Schon seit Jahren haben wir mit einem Besuch im "Weißen Schloss an der Alster", dem Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg, geliebäugelt. Aber, da sind wir ehrlich: die negativen Schlagzeilen, die das Hotel in den letzten Jahren produziert hat, haben uns trotz ernsthafter Buchungsabsichten immer wieder abgeschreckt. Zuerst alte, abgewohnte Zimmer, über die man ja auf sämtlichen Bewertungsportalen wahre Horrorgeschichten zu lesen bekam wie bei wohl keinem anderen deutschen Luxushotel, teilweise Weiterempfehlungsraten unter 30 % und dann umfangreiche Bauarbeiten mit den damit verbundenen Unannehmlichkeiten vermochten nicht unbedingt einen entspannten Aufenthalt zu versprechen. Umso mehr zog es uns jetzt, nach der offiziellen Ankündigung, dass die umfangreiche Renovierung aller Zimmer, Suiten und Flure (bis auf die Zimmer der Classic-Kategorie im Anbau) abgeschlossen ist, endlich einmal ins Hotel Atlantic, denn eins dürfte unstreitig sein: Das Atlantic ist ein Ort, an dem man als Freund deutscher Luxushotels einfach mal gewesen sein muss. Wir möchten jetzt hier nicht zum hundertsten mal die jüngere Vergangenheit des Hotels wieder aufwärmen, denn das ist in den letzten Jahren zu genüge geschehen. Jeder, der sich auch nur ein wenig mit der deutschen Hotellandschaft beschäftigt, weiß, durch was für ein unruhiges Fahrwasser das einst für die 1. Klasse-Passagiere der großen Ozeanriesen am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Grand Hotel in letzter Zeit geschaukelt ist. Vielmehr sollte man nun nach vorne schauen und sich freuen, mit welcher Beharrlichkeit sich die deutsche Hotellegende Atlantic Stück für Stück buchstäblich zurück ins Leben gekämpft hat, und das - was ganz besonderen Respekt und Anerkennung verdient - bei gleichbleibend herzlichem, professionellem und aufmerksamem Service. Diese Entwicklung war nicht zuletzt der DEHOGA wieder die Spitzenklassifizierung "5 Sterne superior" wert. Willkommen zurück, altes Haus! Mittlerweile ist, wie bereits erwähnt, die Renovierung aller Zimmer, Suiten und Flure im Haupthaus abgeschlossen, so dass in den drei Kategorien Superior, Deluxe und Deluxe mit Alsterblick sowie bei den Suiten ausschließlich neue Zimmer zur Verfügung stehen. Lediglich die Zimmer der untersten Classic-Kategorie im Anbau, in dem sich auch der Pool befindet, wurden noch nicht renoviert (Stand Juli 2012). Hierauf weist das Hotel jedoch an mehreren Stellen sehr deutlich hin. Wer sicher gehen möchte, sollte direkt im Hotel oder auf der offiziellen Homepage des Atlantic buchen, auf der ohne Ausnahme nur noch die neu gestalteten Zimmer verkauft werden, wie uns die Reservierungsabteilung versicherte. Eins sollte man jedoch nicht vergessen: Qualität hat nunmal ihren Preis, auch und gerade in einem 5-Sterne-Hotel. Wer also ein Doppelzimmer inklusive Frühstück (das allein schon 36,00 Euro pro Person kostet) für 100,00 Euro über einen externen Schnäppchen-Veranstalter bucht, sollte sich nicht wundern, dass sein Zimmer anders aussieht als die renovierten Zimmer auf den Hotelfotos. Wer wenig zahlt, bekommt auch wenig - daran ändern auch 20 empörte Ausrufezeichen hinter jedem Satz der Bewertung nichts. Wie dem auch sei, es gibt nichts darüber wegzudiskutieren, dass das Atlantic mit den Classic-Zimmern momentan noch über Wohneinheiten verfügt, die nicht dem sonstigen Standard des Hauses entsprechen (wir hatten die Möglichkeit, auf dem Weg zum Pool einen Blick in ein entsprechendes Zimmer zu werfen und waren ehrlich gesagt froh, dort nicht zu wohnen). Wer das jedoch weiß, kann sich darauf einstellen und so Enttäuschungen vermeiden. Damit hier keine Missverständnisse auftreten: Das Hotel Atlantic Kempinski ist nach der Renovierung alles in allem ein wunderschönes, gepflegtes Hotel, das man als Freund der deutschen Luxushotellerie einfach mal gesehen haben muss. Da gibt es nichts wegzudiskutieren. Wir haben großen Respekt davor, dass das Traditionshaus trotz der schweren zurückliegenden Jahre seinen Kurs gehalten und sich treu geblieben ist und gratulieren an dieser Stelle nochmals herzlich zur "Rückkehr" der 5 Sterne superior. Nichtsdestotrotz fehlte es bei unserem Besuch mitunter deutlich am Feinschliff (Reklamationshandling, verschwundene Schuhe etc.). Die Frühstücksleistung und der schleppende Service in der Lobby waren eines Top-Hotels schlicht unwürdig. So bleibt doch, trotz aller Freunde über das wiedererstandene Grand Hotel, auch ein fader Nachgeschmack zurück.
