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Britta (41-45)
DeutschlandAus Deutschland
Verreist als Paar • April 2006 • 2 Wochen • Strand
Die Geschmäcker sind verschieden
3,6 / 6

Allgemein

Wir haben uns aufgrund der durchweg sehr positiven Bewertungen für dieses Hotel entschieden und waren etwas enttäuscht, wobei es sicher darauf ankommt, was man sucht. Insgesamt besteht die Anlage mittlerweile aus vier Hotels (bis vor kurzem nur zwei: Kantneah und Colonial), wobei alle Einrichtungen der jeweils anderen Hotels ebenfalls genutzt werden können. Die Zimmer verteilen sich auf verschiedene mehrstöckige Gebäude (in der Regel 3 Stockwerke). Die Unterbringung in einem der oberen Stockwerke ist sicherlich von Vorteil, da die Gebäude hellhörig sind und einem so wenigstens niemand auf dem Kopf herumtrampelt. Außerdem ist die Anlage dicht bewachsen und die oberen Zimmer sind heller und haben (je nach Blickrichtung) einen etwas schöneren Ausblick. (Achtung Gehbehinderte: keine Fahrstühle oder Treppengeländer vorhanden). Übrigens, die in den meisten Hotelkatalogen abgebildeten Gebäude zeigen leider nicht die Standardgebäude, sondern die wenigen vorhandenen Gebäude mit den besonderen Suiten (2 Stockwerke und in Strandnähe). Alles in allem sind aber auch die Standardgebäude ansprechend gebaut und die Zimmer sind geräumig und ansprechend eingerichtet. Positiv hervorzuheben sind die sehr bequemen Betten (weder steinhart noch durchgelegene Matratzen). Es gibt sowohl Zimmer mit einem King-Size Bett als auch Zimmer mit zwei separaten Betten. Sofern man eines von beidem bevorzugt, könnte eine E-Mail an das Hotel vor der Anreise hilfreich sein (hat bei uns funktioniert). Die Standardzimmer haben in der Regel keine separate Dusche, was uns nicht gestört hat. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Einstieg zum Duschen über den Badewannenrand für ältere oder behinderte Menschen zum großen Problem wird. Gleiches gilt für die Anlage allgemein. Die Anlage ist riesengroß und man sucht oft vergebens nach einem Treppengeländer oder Haltegriff. Uns haben die sehr weiten Wege nicht gestört, aber ich habe einige ältere Menschen gesehen, die recht angestrengt waren. Das Hotel liegt in der Nähe der vierspurigen Hauptstraße, die von Cancun in den Süden Yucatans führt. Die Straße ist ständig befahren und je nach Lage des Gebäudes, und nach Lage des Zimmers innerhalb des Gebäudes in dem man untergebracht ist (Straßen- oder Meerseite), wird man nachts von dem Straßenlärm belästigt. Wir hatten Glück, aber andere waren der Verzweiflung nahe. Das Hotelgelände ist nett angelegt, aber ich habe mich immer wie in einem etwas überdimensional geratenen Freizeitpark gefühlt. Der Lobbybereich ist offen gestaltet und ist sehr ansprechend. Die Buffettrestaurants und das Poolrestaurant, in dem das Mittagsbuffett stattfand, waren riesengroß und unpersönlich. Man hatte das Gefühl von Massenabfertigung. Zu den Restaurants und zum Service unten mehr (Gastronomie). Der Hotelstrand ist insbesondere auf der Kantenah Seite sehr schön. Vor den beiden neu hinzugekommenen Hotels ist allerdings kein Strandabschnitt vorhanden (Felsküste mit Merrwasserpool). Diese