Im Augenblick erscheint es noch recht unsicher, ob sich das Paloma Pasha Resort unter den türkischen Spitzenhotels, die man ja vor allem an der türkischen Riviera findet, positionieren kann. Die Voraussetzungen in dem im letzten Jahr eröffneten Hotel erscheinen jedoch grundsätzlich gegeben. Der bauliche Zustand ist derzeit ausgezeichnet, auch die Sauberkeit im Haus, die Pflege von Pool und Grünanlagen sind vorbildlich. Lediglich bei der Dimensionierung des Parkplatzes hat man scheinbar mit weniger Gästen gerechnet. Das Hotel ist auf jeden Fall zu empfehlen, jedoch weniger für Leute geeignet, die abends zeitig Ruhe suchen. Ob sich das Paloma Pasha Resort angesichts der Personalauswahl im Servicebereich langfristig mit den Spitzenhotels an der türkischen Riviera messen kann, erscheint allerdings zweifelhaft. Dennoch: an der türkischen Ägäis gehört das Haus sicher zur Spitzengruppe.
Die Zimmer sind geräumig und sehr durchdacht ausgestattet. Um ein paar Beispiele zu nennen: der vor einer Spiegelwand montierte TV-Monitor ist angemessen groß (leider wird die ARD nicht eingespeist), die Klimaanlage leise und effektiv, ein separates Nachtlicht mit Schwanenhals erleichtert das Lesen im Bett. Auch das Bad ist wohlüberlegt konstruiert: der Blick ins Bad durch die gläserne Dusche vom Schlafraum aus kann auf Wunsch durch eine Lamellenjalousie verdeckt werden, in die Dusche ist eine geräumige, nicht vorstehende Abstellfläche integriert, der Zugang zur Dusche ist ohne Schwelle, die Duschtür schließt einwandfrei. Etwas schwergängig ist die Umstellung von Hand- auf Kopfbrause. Positiv zu erwähnen ist auch, dass der Kühlschrank täglich mit Softdrinks und Bier aufgefüllt wird. Ein geräumiger Safe fehlt ebenso wenig wie ein Kaffeekocher. Ein gravierendes Manko der Zimmer mit Meerblick muss allerdings erwähnt werden: die Schallisolierung des gläsernen Türelements ist mangelhaft, so dass man fast jeden Abend zwangsweise zumindest akustisch am Unterhaltungsprogramm auf der Terrasse teilnehmen muss. Dieses dauerte während unseres Besuchs jeweils von 21:30 - 24:00 Uhr.
Das Angebot an Speisen war vielfältig und durchwegs von sehr guter Qualität, wie man es von der gehobenen türkischen Küche gewohnt ist. Ein besonderer Event war der türkische Abend mit sehr guten Grillgerichten. Einzig der angebotene Kaffee war in all seinen Variationen von mäßiger Qualität.
In Servicebereich gibt es leider deutliche Schwächen. Auffällig ist die sehr unterschiedliche Berufsauffassung der Mitarbeiter insbesondere im gastronomischen Bereich. Während manche Ober ihren Arbeitsbereich fortwährend nach den Wünschen der Gäste abscannen (besonders ist hier die ausgezeichnete Leistung von Herrn Mutlu hervorzuheben), geben sich andere Mitarbeiter Mühe, die Bedürfnisse der Gäste möglichst zu übersehen. Eine sorgfältigere Auswahl des Personals wäre dringend geboten. An den Bars ist das Fehlen von ausgelegten Getränkekarten zu bemängeln. Auf Nachfrage konnte an der Pianobar nach längerer Suchaktion nur eine verschmutzte Karte am Fussboden unter der Theke gefunden und dem Gast überreicht werden. Auch das teils exzentrische Verhalten eines sehr jungen Mitarbeiters an der Poolbar stimmte nicht mit den Erwartungen an ein 5 Sterne Haus überein. Zu einem guten Service sollte auch gehören, dass man nasse Badetücher bei Bedarf im Poolbereich wechseln kann. Hier sollte die Hotelleitung ihre Politik überdenken, die Handtücher nur alle drei Tage automatisch im Zimmer zu wechseln. Etwas kleinlich wirkt auch die Versorgung des Bads mit Kosmetikartikeln; Duschgel und Shampoo scheinen einer Rationierung zu unterliegen, ein Conditioner fehlt ganz. Auch ist es nicht angenehm, wenn - wie in unserem Fall - das Zimmer am späten Nachmittag (gegen 17:00 Uhr) gemacht wird. Man würde auch erwarten, dass dem Reinigungspersonal der gebrochene Handtuchhalter (Plastik) auf der Terrasse auffällt und dieser ersetzt wird. Schließlich soll noch erwähnt werden, dass sich die Suche des Hotelpersonals nach einem am Pool im Sonnenschirm vergessenen Badeanzug als überaus zeitaufwendiges, hohen Personaleinsatz erforderndes und nur mit größtem Missmut ausgeführte Unternehmung erwiesen hat.
Das Hotel liegt am nördlichen Ende der Bucht von Özdere, so dass es am Strand ruhig ist und dieser nur von den Hotelgästen frequentiert wird. Die Lage erlaubte die Einrichtung eines Silentiumbereichs am Strand, der diesen Namen auch durchaus verdient. Der von manchen Hotelbewertern vorgebrachte Einwand, der Strand sei sehr schmal, trifft zwar zu, bietet aber den Vorteil, dass man sich nicht inmitten von Menschenmassen tummeln muss und kann so auch als Vorzug gesehen werden. Einzig der überwiegend steinige Zugang ins seichte Meer ist weniger günstig. Da an der Westseite des Hotels ein Hügel liegt, gelangt der Strand- und Poolbereich abends etwas früher in die Schattenzone als der öffentliche Strand in Özdere. Das Hotel ist vom Flughafen Izmir aus mit dem PKW in ca. 45 Minuten zu erreichen. Es empfiehlt sich die Strecke über Gümüldür, die weitgehend gut ausgebaut ist. Als Ausflugsziele sind Ephesus und Selçuk (ca. 30 Minuten) auf jeden Fall zu empfehlen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der riesige Pool, der den Hotelkomplex an drei Seiten umgibt, ist das Highlight des Hotels. Hier kann man wirklich sehr weit und ungestört schwimmen. Auf Grund der hohen Außentemperaturen bot der Pool zur Zeit unseres Aufenthalts im September eine angenehme Erfrischung. Da die türkische Ägäis aber klimatisch nicht so bevorzugt wie die türkische Riviera ist, steht zu befürchten, dass die Nutzungsperiode des Pools insgesamt doch recht kurz sein dürfte. Es steht jedoch ein beheizbares Hallenbad zur Verfügung. Die Liegen im Hotelbereich waren - obwohl ohne Auflagen - dennoch bequem. Daneben gibt es eine Reihe von regelrechten Couchen, die noch bequemer aber auch begehrter sind. In der Lobby wird kostenloses WLAN angeboten, in den Zimmern ist es kostenpflichtig. Ob die Erhebung von Internetgebühren in einem 5 Sterne Haus, das ja nicht gerade billig ist, wirklich angemessen ist, wird bezweifelt.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im September 2011 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Armin |
| Alter: | 61-65 |
| Bewertungen: | 271 |