Wir bewohnten während unseres Aufenthalts eine Superior-Suite zur Alsterseite und bekamen die Suite Nr. 210. Im Hotel Atlantic ist jede der renovierten Etagen einem Kontinent gewidmet und in unterschiedlichen Farben und Mustern eingerichtet. Unsere Suite befindet sich auf der "europäischen" Etage, für die man kräftige Farbtöne in blau und silber sowie verschlungene, barock anmutende Ornamente auf den Möbelstoffen, die an die Belle Epoque erinnern sollen, gewählt hat. Die dunklen, fast schwarzen Holzmöbel bilden hierzu einen ansprechenden Kontrast. Die aus einem großzügigen Vorraum und getrenntem Wohn- und Schlafzimmer bestehende, rund 75 qm große Suite beeindruckt bereits auf den ersten Blick durch ihre helle, luftige Weiträumigkeit, die durch zwei breite, bodentiefe Fenster noch verstärkt wird. Fast automatisch bleiben wir erstmal einen Moment stehen und atmen tief durch. Mondäne Deckenhöhen von rund fünf Metern schaffen ein Raumgefühl, das kein Neubau dieser Welt je wird nachahmen können. Schön ist, dass man die historischen Elemente des Hauses, wie den herrlichen Stuck an den Decken und die großen, dezent verzierten Flügeltüren, erhalten hat. Automatisch ist man gefangen vom Geist dieses legendären Grand Hotels. Wieviele Triumphe und Tragödien hat wohl die wunderschöne Stuckdecke in den letzten 103 Jahren schon kommen und gehen sehen? Aber zurück zur Sachlichkeit: Im Wohnzimmer bietet eine aus einem Sofa und zwei Sesseln bestehende Sitzgruppe überdurchschnittlich viel Platz und Komfort. Der nur rund 25 cm hohe Couchtisch mag zwar schön anzusehen sein, ist aber unpraktisch und zwingt zu beinahe akrobatischen Verrenkungen. Als besonders bequem erweist sich dagegen der Stuhl vor dem interessant geformten Schreibtisch samt formschöner, wellenförmiger Lampe. Dank der Internetanschlüsse und Steckdosen in Griffhöhe ist entspanntes Arbeiten garantiert. Ein Kronleuchter im Wohnzimmer aus schwarzem Murano-Glas sorgt für den in einem solchen Hotel unverzichtbaren historischen Touch, ohne kitschig oder überladen zu wirken. Ein dazu passender Wandleuchter befindet sich im Eingangsbereich. Das große, schlicht designte Doppelbett im Schlafzimmer hat Übergröße und ist durchaus komfortabel, wobei die hygienisch einwandfreien Matratzen jedoch sehr weich ausfallen. Insbesondere Menschen mit Rückenproblemen könnten hier Probleme bekommen. Ein Traum im wahrsten Sinne des Wortes sind die beiden Kissen - insbesondere das mit dem silbernen Hotelwappen elegant verzierte kleinere Kissen. Leider sind die beiden ohnehin schon kleinen Nachttische durch große, zylinderförmige Lampen, Telefon, Notizblock mit Stift sowie zwei Wasserflaschen mit Gläsern bis auf den letzten Quadratzentimeter vollgestellt, so dass kaum noch Ablagefläche verbleibt. Eine weitere, aus zwei Sesseln und einem runden Beistelltisch in angenehmer Höhe bestehende Sitzgruppe sorgt im Schlafzimmer für zusätzlichen Komfort. Der ungewöhnlich anmutende Kleiderschrank soll, wie uns die Rezeptionistin beim Rooming erklärte, optisch an die kastenähnlichen Koffer erinnern, mit denen man zur Erbauungszeit des Hotels Atlantic im Jahr 1909 reiste. Soweit so gut, allerdings bietet der Schrank erschreckend wenig Stauraum. Ganze sechs Kleiderbügel drängen sich auf der kleinen Stange; Schubladen