Glückliches Missgeschick Ich saß in der Bahn und war schon 500 als ich je bemerkte: ich war einen Tag zu früh unterwegs. Alles was ich gebucht hatte, war für den folgenden Tag. Mit fliegenden Fingern buchte ich das vorletzte Zimmer auf der Insel und das war zufällig im Hotel Alte Inselkirche. Es war also eher das Schicksal, das für mich das Hotel ausgesucht hatte als ich selbst. Es erwies sich als Glücksfall. Ich kannte das Haus natürlich und auch das Café. Doch noch nie war ich hier Hotelgast gewesen. Das Haus ist alt, erzählt in allem von vielen Begegnungen, vielen Gästen und vielen freudigen Tagen. Die alte Treppe knarzt leise Melodien und alles ist verwinkeltef, als man es in modernen Häusern gewohnt ist. Das ist durchaus kein Nachteil. Mein Zimmer war hell, freundlich und eingerichtet mit zierlichen Möbel. Nicht fehlte, es war aber auch nichts zu viel und so hatte man mehr Platz. Der Schrank bot ausreichend Platz auch für einen längeren Aufenthalt, das Badezimmer war modern und schön. Man hätte sich alles vielleicht etwas größer wünschen können, doch das ist das Geheimnis an Spiekeroog: alles ist hier kleiner, reduziert aufs menschliche Maß. Der Empfang und die Betreuung auch beim Frühstück war hervorragend herzlich und an Liebenswürdigkeit nicht zu überbieten. Apropos Frühstück. Dass die Hotelleitung sowohl ökologisch als auch ökonomisch denkt, begrüße ich. Beim Frühstück gibt es kein Buffet, stattdessen bestellen die Gäste schon im Voraus aus einer recht langen Karte genau das, was sie verspeisen möchten. Hat sich über Nacht der Wunsch ein wenig geändert oder ist der Hunger größer, ist es kein Problem nachzubestellen oder den Wunschzettel zu ergänzen. Das vermeidet, dass Lebensmittel unnötig weggeworfen werden müssen. Es wirkt vielleicht umständlich, doch es funktioniert und der Vorteil liegt auf der Hand. Vielleicht ist das nicht für jedes Hotel nachzuahmen, doch in diesem scheint es hervorragend zu funktionieren. Serviert wird das Frühstück in einem Wintergarten, der später als Café Gäste bewirtet und auf inzwischen mehr als 100 Jahre das Bestehens zurückblicken kann. Der Raum ist großzügig, hell und mit allerlei schönen Dingen dekoriert, die man nicht überall findet und von dem glücklichen Händchen der Betreiber spricht. Für die Hausgäste gibt es einen gut gefüllten Kühlschrank mit Strichliste und eine kleine Teeküche, sodass auch spät heimkehrende Gäste nicht verdursten müssen. Ich habe mich rundum wohl gefühlt, bedanke mich und kann das Haus gut mal Gewissens weiterempfehlen. Wenn etwas zu bemängeln ist, dann höchstens dies: Nörgler müssen sehr lange suchen müssen, bis Sie etwas finden, was zu beanstanden wäre.
- ZimmergrößeSehr gut
- SchlafqualitätSehr gut
- SauberkeitSehr gut
Feines Zimmer.
- EssensauswahlSehr gut
- GeschmackSehr gut
- LokalwirtschaftGut
- Öko-ErlebnisGut
Maßgeschneidertes Frühstück statt Buffet


