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Peter (31-35)
DeutschlandAus Deutschland
Verreist als Paar • Januar 2010 • 1 Woche • Winter
Ausführlich: Ein nahezu perfektes Traumhotel
5,8 / 6

Allgemein

Das Hotel „Alpenhof“ im beschaulichen Hintertux wurde im Jahr 2006 komplett abgerissen und wiederaufgebaut. Diese „Radikalkur“ merkt man dem Haus an – es wirkt nämlich selbst jetzt, mehr als drei Jahre später, noch bestechend neu. Wo andere (sehr gute) Hotels etwa in den Bädern oder an den Möbeln Abnutzungsspuren und eine Art „Patina“ aufweisen, wirkt im „Alpenhof“ alles edel, gediegen, blitzeblank, neu und nahezu unbenutzt, dabei aber nicht etwa „steril“, sondern auf eine geschmackvoll-rustikale Art gemütlich. Das vierstöckige Haus verfügt über ca. 50 Zimmer/Suiten und bietet Übernachtungen mit Halbpension (Frühstück, Nachmittagsjause, Dinner) an und gehört sicher nicht zu den billigen Hotels, aber die Preise sind nach meiner Einschätzung absolut fair und angemessen. Die Gäste kommen zum wohl größten Teil aus Deutschland und Österreich, aber es gibt auch Italiener und Briten. Neben Paaren in den Enddreißigern, Vierzigern und Fünfzigern habe ich auch einige Familien und „Freundesrunden“ wahrgenommen. Die Sauberkeit läßt, wie oben bereits angedeutet, nichts, aber auch gar nichts zu wünschen übrig. Das gilt auch und gerade für die öffentlichen Toiletten des Hotels. Hierzu ein kleines Beispiel für die Sorgfalt der Hoteleigentümer: Die Toilettenkabinen verfügen über vom Boden bis zur Decke gemauerte Wände, d.h. man ist vom "Nachbarn" nicht nur durch eine dünne Plastikwand getrennt und kann (muss) durch den Spalt zwischen Boden und Wand seine Füße sehen. Im "Alpenhof" wird die Intimsphäre des Gastes beachtet und bewahrt, und das kann heutzutage wahrlich nur von wenigen Hotels gesagt werden. Wie oben schon angesprochen: Eigener Bademantel und eigene Badeschuhe sind von Vorteil. Um zu den Skipisten zu gelangen, sollte man den Bus, nicht das Auto (das in der hoteleigenen Tiefgarage gut steht) benutzen. Den Ingwer-Shot beim Frühstück sollte man unbedingt probieren.


Zimmer
  • Sehr gut
  • Auch wenn es ein wenig eintönig wird: Auch hier vergebe ich sechs Punkte. Wunderbar bequeme (dabei aber nicht zu weiche) Betten mit herrlichen Bezügen, rustikale Holzmöbel, in die man seine Sachen gern hineinlegt, ein Kachelofen, den man elektrisch heizen kann (der zwar nicht allzu warm wird, aber auch nur als Ergänzung dient), ein Bad mit Glasdusche und genügend Ablagemöglichkeiten und getrennter Toilette, ein schöner Balkon (der reihum ums Haus verläuft) und ein sehr schöner Blick auf die Berge – mehr kann man nicht erwarten. Wir haben uns in unserem Zimmer absolut wohl gefühlt, weil selbst die winzigsten Details stimmten. Zum Beispiel bietet das Hotel zusätzliche Decken an, die ich brauche, um mir eine um die Füße zu schlingen – und es war eine Decke, die ich gern mit meiner Haut in Kontakt brachte (da habe ich in anderen Hotels wahrlich schon schlimme Dinge erlebt). Zur Säuberung der Zimmer habe ich ja oben schon einiges gesagt. Kurz und gut: Die Zimmer sind, so wie das Hotel im übrigen, die viereinhalb Sterne absolut wert.


