Wir haben über Ostern ein verlängertes Wochenende in Berlin verbracht und wollten uns mal etwas gönnen. Also haben wir uns für das Adlon (obwohl relativ luxushotelerfahren, flößte dieser klangvolle Name doch Respekt ein) entschieden, nachdem wir über das Internet eine relativ günstige Rate inklusive Frühstück gefunden hatten. Der Name Adlon weckt hohe Erwartungen, die bei uns nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden. Besser gehts in Deutschland wirklich nicht mehr. Das Hotel Adlon Kempinski wurde 1997 eröffnet und steht ganz in der Tradition des legendären "alten" Hotels Adlon, in dem sich von 1907 bis 1945 alles traf, was in Berlin, Deutschland und der Welt Rang und Namen hatte. Wenn man auch über die pseudo-historische "Disneyland-Architektur" des strahlend crèmefarbenen Gebäudes mit grünem Kupferdach sicherlich streiten kann, so hat es das Adlon Kempinski mühelos geschafft, an die Tradition des Vorgängerhauses anzuknüpfen und ist unangefochten das erste Haus am Platz - sowohl in Berlin als auch in ganz Deutschland. Dass das Haus auch Mitglied in der erlesenen Gruppe der Leading Hotels of the World ist, versteht sich da schon beinahe von selbst. Das Adlon bietet auf 6 Etagen Zimmer in den Kategorien Executive, Deluxe und Superior-Deluxe (letztere unterscheiden sich nur dadurch, dass die Superior-Deluxe-Zimmer Blick aufs Brandenburger Tor bzw. Unter den Linden bieten) und einige Suiten (bis hin zur kugelsicheren Präsidentensuite mit eigenem Butler und Limousine). Das Gebäude ist absolut sauber, gepflegt und sehr ansprechend gestaltet. Das Publikum war unserer Meinung nach erstaunlich gemischt für ein Luxushotel; von Paaren jeglichen Alters über Familien mit Kindern bis zur alleinreisenden Seniorin war alles vertreten; alles auf einem sehr angenehmen, exklusiven, aber nicht steifen oder arroganten Niveau. Einen Aufenthalt im Adlon sollte man sich einfach mal gönnen. Im Internet findet man mit ein bisschen Glück durchaus bezahlbare Raten.
Wir hatten ein Deluxe-Doppelzimmer mit Blick zum begrünten, gepflegten Innenhof, mit dem wir wirklich sehr zufrieden waren. Das Zimmer war mit rund 40 qm sehr geräumig und in einem klassisch modernen Stil eingerichtet. Neben einem sehr bequemen Kingsize-Bett mit Unmengen an Kissen und super bequemer, seidiger Microfaser-Bettwäsche gehörte ein frei stehender Schreibtisch mit zwei Stühlen, eine Sitzgruppe mit Glastisch und zwei Wildleder-Sesseln sowie eine Kommode zur Ausstattung, in die ein moderner LDC-Fernseher integriert war. Schränke und Minibar waren in dunkles Holz eingelassen, was sehr edel wirkte. Das Bad war zwar nicht übermäßig geräumig, aber dafür ebenfalls sehr edel eingerichtet. Der Kontrast zwischen dunkelm Marmor und holzgetäfelten Armaturen machte wirklich etwas her. Einrichtungstechnisch verfügte das Bad über eine Badewanne, eine separate Dusche mit Sitzbank und Rainshower, ein Doppelwaschbecken, einen in die Wand eingelassenen separaten Frisiertisch und ein abgeteiltes, von zwei Seiten begehbares WC. Technisches Highlight im Zimmer war ein Schaltpult in jeder Nachttischschublade, mit dem man die gesamte Beleuchtung im Raum und die Temperatur steuern konnte. Alles in allem das beste Hotelzimmer, in dem wir je gewohnt haben.
