Wir waren zu zweit für eine Woche im Gloria Royal. Soweit hat uns das Hotel im Großen und Ganzen gefallen. Die Aussicht ist atemberaubend und die Anlage wirklich schön, jedoch sehr weitläufig. Die Zimmer sind soweit in Ordnung, jedoch sehr in die Jahre gekommen. Wirkt der Rest des Hotels recht "edel", so sind die Zimmer zweckmäßig, geräumig, aber schon sehr altbacken und und hier und da deutlich lädiert. Es gibt eine kleine Küchenzeile mit Kühlschrank und Wachbecken, sodass man sich Tee oder Kaffee morgens zubereiten kann. Der Balkon war für uns das Highlight, man fühlte sich komplett abseits von anderen Gästen, nichts was einsehbar und der Ausblick war direkt auf das Meer. Der Rest des Hotels war, mit Ausnahme der Showbar, deutlich moderner und gefiel uns sehr gut. Auch aus dem Hauptrestaurant hatte man eine tolle Aussicht. Die Poolbereiche waren sehr gemütlich gestaltet, auf dem oberen Sonnendeck gab es diverse große, gepolsterte Liegen mit direktem Blick auf das Meer. Entspannen und Sonnen war hier sehr gut möglich. Alles wirkte gepflegt und insbesondere auf der oberen Terrasse waren die Liegen auch nicht so furchtbar eng gestellt, sodass man sich nicht fühlte wie die Sardine in der Dose. Das Essen war in Ordnung, jedoch fanden wir die Auswahl teilweise wenig ansprechend. Die Beschilderung war häufig falsch, sodass man nicht so recht wusste, womit man es zu tun hatte. Ansonsten gab es abwechselnde Themenabende, das Essen wirkte dennoch wild zusammengewürfelt und wiederkehrend. Der Nachtisch bestand ebenso aus täglich wechselnden Küchlein oder Cremes, die letztlich aber alle ähnlich schmeckten. Das Essen war in Ordnung, aber nicht weltbewegend. Was für uns gar nicht ging, waren die häufig schlecht gereinigten Teller. An fast jedem Abend fanden wir mindestens einen Teller, auf dem noch eine Kruste klebte. Was uns wirklich gestört hat, war jedoch, dass wir uns von Anfang an ein wenig verloren fühlten. Wir wurden zwar insgesamt freundlich begrüßt, ab da mussten wir aber selbst herausfinden, wie der Hase so läuft. Das Infoblatt zur Begrüßung war auf Niederländisch, einiges mussten wir uns also mühsam herleiten. Durch die Lage im Berg ist das Hotel sehr langgezogen und auf verschiedenen Ebenen. Was sich wo befindet, was man für Angebote nutzen kann etc. fanden wir erst nach und nach heraus. Anders als in anderen Hotels hat man beispielsweise kein Bändchen sondern muss an den Bars seine Zimmerkarte vorzeigen. Der Mittagssnack kann am Hauptpool bestellt werden, allerdings holt man sich diesen nicht an der Theke ab sondern muss sich an einen der Tische setzen und wird dort von einem Kellner bedient, der jedoch keinen freundlichen Hinweis auf eben dieses Vorgehen gibt, auch wenn man fragend im Bereich steht. Hinweisschilder gab es nicht. Der Kellner hatte uns definitiv wahrgenommen, wir hörten ihn mit seinem Kollegen über uns sprechen. Eine Begrüßung oder eine Einladung, uns zu setzen, gab es jedoch nicht und erst, nachdem wir schon wenige Minuten unsicher am Tisch saßen und uns fragten, ob wir richtig sind, kam er letztlich an unseren Tisch und nahm die Bestellung entgegen. Am vorletzten Tag haben wir mitbekommen, dass man wohl auch an der oberen Bar Speisen hätte bestellen können, in der App stand jedoch, dass man dort nur Eis bekäme. Das Personal an sich war höflich, aber nicht zuvorkommend oder herzlich. Insgesamt hatten wir häufig das Gefühl, die Kellner stehen im Speisesaal eng zusammen und sprechen über diesen oder jenen Gast. Getränke zu bestellen war teilweise nicht so einfach, hier musste man schon sehr penetrant winken, um die Aufmerksamkeit eines Kellners zu bekommen. Das Gewünschte wurde dann schnell gebracht, wir fanden es aber umständlicher als in Hotels, wo man sich seine Getränke einfach selbst holt. Ebenso bedeutet "All-Inclusive", dass man einige Speisen und Getränke gratis oder vergünstigt bekommt. Basics wie Softdrinks, billiges Bier, Wein, Kaffee und Cocktails sind inbegriffen. Auch grundlegende Snacks wie Pommes, Pizza oder überbackener Toast in der Mittagszeit gehören dazu. Dieses Angebot war deutlich kleiner als in anderen Hotels, in denen wir bisher waren. Dafür werden die ganzen Specials, wie täglich wechselnde Mittagsspecials, Smoothies, leckere Fruchtcocktails etc. mit großen Schildern beworben, inbegriffen ins All-Inclusive sind sie allerdings nicht und sind größtenteils auch nicht gerade kostengünstig. Dass man höherwertige Cocktails oder Weine auch in anderen Hotels für einen Aufpreis bekommt, ist uns bewusst, hier wirkte es aber so, als müsse man schon deutlich aufpassen, nicht versehentlich zur zahlenden Kundschaft zu werden. Eigentlich hat das Hotel wirklich Potenzial, es möchte aber mehr sein, als es derzeit ist. Uns wurde dieses Hotel unter den Rubriken "Zeit zu Zweit" und "Für Erwachsene" angezeigt, dies ist eindeutig nicht der Fall. Es waren insbesondere seit Ferienstart etliche Familien mit teils sehr kleinen Kindern dort. Da es nur einen sehr kleinen Kinderpool und ansonsten kaum Spielmöglichkeiten gibt, hatten wir das wirklich anders erwartet. Dies führte dann dazu, dass die Kinder recht laut am Pool spielten oder abends kreischend durch die Showbar liefen und zwischen den Tischen umherflitzten. Verständlich, für uns aber störend. Hätten wir das vorher gewusst, wäre unsere Wahl vermutlich auf ein anderes Hotel gefallen. Auch wird zwar um entsprechende Abendgarderobe gebeten, jedoch achtet letztlich niemand darauf, wenn zum Dinner die Gäste in Badeshorts und Schlappen erscheinen. Insgesamt hatten wir dennoch einen schönes Urlaub, die Nähe zum Strand war toll und man konnte beispielsweise fußläufig die Fähre nach Mogan erreichen. Ein Spar ist in direkter Nähe zum Hotel, dort bekommt man alles, was man ansonsten benötigt. Wir hatten eine entspannte Zeit, würden aber nicht noch einmal wiederkommen, dafür war das Hotel letztlich zu beliebig und zu wenig herzlich. Die Lage ist Top, der Rest ist aus unserer Sicht ausbaufähig.
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