    Restaurant & Bars
  • Sehr gut
  • Könnte man halbe Sterne vergeben, wären es „nur“ fünfeinhalb, aber wer nicht wie ich ein Liebhaber von Büffets ist, sondern Dinner-Menüs bevorzugt, wird bedenkenlos sechs Sterne vergeben. Das Frühstück (in Büffetform) kann es sicher nicht mit den wunderbaren türkischen Frühstücksbüffets aufnehmen, bietet aber nach dem Motto „Lieber etwas weniger, dafür gute Qualität“ alles, was man vor einem Tag auf der Piste benötigt. Neben etlichen Säften (darunter jeweils zumindest ein frisch gepresster) wird ein „Ingwer-Shot“ gereicht, der den Körper mit den gesundheitsförderlichen Wirkungen des Ingwers versorgen soll (und dies auch tut :-)). Weiterhin gibt es diverse Müslis, Obstsalat, etliche Cornflakes-Sorten, frische und getrocknete Früchte, mehrere Sorten Wurst, Schinken, Käste, Marmeladen (teilweise selbstgemacht), Honig, außerdem immer mal wechselnde Striezel und Kuchen (allerdings weniger überzeugend). Spiegel- und Rühreier werden auf Wunsch zubereitet (mit den gewünschten Zutaten, Schinken, Pilze usw.), aber auch das hat mich nicht ganz so überzeugt. Also: Das Frühstück ist für österreichische Verhältnisse durchaus überdurchschnittlich, kann es mit seinen türkischen Pendants aber nicht ganz aufnehmen. Nachmittags wird eine „Jause“ gereicht, die zumeist aus etwas Salat (Möhrenrohkost o.ä.), Suppe, einem herzhaften Gericht (z.B. Gulasch) und zwei bis drei Sorten Kuchen (teilweise sehr gut, mehrheitlich aber nichts Außergewöhnliches – irritierenderweise ist Kuchen keine große Stärke der Österreicher) besteht. Das Dinner wird in der Regel als Fünf-Gänge-Menü gereicht, mit kunstvollen Gerichten (z.B. Weisses Moussee von der Strauchtomate mit Basilikumvinaigrette und Bruschetta; in Tempurateig gebackene Röschen vom Karfiol, Rückenfilet vom Tiroler Berglamm etc.), die qualitativ absolut hochklassig sind. Dazu gibt es eine vorzügliche Weinkarte, wobei ich einen Extrapunkt dafür vergebe, dass Wein auch glasweise angeboten wird. Dies ermöglicht es nämlich, zu den einzelnen Gängen unterschiedliche Weine zu trinken. An einem Abend gab es ein Galamenü mit sieben Gängen und einer wunderbaren Weinverkostung (Extrakosten dafür: faire 25 Euro). Für mich das absolute Highlight war allerdings ein „Abend der offenen Küche“. Das Personal hatte in der großen Restaurantküche eine Art rustikales Büffet aufgebaut mit Weißwürsten, Räucherlachs, frittiertem Tintenfisch, gebratenen Garnelen, Country-Kartoffeln, Rippchen etc. etc. Abgeschlossen wurde der Abend durch ein herrliches süßes Büffet (das im Restaurant aufgebaut war, dort, wo sonst das Frühstück steht), mit Eis, Bruchschokolade, Tiramisu, Eierlikörpralinen und anderen Köstlichkeiten. Kurz und gut: Das Essen im „Alpenhof“ ist einfach klasse!