Wir hatten drei Übernachtungen mit Frühstück gebucht und können uns daher nur über das Frühstücksbuffet äußern. Das eigentliche Frühstücksbuffet wird im Restaurant "Quarré" im Erdgeschoss mit herrlichem Blick auf das Brandenburger Tor gereicht, aber da Ostern war, hatte man auch ein paar Räume auf der Bel-Etage (1. Etage) geöffnet, in die man als "Otto-normal-Hotelgast" sonst kaum kommt (unter anderem das "Bundeszimmer", das mit einer Seidentapete ausgekleidet ist, die die Wappen der 16 deutschen Bundesländer zeigt und sonst nur für besondere Gäste und Anlässe geöffnet wird). Das Frühstücksbuffet war ausreichend, gut und schmackhaft, aber in meinen Augen nicht so überdurchschnittlich wie die übrigen Bereiche des Hotels. Letztlich waren es die üblichen Produkte, die man auf jedem 5-Sterne-Buffet findet. Den eigentlich separat berechnet Preis von 39, 00 Euro pro Person finde ich persönlich grenzwertig. Selbstverständlich wird im Adlon auch Roomservice angeboten, aber der ist äußert teuer (12, 50 Euro für ein Glas Orangensaft; mehr muss man glaube ich nicht sagen).
Der Service im Hotel Adlon war schon zur Kaiserzeit das Aushängeschild, und das ist er unseres Erachtens auch heute wieder. Man wird wirklich - wenn man es drauf ankommen lässt - rund um die Uhr betreut und versorgt. Wir kamen mit dem Taxi an und waren noch nicht ganz zum Stillstand gekommen, als der Doorman (klassisch in Zylinder und weißen Handschuhen) uns die Türen öffnete, freundlich willkommen hieß und uns bis zum Eingang begleitete, wärend sich ein ebenfalls sofort herbeigeeilter Page um unser Gepäck kümmerte. Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir sind ein junges Paar, nicht prominent und waren auf Grund der langen Reise weder besonders elegant noch stilvoll gekleidet. Den Vorwurf, dass im Adlon Gäste nach ihrem Äußeren "abgefertigt" werden sollen, können wir somit überhaupt nicht bestätigen. In der Lobby angekommen empfing uns direkt hinter der Tür die nächste Mitarbeiterin und brachte uns an die Rezeption, von wo uns dann schließlich die vierte Mitarbeiterin nach dem Check-In auf unser Zimmer begleitete - stets freundlich und mit einem Lächeln auf den Lippen. Dieselbe Prozedur gab es dann - praktisch umgekehrt - allmorgendlich auf dem Weg zum Frühstück: Zur Frühstückszeit stehen direkt an den Aufzügen in der Lobby mehrere Mitarbeiter, die jeden Gast am Fahrstuhl abholen, freundlich begrüßen und zum Eingang des Frühstücksraumes begleiten, von wo aus man dann wieder von einem Kellner oder einer Kellnerin an den Tisch gebracht wird. So etwas haben wir in noch keinem Hotel erlebt - Kompliment. Auch der Service in den übrigen Bereichen - besonders im Housekeeping - war tadellos und überstieg das übliche Maß bei weitem. Extrawünsche werden binnen Minuten erfüllt. Der Concierge schaffte es sogar, uns binnen einer Viertelstunde am Ostersonntag-Abend einen Tisch im eigentlich ausgebuchten Fernsehturmrestaurant zu reservieren. Die Philosophie des Hauses "Adlon oblige" (Adlon verpflichtet) wird bis ins Detail umgesetzt. Perfekt.
Das Hotel Adlon Kempinski liegt direkt am Pariser Platz und gegenüber des Brandenburger Tors. Ich glaube, diese Lage spricht für sich, so dass man da keine großen Worte mehr drüber verlieren muss. Der berühmte Boulevard Unter den Linden beginnt direkt am Hotel. Alle Sehenswürdigkeiten Berlins sind problemlos zu erreichen; sei es per Bahn, Auto oder Taxi. Die S-Bahn-Station Unter den Linden befindet sich direkt vor dem Hoteleingang.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Das Adlon bietet einen gepflegten, ansprechend gestalteten und großzügigen Spa-Bereich mit Pool, verschiedenen Saunen, Solarien und Fitness-Studio. Der Spa-Bereich ist im antiken römischen Stil mit Mosaiken, Fresken und Statuen gestaltet und sehr sauber. Auch dort ist stets freundliches, aufmerksames Personal zugegen. Als einzig negativ haben wir empfunden, dass im Spa-Bereich nur relativ wenig Liegen zur Verfügung standen, so dass es schwer war, dort einen Platz zu kriegen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3-5 Tage im April 2009 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Malte |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 52 |


