Das VP ist das architektonisch wohl attraktivste Hotel am ganzen Sonnenstrand (ständig lassen sich Urlauber davor fotografieren). Die Lobby ist sehr großzügig (zwei Freitreppen zur 1. Etage, riesiger Kronleuchter) mit verschieden Sitzecken. Alles ist in einem afrikanischen Stil gehalten. Es gibt zwei Bars, einen Schmuckladen, ein Restaurant (ist leider gleichzeitig Speisesaal), Friseur, Wechselstube (bei 100 € ca. 7,50 € unter dem Wechselkurs der Banken) und einen Arzt, der sich viel Mühe gibt. Einen Supermarkt gibt es nicht. Da das Hotel erst Anfang Juni eröffnet hat, ist das Areal um das Hotel nur wenig begrünt. Zum größten Teil ist aber (außer Poolseite) alles noch eine große, verschmutzte, laute Baustelle mit vielen Baustoffen und Abfällen. An den Wochenenden wurde die Lobby immer von suspekten Personen bevölkert, deren Luxus-Fahrzeuge den Parkplatz und den Wendekreis für die Busse zuparkten. Wie uns andere Urlauer berichteten, wird in den Hotels in Bulgarien angeblich Geld gewaschen. Das erhöht das Gefühl der Sicherheit nicht unbedingt und wir können uns nicht vorstellen, dass die Reiseveranstalter das nicht wissen, wenn dem so sein sollte. Der vielleicht wichtigste Tipp: Wegbleiben. Wer dieses Hotel besuchen möchte, sollte am besten erholt anreisen. Bauliche Mängel können nicht unbedingt dem Betreiber angelastet werden, aber der Umgang mit deren Beseitigung schon. Und hier ist die Hotelleitung nicht ausreichend bemüht, Abhilfe zu leisten. Das Hotel gehört zu einer Hotel-Kette. Da kann man gewisses Know-how im Bereich Service voraussetzen. Um so enttäuschender ist die Qualität des Services im Bereich der Zimmer und der Gastronomie. Wir hatte gedacht, dass man in Bulgarien noch einiges Besichtigen kann. Da wir zuvor noch von keinen Sehenswürdigkeiten dieses Landes gehört hatten, haben wir uns auf unseren Reiseführer verlassen. Wir sind von Varna bis nach Sozopol gefahren und wussten anschließen, warum wir noch von keinen Sehenswürdigkeiten gehört hatten: Es gibt sie nicht. Was dort im Reiseführer mit zwei Sternen als Sehenswürdigkeit angepriesen wurde, würde in einem griechischen Reiseführer nicht mal erwähnt werden. Selbst die zweit schönste Sehenswürdigkeit (lt. unserem alltours Reiseleiter, auch Weltkulturerbe der UNESCO) Nessebar ist so verunstaltet durch lieblose Restauration, durch das verdecken der Gebäude mit Werbebannern und Transparenten, dass man nur traurig darüber ist, was der Kommerz daraus gemacht hat. Wer also einen teuren Urlaub mit schlechten Service und noch schlechterem Essen verbringen möchte, der ist in diesem Hotel gut aufgehoben. Wen eine ständige Geräuschkulisse am Strand nicht stört und wer keinen Wert auf Sehenswürdigkeiten legt, der sollte an den Sonnenstrand fahren. Allen anderen sei von einem Besuch abgeraten.
Die Zimmer sind ebenfalls im afrikanischen Stil gehalten und von ausreichender Größe. Der Teppich sowie die Polster der Stühle weisen ein Leopardenmuster auf, das gewöhnungsbedürftig ist. Wie der Teppich allerdings in einiger Zeit aussehen wird, wenn endlos viele Liter Sonnencreme verwendet wurden und wenn einige Zigaretten den Weg in den Aschenbecher nicht rechtzeitig gefunden haben, möchte wir uns nicht vorstellen. Viele der Fliesen im Flur waren von unten hohl, eine war schon gebrochen, die anderen werde wohl bald dem Beispiel der einen folgen. Im Zimmer gibt es einen Safe (der auf einer Ablage verschraubt wurde und nur gegen den spontanen Diebstahl hilft, ca. 2 €/T), eine Klimaanlage (gerade ausreichend in der Leistung), ein Fernseher (u. a. die gr. deutschen Sender) und einen Kühlschrank (auch für große Flaschen, wenn man die Böden herausnimmt). Es gibt leider kein Radio. Der Balkon ist zum Sitzen geeignet, allerdings ist der des Nachbarn nur durch ein hüft hohes Geländer vom eigenen getrennt. Das Bad ist zweckmäßig. Auch ein Bidet ist vorhanden. Der Einstieg in die Badewanne sehr hoch und daher für Erwachsene mit entsprechenden Problemen und kleine Kinder nicht einfach. In unserem Bad war der Halter für die Brause lose und hinter dem WC sickerte immer ein wenig Wasser zwischen den Fliesen hervor. Es konnte nicht abgestellt werden. Die Verarbeitung ist im ganzen Zimmer war mangelhaft. Handtücher gab es am Anfang zu wenige. An einem Tag wurden sie eingesammelt, die neuen gab es erst am nächsten Tag . Der Staubsauger wurde in 14 Tagen leider gar nicht verwendet. Wir hatten ein Zimmer im Sektor A in der zweiten Etage. Hier war 24 Stunden ein leises, aber störendes Brummen zu hören. Teilweise ließ es uns nicht einschlafen, teilweise hatte man morgens leichte Kopfschmerzen. Dieses Brummen war in der gesamten 1. und 2. Etage zu hören (höher haben wir nicht kontrolliert). Die Ursache ist angeblich unbekannt, konnte daher auch nicht abgestellt werden. Ein anderes Zimmer wurde natürlich nicht angeboten.