    Service
  • Sehr gut
  • Der Service gehört zu den großen Stärken des Hotels „Alpenhof“ und bietet nahezu keinen Anlass zu Kritik. Das gesamte Personal (unter schätzungsweise 15 Kellnern gab es eine einzige Ausnahme) ist bemerkenswert freundlich und zuvorkommend, wobei man – insbesondere bei den Mädchen an der Rezeption – den Eindruck hat, dass es ihnen WIRKLICH darum geht, dass die Gäste des „Alpenhof“ sich wohl fühlen. Die Zimmer wurden nahezu immer schnell und gut gereinigt, während wir beim Frühstück waren – also kein energisches Klopfen an der Tür, während man sich gerade Skisachen anziehen will. Das Personal an der Rezeption beantwortete auftretende Fragen (etwa nach dem Internetzugang) höflich und kompetent. Im Restaurant scheint – für mich überraschend – das Prinzip „Jeder Kellner erledigt die Arbeit, die er sieht“ zu gelten. Es gibt also keine bestimmten Kellnern fest zugewiesene Tische, vielmehr konnte es vorkommen, dass wir während des Dinners von vier verschiedenen Kellnern bedient wurden – aber: Das Prinzip funktioniert, und zwar bestens. Es kam höchst selten vor, dass wir einige Augenblicke länger als nötig warten mussten. Ein einziges Mal (ausgerechnet bei der Gelegenheit, als ich mich fragte, wie sich die Kellnerin unsere Getränkebestellung merkt, ohne etwas zu notieren) erhielt ich ein nichtbestelltes Getränk (Portwein statt Martini). Und es gab einen einzigen Kellner, der in der Leistung ein wenig abfiel, mehr floskelhaft-schnoddrig als höflich „Und bei Ihnen passt alles, ja?“ fragte und bei Getränkebestellungen auch schon mal etwas angestrengt schniefte. Aber das war wie gesagt eine absolute Ausnahme. Das Personal im Saunabereich war aufmerksam und angenehm unauffällig, die Begleiter bei einem vom Hotel organisierten Eisstockschießen herzlich und locker. Man hat im „Alpenhof“ nie das Gefühl, das man als Gast „abgezockt“ wird. Auch hierzu ein Beispiel: Beim vorgenannten Eisstockschießen in einem anderen (offenbar mit dem „Alpenhof“ befreundeten) Hotel haben wir zum Aufwärmen anschließend das Restaurant besucht und natürlich etwas getrunken. Ohne, dass dies vorher „ausgemacht“ gewesen oder angepriesen worden wäre, wurde die Getränkerechnung der 16 Teilnehmer vom „Alpenhof“ übernommen. Ich hätte kein Problem gehabt, meinen Tee zu bezahlen, hielt es aber für eine sehr nette Geste und ein Zeichen, dass man es nicht darauf anlegt, an solchen Kleinigkeiten zu vedienen.


    Lage & Umgebung
  • Gut
  • Das Hotel liegt am Ortseingang Hintertux auf der (aus Richtung Madseit kommend) auf der linken Seite. Wichtig für Wintersportler: Die Bushaltestelle, von der kostenlose Busse zum Hintertuxer Gletscher oder in Richtung Vorderlanersbach fahren, liegt ca. fünfzig Meter vom Hotel entfernt. Bis zum Hintertuxer Gletscher sind es etwa 2 Fahrminuten, man könnte die Strecke (etwa 800 Meter) sogar laufen, wenn die schweren Skistiefel nicht wären :-). Die Fahrt bis nach Vorderlanersbach dauert ca. 15 Minuten. Bis nach Mayrhofen sind es ca. 45 Minuten. In Nähe der Bushaltestelle in Hintertux gibt es ein kleines Geschäft mit Zeitungen, Getränken und einfachen Lebensmitteln. Außerdem verfügt Hintertux über einige Sportgeschäfte (wobei die beiden am Gletscher nicht zu empfehlen sind – das eine ist recht teuer, in dem anderen die Inhaberin bemerkenswert unfreundlich) und Restaurants, die wir allerdings nicht getestet haben. Wer noch Skiausrüstung benötigt, sollte diese eher in Vorderlanersbach leihen (im dortigen Insider-Sportshop, Vorderlanersbach 269, sind wir absolut nett, fair, kompetent und zuvorkommend bedient worden) oder sogar noch weiter unten, etwa in Mayrhofen schauen.


