Beim 3-Sterne-Haus „Schorfheide" handelt es sich um einen nüchternen Bau. Die auf der rückwärtigen Seite liegenden Garagen und der plattenmäßige Betonboden davor, lassen ein ehemaliges Nebengebäude vermuten, dass zur Dependance aufgepeppt wurde. Auf der Vorderseite, nur einen breiteren Rasenstreifen entfernt, führt die Zufahrt zum Hotelkomplex vorbei. Ein nur kurzer Fußweg zum Haupthaus und zum Restaurant. Schlussendlich war er mir aber doch lästig. Der See liegt noch hinter dem Haupthaus. Bei Regen rutschte ich auf glitschigen Bodenplatten des Fußweges. Das 4-Sterne Haus besteht aus dem Haupthaus und mehreren Anbauten. Hier hat leider der Zahn der Zeit seine Chance bekommen. Am Haupthaus war die Holzverkleidung über der Restaurantterrasse rissig. Die Glasüberdachung des Verbindungsganges zum Anbau war schmutzig und wies stellenweise dicken Moosbesatz auf. Viele Fliesen darunter waren vom Untergrund abgelöst. Die Fensterrahmen im Zimmer waren grau verwittert. Zudem machten die Verglasung des Treppenhauses und die Flurfenster den Eindruck, als wären sie ein Dreivierteljahr nicht geputzt worden. Aber immerhin: haben wir den Fensterputzer erlebt. Und dann Spinnen überall. Bei der Waldlage nicht zu vermeiden. Aber von einem 4-Sterne-Haus erwarte ich, dass man jeden Tag aufmerksam durchgeht und das Staubsaugerrohr schwingt. Dem Park/Garten sieht man an, dass er regelmäßig gepflegt wird. Aber eine 4-Sterne-gepflegte Anlage sieht dann doch anders aus. Kostenlose Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung. Selbst bei ausgebuchtem Haus war es kein Problem, einen Platz zu finden. Am 3-Sterne-Haus parkt man auf den beschriebenen Betonplatten. Am 4-Sterne-Haus dagegen wirkt der Parkplatz wie ein überdauerndes Provisorium. Hier findet man Parkspuren aus Rasengittersteinen vor, deren Tragschicht wohl nicht perfekt gelungen ist. Die Fahrspur ist nicht überall eben. Eine nur unzureichend verborgene „Aussicht“ in den Versorgungstrakt dürfte bei einem 4-Sterne-Haus nicht vorkommen. Ein PC mit Internetzugang und Drucker steht kostenfrei zur Verfügung. Standort und Gestaltung sind weniger gemütlich als praktisch. WLAN ist kostenpflichtig. Gemischte Gästestruktur, angenehm ohne Auffälligkeiten. Das Hotel wird wohl auch oft von Gruppen gebucht, diese können sich wahrnehmbar darstellen. Da wäre noch ... Bei der Umbuchung vom 3- in das 4-Sterne-Haus wurde ein angemessener Aufschlag fällig. Im Hotel kam man nicht auf die Idee, mir als Geste des Bedauerns ob der "sauberen Zustände" einen kleinen Nachlass zu gewähren. Den vom Housekeeping angebotenen Tröstungssekt habe ich abgelehnt, den Entschädigungskaffee angenommen. Leider stand mein einziger Latte Macchiato dann auf der Rechnung.
Im Haus*** „Schorfheide“ fallen die Zimmer sehr unterschiedlich aus hinsichtlich Größe, Ausstattung und Wohlfühlfaktor. Wer hier bucht, sollte wissen: es gibt extrem kleine (Einzel-) Zimmer und Kleiderschranknischen ohne Türen und Privatsphäre. Und leider keine Fliegengitter. Konkret zu Zimmer 50: Klein, beengt, dazu die Einrichtung dunkel und genau ausgezirkelt. Bewegungsfläche zwischen Kleiderschrank und Bett gerade so viel, dass die Schranktüren aufgehen, zwischen Bett und Schreibtisch über die Bettlänge auf knapp 1 m Breite, die teilweise von einem Stuhl eingenommen wird. Am Ende des Schreibtisches geht es direkt ins Bad. Als wäre es nicht schon eng genug, steht auf dem Schreibtisch ein großer Röhrenfernseher. Rechts neben der Eingangstür ist Platz für eine hochgestellte Reisetasche oder einen kleinen Koffer. Keine Kofferablage, aber unter den Schreibtisch würde er passen. Das Bettzeug schwer, aber nicht wärmend. Positiv: die Matratze war okay und es sind Verdunklungsvorhänge vorhanden, die ihren Namen verdienen. Das Bad ist recht klein, hat aber ein Fenster. Die Duschtasse zu klein, mit ca. 60 cm Innenmaß. Duschvorhang ohne Seitenbefestigung und nur in jeder zweiten Öse ein Vorhangringen an der Duschvorhangstange angebracht. Wandhandtuchhalter älteren Baujahrs mit zwei beweglichen, „ausgeleiert“ abgesenkten Armen, seitlich unterhalb des Waschbecken montiert. Das Handtuch muss sehr genau platziert werden, damit es nicht den Boden