Warum wir ich nie wieder ins Riu Palace Oasis möchten – ein Gedächtnisprotokoll: Die Lärmkulisse unseres Zimmers war bestimmt durch den Verkehr rund um den Kreisel vor dem Leuchtturm. Neben dem Lieferverkehr, waren hier auch regelmäßig die Kunststückchen des motorisierten Drachenfliegers zu sehen und zu hören, sowie undefinierbare Geräusche um Mitternacht. Auf einen Umzug haben wir allerdings verzichtet. Die Zimmer im Nachbargebäude lagen zur Restaurantgasse hinaus. Schon im Park davor war der Geruch von Fisch und Frittenfett deutlich wahrnehmbar. Vielleicht wären wir auch in einen Teil des Hotels verlegt worden in dem das Wasser nicht hätte abgedreht werden müssen. Aber die Notwendigkeit dieser Maßnahmen konnten wir ja zu Anfang unseres Urlaubs auch nicht erahnen. Das Essen war durchaus vielseitig. Interessant was man alles miteinander kombinieren kann, wenn man die Reste vom Vortag aufbereiten möchte. Einige meiner Eindrücke waren sicher auch auf Unwissenheit zurückzuführen, andere halte ich aber durchaus für Schwächen der Küche. Hier ein paar Empfehlungen an den Koch: Reife rote Tomaten schmecken einfach besser als die halbreifen Früchte, die teilweise serviert wurden. Frische Wassermelonen schmecken nicht gegohren. Filet enthält keine Knorpel und filetierter Fisch keine Gräten. Ente und Lammkeule lassen sich so schneiden, dass man das Fleisch nicht zwischen den Knochen suchen muss. Moussaka enthält Gewürze und Kartoffeln. Mousse au chocolat wird auf dem Teller nicht flüssig. Man muss die Orange nicht bis auf den letzten Kern und die weiße Zwischenschicht ausquetschen damit der Gast das Gefühl von frisch gepresstem Saft bekommt. Dabei entsteht ein weißer, fester Schaum (ähnlich fest sollte die Mousse sein), der einem lediglich den Zugang zum Saft versperrt. Wenn sich jemand dafür interessiert wie frisch gepresster Orangensaft schmeckt, sollte er sich in der Lokalgasse vor dem Hotel mal einen Saft gönnen. Bei dem RIU-Saft bin ich mir auch sicher, dass Zucker zugesetzt wird, was auch die Schaumkrone auf dem Saft erklären würde. Dann hatten wir noch die weißbraune Ananas. Sowas wird auch auf dem Buffet nicht mehr reif und gehört in den Bio-Müll. Und bei der gut gereiften Ananas sollte man den harten Mittelteil entfernen, den äußeren Rand soweit abschneiden, dass die harten Krater verschwinden. Und die harten, herausgeschnittenen Teile gehören dann in den Müll und nicht in den kleingeschnittenen Obstsalat! Kalte Tomatencremesuppe (genau so stand es auf dem kleinen Schild) in Gläschen gefüllt ist als „Gruß aus der Küche“ genauso ungeeignet wie die kleinen Schälchen mit Salat- und Fischresten. Nach einer Woche war die Ernährungssituation schon besser einzuschätzen. Dann wiederholte sich nämlich der Essensplan, der damit vielfältiger ist als die Auswahl im Gourmet-Restaurant. Da hat sich die Karte innerhalb der 3 Wochen unserer Anwesenheit leider überhaupt nicht geändert. Ein Trost bleibt. Man hat nie das Gefühl alleine zu sein, bis auf den Moment vielleicht in dem man mal eine Frage an die doch eher überspannt wirkende TUI Reiseleiterin stellen möchte. Nicht das ich hier falsch verstanden werden möchte. Es gibt einfach einen Unterschied zwischen verbindlich freundlich und genervt freundlich. Vielleicht war es einfach auch nur die falsche Frage, am falschen Tag. Wir haben dann die Besonderheiten des Hotels über die Rezeption erfragt. Wo findet der Spanisch-Kurs statt, für wie lange ist das Wasser ausgefallen, gehört das Wasser aus dem Kühlschrank mit zum Inklusive Angebot, wo gibt es Espresso, gibt es alkoholfreie Cocktails, gibt es ein Netz für die Hotelgäste u.v.m. Für die Menschen, die auf ein gut funktionierendes Netz angewiesen sind, bietet das Hotel übrigens auch 4 Rechnerplätze an. Für den Preis von einem Euro für 10 Minuten bekommt man eine recht schnelle Internetverbindung. Ich habe schon in Hotels mit weniger Sternen einen kostenlosen Rechnerplatz gefunden. Alle, die diesen Euro sparen möchten, sind auf das freie Netz im Eingangsbereich angewiesen, für das man schon ein wenig Geduld mitbringen sollte. Noch ein paar Worte zur Sitzaufteilung im Restaurant. Ich sitze im Urlaub eigentlich ganz gerne an einem Zweiertisch mit genügender Distanz zu meinen Tischnachbarn. Auch wenn ich es durchaus verstehen kann, dass es schwierig ist ca. 700 Gäste auf ca. 1000 qm unterzubringen, vermittelte mir unser Sitzplatz mit einem Abstand von ca. 20 cm