Es handelt sich um eine gigantisch große Hotelanlage, die -aus welchen Gründen auch immer- in mehrere Organisationseinheiten aufgeteilt ist. „Kantenah“ ist eine solche Organisationseinheit, aber alle Hotelgäste der Gesamtanlage können die Einrichtungen der anderen Organisationseinheiten jeweils mitnutzen. Die riesige Gesamtanlage ist in einen Mangrovenwald an einer Lagune gebaut worden, der zwischen den Gebäuden in Teilen erhalten wird. Die Hotelgäste sind in relativ weit auseinander liegenden Einzelgebäuden mit zwei Stockwerken untergebracht (keine Fahrstühle). Dadurch entstehen sehr lange Wege zu den Restaurants und zum Strand. Zwar verkehren elektrisch betriebene „Gästeshuttles“, an sich wohl nach Fahrplan alle 20 Minuten. Tatsächlich muss man aber viel Glück haben, ein solches Fahrzeug zu „erwischen“. Bei heftigen tropischen Güssen muss man davon ausgehen, Bars und Restaurants nur völlig durchweicht erreichen zu können. Offensichtlich geht man in der Anlage davon aus, dass sich Gäste umso wohler fühlen, je lauter die Beschallung ist. Man kann dem Krach kaum entkommen, selbst am Strand nicht. Strandbar, Poolbar, Restaurants, Liegeflächen am Pool etc. werden durchgängig tagsüber laut beschallt, z. T. auch mit völlig übersteuerter Livemusik und überlauter Musik zu Animationsveranstaltungen. Abends sind Poolbar und Strandbar geschlossen (außer bei Sonderveranstaltungen), so dass man ein abendliches Bier nicht in Ruhe mit Blick auf das Meer und den wundervollen Sternenhimmel genießen kann. Dazu muss man sich dann in die beschallte Lobbybar oder in andere beschallte und zudem tiefgekühlte Bars begeben. Für Raucher gibt es nur ganz vereinzelt Plätze unter freiem Himmel, wo Rauchen möglich ist. Die „Raucherbar“ im „Kantenah“ ist nicht nur tiefgekühlt, sondern stinkt erbärmlich nach feuchtem Keller eines um 1900 im Feuchtgebiet erbauten Hauses. Beim Strand handelt es sich tatsächlich um einen feinsandigen Sandstrand. Strandliegen sind kostenlos, aber sehr eng nebeneinander aufgestellt. Sie sind äußerst unbequem, z. T. sehr durchgelegen. Um ins Meer zu kommen, benötigt man unbedingt feste Schwimmschuhe, da sich unter Wasser überall abgestorbene, z. T. scharfkantige Korallenbänke befinden. Schwimmen ist ohnehin nur am äußeren Rand des mit Bojen abgegrenzten und überwachten „Schwimmbereichs“ möglich, da das Wasser sehr flach ist und eben die Korallenbänke unter Wasser „lauern“. Schilder am Strand waren vor diesen Korallenbänken und auch vor Stachelrochen. Wir hatten Schnorchelbrillen dabei, die kann man aber getrost zu Hause lassen, der abgegrenzte Schwimmbereich ist biologisch tot. Wer nicht so gut zu Fuß und/oder gangunsicher ist, kann nicht im Meer baden, weil er ohne Sturz weder ins Wasser hinein-, noch aus dem Wasser herauskommt. Am Strand und im Bereich des Hauptpools gibt es nur ganz wenige Toiletten (verbunden immer mit einem relativ langen Fußmarsch), die bereits kurz nach dem Frühstück in keinem hygienischen Zustand mehr sind. Die Beleuchtung in den Sanitäranlagen wird i. d. R. über Bewegungsmelder gesteuert. Deren Zeitintervall ist aber so kurz eingestellt, dass man regelmäßig im Dunkeln „thront“. Defekte Klobrillen werden offenbar vom Reinigungspersonal nicht gemeldet, folglich auch nicht repariert. Umkleidemöglichkeiten gibt es überhaupt nicht, da muss man sich schon zu den wenigen Klos begeben und sich anstellen. Das Grand Palladium füllt die Zimmer der Riesenanlage wohl dadurch, dass es für US-Amerikaner und Kanadier sehr preiswerte Kurzurlaube mit „All inclusive“ anbietet. Entsprechend ist leider auch das Publikum. Wir haben bei unseren USA- und Kanadareisen niemals so lärmende Gruppen angetroffen wie dort. An der Poolbar ging es zeitweise so zu, wie man es vom „Ballermann“ berichtet. Nachts muss