berührt. Keine Halterung für das Duschtuch. Abstellfläche auf der Fensterbank und auf der Ablage über dem Waschtisch. Wenn man es so bucht und der Preis stimmt … Ich bin umgezogen. Bei Bezug des Zimmers waren die gekettelten Teppichleisten grau vom Staub, der Teppich nicht ordentlich gesaugt. Als ich den Fernseher verrückt habe, um meinen Koffer auf den Schreibtisch zu legen, kamen sehr graue Stellen auf dem dunklen Holz zum Vorschein. Auch die Lampen wiesen ältere Staubablagerungen auf. Die Sauberkeitsstatus im Bad war insgesamt mangelhaft. Auf der Ablage über dem Waschtisch lagen auch noch ein paar kurze Haare (Bartstoppeln?). Nach der Reklamation war das Housekeeping schnell zur Stelle und ging mit unzureichenden Mitteln willig an die Arbeit. Staub gewischt und gesaugt war danach gründlichst. Die Sauberkeit des Bades war für mich weiter nicht akzeptabel. Ich war dankbar, dass ich Desinfektionstücher im Gepäck hatte. Nach Umbuchung in den rechten Flügel/Anbau****, zweite Etage, Dachgeschoss, Zimmer 221: geräumiges Einzelzimmer mit viel Bewegungsraum. Dazu ein 140x200 cm großes Bett, angenehmes Bettzeug, Kleiderschrank mit gesondertem Garderobenelement, Schreibtisch, Stuhl, Minibar, Sessel mit Beistelltisch, Stehlampe, TV Flachbildschirm, leise Minibar. Badezimmer ohne Fenster, aber mit viel Platz. Badewanne mit Duschvorhang, Duschstange aber ungünstig platziert. Ausreichend Abstellfläche und Halter für Hand-/Duschtuch. Leider schwarze Fugen rund um die an der Wand montierte Seifenschale. Heizkörper als Handtuchwärmer nutzbar. Im Verhältnis zur Raumgröße kleine Fenster mit Fliegengitter. Im Sommer sehr warm, Fensterlüftung bringt kaum Abkühlung. Das Zimmer liegt Richtung See, der aber von Bäumen verdeckt wird. Außerdem befindet sich ebenerdig der Zufahrts- und Wendebereich für Anlieferungen. Leider ließ auch die Sauberkeit des gerade frisch hergerichteten Zimmers zu wünschen übrig. Sorry, aber wenn Papierkosmetiktücher schwarz werden, tote Käferchen auf dem Teppich liegen geblieben sind und die Rückseite des TVs sich sehr staubig zeigt, ist es für mich eben nicht sauber. Wenn Körbchen und Tannenzapfen zur Dekoration dastehen, dürfen sich diese nicht grau präsentieren. Die Hausdame ließ nachreinigen. Die laufende Reinigung war okay. Fairerweise muss ich erwähnen, dass ich wegen einer Allergie bei der Sauberkeit sehr genau hinsehe. Die vergebenen Sonnen stellen einen Durchschnittswert aus 3- und 4-Sterne-Bereich dar.
Restaurant: Angenehme Atmosphäre, solide, gepflegt, sauber, nett eingedeckt. Das Bild in der Fotogalerie der Homepage entspricht dem Ist-Zustand. Beim Frühstücksbuffet war für jeden etwas dabei, Auswahl und Qualität waren gut. Die Servicekräfte waren freundlich, es wurde umsichtig nachgelegt. Der Tischservice war manchmal etwas übereifrig. Das Abendessen der Halbpension stand nach Wahl des Küchenchefs entweder als Buffet (Suppe, Vorspeisen, Hauptgänge, Dessert – auch Themenbuffet Barbecue und Wildschwein) oder als 3-Gang-Menü mit Auswahl beim Hauptgang zur Verfügung. Die Speisen waren insgesamt schmackhaft und von guter Qualität. Kleinere und seltene Schwächen (z. B. Tomatenbrühe statt -suppe) fielen daher nicht ins Gewicht. Sommerterrasse mit Seeblick: Direkt am Haus aber anders als in der Fotogalerie dargestellt, keine Korbstühle, sondern Metallstühle, wie im unteren Bereich rund um den Springbrunnen (der nicht sprudelte). Diese Stühle sind auch mit Kissen nicht wirklich bequem. Trotzdem sitzt man bei schönem Wetter sehr gerne draußen. Hotelbar: Solide, Lage aber ungünstig, zu viel „Durchgangsverkehr“. Bei den Restaurantfachleuten gab es große Unterschiede, aber überwiegend einen soliden Service. Ein Kellner war Spitzenklasse: immer gut gelaunt, freundlich, höflich, irgendwie stets zur Stelle, aufmerksam ohne aufdringlich zu werden, bei der Bedienung konzentriert und sorgsam. Sehr schnell wusste er die Zimmernummern seiner Gäste, man musste nichts mehr ansagen und alles war korrekt verbucht. Ein perfekter Repräsentant für ein 4-Sterne-Haus. Ganz im Gegensatz zu seiner schnippischen, unfreundlichen Kollegin, deren Lächeln aufgesetzt wirkte und deren Service man anmerkte, dass der halt Arbeit ist.
