Das Hotel im mallorcinischen Baustil hat 3 Etagen mit 24 Doppel- und 4 Einzelzimmern mit Bad (Dusche/WC), jedes Zimmer einen eigenen Balkon und einen Aufzug gibts auch (versteckt am Ende des Ganges). Die Zimmer sind dem Alter des Hotels entsprechend sehr schlicht und klein, aber wer für einen Kleinwagen bezahlt darf auch keine Limousine erwarten. Sauber ist es auf jeden Fall. Die Gäste sind eigentlich alles Deutsche soweit wir festgestellt haben, besonders viele Gäste aus Baden-Württemberg und dem Ruhrgebiet kommen dort hin. Es waren sowohl Familien als auch Paare oder Einzelgäste gut aufgehoben. Buchen kann man nur Halbpension, alles andere wäre in dem Familienbetrieb auch organisatorisch nicht möglich. Wie bei allem gilt hier - wer wenig zahlt bekommt auch eine entsprechend sparsame Leistung. Im Vorfeld war uns dies bewusst und wir haben es in Kauf genommen, schön war der Urlaub trotzdem und beim abendlichen Kaffee an der Bar haben wir schöne Stunden und nette Unterhaltungen mit anderen Gästen und der Wirtin verbracht. Es waren alle sehr sehr nett und zuvorkommend; es wurde sich bemüht Dinge möglich zu machen und Tips gegeben (die beste Paella im Ort bekommt man z. B. bei Pep Serra am Ende der Hafenpromenade und nicht auf der Tourimeile - gewusst wo!). Noch einmal hinfahren würden wir aber nicht. Denn: wir haben für abendliche Getränke (beim Essen, abends Kaffee oder ein Bier an der Bar) und die notwendige Zusatzversorgung (z. B. der Rotwein den wir uns im Supermarkt für unser Zimmer geholt haben oder aber die leider aufgrund der kärglichen Kost unumgänglichen Besuche von Restaurants bzw. Bars) doch deutlich mehr gezahlt als für ein vergleichbares All-Inclusive Angebot in den umliegenden Hotels (im Nachhinein noch einmal verglichen) oder einen Aufenthalt in einer Ferienwohnung mit Selbstversorgung. Damit schneidet das Martorell bei aller Liebe leider nicht mehr gut ab und gerade für Familien kann so ein Aufenthalt ungeplant richtig teuer werden, denn man möchte im Urlaub gut versorgt sein - letztlich will man es sich gut gehen lassen und es ein bisschen schöner haben als daheim - und das haben andere Hotels schon lange zu ihrer Devise gemacht. Wie sich im Gespräch herausstellte kalkuliert das Martorell am Limit, denn die Leute möchten eben nicht viel zahlen für ihren Urlaub. Aber wir für unseren Teil waren trotz wirklich niedrig gesteckter Erwartungen und der im Vorfeld gelesenen negativen Hotelbewertungen etwas enttäuscht. Die Lage des Hotels und der schöne Jasmin im Vorgarten entschädigen da auch nur teilweise. Beim nächsten Mal geht es wieder mit dem Wohnwagen nach Südfrankreich - viel mehr Arbeit, Selberkochen, Einkaufen, Aufbauen - aber das ist es uns nach der Erfahrung dann doch wert. Erholt und amüsiert haben wir uns aber trotzdem gut, denn der Ort ist wirklich schön.