fehlen ganz. Zudem ist über die Hälfte des Schranks mit Minibar (Standard-Sortiment zu den üblichen überzogenen Preisen) und Kaffeemaschine samt Zubehör geblockt. Gerade für eine Suite, in der sich ja oft Gäste mit großer Garderobe aufhalten, ist dieser mangelnde Platz schlichtweg blamabel. Abgesehen von einem tischähnlichen Möbelstück im Eingangsbereich gibt es zudem keine feste Kofferablage, geschweige denn die Möglichkeit des bequemen Aus- und Einpackens. Die Bank vor dem Bett wird durch drei Dekokissen blockiert. Wir müssen uns also weiterhin dieser fürchterlichen, klapprigen Kofferböcke bedienen. Je ein Flachbild-TV von LG befindet sich im Wohn- und Schlafzimmer. Leider ist die Kanalauswahl mit knapp 40 Programmen (einschließlich diverser ausländischer Kanäle) für heutige Verhältnisse begrenzt. Vermisst haben wir vor allem die dritten Programme (NDR, WDR etc.). Auch die Rechnungsansicht funktioniert nicht. Erfreulich ist dagegen eine breite Auswahl an Musikprogrammen verschiedener Stilrichtungen (Klassik, Pop, Italienische Hits etc.), die über den Fernseher kostenfrei abgerufen werden kann. Leider fehlt ein separates Radio oder zumindest ein Wecker am Bett. Schön sind die beiden zum farblichen Raumkonzept passenden Gemälde einer jungen deutschen Gegenwartskünstlerin. Die abgebildeten Segelboote scheinen das bunte Treiben auf dem Wasser vor dem Fenster nahtlos fortzusetzen. Apropos: Der Blick aus den Fenstern auf die weitläufige Außenalster einerseits und die Silhouette der Stadt andererseits gehört unbestritten zu den schönsten Aussichten, die Hamburg zu bieten hat. Begrüßt werden wir durch etwas Obst in einer Silberschale (wird nicht erneuert) und ein leider sehr standardisiertes, vervielfältigtes Schreiben der Direktion ohne persönliche Anrede. Über den TV-Monitor findet keine Begrüßung statt. Da hätten wir ehrlich gesagt mehr erwartet. Immerhin stehen zwei Flaschen stilles Mineralwasser bereit, die täglich nachgeladen werden. Weiterhin steht eine Nespresso-Kaffeemaschine mit gleich acht kostenfreien Kapseln zur Verfügung, die ebenfalls täglich ersetzt werden. Das geräumige, in ockerfarbenen Marmor verkleidete Badezimmer gefällt auf den ersten Blick. Neben einer schönen, tiefen Badewanne steht eine großzügige separate Duschkabine zur Verfügung. Das WC ist durch einen Mauervorsprung abgetrennt, aber leider nicht vollständig separiert (was baulich ohne weiteres möglich gewesen wäre). Ein Bidet fehlt. Anstatt der erwarteten Guest supplies der altbekannten Kempinski-Hausmarke stehen exklusive Pflegeprodukte von Molton Brown bereit. Das Zimmer wurde picobello gereinigt und trotz der tropischen Temperaturen angenehm temperiert übergeben. Nichts erinnert mehr an den Vormieter. Kompliment ans Housekeping hierfür. Insgesamt präsentiert sich die Suite in einem geradlinigen, klaren und durchaus ansprechenden Stil. Dieser geht allerdings nach unserer Auffassung ein wenig zu Lasten einer gewissen Gemütlichkeit und Wohnlichkeit. Die Räumlichkeiten wirken doch relativ kühl und leblos. Vor allem die hohen Wände wollen auch ausgefüllt werden. Insbesondere durch Blumen oder Pflanzen könnte man hier leicht und kostengünstig Abhilfe schaffen. Unverständlich ist weiterhin, dass man bei der Neugestaltung der Zimmer weder eine Klingel