Vorne historische Fassade mit klassizistischem Understatement, durchaus repräsentative kompakte Anlage. Hinterer Teil moderne Gebäudestruktur, 126 Zimmer in verschiedenen Qualitätsstufen bis zur Suite. Foyer, Café, Bar, Restaurant sind aufwändig gestaltet, echte Tapisserien, Büsten (Liszt), Grafikdrucke. Bestechend sind die durchaus harmonische Wirkung und die Sauberkeit. Angeboten werden reine Übernachtungen sowie das Frühstück (19 Euro je Person extra). Das Publikum reicht von Urlaubern (mitunter in Mallorca-Kleidung) bis zu Geschäftsleuten (Laptop und Handy am Frühstückstisch). Internationales Publikum, jedoch keine Reisegruppen. Die Telefonkosten sind hotelüblich. Das Handy ist hervorragend nutzbar (gilt für alle gängigen Provider). Das Hotel ist nicht "überlaufen", wirbt daher auf seiner Homepage mit diversen Pauschalen, Sonderangeboten und Arrangements. Doch, diese sind gegenüber gängigen "Bausteinen", die man selbst zusammen stellen kann, nicht immer von Vorteil. Unangenehm: Das Frühstück zusätzlich zum Sonderpreis schraubt häufig die Gesamtkosten auf den gängigen Listenpreis. Der Russische Hof" warb 2011 mit einjährig gültigen Gutscheinen (bis zu 60% Preisvorteile), die bei Ebay versteigert und auch kulant verlängert wurden. Die Fernseh-Umweltlotterie BINGO (ndr) setzt Aufenthalte im Hotel als Hauptpreise aus (Werbeeffekt). Die Einlösung von solchen und anderen Gutscheinen, etc. hat(te) aber keine Auswirkungen auf die Behandlung des Gastes. ein Pluspunkt für das Personal und Management. Dieser Beitrag stammt von einem Hoteltester, ist aber nicht das Ergebnis eines gezielten Tests des Hotels "Russischer Hof".
Das "normale" Doppelzimmer ist von hochwertigem Ambiente. Eine durchsichtige Glasscheibe (zum Flur) hinter der Badewanne zeigt das kaiserlich russische Wappen, lässt sich durch ein Rollo abdecken. Das Bad mit Wanne, Bidet, Fön, Hygieneartikeln und Personenwaage ist hell, nicht jedoch gleißend und von wohliger Atmosphäre. Klar, dass das am Bett schaltbare Radio einen Lautsprecher im Bad besitzt. Die hochwerttige Möblierung und die Seidentapeten, echte Grafik, ein großer Flachbildschirm (reichhaltiges TV-Angebot), Telefon, Minibar, Safe (kostenlos), Hosenbügelautomat und Informationsmaterial vermitteln Komfort, Gastlichkeit und Behaglichkeit. Zwar hat das Zimmer schon einige Jahre hinter sich (leichte Abnutzung an den Tapeten im unteren Bereich), jedoch ist das kaum sichtbar. Aber: Das Zimmer lässt nicht zu, zwei Koffer so unterzubringen, dass diese nicht stören. Es fehlen die Kaffeemaschine und der Balkon. Aussicht nach hinten und zur Seite nicht anheimelnd. Sauberkeit: Milbenprobe (Test) bestanden, desgleichen die Sauberkeit im Bad, Hauskeeping umsichtig und kompetent. Auf die zwei leichten Kalkstein-Streifen im Toilettentopf (einziger Schönheitsfehler im Bad) wurde an der Rezeption hingewiesen und dort sofort notiert. Bei der Sauberkeit wurd der höchste Standard erreicht.
Das Frühstück ist ansprechend, aber nicht mehr. Für 19 € fehlen einfach die Vielfalt und die Raffinesse. Andere von mir getestete Häuser renommierter Ketten bieten da mehr. Angenehm: Hoteleiegenes Porzellan, Silberbesteck und ein morgendliches Kärtchen mit einem Spruch einer bekannten Persönlichkeit am Platz. Bar, Wiener Café (Kuchen und Eis, Kaffee (mit obligatorischem Glas Wasser) und Restaurant gediegen, qualitativ gut. Durchaus angemessene Preise (Ausnahme: Frühstück, obwohl kalte u. warme Speisen), Küchenstil ohne den Sternenschnickschnack, den viele Restaurants ohnehin ja nicht erreichen. Zu betonen: Sauberkeit und angenehmes Ambiente.
Das Housekeeping versteht sein Handwerk. Unser Test: Krümel auf dem Boden, Betten selbst gemacht, Badetücher aufgehängt, aber 5 € Trinkgeld am ersten Tag. Resultat: Zimmer und Bad kpl. gereinigt, frische Badetücher, Betten gemacht. Housekeeping unauffällig, leise, freundlich. Service-Personal beim Frühstück, in der Bar und im Café fürsorglich. Rasch ein Sektangebot, als nicht sofort Kaffee für alle zur Verfügung stand. Kofferservice (Aufbewahrung und mittels Hausdiener vom und zum PKW). Rezeptionspersonal insgesamt kompetent, aber kühl, höflich, distanziert. Hier vermittelt sich kaum Freundlichkeit. Selten wird der Kopf gehoben, wenn man das Hotel betritt oder verlässt und einen "Guten Tag" gewünscht. Anmerkungen werden ebenfalls kühl registriert, Gästen nur wenig das Gefühl vermittelt, mehr als nur routiniert beachtet zu werden. Ein Mangel, der vorwiegend (immer noch) in Hotels der neuen Bundesländer existiert, aber nicht nur dort.
Bestechend wie das Ambiente innen ist die Lage am Goetheplatz. Taxis und öffentlicher Nahverkehr (Buslinien) vor der Tür, Bahnhof ca 1,5 km entfernt. Fußgängerzone "um die Ecke", alle bedeutenden kulturellen Einrichtungen zu Fuß rasch erreichbar. Tipp: Bar und Café des Hotels, auch das Restaurant; außerhalb gibt es Eiscafés wie "Giancarlo" " Venezia" (Fußgängerzone); als Café und preisgünstiges Restaurant das "Residenz Café" (170 Jahre alt) am Schloss (viele Besucher, evtl. völlig besetzt). Ein Einkaufszentrum ("Atrium") ist ca. 800 m (eine Busstation) entfernt.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Wegen der Kompaktheit der Anlage sind Freizeitbereiche, Pool, etc. nicht zu erwarten. Der Wellness-Bereich ist klein, aber akzeptabel. Andere Hotels können da mehr bieten, was ich dort auch genutzt habe. Aber, der Russische Hof reizt durch Lage und Komfort. Er dient als Unterkunft der oberen Kategorie in einer Stadt, die man/frau eben aus anderen als Wellness- oder Badeurlaubsgründen aufsucht.
Sehr geehrter Gast, welch umfangreiche Betrachtung und Beschreibung unseres Hauses- Sie haben wirklich Zeit investiert und dafür danke ich Ihnen ausdrücklich. Ich gehe mal davon aus, dass Sie trotz dieser detaillierten Infomationen noch genügend Zeit hatten, Weimar und Ihren Aufenthalt zu genießen. .wenn nicht, begrüßen wir Sie natürlich wieder sehr gern bei uns :-). Über einige Punkte hätte ich mich gern mit Ihnen ausgetauscht und würde mich über einen persönlichen Kontakt freuen. Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Heim- oder Weiterreise und verbleibe mit einem "besonderen" Dankeschön Albert Voigts General Manager