Gäste mussten ebenfalls auf die Strandabschnitte vor dem Kantenah und Colonial zurückgreifen, was dazu geführt hat, dass nicht genügend Schattenplätze am Strand vorhanden waren. Bereits um 8.oo Uhr morgens waren diese Schattenplätze mit Handtüchern reserviert, ansonsten konnte man reichlich Liegen finden. Uns war das Hotel insgesamt zu groß und daher zu unpersönlich. Die weiten Wege haben uns nicht gestört, aber allein beim Anblick der riesengroßen Buffettrestaurants und des Hauptpools, an dem die Menschen wie die Ölsardinen nebeneinander lagen, habe ich mich in eine kleinere und persönlichere Anlage gewünscht. Als wir im April dort waren, lagen die Tagestemperaturen bei um die 30 C. Während es an den Pools sehr heiß war, weil diese windgeschützt inmitten der Anlage waren, wehte am Strand immer ein stärkerer Wind. Das sollte man wissen, denn der Wind kann durchaus unangenehm sein und im Schatten war es oft zu kalt, trotz der hohen Temperaturen. Ich war bereits das zweite Mal in Yucatan (das erste Mal im Dezember 1999 im damaligen Robinson Club Tulum) und beide Male habe ich den Wind am Strand als extrem störend empfunden (weil zu doll). Es gab kaum Möglichkeiten am Strand ein windgeschütztes Plätzchen zu finden. Das Baden im Meer war nur in einem sehr begrenztem Bereich möglich (zwei Einstiegsstellen), weil anderorts scharfe Steine und Korallen vorhanden waren. Im Vergleich zu diversen anderen Karibikstränden, die ich kenne, oder den Malediven, war ich von den Bademöglichkeiten am Hotelstrand enttäuscht. Schwimmen war eigentlich nicht möglich. Man konnte - je nach Gezeitenstand - oft nur bis zum Bauch ins Wasser gelangen (danach Absperrung wegen Wassersport). Man sollte wissen, dass Yucatan das Mallorca der Nordamerikaner ist. Das Publikum bestand zu etwa 80 bis 90 Prozent aus US-Amerikanern und Kanadiern. Der Hauptspruch im Animationsbereich lautete: "Whatever happens in Mexico stays in Mexico". Viele haben das als Aufforderung verstanden, sich komplett gehen zu lassen. Es wurden bereits mittags am Hauptpool - durch das Animationsteam angeleitet - merkwürdige Trinkspiele veranstaltet (Wettsaufen mit Bier und Tequila: Kopf nach hinten und runter damit). Es wurden Männer wie Frauen zum Stangentanz in "sexy Pose" aufgefordert, unter dem Gegrölle der am Pool liegenden Massen. Wer so etwas mag, dem wird es hier sicher gefallen. Wer einen ruhigen und entspannten Ort sucht, der sollte den Hauptpool dringend meiden. Was mir übrigens noch sehr negativ aufgefallen ist: Man wurde gezwungen ein "All Inclusive Plastikbändchens" zu tragen. Das kann man in einem 5-Sterne Hotel auch anders lösen und mich hat es sehr gestört. Man sollte sich sehr genau überlegen, was man möchte. Wenn man Wert auf Garderobe, gepflegtes Essen mit Bedienung und eine gemütliche Urlaubsatmosphäre legt, ist man hier falsch. Wenn man lautstarke Animation sucht, Restaurants insbesondere dann gut findet, wenn man sich so richtig mit Massen den Bauch voll schlagen kann und in Strandkleidung dort akzeptiert wird, wenn man es wichtig findet, dass der "All-Inclusive-Preis" durch massenweise Alkohol auch ausgnutzt wurde, dann ist man hier richtig.