eingebaut (das Personal muss immer noch herkömmlich klopfen) noch die Möglichkeit geschaffen hat, die Signale "bitte nicht stören" und "bitte Zimmer aufräumen" elektronisch zu aktivieren, wie es in den meisten moderneren Hotelzimmern im 21. Jahrhundert üblich ist. Wenn man allerdings schon bei den traditionellen, nervigen roten und grünen Hängeschildern bleibt, dann sollte man wenigstens geschmackvolle Exemplare anbieten. Zum guten Schluss noch etwas persönliches: Das durchaus hochwertige, ansprechende, aber eher reduzierte, schlichte Design würde in einem modernen Businesshotel in Stockholm, Amsterdam oder New York eine gute Figur machen, passt aber nach unserer Meinung nicht wirklich zum Hotel Atlantic. In einem Haus mit einer solchen Tradition und Geschichte hätte uns persönlich eine etwas klassischere Einrichtung, die zum Beispiel den Stil der herrlichen Lobby aufgreift, besser gefallen. Da hat man sich doch etwas vergriffen. Aber wie gesagt, das ist subjektiv und geht daher nicht in unsere Bewertung an sich ein.
Über die Gastronomie im Atlantic können wir diesmal nicht viel berichten, und das, was wir berichten können, ist leider nicht sehr positiv. Auf das mit inzwischen 36,00 Euro pro Person (Stand Juli 2012) wie eh und je teuerste Hotelfrühstücksbuffet der Stadt haben wir ohne großes Zögern verzichtet, da - und jetzt sind wir mal ganz direkt - mit dem verlangten Preis dann doch unsere persönliche Deadline langsam aber sicher überschritten ist. Am zweiten Morgen unseres Besuchs war dann aber doch die Bequemlichkeit größer und wir bestellten uns das "Europäische Frühstück" (Brotkorb, Butter, Marmelade, Joghurt, Wurst- und Käseaufschnitt, Obstteller, frisch gepresster Saft nach Wahl, Eierspeise nach Wahl, Heißgetränk nach Wahl) für immer noch selbstbewusste 30,00 Euro pro Person aufs Zimmer. Die graumäusige Präsentation (in anderen Hotels werden die Speisen zum Beispiel hübsch auf Etageren angerichtet) wäre noch zu verzeihen gewesen, wenn das Frühstück wenigstens durch exzellente Qualität überzeugt hätte. Auch das war jedoch leider nicht der Fall. Speisen und Getränke waren durchweg okay, aber leider auch nicht mehr. Kein Pfiff, keine Rafinesse, keine herausragende Leistung. Für ein günstiges Mittelklassehotel ist "okay" in Ordnung, für ein 5-Sterne-superior-Hotel, das unumwunden mit dem angeblich besten Frühstück Hamburgs wirbt, reicht das Gebotene durchweg nicht aus. Auch der Frühstücksservice präsentierte sich leider nicht vom Besten, denn das enthaltene Obst wurde vergessen, so dass wir erst umständlich hinter dem Roomservice hertelefonieren mussten. Auch in der Lobby-Lounge war der Service nicht zufriedenstellend: Was gibt es Schöneres bei Hamburger "Schmuddelwetter" als einen Tee in der herrlichen Hotelhalle des Atlantic, dachten wir uns, als wir in den schweren Ledersesseln Platz nahmen. Leider dauerte es über 20 Minuten, bis wir überhaupt mal bemerkt und bedient wurden, während die zahlreichen Herrschaften eines gleichzeitig stattfindenden Golf-Cups fürsorglich umsorgt wurden. Da waren wir dann im wahrsten Sinne des Wortes wirklich bedient. Die Leistungen im Hotel Atlantic im Bereich F & B sind ja schon desöfteren auch auf diesem Portal durchwachsen bewertet worden. Dem müssen wir uns leider anschließen.
