Von wegen 5-Sterne-Flaggschiff der Jetwing-Gruppe! Dieses Hotel kann man für 2 bis max. 3 Nächte nach einer Rundreise empfehlen, bevor man wieder heimfliegt. Aber keinesfalls für längere Badeferien. Es ist laut, denn es wird regelmässig von Grossreisegruppen aus Asien belegt. Von der Renovation der Zimmer, die erst wenige Jahre zurückliegt, ist wenig zu sehen. Das Hotel liegt direkt an der Hauptstrasse und ist schlecht schallisoliert. Ein Lichtblick ist die Küche, die wirklich authentische Sri Lanka-Gerichte auf den Tisch bringt. Das gesamte Hotel ist weit davon entfernt, 5 Sterne zu verdienen. Während unserer 5-wöchigen Sri Lanka Reise haben wir insgesamt in acht Hotels und einer Privatvilla am Meer logiert, und das Jetwing Blue bildet klar das Schlusslicht. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit den Hotels der Cinnamon-Kette gemacht, die im Gegensatz zur Jetwing-Gruppe ihre Sterne verdient und es schafft, sowohl Individualreisende wie auch Gruppen auf hohem Niveau zu beherbergen. Buchen Sie als Individual-Reisender ein Zimmer im Schwesterhotel Jetwing Beach, wo es sehr viel friedlicher und gepflegter zu und her geht. Oder suchen Sie ein Hotel ausserhalb von Colombo, von dem der Flughafen auch schnell zu erreichen ist. Gut essen können Sie im Restaurant „The Lords“, gleich gegenüber dem Jetwing Blue. Die Hauptgänge sind reichlich bemessen. Wenn Sie nicht so viel essen möchten, sind zwei Vorspeisen eine gute Wahl. Auch die Weinkarte des Restaurants macht einen guten Eindruck. Möglichst reservieren oder früh am Abend essen gehen.
Im Prospekt werden die Zimmer als stylisch, puristisch, mit klaren Linien beschrieben. Obwohl das ein Grund war, weshalb ich dieses Hotel wählte, hat mir der Stil nicht gefallen. Alles wirkte zu schwer, zu wenig gepflegt, richtig abgewohnt. Die Holzmöbel waren klobig, der mit blauen Keramikplatten ausgelegte Boden wirkte kalt, auf ihm lagen rutschige Teppiche. Obwohl das Zimmer gross war, fehlte es an Stauraum für die Kleider. Die natürlichen Materialien entpuppten sich als grobe, zum Teil verschmutzte Leinen- oder Baumwollstoffe. Aber am schlimmsten war das Bad: schwarze Ecken, unschöne und verfärbte Fugen, einmal mit einem Papiertaschentuch über den Boden gewischt zeigte klare Schmutz-Rückstände. Die Zimmertür aus Holz hätte man mit einem Fusstritt eintreten können. Dementsprechend waren die Zimmer auch sehr ringhörig, was bei dem ständigen Kommen und Gehen ganzer Gruppen lästig war. Die Zimmerboys tauchten immer zuverlässig dann auf, wenn man das Zimmer betreten oder verlassen wollte. Schliesslich ging es ja darum, sich für das Trinkgeld in Position zu bringen. Auch dieses Verhalten war im Jetwing Blue sehr ausgeprägt.
Ein Vorteil der gemischten Gästeschar war, dass sich das lange Frühstücksbuffet sehr vielfältig präsentierte: Sri Lanka Hoppers, Curries, japanische Sushis, chinesische Nudelsuppe, amerikanische Pan Cakes, Ayurveda-Suppen und -Tees, frisch gepresste Fruchtsäfte und aufgeschnittene Früchte, Büffelquark mit Palmsirup, süsse Kuchen - die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. Auch mittags und abends gab die Showküche Appetitliches her. Sehr zu empfehlen ist abends das Set-Menu, bestehend aus 4 Gängen, die aus jeweils 2 Varianten zusammenstellt werden konnten. Das Preis/Leistungsverhältnis war ok, ebenso die Bierpreise. Für den Sundowner würde ich die Bar unter dem Segel im Nachbarhotel Jetwing Beach empfehlen. Auch das Sri Lanka Themenbuffet im Jetwing Beach war ausgezeichnet.
Beim Einchecken erhielten wir, entgegen unserem übermittelten Wunsch nach oberem Stockwerk in ruhiger Lage, ein Deluxe-Zimmer im lautesten Flügel im Erdgeschoss zugewiesen. Meine Intervention an der Rezeption erbrachte Erstaunliches: Mir wurde lächelnd beschieden, ich könne nicht wechseln, da es in den anderen Flügeln nur Super Deluxe-Zimmer und Suiten gäbe. Aufgrund meiner Recherchen wusste ich: diese Auskunft war falsch, wie auch meine Nachfrage beim DERTOUR-Reiseleiter ergab. Erst dank seiner bestimmten Intervention konnten wir das Zimmer wechseln. In keinem anderen Hotel haben wir eine derart unfreundliche Rezeption erlebt. Der Service im Restaurant hingegen war schnell und aufmerksam. Die Zimmerreinigung war knapp genügend, vor allem das Badezimmer wirkte nie wirklich sauber.
Das Hotel liegt mitten im touristischen Teil von Negombo, direkt an der Hauptstrasse. Am lautesten ist der Gebäudeflügel gleich links der Rezeption, während der Flügel auf der rechten Seite leicht zurückversetzt ist und auch verglaste Korridore aufweist. An der Strasse liegen verschiedene Läden und Restaurants, wobei Negombo keinen allzu guten Eindruck macht, wenn man vorher das Land auf einer Rundreise besucht hat. Der ganze Ort wirkt laut, aufdringlich und sehr touristisch. Der Strand ist sehr breit und lang, hat aber keine Palmen und gehört nicht zu den Schönsten im Lande. Grösster Vorteil ist die kurze Distanz zum Flughafen, den man in 15 Fahrminuten erreicht.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das Jetwing Blue verfügt über zwei Pools. Sehr zu empfehlen ist der Pool im hinteren Bereich, sowie der Pool vom gleich nebenan liegenden Jetwing Beach. Weitere Aktivitäten haben wir im Hotel nicht in Anspruch genommen, da wir eine längere Rundreise und Badeferien hinter uns hatten. Sehr lästig ist der Umstand, dass in diesem Hotel die Strandverkäufer ungehindert bis zur Liege vordringen können. So wird man den ganzen Tag lang angesprochen. Andere Hotels auf unserer Reise haben dieses Problem weit besser gelöst.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Freunde |
| Dauer: | 3-5 Tage im Februar 2014 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Esther |
| Alter: | 61-65 |
| Bewertungen: | 139 |


