Das Hotel zählt vor Ort wahrscheinlich zu den größeren, ist ansonsten jedoch eher als mittelgroß zu bezeichnen, womit es sich dann auch recht wohltuend von den Massentourismus-Bunkern in Palma oder Cala Millor etc. unterscheidet bzw. abhebt. Nachdem wir bereits zahlreiche, recht beeindruckende Urlaubsphotos hier bei Holidaycheck bestaunt haben, war der erste Eindruck beim Verlassen des Busses doch eher ernüchternd. Rechteckig, komplett mit Balkonen gesäumte Vorderansicht (was sich beim späteren Rundgang durch die Anlage als Gesamtkonzept erwies) und gelb... Nun beurteilt man ja bekannterweise ein Buch nicht nach seinem Einband, und so konnte das Gran Vista nach Betreten der Lobby schon ein weitaus angenehmeres Flair verbreiten, als es noch eine halbe Minute zuvor zu vermitteln vermochte. Ein relativ großer Rezeptionsbereich bietet den meist deutsch- und englischsprachigen Gästen jeglicher Altersgruppe ausreichend Platz, auch der Check-In verläuft durch schnelle Einweisung der allgemeinen Gepflogenheiten des Hauses relativ problemlos und durch Auslage der obligatorischen „Bild“ und „Sun“ wird abermals der bereits angesprochenen Gästeklientel schon zu Anfang eine gewisse „Heimeligkeit“ suggeriert. Es wird auch immer direkt auf die nachfolgend anstehende Mahlzeit verwiesen, welche zum gegebenen Zeitpunkt von den, meist mit Halbpension untergebrachten, Gästen eingenommen werden kann. Abschließend sei noch die wirklich vorbildliche Behindertengerechtigkeit erwähnt, die beispielsweise einem Rollstuhlfahrer Zugang zu allen Bereichen erlaubt, da selbst kleine Stufen eine mehr als ausreichend dimensionierte Rampe und die zwei großen Fahrstühle (z. T. jedoch laaange Wartezeiten) ebenfalls angemessene Dimensionen aufweisen. Also Alles in Allem ein durchaus positiver erster Eindruck. Wie bereits erwähnt, sollte man unbedingt ein Auto anmieten, dies kann man direkt vor Ort (auch im Hotel) oder, wesentlich praktischer und günstiger, im Vorhinein über's Internet erledigen, und Ausflüge zu sehenswerten Zielen, wie etwa Cap Formentor, der Drachenhöhle bei Porto Christo oder Sa Calobra, der wohl schönsten und faszinierendsten Bucht der Insel, unternehmen. Außerdem sollte man sich immer mit genügend Mineralwasser eindecken (1, 5 Liter / 50 Cent), denn wenn man vom Sonnenbaden kommt oder einen Ausflug unternimmt, ist man froh, dass man sich bei den z. T. heftigen Temperaturen im August vorher etwas kalt gestellt bzw. mitgenommen hat. Und noch ein wichtiger Tipp: Lassen Sie sich nicht allzu sehr von den Kritiken, diese selbstverständlich eingeschlossen, beeinflussen, – auch, wenn diese eine wirklich große Hilfe zur Hotelwahl leisten – sondern probieren Sie dieses Hotel selbst aus! Denn auch, wenn es hier und da Anlass zur Kritik gibt, sind wir uns sicher, dass es auf der Insel nicht allzu viele Alternativen geben dürfte, wo man einen so schönen und vor allem auch noch bezahlbaren Urlaub verbringen kann! Und eben diesen wünschen wir auch Ihnen im Grupotel Gran Vista!