    Aktivitäten
  • Sehr gut
  • Beliebte Aktivitäten

    • Sport

    Auch in dieser Rubrik kann ich nur Spitzennoten vergeben. Das Hotel „Alpenhof“ verfügt über einen herrlichen Saunabereich (einer der schönsten, die ich in einem Hotel je gesehen habe), eine Schwimmhalle, eine Turnhalle, ein Tischfußballspiel (im Kinderspielbereich, zwischen Erdgeschoß und erster Etage), einen Fitnessraum (mit zumindest einem Laufband), einen Ski-/Skizubehörschrank pro Zimmer mit Heizstäben für feuchte Ausrüstung (eine extrem gute Idee!) sowie einem Massagebereich (den wir aber nicht benutzt haben). Außerdem wird in der Jagdstube ein kostenloser Internetzugang vorgehalten, zusätzlich gibt es W-LAN (in der Jagdstube) und LAN in den Zimmern gegen Gebühr (gestaffelt ca. 0,50 EUR pro zehn Minuten bis ca. 35 EUR pro Woche). Soviel als Überblick, nun ein wenig mehr ins Detail: Auf dem Zimmer findet man Bademantel (zur Unterscheidung mit der Zimmernummer versehen, aber ich empfehle dennoch, einen eigenen mitzubringen), Badeschuhe (auch lieber eigene mitbringen, die Hotel-Badeschuhe taugen praktisch nie etwas) und einen Korb für weitere Utensilien wie Lesestoff, Duschgel usw. Derart ausgerüstet, betritt man den Spa-Bereich im zweiten Untergeschoss und kommt in einen Vorraum, in dem Handtücher vorgehalten werden, dazu Orangensaft, Wasser, Tee und Äpfel. Weiter geht es in den zweistöckigen Saunabeteich mit 2 finnischen Saunen (davon eine wunderbare Panoramasauna), 2 herrliche Dampfbädern, Laconium, Ruheräumen, Kneipp-Bad, Duschen usw. Im Winter kann man hinaus in den Schnee gehen, um sich abzukühlen. Meine einzigen Kritikpunkte sind: Die Sauna hat nur von 15.00 bis 20.00 Uhr geöffnet, was sicher den Gewohnheiten von 95 Prozent der Hotelgäste entspricht, mir aber nicht genügt. Ich würde gern auch früh und später am Abend die Sauna benutzen, aber – wie gesagt – das dürfte ein Ausnahmewunsch sein. Ferner habe ich gewisse Bedenken hinsichtlich der Dimensionierung des Saunabereiches. Wir waren in der „Weißen Woche“ dort, also eher der Ski-Nebensaison. Am späten Nachmittag, wenn alle von der Piste kommen, war es mitunter recht voll, wenngleich nie unangenehm. Aber was ist in der Hochsaison, wenn das Haus richtig voll ist? An unserem vorletzten Tag reisten etliche Wochenendgäste an, und an dem Abend wurde die Sauna doch ganz schön voll, so dass man nach einer Liege in einem der Ruheräume schon ein wenig suchen musste. Es gab noch einige, aber dennoch bleiben Bedenken. Und schließlich, um die Mäkelei dann aber auch abzuschließen :-), können die Duscharmaturen des Saunabereichs bzw. die Wasserleitungen teilweise nicht mit der sonstigen Qualität des Hotels mithalten. Mitunter dauert die Umstellung von heiß auf kalt eine kleine Ewigkeit. Die mit hübschen Säulen verzierte Schwimmhalle ist ab 7.00 Uhr geöffnet und erfüllt absolut ihren Zweck, nämlich dem Gast einige Bahnen vor dem Frühstück in angenehmer Wassertemperatur zu ermöglichen. Optimaler wäre es, wenn die Schwimmhalle noch mehr in den Saunabereich integriert wäre und man nach einem Saunagang ohne Badesachen schwimmen könnte, aber auch das dürfte nicht dem Mehrheitswillen der Gäste entsprechen. Zum W-LAN-Internetzugang in der Jagdstube (in der Bar ist die Verbindung ebenfalls noch vorhanden) ist anzumerken, dass wir mit dem IE Probleme hatten, die Verbindung nach dem Bezahlen vollständig herzustellen, mit GoogleChrom klappte es aber problemlos. Das Tischfußballspiel bescherte uns die Möglichkeit, nach dem Fünf-Gänge-Dinner bei einigen Partien auf angenehme Art wieder ein paar Kalorien loszuwerden.


    Preis-Leistung
  • Sehr gut

  • Infos zur Reise
    Verreist als:Paar
    Dauer:1 Woche im Januar 2010
    Reisegrund:Winter
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Peter
    Alter:31-35
    Bewertungen:94