An der Rezeption wurde ich zum Einchecken freundlich empfangen. Nach der Reklamation hinsichtlich der Sauberkeit des ***Zimmers wurde schnell reagiert. Auch die Umbuchung ins ****Haus erfolgte problemlos. Allerdings wich die Freundlichkeit dann geschäftlicher Höflichkeit, als ich auch die Sauberkeit des gerade hergerichteten ****Zimmers beanstandete. Bademäntel und Saunatücher befinden sich nicht auf den Zimmern, sondern müssen angefragt werden. Für den Gast weniger praktisch als für das Hotel.
Herrliche Lage im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, im Wald und am Döllnsee. Sehr ruhig, aber auch abgelegen. Nette Ausflüge zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich. Mehr Sehenswertes in erreichbarer Umgebung, wenn man motorisiert ist. Achtung, der stillgelegte Flugplatz Templin/Groß Dölln ist nicht weit entfernt. Auf dessen Gelände wird heute ein Driving Center betrieben, das auch von verschiedenen PKW-Hersteller zu Test- und/oder Schulungszwecken genutzt wird. Die teilweise erhebliche Geräuschkulisse kann, je nach Windrichtung, auch die Hotelumgebung erreichen.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Die vorhandenen Leihfahrräder sind unterschiedlich ausgestattet, der Pflegezustand verschieden. Hier gilt es, bei der Auswahl genau hinzuschauen. Die stunden- bzw. tageweise angesetzte Leihgebühr empfanden wir als hoch. Einen kleinen Nachlass bei Anmietung für eine ganze Woche wollte man nicht einräumen. Das Schwimmbad machte keinen einladenden Eindruck. Die Panorama-Fenster waren schon längere (!!) Zeit nicht geputzt. Liegen waren keine vorhanden. Die Realität konnte keinem Foto auf der Homepage auch nur annähernd entsprechen. Wer in den Komfort-Zimmern des rechten Anbaus zum Haupthaus wohnt, kommt laut Hotel durch den Seminarbereich oder einen kurzen Außenweg zum Schwimmbad-/Wellnessbereich. Das ist korrekt, aber leider nur die halbe Wahrheit. Der Außenweg führt entweder über die Hotelzu-/vorfahrt am Haupteingang vorbei in einen Seiteneingang des linken Anbaus oder über die Hotelzu-/vorfahrt durch Haupteingang und Lobby an der Rezeption vorbei. Geht man durch den Seminarbereich führt der Weg quasi durch die zum Restaurant offene Bar und die Lobby zum Ziel. Auch zum See führt der Weg durch den Seminarbereich über die Restaurantterrasse. Viele Gäste wählten leider auch direkt den Weg durch das Restaurant. Schaulaufen im Bademantel wurde mir bisher von keinem 4-Sterne-Haus zugemutet. An den See bzw. ins Wasser gelangt man über drei Zugänge: den Steg am Bootshaus, den daneben gelegenen Ministrand sowie das Badehaus. Rund um das Badehaus standen die Liegen dicht an dicht. Kein Problem, solange das Haus Wetter nicht zu viele Gäste ans Wasser lockt. Die ins Wasser führende Treppe wirkte nachlässig gepflegt. Der Ruheponton im See zeigte dicken Moosansatz, die dortige Treppe Rostanflug. Wenn man wieder zum Badehaus zurückkommt und über die Treppe aus dem Wasser steigt, fällt der Blick auf den Unterbau des Badehauses. Die an die Pfähle angebrachten neu wirkenden, dicken Holzbretter können nur bedeuten, dass eine Stabilisierung notwendig wurde. Der vorhandene Tennisplatz war in einem sehr schlechten Zustand. Vermutlich deswegen findet er sich auch nicht im Sportangebot auf der Homepage wieder. Er steht aber für den morbiden Charme der gesamten Anlage. In unserer Gesund- & Vitalwoche standen Nordic Walking, Rad- und Wandertouren, Rückenschule und Entspannung auf dem Programm. Dabei wurde unsere Gruppe von Joachim Herwig und Marita Paul umsichtig betreut, so dass die Anstrengung immer Spaß gemacht hat. Die Bibliothek ist in Regalschränken eines großen (Mehrzweck-) Raumes mit Kamin untergebracht. Dort standen Tische (Fuß mit runder Pressholzplatte?), die nicht eingedeckt einfach nur trostlos wirkten. Von besonderem Ambiente keine Spur. In diesem Raum (lesend) einen gemütlichen Abend zu verbringen war schlichtweg unmöglich. In einem der Konferenzräume kamen wir anlässlich Rückenschule/Entspannung dem Boden und damit dem Teppich sehr nahe. Auch hier war erkennbar, das der Staubsauger manche Ecken nicht regelmäßig erreicht.