Wer in dieses Hotel möchte, der sollte sich aus der Verpflegung nehmen lassen. Das Essen im Speisesaal ist eine Zumutung. Es soll in Schichten gegessen werden (je nach Zimmer), weil die Kapazität der Sitzplätze nicht ausreichte. Zum Frühstück gab es immer das Gleiche. Kaffee, Tee, Wasser standen zur freien Verfügung. Gelblich und rötlich gefärbte Chemiecocktails sollten an Orangen- und Kirschsaft erinnern. Wer seine Kinder liebt und auch seine eigene Gesundheit, der sollte davon Abstand nehmen. Beim Abendessen Das Essen war schon zu Beginn der Essenszeit kalt und so unglaublich eintönig und schlecht, wie wir es nur von ca. 15 Jahren in einem 2-Sterne-Hotel über uns ergehen lassen mussten. Die Tischdecken waren ständig schmutzig, weil sie bei Bedarf nicht ausgetauscht werden konnte. Das Geschirr der Vorgänger wurde nur sporadisch und langsam abgeräumt. Teilweise haben die Gäste schon selber angefangen, Tisch abzuräumen, damit sie überhaupt einen Platz bekamen, weil einfach zu wenig Tische zur Verfügung standen (Wartezeiten von 15 Min. waren keine Seltenheit). Neu eingedeckt wurden die Tische natürlich überhaut nicht. An drei Tagen hatte es geregnet, da bekamen die Gäste nasse Füße, weil das Wasser in den Speisesaal lief. Die Kellner waren zu wenige und überfordert. Sie machten das Beste daraus: keine Hektik.
Wirklich hilfsbereit, sprachlich bewandert und bemüht waren nur die Damen an der Rezeption. Auch der Arzt im Hotel gibt sich viel Mühe und nimmt sich Zeit. Das Grüßen des Personales gibt man nach einer Woche auf, da man keine Reaktionen erhält. Überhaupt ist die Verständigung schlecht. Und wenn man sich einigermaßen Verständigt hat, dann interessieren Reklamationen keinen. Der Reiseleiter von Alltours was sehr nett und hilftsbereit, aber wirklich bewegen konnte auch er nichts. Alltours sieht uns jedenfalls nicht wieder. Die Raumpflegerinnen beschränken sich auf das Bettenmachen und Bad feudeln. Der Teppich wurde in zwei Wochen nie gesaugt.
Das VP liegt in ruhiger Lage am nördlichen Ende des Sonnenstrandes. Es ist nur durch eine Straße, die nicht von Kraftfahrzeugen befahren wird, vom Strand getrennt. Das Zentrum ist über die Promenade in ca. 20 Min. zu erreichen. Gastronomie, Geschäfte mit immer gleichen Angeboten (kleine Buden, nachgemachte Markenbekleidung) und Supermärkte sind aber in unmittelbarer Nähe. Liegen am Strand sind ausreichend vorhanden. Zwei Liegen und ein Schirm kosten unverschämte 7,50 €/T (2,50 € pro Gegenstand). Pünktlich um 18 Uhr wird man dann auch gebeten, sich zu erheben. Feierabend. Schlafen am Strand ist nicht möglich. Strandverkäufer (Eis, Donuts, Mais, Ketten, Kleidung, Massagen) bieten ständig im Wechsel lauthals ihre Waren und Dienstleistungen an. Auch wer es geschafft hat, einzuschlafen, ist nicht vor ihnen sicher. Man wird einfach geweckt. An einem Anleger vor dem Hotel legt mehrmals am Tag ein Boot an, dass nach Nessebar (angeblich zweit schönste Sehenswürdigkeit Bulgariens) fährt. Der geschäftige Bootsbesitzer macht dann fortwährend mit einem Megaphon auf die nächste Abfahrt aufmerksam. Ab und zu wird diese Geräuschkulisse von einem motorisierten Drachensegler übertönt, der am Strand hin und her fliegt. Zwei Imbissbuden sorgen mit ordentlichen Bässen für die nötige musikalische Untermalung. Erholung ist hier also gleich Null.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Ein angekündigter Tennisplatz, wie in unserem Reiseprospekt angekündigt, war und wird wohl auch nicht so bald vorhanden sein. Die Hotelleitung bot allerdings auch keine Ausweichmöglichkeiten an. Es gab keine Sport- und Unterhaltungsangebote. Keine Animation, kein Abendprogramm. Auch ein im Reiseprospekt angekündigtes Kinderprogramm gab es nicht. Es gab nichts in dieser Richtung. Der Pool ist in die gesamte Architektur ausgezeichnet integriert, groß und verläuft über zwei Ebenen. Ein flaches Kinderbecken ist leider nur durch einen Geländer vom Tiefen getrennt. Kleinere Kinder könnte dort beim Spielen schnell ins Tiefe abrutschen. Am Pool stehen gratis Sonneschirme und Liegen zur Verfügung (nur für Frühaufsteher), die so gedrängt stehen, dass man sich schon sehr nah ist, bevor man sich näher kennen gelernt hat. Eine Poolbar reicht direkt in den Pool, eine weitere wurde während unserer Anwesenheit gebaut.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2003 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Hana-peter |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 10 |