Das Zimmer (inkl. Balkon) erwies sich zwar nicht als sonderlich groß, aber vollkommen ausreichend. Die Sauberkeit war, wie weiter oben bereits angesprochen, durchweg überzeugend und vorbildlich. Das Mobiliar hatte zwar seinen Zenith teilweise schon überschritten, versprühte aber dennoch einen gewissen, mediterranen Charme, ging in Ordnung und auch das in Marmor gefasste Badezimmer bot einen tollen Anblick und endlich einmal eine richtig große Dusche. Die Klimaanlage tat einen guten Dienst und wer seine Lieblingsserie oder die Tagesschau etc. nicht verpassen wollte, wurde im ausreichend angebotenen ausländischen TV-Programm fündig. Nachteile: - extreme Hellhörigkeit (lachte man etwa zu etwas späterer Stunde, klopften sofort die lieben Nachbarn gegen die Wand und Stöckelschuhe hallten regelrecht) - Lärm zur Vorderseite (siehe weiter oben) - die nicht verschliessbare Milchglastür zum Badezimmer könnte für so manche(n) ein echtes Problem darstellen
Das Restaurant erwies sich als eher durchschnittlich, denn wirklich so gut, wie es hier so oft beschrieben wurde. Die Speisen boten einfach zu wenig Abwechslung und Geschmack, als dass wir in derlei Begeisterungsstürme ausbrachen. Der Fisch schmeckte eigentlich immer gleich, obschon die Fischart immer eine Andere war bzw. zu sein schien. So schmeckte eine Dorade wie ein Schwertfisch, dessen Geschmack nahezu mit dem des Glatthais indentisch war und sich auch der Barsch nicht sonderlich von diesem Einerlei abheben wollte... Für Fleischesser bzw. -liebhaber gab es ebenfalls keine wirkliche Offenbarung zu entdecken – „Roastbeef“ komplett durch und somit zäh, das Spanferkel hatte kaum Geschmack und selbst ein recht simpel zuzubereitender Schweinenacken schien dem Koch nicht nur einmal irgendwie missglückt. Abgesehen davon, dass sowieso kaum mit Gewürzen gearbeitet wurde und man sich des öfteren beim schon routinierten Griff zum Salz- und Pfefferstreuer ertappte, sind wir trotzdem satt geworden, da man z. B. auch auf wirklich zartes Hühnchen, Kartoffeln, Nudeln, ein reichhaltiges Salatbuffet und eine große Auswahl an süßen Köstlichkeiten zum Nachtisch zurückgreifen konnte. Landestypisches wurde mehrmals versucht zu vermitteln, allerdings beschränkte sich unsere Wahl hier meist auf Paella, als auf mit Leber und anderen Innereien (?) zubereitete, mallorquinische Spezialitäten – von denen man, übrigens völlig zu Unrecht, meist Fischgerichte erwartet. Unser Fazit lautete schlichtweg: Das Frühstück ist besser! Wesentlich besser, um genau zu sein. Es gab für jeden etwas, so dass man stets gesättigt und gestärkt in den Tag starten konnte – zwar ein „typisches“ Hotelfrühstück, aber wirklich reichhaltig (sowohl an Broten, Brötchen, Aufschnitt und Aufstrichen, als auch an Eiern, Speck, Pfannkuchen sowie Obst, Müsli, Yoghurt etc.) und lecker! Sogar der Kaffee schmeckte richtig gut – in Spanien wohl eher die Ausnahme. Auch, wenn es teilweise wirklich hektisch und voll und auch nicht zu jeder Zeit alles verfügbar war, satt wurden wir immer, selbst, wenn Abstriche gemacht bzw. hingenommen werden mussten.
Das Personal ist eigentlich durchweg als stets bemüht und freundlich zu bezeichnen – Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel; auch wenn keine Namen genannt werden, ist Vorsicht im Umgang mit einer zierlich-rothaarigen deutschen Rezeptionistin geboten, welche schnell „abgenervt“ schien und durch altkluge bzw. besserwisserische und überhebliche Kommentare des Öfteren zu unserem Missmut beitrug. Anders dagegen das übrige Rezeptionspersonal, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Gast nach allen Möglichkeiten zufrieden zu stellen. Den deutschsprachigen Gästen sei empfohlen, sich an eine weitere deutsche, in diesem Fall blonde und sehr nette, Rezeptionistin zu wenden, welche auch der x-ten Anfrage mit einem Lächeln und großer Hilfsbereitschaft begegnete. Das sonstige Servicepersonal bemüht sich ebenso sehr um seine Gäste und vor allem muss an dieser Stelle einmal eine Lanze für die Reinigungskräfte gebrochen werden, die ihre Arbeit mit großer Sorgfalt erledigen und man bei Bedarf immer ein sauberes und aufgeräumtes vorfindet. „Unsere“ Reinigungskraft Toni ist uns regelrecht ans Herz gewachsen – ihre Arbeit war absolut top und ihre Herzlichkeit bereits am frühen Morgen bereitete uns immer auf's Neue ein wohliges Willkommensgefühl, was wir gerne mit einem entsprechenden Trinkged honorierten.
