo runterlassen, sonst bietet man u. U. dem Nachbarn nette Einblicke.
Zum Frühstück gab es zum reichlichen Angebot noch auf Bestellung gebackene Eier oder Omeletts (sehr lecker!). Am Abend bediente man sich am vielfältigen Vorspeisenbüffet, es gab eine täglich wechselnde gute Suppe, drei Hauptgerichte mit verschiedenen Beilagen und ein türkisches Nachspeisenangebot mit Obst. Das Essen war immer von guter Qualität, bot aber insgesamt nicht allzuviel Abwechslung. Wer Frühstück bucht, kann vom Büffet oder à la carte essen. Der Tischwein kostet 29 , 0, 5tll Wasser 3, 50 , ein Cay 2 TL. Wie überall in der Welt freuen sich die Kellner auch hier über ein Trinkgeld.
Alle Mitarbeiter arbeiten mit großer Freundlichkeit und Konzentration. Check-In (incl. freundlicher Zusatzinformationen) und Check-Out (Angebot von Kaffee oder Tee am frühen Morgen) verliefen zügig. Die Zimmerreinigung war sehr gut. Beim Essen fragen die Kellner nach der Nationalität, das auf den Tisch gestellte Fähnchen erleichtert dann den fremdsprachlichen Umgang. Mein am Vortag am Pool vergessenes, privates Kisschen wurde zur Chefsache erklärt. Das gesamte anwesende Personal suchte, bis es wieder gefunden war, über mein "Macht nichts, nicht so wichtig!" ging man einfach hinweg. Sehr schön! Das Personal scheint insgesamt zu großer Zurückhaltung aufgefordert zu sein, zu langen Gesprächen lässt sich niemand hinreißen. Allein reisende Frauen (es gab hier einige) brauchen sich nicht vor ungewollter Anmache zu fürchten.
Das Haus liegt in der Altstadt Kaleici, am Weg vom Hadrianstor (Üc Kapisi) in Richtung Meer, nahe dem abgeschnittenen Minarett. Sowohl zum Hafen, in den nahen Park, wie auch in die Innenstadt sind es nur wenige Gehminuten. Am Hadrianstor ist eine Haltestelle der Straßenbahn, mit der man alle halbe Stunde zum Museum und zum Konyaalti-Strand fahren kann (einfache Fahrt 1,20 TL). Das Hotel bietet in beschränktem Rahmen Parkmöglichkeiten an. Wir sind mit dem Taxi vom Flughafen gekommen, die Fahrt am Tag kostet ca. 35 TL, die Nachtfahrt zurück bekamen wir für 40 TL (eigentlich kostet sie 48 TL). Für Individualreisende gibt es ab den internationalen Terminals leider keine öffentlichen Verkehrsmittel.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Es gibt im wunderschönen Hof einen Mini-Pool, der sehr sauber aussieht. Am Tag werden Liegen mit Auflagen aufgestellt, am Abend stehen hier die Tische zum Abendessen. Den Gästen steht ein Laptop zur Verfügung. Den Hamam haben wir uns nicht angeschaut. Zum Abendessen gibt es manchmal Live-Musik. Sonstige Animation gab es nicht, wir haben sie auch nicht vermisst. Die Umgebung bietet reichlich Gelegenheit zu Unterhaltung.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3-5 Tage im Mai 2009 |
| Reisegrund: | Sonstige |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Karin |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 8 |