man bei laufender Klimaanlage, also geschlossenem Fenster, schlafen, weil die Leute angetrunken grölend ab 24.00 Uhr heimkehren. Das hat mit einer 5-Sterne-Anlage gar nichts mehr gemein. Die Mitarbeiter an der Rezeption und beim Gästeservice (wenn man sie `mal vorfindet) sprechen nur Englisch, die sonstigen Mitarbeiter nur Spanisch. Deutsch kann dort keiner. Das wäre unproblematisch, wenn das Englisch der Mitarbeiter verständlich wäre. Vergleichbar ist das so, als ob wir uns als Berliner im tiefsten Bayern mit Einheimischen unterhalten. Erfahrungsgemäß verstehen wir uns gegenseitig erst einmal nicht. An der Rezeption wird einem übrigens auch nicht weitergeholfen. Der lakonische Hinweis lautet regelmäßig, man solle sich an den „Gästeservice“ wenden, der eigentlich (bis auf eine kurze Mittagspause) bis abends 20.00 Uhr da sein sollte. Das ist aber nicht der Fall! Da steht man dann verzweifelt da … Im Gebiet der ganzen Anlage kann man über WiFi kostenfrei ins Internet gelangen, sofern man ein Smartphone besitzt. Einen anderen Zugang für Gäste zum Internet gibt es nicht. Da wir kein Smartphone besitzen, war es nur dank der Hilfe einer Hotel-externen „Ausflugsverkäuferin“ möglich, unseren Angehörigen zu Hause eine Email zu senden, dass wir gut angekommen sind und wie wir im Hotel telefonisch zu erreichen sind (pflegebedürftige Mutter zu Hause!). Dem Hinweis der Rezeption entspre-chend, hatten wir vergeblich lange auf den sog. „Gästeservice“ gewartet und uns dann an die „Ausflugsverkäuferin“ gewandt. 5-Sterne-Anlage? Nie und nimmer! Die Preise in den Geschäften in der Hotelanlage sind schlicht als unverschämt zu bezeichnen. Man muss grundsätzlich mit wenigstens dem Doppelten rechnen, was benötigte Gegenstände in Playa del Carmen, der nächsten Stadt, kosten. Rauchern sei dringend empfohlen, sich ausreichend mit Zigaretten einzudecken. Eine Schachtel Zigaretten kostet –unabhängig von der Marke- 7 US-Dollar. Dafür sind sie dann aber auch uralt. Wahrscheinlich will das Hotel die Leute vom Rauchen abbringen. Übrigens: Wir sind hingeflogen mit Air Berlin, zurück mit Condor. Für Hin- und Rückflug hatten wir (gegen Aufpreis) XL-Sitze gebucht. Air Berlin ist gruselig: Man erhält zwar etwas zu essen, aber der Umfang der Mahlzeiten ist äußerst dürftig. Auch nicht gebührenpflichtige Getränke werden nur spartanisch ausgegeben. Man kommt hungrig und durstig an und muss dann ja noch den rund 80minütigen Transfer zum Hotel überstehen. Der Rückflug mit Condor war dagegen sehr angenehm. Die Mehrkosten gegenüber Air Berlin betrugen rund 50 € je Platz. Das sollte man aufwenden bei dem langen Flug (mehr als 10 Stunden!).
Unser Zimmer war geräumig und ausreichend, aber nicht luxuriös ausgestattet. Die Betten waren weich, wir konnten gut schlafen. Wir wohnten in der „Villa 44“, unser Zimmer wurde grundsätzlich erst zwischen 13.00 und 16.00 gereinigt. An Siesta nach dem Mittagessen war da leider nicht zu denken. Unser Zimmer war immer ordentlich gereinigt, die Minibar im Kühlschrank wurde regelmäßig aufgefüllt. Die Zimmertüren ließen sich leider nur mit Aufwand leise schließen. Die meisten Mitbewohner haben sich diese Mühe nicht gemacht, so dass auch nachts ständig der Krach knallender Türen zu hören ist. Die Klimaanlage im Zimmer ist leider recht laut. Bei geöffneter Balkontür war an Schlaf aber nicht zu denken, da sich angetrunkene Gästegruppen laut grölend ab 24.00 Uhr aus den Bars im Zentralgebäude in ihre Zimmer begaben. Der Wasserdruck zum Duschen ist leider nur sehr mäßig. Das gilt auch für die wenigen Strandduschen der Anlage. Wahrscheinlich ist das dem Wassermangel geschuldet. Duschen im Zimmer kann man nur in der Badewanne. Für ältere Gäste (wie uns) ist das schon beschwerlich, weil Haltegriffe zum Ein- und Ausstieg fehlen.