Die Badewanne ist eher ein Badenapf und wir hatten einiges zu Lachen beim Versuch diese zu benutzen - aber man kann ja auch duschen. Die Handtücher sind optisch nicht so der Knaller, riechen aber gut und erfüllen ihren Zweck. Der Föhn ist eher Alibi, ein fest installierter Kasten mit einem Schlauch der unmotiviert eine eher laue Brise aushaucht. Für lange Matten daher eher ungeeignet, wir haben dann schmunzelnd drauf verzichtet. Gut gefallen hat mir die große Ablagefläche im Bad, endlich genug Platz für alles. Zahnbecher aus Glas fanden wir vor, frisch desinfiziert. Andere Gäste fanden die Zimmer hellhörig, wir konnten dies jedoch nicht feststellen. Auch der vielfach beklagte Straßenlärm war kaum vorhanden, vor allem sind die Straßen sehr klein und keineswegs Hauptverkehrsadern - vielleicht stört die Geräuschkulisse eher im Sommer wenn man bei offener Tür schläft? Klimaanlage gibt es nicht, dafür aber einen Deckenventilator den wir nicht brauchten. Die Schiebetüren zum Balkon ließen sich nicht richtig abschließen - das war im dritten Stock jetzt nicht dramatisch; Wertgegenstände sollte man aber im Safe im Schrank lagern. Es gibt einen Heizkörper im Raum; die Heizungsanlage wird kurz morgens oder abends nach Wärmeempfinden der Betreiber angeschaltet und im April wird es schon sehr frisch nachts. Das Bett war definitiv zu kurz, wir haben es auf 1. 80 m geschätzt. Für meinen Mann der fast zwei Meter misst leider ein Problem und so mussten die Füße eben herausbaumeln. Die Matratze war durchgelegen, die Kissen sehr dünn und die etwas gewöhnungsbedürftige Kombination aus Laken und Wolldecke hat zu etlichen Verknubbelungen und nächtlichem Gezerre und Gewühle geführt. Wir sind eine Doppeldecke für zwei Personen gewöhnt, für jemanden der daheim einzelne Decken für Jeden hat könnte es gewöhnungsbedürftig sein die Decke teilen zu müssen. Groß genug sind sie aber und wie die Handtücher riechen Bettwäsche und Decke sehr angenehm. Der Schrank hingegen war ein wenig muffig (vielleicht weil die Saison gerade erst begonnen hatte) und wir haben nach zweitägigem Auslüften desselbigen die Kleidung dann doch eher im Koffer gelagert. Die Zimmer verfügen über ein Telefon. TV war nicht vorgesehen, wollten wir aber auch gar nicht haben und im Vorfeld war uns dies auch bekannt.
Der Speiseraum verfügt über Tische für zwei bis vier Personen und man sitzt immer am gleichen Tisch. Wie alles im Martorell ist auch hier die Einrichtung schlicht und funktionell. Leider wird das Tischtuch nur zum Abendessen ausgetauscht und falls am Vorabend mal ein Saucen- oder Rotwein-Malheur passiert ist findet man die Spuren eben auch zum Frühstück noch. Getränke kann man nach Karte bestellen, die Preise sind moderat. Eine Flasche Wein ist ab 9 Euro zu haben, der Hauswein ist ein wenig sauer und es lohnt sich eher einen Blick in die Weinkarte zu werfen. Die Flasche bekommt einen kleinen Kragen mit der Zimmernummer und verbleibt am Tisch bis sie leer ist - da das ein mitunter ein bisschen dauern kann steht auch die Flasche morgens an die Sünden des Vortages erinnernd neben den Brötchen auf dem Frühstückstisch *burps*. Die Kost im Martorell ist.... schlicht wäre das falsche Wort, trifft es aber noch am Nähesten. Frühstück besteht aus einem Croissant, einem Milchbrötchen, einem Weißmehlbrötchen, etwas Käse oder Wurst (Achtung, Knoblauchattacke), Marmelade, Butter, Kaffee oder Tee (auf Wunsch auch Kakao), Müsli oder Cornflakes und wässrigem Orangensaft der jeden Tag anders konzentriert ist und entweder einem Joghurt oder einem hartgekochten Ei (wechselt). Die Menge ist eher klein für einen guten Frühstücker. Nachnehmen ist leider nicht möglich, bei Getränken schon. Man kann sich aber durchaus im Supermarkt etwas dazukaufen und mit an den Tisch bringen, viele Familien haben das so gemacht und wir auch wir haben selbst für z. B. unser Obst gesorgt. Frühstück gibts zwischen 8 und 10 Uhr, Abendessen zwischen 20 und 21 Uhr. Das Menü steht ab Mittag am Saaleingang auf einem Zettel. Die Kost ist deutsch gutbürgerlich bzw. "europäisch" und hat unseren Geschmack meist nicht ganz getroffen, es wäre toll gewesen in Spanien auch mal etwas Spanisches zu essen. Es gab jeweils drei Gänge: Vorspeise waren meist Tütensuppen (Nudelsuppe, Spargelsuppe, etc. ohne Zusätze, also Nudelsuppe waren auch wirklich nur Brühe und Sternchennudeln o.