Wir geben offen zu, dass wir eigentlich jahrelange Stammgäste des Hotels Vier Jahreszeiten in Hamburg sind, das uns an dieser Stelle unser "Fremdgehen" am gegenüber liegenden Alsterufer verzeihen möge. Unsere Messlatte in puncto Service lag somit sehr hoch, haben wir doch bislang in Deutschland noch kein Hotel kennengelernt, das vom Service her mit dem Vier Jahreszeiten mithalten konnte. Das hat sich seit unserem Besuch im Atlantic zumindest teilweise geändert. Wir können gar nicht genug betonen, wie wichtig es ist, einen Gast bereits vor seiner Anreise verbindlich und freundlich zu betreuen. Guter Service beginnt eben nicht erst beim Check-In. Hier konnte das Atlantic sehr gut punkten: Bereits im Vorfeld wandten wir uns mehrfach per e-Mail an die Reservierungsabteilung um unsere persönlichen Wünsche für unseren Aufenthalt mitzuteilen. Sämtliche Anfragen wurden zügig, höflich und verbindlich in der Sache beantwortet und auch später umgesetzt. Auch vor Ort zeigten sich sämtliche, und zwar wirklich sämtliche, Mitarbeiter aufgeschlossen und herzlich, wie man es selten in einem Luxushotel erlebt. Es war immer Zeit für einen kleinen "Schnack" und ein paar nette Worte, ohne dass zu irgendeiner Zeit ein Gefühl der Anspannung oder Steifheit aufkam. Insbesondere an der Rezeption fühlten wir uns jederzeit mit allen Anliegen sehr gut aufgehoben. Allein unser Empfang war großartig: Nach stressigen fünfeinhalb Stunden Anreise bei 30 Grad und einem Stau nach dem anderen waren wir drei Stunden später als geplant endlich im Hotel Atlantic angekommen und entsprechend genervt. Doch schon ein paar Minuten nach dem Betreten der wunderschönen Lobby war aller Stress Dank der fröhlichen, herzlichen Rezeptionistin, die uns eincheckte, aufs Zimmer begleitete, uns regelrecht wieder aufmunterte und dadurch gekonnt Wohlfühlatmosphäre vermittelte, ganz weit weg, und wir starteten entspannt in unser Hamburg-Wochenende. Auch auf die Gefahr, dass wir uns wiederholen: Professioneller Service zeichnet sich vor allem dadurch aus, jeden Gast individuell dort abzuholen, wo er gerade steht. Diese Gabe beherrschten alle Mitarbeiter im Atlantic, mit denen wir Kontakt hatten, in Perfektion. Guten Gewissens könnten wir daher dem Service sechs Sonnen geben, wenn es nicht leider doch noch die folgenden Versäumnisse gegeben hätte: Am Morgen unserer Abreise klopfte eine Mitarbeiterin, die die Minibar checken wollte, obwohl wir "bitte nicht stören" aktiviert hatten. Außerdem: Seit wann wird die Minibar am Abreisetag kontrolliert? Während der zweiten Nacht unseres Aufenthalts wurden wir dann durch ein vibrierendes, sehr nerviges, immer wiederkehrendes Geräusch, das nach Bohrmaschine klang, merklich in unserer Nachtruhe gestört. Zwar hatte man vorher durch ein Informationsblatt auf dem Zimmer angekündigt, dass am Abend mehrere Großveranstaltungen mit Musik in den Festsälen stattfinden würden, aber wir können uns nicht vorstellen, dass das "Bohrmaschinengeräusch" davon kam. Es klang weder nach Musik noch nach Bässen. Zweimal sind wir nachts durch den Lärm wach geworden. Darüber hinaus waren am Morgen des 29.07.2012 ein Paar hochwertiger, so gut wie neuer Markenschuhe, das wir zum Putzen vor die Zimmertür gestellt hatten, verschwunden. Ein derart leichtsinniger Umgang mit dem Eigentum der Gäste ist schlicht inakzeptabel. Nur durch Zufall haben wir das Paar Schuhe nach hektischer Suche vor einer anderen Zimmertür auf dem Flur wieder gefunden, mussten dann aber natürlich erstmal mit dem entsprechenden Gast Rücksprache halten (es hätte ja durchaus sein können, dass dieser zufällig die gleichen Schuhe besitzt). Welche Schreckminuten wir hier bereits am Morgen ausgestanden haben, muss wohl nicht weiter erwähnt werden. Unsere Beschwerde wegen dieser Unannehmlichkeiten beim Check-Out wurde zwar (von der ansonsten allerdings wieder sehr freundlichen Rezeptionistin) beiläufig und kommentarlos zur Kenntnis genommen, aber mehr auch nicht. Hier hätten wir ein professionelleres Reklamationshandling erwartet.