Zimmer
  • Gut
  • Zu den Zimmern habe ich ja bereits oben ausführlich Stellung genommen. Die Zimmer waren o.k., aber das ist auch das Mindeste, was ich von einem 5-Sterne Hotel erwarte.


    Restaurant & Bars
  • Eher schlecht
  • Es gibt in jedem der vier Hotels ein Buffettrestaurant sowie zwei Spezialitätenrestaurants. Man kann jedes der Restaurants in den jeweils anderen Hotels nutzen. Die Spezialitätenrestaurants allerdings nur an zwei Abenden pro Woche AUfenthalt. Hätten wir an jedem der Abende die Spezialitätenrestaurants aufsuchen können, wäre ich sicher etwas fröhlicher nach Hause gefahren. Es mag sein, dass ich verwöhnt bin, aber dass ist ja der Grund, warum ich ein 5-Sterne Hotel buche. Ich fand die Buffetts nicht abwechslungsreich, sondern extrem langweilig. Sicher, wenn man auf Fast-Food steht, dann ist dieses Hotel der Himmel auf Erden. Das gesamte Essen ist auf Amerikaner ausgerichtet. Es gab jeden Abend pampige Pizza, Hamburger, Pommes Frites, frittierte Speisen und ansonsten eine Riesenauswahl von lieblos abgeschmeckten Gerichten. Wer Masse mag, der kann hier ordentlich zuschlagen. Mir ist beim Anblick von so manchem überfüllten Teller der Geschmack vergangen. Einziger Lichtblick war das Sushi beim asiatischen Themenabend. Das Frühstücksbuffett war o.k. aber es ist schon sehr merkwürdig, dass die Amerikaner zum Teil in Badekleidung zum Frühstück erscheinen. Dann konnte man beobachten, wie der Sekt flaschenweise in Thermosbehälter für den Strand abgefüllt wurde. Auch abends kam man in Shorts, ärmellosen T-Shirts und Badeschlappen zum Essen, ohne etwas dabei zu finden. Der Hauswein schmeckt übrigens miserabel. Das lässt man besser oder bestellt sich einen der Flaschenweine (gegen Aufpreis). Die Restaurants sind leider alle geschlossen und klimatisiert. Wer sich vorstellt, abends schön draußen sitzen zu können, der muss auf einen der wenigen Tische (drei oder vier) im japanischen oder italienischen Restaurant hoffen, die außen gelegen sind. Die Buffett-Restaurants haben eine extrem ungemütliche Bestuhlung. Das Verhältnis zwischen Tisch- und Stuhlhöhe führt dazu, dass selbst große Menschen das Gefühl haben, sie sitzen als Kinder an einem viel zu großen Erwachsenentisch. Je nach Lage des Tisches im Restaurant (der Tisch wird zugewiesen) kann es einem passieren, das direkt neben einem das dreckige Geschirr gesammelt und lautstark gestapelt wird. Es herrscht durch die Größe der Restaurants sowieso das Gefühl einer Großkantine vor. Uns hat es überhaupt nicht gefallen. Da aber die Spezialitätenrestaurants so nachgefragt waren, konnte man nicht einmal gegen Aufpreis erreichen, an mehreren Abenden dort Essen zu können. Es gibt übrigens auch ein kleines Strandrestaurant mit Plastikbestuhlung. DOrt wird jeden Mittag dasselbe Buffett bestehend aus diversen Fast-Food- Abscheulichkeiten angeboten. Mir ist bei der im Hotel (mit Ausnahme der Spezialitätenrestaurants) offenbar gelebten Devise "Masse statt Klasse" im Urlaub der Appetit gehörig vergangen. Aber ich habe auch viele Leute darüber sprechen gehört, wie großartig das Essen sei. Die Geschmäcker sind eben verschieden.


    Service
  • Eher gut
  • In vielen Bewertungen wurde der Service als überaus gut gelobt. Das kann ich so undifferenziert nicht stehen lassen. Das Personal im Rezeptionsbereich war kompetent und freundlich. Zudem ist uns aufgefallen, dass das Hotel ausgeprochen sauber war. Das gilt sowohl für die Zimmer als auch für die allgemeinen Bereiche. Allerdings wurden die Zimmer bei uns häufig erst am späten Nachmittag sauber gemacht, was uns aber nicht gestört hat, da wir immer lange am Strand waren. Am meisten haben wir uns über den Service im Gastronomiebereich geärgert, wobei man auch hier differenzieren muss. Wir hatten den Eindruck, dass sich das Personal zum Teil aus ausgebildeten oder zumindest erfahrenen, angelernten Kellnern sowie aus von der Straße gegriffenen, unausgebildeten Leuten zusammensetzte, die völlig konzeptlos in den Restaurants umher liefen und überfordert waren, sobald es etwas voller wurde. Je nachdem, in welchem Teil des Buffettrestaurants man landete, und von wem man bedient wurde, war der Service von sehr gut bis mangelhaft. Da half auch kein Trinkgeld. Wir haben täglich und sehr viel Trinkgeld gegeben, was in Hotels, in denen vorwiegend Amerikaner verkehren üblich ist und erwartet wird. Trotzdem haben wir teilweise unerträglich lange auf Getränke gewartet, sowohl beim Frühstück, als auch beim Abendessen. Das gilt allerdings nicht für die Spezialitätenrestaurants, von denen es insgesamt 8 gibt. Hier war der Service durchweg gut. Allerdings konnte man diese bei einem Aufenthalt von zwei Wochen nur insgesamt an vier Abenden aufsuchen. Man sollte möglichst am Anfang der Reise die gesamten Reservierungen vornehmen, da man ansonsten ein Problem haben könnte, an den gewünschten Abenden zu halbwegs guten Zeiten einen Tisch zu bekommen. Da wir sehr gut Englisch und etwas Spanisch sprechen, war die Verständigung im Hotel kein Problem. Wer beides nicht kann, ist aufgeschmissen. Das Hotel bietet als Service einen Shuttle-Bus durch die Anlage an (wegen der weiten Wege). Der Betrieb wurde während unseres Aufenthaltes wegen technischer Probleme eingestellt. Die armen Leute, die darauf angewiesen waren.