ä.), einmal gab es aber auch einen Teller Spaghetti mit Tomatensauce vorweg. Anschließend folgt jeden Tag ein gemischter Salat, Dressing kann man sich selbst aus Essig, Öl, Salz u. Pfeffer basteln. Der Hauptgang war in der Woche unseres Aufenthalts z. B. Zigeunerschnitzel, gefüllte Zucchini, Fisch (der war mal wirklich lecker), eine Art Gulasch, Schweinebraten, etc. jeweils mit ein-zwei Löffeln Gemüse dabei und ein paar einzelnen Kartöffelchen oder schlappen Nudeln. Das Essen war für uns etwas zu zerkocht und hat etwas von Omas Hausmannskost, heute geht der Trend doch eher zu etwas bissfesterer Konsistenz da man Gemüse bekanntlich nicht zu Mus kochen MUSS. Wir sind generell gute und halbwegs anspruchsvolle Esser; den Eindruck dass das Essen verbesserungswürdig ist teilten aber viele Gäste. Wir haben trotz unterschiedlicher Auffassung über die Qualität der Speisen brav aufgegessen, denn die Mengen sind so knapp bemessen dass man Mittags schon gut gegessen haben sollte. Isst man auswärts lediglich einen Snack am Mittag und verlässt sich auf gute Verpflegung im Hotel ist man damit nicht gut beraten. Eine Frau wird vielleicht noch satt, Männer haben damit aber ihre Probleme. Nachnehmen ist nicht möglich und als Vegetarier hätte man ein echtes Problem. Nachtisch ist aus der Tüte (mal TK-Windbeutelchen, mal eine kleine Scheibe Vanilleeis) oder tageweise auch Obst (herrliche Orangen!!). Obst mitnehmen falls man es abends mal nicht haben möchte - immer gut fürs Frühstück am nächsten Tag. Am Abreisetag gab es kein Frühstück da der Bus schon um kurz nach sechs kommen sollte. Wir bekamen aber nach Schilderung unseres Dillemas (bis man wieder daheim ist hat man ja einen gewissen Weg mit leerem Magen zu bewältigen) spät abends vom Sohn des Hauses noch eine Thermoskanne mit Kaffee und Kekse für den Morgen, sehr nette Geste. Nur leider war die Kanne wohl nicht so gut und der Kaffee nach wenigen Stunden (vier oder fünf) eiskalt. Pech für uns, wir empfehlen aber eine neue Kanne.
Reinigung und Handtuchwechsel erfolgt ganz nach Wunsch zwischen 9 und 13 Uhr. Der Service war durchweg freundlich und die Chefin jederzeit für eine Restaurantempfehlung, einen ausgeliehenen Reiseführer, organisatorische Fragen oder einfach einen kleinen Tratsch zu haben. Es sprechen alle ganz passabel Deutsch. Der Check-In war in zwei Minuten erledigt. Für den Transfer zurück zum Flughafen kommt wieder der Shuttlebus der einen zu Beginn des Urlaubs am Hotel rausgeschubbst hat. Die Zeiten dafür findet man wenige Tage vor Abreise in einer Mappe in der Lobby.
Das Martorell wurde in den 60er Jahren gebaut und war damals noch allein auf weiter Flur - heute ist der Ort drum herum gewachsen und die Lage ist schön zentral (5 Minuten gemütlicher Fußweg bis zum schönen Hafen mit sehr hübschem Stadtstrand, 2 Minuten zum Supermarkt, 10 Minuten zur "Shopping- und Kneipenmeile"). Bis zum bekannten Es Trenc Strand (der sich wirklich lohnt) sind es ungefähr 30 Minuten Fußweg in moderatem Tempo die Küstenlinie entlang.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Es gibt angeblich einen kleinen Pool, den wir aber aufgrund der kühlen Temperatur weder gesucht noch genutzt haben, ebenso wie eine Tischtennisplatte (dito). In der Lobby befindet sich ein PC mit etwas hakeliger Tastatur, die Nutzung kostet 1 Euro für 15 Minuten.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im April 2009 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Stefanie |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 1 |