Die Lage des Hotels Atlantic am Fuß der Außenalster darf als bekannt vorausgesetzt werden und wurde hier zudem mehr als genug beschrieben. Mag die Lage des Konkurrenten Vier Jahreszeiten schräg gegenüber an der begrünten Binnenalster auch vielleicht auf den ersten Blick noch eine Spur exquisiter aussehen, so hat das Atlantic den Vorteil, dass der Hamburger Hauptbahnhof nur gute 500 Meter entfernt liegt, was insbesondere für Bahnreisende praktisch ist (für die das Hotel übrigens einen Abholservice zu Fuß durch einen Pagen anbietet). Etwas problematischer gestaltet sich die Parksituation: Zwar bietet das Hotel Atlantic selbstverständlich Plätze in der eigenen Parkgarage inklusive Valet Parking an, aber bei den hierfür verlangten 32,00 Euro pro Tag war dann bei uns doch langsam aber sicher die Schmerzgrenze überschritten. Ein solcher Preis ist in unseren Augen selbst für 5-Sterne-Verhältnisse überzogen und steht in keinem Verhältnis mehr zur Leistung. Zudem hört man immer wieder, dass die Hotelgarage im Atlantic ziemlich eng und baulich nicht im besten Zustand sein soll (wir haben sie selbst jedoch nicht gesehen). Also musste eine Alternative her. Schließlich sind wir dem Tipp eines anderen Rezensenten gefolgt und haben unser Auto im öffentlichen Parkhaus am Hauptbahnhof (in das Navi die Straße "Borgesch" eingeben) abgestellt, in dem 24 Stunden 13,00 Euro gekosten haben (Stand Juli 2012), also weniger als die Hälfte als im Hotel. Super - wir können diesen Tipp nur wärmstens weitergeben. Kostenfreie öffentliche Parkplätze in der näheren Umgebung waren bei unserem Besuche übers Wochenende leider nicht aufzufinden. Sämtliche Sehenswürdigkeiten Hamburgs sind vom Hotel aus entweder zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Wer Hamburg mal von einer etwas anderen Seite erleben möchte, kann sich direkt im Hotel Atlantic Fahrräder ausleihen und eine Tour z. B. entlang der Außenalster unternehmen, vielleicht verbunden mit einem kleinen Picknick im Grünen. Man glaubt gar nicht, wie erholsam und ruhig dadurch auch eine Städtereise sein kann.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Wir haben lediglich den Innenpool getestet. Hand aufs Herz: Es gibt mit Sicherheit modernere und ansprechendere Poolbereiche als im Hotel Atlantic. Das schlichte, weiß gekachelte Ambiente (optisch etwas aufgepeppt durch blaues Neonlicht) steht in ernüchterndem Gegensatz zu den ansonsten sehr repräsentativ angelegten anderen öffentlichen Bereichen. Nichtsdestotrotz ist der Pool für ein Stadthotel überdurchschnittlich groß und erlaubt nicht nur ein wenig Planschen, sondern noch richtiges Schwimmen, und erfüllt damit voll und ganz seinen Zweck. Die Anlage ist sauber, gepflegt und für ihr Alter gut in Schuss.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im Juli 2012 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Heiko |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 52 |