Die Buffet-Restaurants sind –entsprechend der Größe der Anlage- ebenfalls riesengroß. Sind die Restaurants gut besucht, herrscht ein ohrenbetäubender Krach, der zudem noch von überlauter Musikberieselung übertrumpft wird. Enervierend war auch, dass sich häufig Gruppen in den Großrestaurants versammelt haben, um irgendetwas zu feiern (man sah es an den zusammengeschobenen Tischen). Da hörte man dann lauten Jubel, Gegröle, Geklatsche …. Wer gerne in der Einflugschneise eines Flughafens speist, dem wird das sicherlich gut gefallen. Die Buffets morgens und abends sind scheinbar reichlich, aber vieles schmeckt nicht, weil Gewürze benutzt werden, die uns Deutschen sehr fremd sind. Das engt die Auswahl an Salaten etc. schon sehr ein. Besonders negativ ist, dass bereits kurz nach Öffnung des Restaurants viele heiß zu servierende Gerichte lauwarm oder richtig kalt sind. Das sollte in einer 5-Sterne-Anlage so nicht sein. Zudem: Die Buffets sind jeden Tag gleich, egal ob man in dem einen oder dem anderen Buffet-Restaurant speist. Die Speisen sind nur anders angeordnet. In der Strandbar muss man sein Mittagessen zudem von Plastiktellern mit Billig-Plastikbesteck verzehren (natürlich bei überlauter Musik!). Dort ist die Auswahl auch äußerst dürftig, warme Gerichte sind i. d. R. laufwarm oder richtig kalt. Nervig ist auch, dass man in den Buffet-Restaurants einen Tisch zugeteilt bekommt. Das führt zu langen Schlangen im Eingangsbereich, obwohl das Restaurant objektiv leer ist. Jeden Tag mussten wir uns mit der Platzzuweiserin auseinandersetzen, wo wir sitzen wollten (eben nicht unter einem Lautsprecher, nicht an den lärmenden Absauganlagen des Küchenbereiches, nicht in der Nähe feiernder Gruppen etc.). An Personal spart das Grand Palladium auch in den Restaurants nicht. Das Geqäke der Funkgeräte der Mitarbeiter ist auf Dauer allerdings unerträglich. In einer Kritik lasen wir, die Restaurants erinnern an eine Großkantine. Das können wir voll bestätigen.
An der Rezeption wird einem überhaupt nicht geholfen. Keine Ahnung, wofür die da ist! Man wird an den "Gästeservice" verwiesen, der aber in der Regel selten auffindbar ist. Der Gepäckbringe- und Abholdienst hat hingegen problemlos funktioniert. Es ist bei den weiten Wegen auch kaum möglich, die Koffer selbst in die Lobby zu transportieren. Da wir erst abends abgereist sind, wollten wir länger unser Zimmer benutzen dürfen (Räumung ab 11.00 Uhr). Das hätte je angefangene Stunde 10 US-Dollar gekostet. Allerdings besteht die Möglichkeit, sich im Lobbybereich zu duschen, Handtücher werden zur Verfügung gestellt. Leider waren die Duschen (bei äußerst mäßigem Wasserdruck) zu heiß und nicht regulierbar, so dass man sich nur am Waschbecken waschen konnte. Die Aufbewahrung des Gepäcks in einem verschlossenen und überwachten Raum war problemlos. Für Pässe, Geld und Wertgegenstände hätte man sich für 10 US-Dollar einen Tresor mieten können. Das finden wir zu teuer!