    Lage & Umgebung
  • Eher gut
  • Wer ein Hotel sucht, aus dem man abends herausschlendern kann, um im nahe gelegenen Ort ein Restaurant aufzusuchen oder spazieren zu gehen, der ist hier falsch. In der näheren Umgebung ist nichts, außer der befahrenen Hauptstraße. Man muss schon ein Taxi nach Playa del Carmen nehmen, was aber zu weit ist, um es ständig zu tun. Mit anderen Worten: Man hängt - von Ausflügen oder einem gelegentlichen Trip nach Plaxa del Carmen abgesehen - in der Anlage fest. Sofern einem die Anlage und das Angebot dort gefällt, ist das auch sicher kein Problem. Wenn man aber angesichts von lauter schlecht gekleideten und angetrunkenen Gästen einen Anlagenkoller bekommt, dann hat man ein Problem. Im Hotel selbst gibt es an mehreren Abenden einen sog. mexikanischen Markt, auf dem man Souvenirs zu überteuerten Preisen einkaufen kann. Hier werden die Touristen so richtig schön abgekocht. Außerdem gibt es einige kleinere Läden/Boutiquen, die ebenfalls überteuert sind. Ausflüge kann man sowohl über die diversen Reiseveranstalter als auch über eine Reiseagentur im Hotel buchen. Der Transfer zum Flughafen dauerte (mit dem Auto) etwa 70 bis 80 Minuten.


    Aktivitäten
  • Eher schlecht
  • Beliebte Aktivitäten

    • Strand

    Es gibt diverse Sportmöglichkeiten, die wir aber nicht genutzt haben. Wir sind Läufer und haben einfach jeden Abend einmal joggend die Anlage umrundet (immerhin kann man damit 45 Minuten verbringen, was nicht daran liegt, dass wir so langsam laufen). Es gibt einen sehr teuren neuen Spa-Bereich, der schön ist aber vom Kantenah abgelegen liegt. Wir hätten gerne das Fitness-Studio genutzt. Leider war das Fitness-Studio im Kantenah Bereich über die gesamten zwei Wochen geschlossen. Es gibt auch eines im neuen Spa-Bereich, jedoch muss man -je nach Lage des Zimmers - bereits bis zu 20 Minuten gehen, um dort anzukommen. Da schien es uns einfacher, zu joggen. Es gibt im Hotel ein Internet-Cafe. Die Preise pro Minute lassen einen aber schlichtweg umfallen. Wir haben den Service trotzden genutzt. Abends gab es nach dem Essen im Hotel ein Showprogramm. Das war von erträglich (diverse Tanzdarbietungen von Tänzern und vom Animationsteam) bis unerträglich (z.B. Bingo, Karaoke, Mr. Palladium Wahl). Das Showprogramm war so laut, dass die meisten Leute Plätze in den hintersten Reihen des offenen Theaters gesucht haben. Wir haben mehrere Versuche unternommen uns das Programm anzusehen, konnten es aber nicht einmal bis zum Schluss ertragen (teils wegen der Lautstärke, teils wegen der Darbietungen).


    Preis-Leistung
  • Eher gut

  • Infos zur Reise
    Verreist als:Paar
    Dauer:2 Wochen im April 2006
    Reisegrund:Strand
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Britta
    Alter:41-45
    Bewertungen:1