Wie bereits häufig erwähnt, liegt das Hotel noch einigermaßen ruhig am Ende der Fussgängerzone, von der es außerdem durch eine Hauptverkehrsstraße getrennt ist. Damit tritt jedoch bereits der erste Kritikpunkt in Erscheinung, sprich es herrscht, besonders Tags über, äußerst reger Verkehr, da eben diese Strasse quasi als die direkteste und somit auch kürzeste Verbindung zwischen West (Cap Formentor) und Ost (Cala Rajada – übrigens ohne t) fungiert. Man kann sich somit ungefähr ausmalen, welcher Lärmpegel am Tage erreicht wird, zumal die Spanier auch berühmt-berüchtigt dafür sind, ihre Mopeds und Motorräder mit vermeindlich leistungssteigernden und extrem lauten Abgasanlagen zu versehen. Und von diesen Flitzern sind auf der Insel nicht eben wenige vertreten... Noch hinzu kommt, dass mehrere Angestellte des Hotels über derartige Vehikel verfügen und sich nicht scheuen, auch um 6 Uhr morgens den Gashahn bis zum Anschlag aufzudrehen - was eine doch recht hohe Lärmbelästigung vor allem für Gäste mit Zimmern auf der Vorderseite mit sich bringt. Auch ein Teil der großzügig dimensionierten Pool-/Gartenanlage erstreckt sich bis an diese Straße, jedoch kann man diesem Bereich gut aus dem Weg gehen und auch bei hoher Gästefrequentierung eigentlich immer einen angenehmen Platz zum Entspannen oder für ein ausgedehntes Sonnenbad finden. So weit, so gut... Widmen wir uns der größtenteils stark besuchten Fussgängerzone, in der man alles vorfindet, was man braucht oder eben auch nicht; Ramsch- und Souvenirläden gesellen sich neben Bars (meist „typisch deutsch“ oder eben „very british“), einem deutschen Arzt, internationalen Restaurants und Supermärkten, wo man sich recht günstig mit kleineren Lebensmitteleinkäufen den Tag versüßen kann, zu einer vollstens auf den Tourismus eingestellten Einkaufszone, an deren Ende sich nach ca. 700m der örtliche Strand befindet, der sich nahtlos in die Bucht von Alcudia einfügt und bei schönem Wetter eine hohe Besucherzahl aufweist. Aber auch hier findet man immer sein Plätzchen. Der Strand bietet einen wunderbaren Blick auf die gesamte Bucht, und da man sich quasi genau in deren Mitte befindet, verleiht ihm dieser Aspekt zusätzlich eine besondere Note. Der Sand ist hell und das Wasser, leichter bis gar kein Wellengang vorausgesetzt, glasklar und sauber. Wer sich des Abends hier ein schönes Plätzchen suchen möchte, um vielleicht einen Drink oder Cocktail zu sich zu nehmen, dem sei unbedingt die Bar „Horitzo“ ans Herz gelegt – der Mojito ist Weltklasse! Auch ansonsten können sich Nachtschwärmer bis 6 Uhr morgens austoben und in den diversen Music-Pubs das Tanzbein schwingen, wovon wir allerdings abgesehen haben, da uns solche Läden nicht liegen, jedoch feststellen mussten, dass es in Palma dbzgl. auch nicht besser ausschaut... Busse oder Taxis haben wir ebenfalls nicht in Anspruch genommen, sondern für 8 Tage auf einen Mietwagen zurückgegriffen, was wir jedem, der etwas von der Insel zu sehen bekommen möchte, dringend empfehlen! Zwar liegen Alcudia oder auch Cala Rajada nicht sonderlich weit entfernt und sind auch mit dem Bus gut zu erreichen, jedoch unterscheiden diese sich im Allgemeinen kaum von Can Picafort und da wir über's Internet bereits einen Wagen reserviert hatten und sich zudem die Spritpreise in moderaten Grenzen halten, ist ein „eigenes“ Auto immer die bessere Wahl. Im Gegensatz zu den vom Hotel bzw. der TUI vor Ort angebotenen Ausflügen, bringt diese Entscheidung außerdem erhebliche Kostenersparnisse mit sich, man kann alles auf eigene Faust erkunden und sich stets die Zeit nehmen, die man für seinen jeweiligen Trip als nötig erachtet. Und der gewisse Abenteuer-Faktor, welchen diese Ausflüge mit sich bringen, sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Wir haben das Unterhaltungs- und Sportprogramm im Hotel, bis auf eine Partie Tennis, eigentlich nicht wahrgenommen. Was wir sehen konnten machte allerdings immer einen soliden Eindruck – der wirklich schöne Pool (der allerdings kleiner ist, als es auf den Photos scheint), ein toller Beachvolleyballcourt, 2 Tennisplätze, Fahrradverleih etc. Den viel gerühmten Wellness- und Spabereich haben wir ausgelassen, da es wirklich zu heiß war und wir auch ansonsten jede Menge unternommen haben, sodaß wir für eine ausführliche Nutzung entweder keine Lust oder eben Zeit aufbringen konnten... Kinder schienen voll auf ihre Kosten zu kommen und konnten sich z. B. im Baadingoo-Kinderclub u. a. bei einer Choreographie zum entsprechenden Clublied oder in der Poollandschaft so richtig austoben, damit sie später müde ins Bett fielen, sodaß Papa und Mama den Abend bei einer doch recht dürftigen Abendunterhaltung oder einem gemütlichen Schlummertrunk auf der Dachterasse ausklingen lassen konnten – so jedenfalls unser Eindruck.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2007 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Heiko |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 2 |