Die Transferzeit vom Flughafen zum Hotel beträgt rund 80 Minuten. Angesichts des langen Fluges und der über einstündigen Einreisezeremonie, die die Mexikaner sich da leisten, ist das schon grenzwertig. Sinnvoll wäre es, wenn die Reiseveranstalter den Gästen vor dem Start des Busses ein Getränk reichen würden. Bei dem Chaos am Flughafen in Cancun war es uns nicht möglich, uns selbst ein Getränk zu besorgen. Da musste man sich schon richtig sputen, um das richtige Transferfahrzeug zu finden. Ein Getränkekauf war nicht möglich. Das Hotel liegt in einer schönen Umgebung, ist jedoch ein Touristenghetto. Da gibt es außerhalb der Anlage nichts, absolut gar nichts! Mit dem Kleinbus (Collectivo) kann man allerdings in einer knappen halben Stunde für rund 40 Pesos pro Person (ungefähr 2 €) die nächstgrößere Stadt Playa del Carmen erreichen. Dazu stellt man sich einfach an die Haltestelle vor dem Hotel und winkt, wenn sich so ein Kleinbus nähert. Völlig unproblematisch! Etwas außerhalb der „Touristenmeile“ in Playa del Carmen gibt es große Warenhäuser (z. B. Walmart), wo man sich feste Badeschuhe und andere benötigte Artikel zu vernünftigen Preisen kaufen kann. Ansonsten ist die Stadt nicht sehenswert. Wenn man Bargeld in Pesos tauschen möchte, sollte man das dort und keinesfalls im Hotel tun (ganz schlechter Umtauschkurs!). Wir haben zwei Ausflüge mit deutschsprachiger Reiseleitung gebucht: Chichen Itza und Coba&Tulum. Die Tour nach Chichen Itza geht sehr früh los (6.00 Uhr), also ehe die Restaurants im Hotel öffnen. Da in den Zimmern eine Kaffeemaschine vorhanden ist, kann man sich früh Kaffee machen und sollte sich am Abend im Hotel auch mit Essbarem eindecken. Im Hotel kann man leider kein Lunchpaket erwerben (5-Sterne-Anlage! Haha!). Das Mittagessen findet erst gegen 12.00/12.30 Uhr statt. Getränke gibt es übrigens im Bus. Der Ausflug lohnt sich auf jeden Fall für Kultur-Interessierte. Enthalten ist auch ein Bad in einer Cenote, sehr erfrischend. Allerdings sollte man sich Badeschuhe einpacken, der Weg von den Duschen/Umkleidekabinen in die Höhle ist lang und steinig. Der Abstieg in die Cenote ist nur für sehr trittsichere Menschen zu bewältigen. Die Tour nach Coba & Tulum ist ebenfalls sehr informativ. Man muss sich jedoch Getränke und ein paar Kleinigkeiten zum Essen mitnehmen. Es gibt nichts im Bus, was vorher leider nicht mitgeteilt wird. Das Restaurant, das bei diesem Ausflug zum Mittagessen angesteuert wird, ist übrigens äußerst mäßig. Nach dem Mittagessen hat man Gelegenheit zum Bad im Meer, schöner Strand, tolle Brandung!. Wir haben unsere Schwimmsachen leider im Bus gelassen, da nicht mitgeteilt wurde, dass man sich nach dem Bad duschen und umziehen konnte. Schade! Für beide Ausflüge sollte man Sonnenschutzcreme und einen Sonnenhut dabei haben. Für Getränkekauf o. ä. sollte man auch ein Pesos dabei haben.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Gefallen hat uns ein großer Bereich für Kinder. Der große Poolbereich für Kinder (getrennt vom Hauptpool) ist super ausgestattet, die Animateure geben sich auch viel Mühe mit den Kindern, wie wir gesehen haben. Bravo!
Liebe Wolfgang & Gesine, Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns Ihre Kommentare und Anregungen mitzuteilen. Bei Palladium bemühen wir uns, jedem Kunden eine einzigartige Erfahrung zu bieten, damit Ihre Meinung uns sehr wichtig ist. Wir sind traurig zu wissen, dass unser Service nicht in der Lage war, Ihre Erwartungen zu erfüllen. Ich kann Ihnen versichern, dass wir sie zur Kenntnis nehmen, um sie immer zu verbessern, denn alle Kommentare, die wir von unseren Kunden erhalten, helfen uns zu wissen, was unsere Gäste in ihren Ferien suchen oder erwarten. Noch einmal vielen Dank für Ihren Besuch und für Ihre Meinung über unser Hotel zu teilen. Wir würden uns freuen, Sie wieder zu begrüßen, Rosa Rivero Hospitality Manager