zum Nachbartisch eher das Gefühl von einer besseren Kantine, als von einem 4 Sterne Hotel. Auch finde ich es nervig, wenn ich beim Aufstehen ständig in Gefahr laufe das Bild hinter mir an der Wand zu zerdrücken. Schiebe ich meinen Tisch aber etwas weiter von der Wand ab, kollidiert mein Gegenüber mit dem hinter ihm stehenden Stuhl. Dann noch eine Anmerkung zu der All-inclusive Regel. Zum einen war auf den Aushängen des Hotels durchaus ein Halbpensionsangebot vorgesehen, dieses scheint aber zumindest von unserem Veranstalter, konsequent ignoriert zu werden, zum anderen lohnt sich dieses Angebot wirklich nur für Menschen, die ihren Urlaub damit verbringen wollen auf Kosten ihres Gastgebers größere Mengen Alkohol zu sich zu nehmen. Das Mittagsbuffet in der weiß gekachelten Kantine rechtfertigt die Differenz von 55 Euro (so stand es zumindest auf den Aushängen) zur Halbpension jedenfalls nicht (mal abgesehen davon, dass der Preis für dieses Hotel durch nichts gerechtfertigt ist). Auf einen Vortrag dieser Missstände bei der Reiseleitung habe ich verzichtet, da ich mir sicher bin, dass all diese Punkte mehr oder weniger bekannt und höchstwahrscheinlich auch nicht zu ändern sind. Vielleicht sind es auch inseltypische Besonderheiten, wobei ich den Urlaub in einem RIU-Hotel auf Teneriffa in wesentlich besserer Erinnerung behalten habe. Ich habe das Gefühl, dass in diesem Hotel eine touristische Restnutzung stattfindet und möchte andere Menschen davon abhalten, sich mit zu hohen Erwartungen in diese Unterkunft zu begeben. Dieses Hotel ist ein Überbleibsel aus der Frühzeit des Massentourismus, mit hundert Meter langen Gängen bis zum Zimmer, einem nicht abnehmbaren Kunststoffbändchen in Gold (wenigstens darauf hätte man verzichten können) und einer durchorganisierten Massenversorgung, die im Gast bestenfalls einen potentiellen Kunden für überteuerte Leihwagen, Jeeptouren und Kamelreiten sieht. Warum sind eigentlich die Leihwagen der TUI doppelt so teuer, wie der Leihwagen unseres privaten Autovermieters vor Ort? Zum Schluss ein paar positive Anmerkungen zum Personal. Das gesamte Hotelpersonal war ausnehmend freundlich und hilfsbereit und selbst zu den Zeiten in denen Hochbetrieb herrschte, gab es keine bösen Worte oder verzweifelte Hektik sondern einen professionellen Umgang mit der Situation in die das Hotelmanagement und der Reiseveranstalter diese armen Leute hineinmanövriert hat. PS.: Der Abschied wurde uns dann noch mit einem besonderen Ausfall erleichtert. Da wir um 11.00 Uhr bereits die Zimmer räumen mussten (obwohl unser Abflug erst für 19.20 Uhr angesetzt war), durften wir unser Gepäck in der für jedermann zugänglichen Bar des Hotels abstellen, was wir auch taten. Als wir ca. eine Stunde vor dem Abholtermin noch ein paar Utensilien aus unseren Koffern benötigten stellten wir erst fest, dass sie nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz standen, dann bemerkte wir das beide Koffer durchnässt waren und erst durch Nachfrage an der Rezeption fanden wir heraus, dass es genau über der Stelle an der wir unsere Koffer geparkt hatten, einen Wasserrohrbruch gegeben hat, was bei einem Hotel dieses Alters sicher nichts Ungewöhnliches ist. Ungewöhnlich ist allerdings, dass man die Koffer einfach an die Seite schiebt und offensichtlich darauf hofft, dass der Gast den Vorfall nicht bemerkt. Nachdem wir den Schaden gemeldet hatten, wurde uns zugesichert, dass alle entstandenen Schäden selbstverständlich übernommen werden und auch mit Entschuldigungen wurde nicht gespart. Wir werden sehen, ob hier Wort gehalten wird.
Ordentlich aber leider auch aus den 60er Jahren. Da sieht man eben schon, dass die Badewanne mal ausgebessert wurde.
Wenn Sie besonders gerne dicht an dicht mit vielen anderen Urlaubern in einer Kantinenatmosphäre bewegen und auch auch mit billigem Rotwein und Knochensplittern im Filet und ähnlichem leben können, sind Sie hier richtig.
Sehr freundliches Personal, welches leider auch nichts gegen die oben beschriebenen Missstände unternehmen kann.
Nur zu empfehlen, wenn Sie Lärm vermissen
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Die Fotos vom Pool grenzen an Betrug. Es fehlen die ungefähr 500 Gäste, die sich hier auf Liegen um die Pfütze drängeln.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3 Wochen im Oktober 2014 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Michael |
| Alter: | 56-60 |
| Bewertungen: | 1 |


