Die Hotelanlage ist mit ca. 250 Betten nicht zu groß, architektonisch schön gegliedert mit perfekter Poolanlage und aufwändiger Bepflanzung. Einerseits wirkt das Hotel recht neu und noch nicht ganz fertig, andererseits schon wieder fällig zur Renovierung. An vielen Stellen ist unübersehbar Reparaturbedarf, selbst in der Lobby und im Speisesaal hängen dagegen noch nackte Kabel von der Decke. Einige Ecken wirken lieblos, z. T. vermüllt und der Duft der Bewässerung mit Abwasser ist auch nicht jedermanns Geschmack. Nur ein Pool war beheizt, was aber nicht weiter störte, da es bei der Wetterlage im Winter ohnehin kaum eine(r) lange am Pool aushielt. Die Zimmer der "alten" 1-2 stöckigen kleinen Häuser sind recht heruntergekommen, aber sauber. Schön, geräumig und halbwegs in Ordnung sind die Zimmer in den neueren 3-stöckigen Haupthäusern, wohin wir nach hartnäckigen Verhandlungen gelangten. Es ist nicht ganz klar welche der kleinen Häuser zum Pensee gehören oder zur 3-Sterne Anlage Utopia. Bei der Ankunft im Pensee wird man anscheinend gerne zuerst in die ramponierten Räume der 2. Kategorie gesteckt (leicht zu bemerken am fehlenden Haartrockner und Telefon). Die Bar im angeschlossenen Utopia ist zwar nichts besonderes, schlägt aber die unerträglich laute Bahnhofshallen-Atmosphäre im Pensee um Längen. Das Angebot an Getränken im Restaurant und Bar war von beschedeider Auswahl und Qualität. Für eine trinkbare Version des lokalen Biers (Luxor Export) musste € 2, 50 geopfert werden. Kann mich da nur dem Kommentar "All Inclusive Light" anschließen. Die Gäststruktur war gut gemischt, von jungen Familien bis Single Rentner war alles da. Die Urlauber kamen im Wesentlichen aus Frankreich, Deutschland, Italien und UK. Die Zeit unseres Urlaubs Ende Dez. / Anfang Januar war nicht ideal. Die meisten Tage waren sehr windig mit Temperaturen zwischen 20 u. 23 C. Die Apotheke im Utopia ist preislich auf deutschem Niveau, gut sortiert und kompetent. Was nicht auf Lager war wurde am nächsten Tag besorgt. Der Arzt im Pensee ist teuer (50 Euro / Besuch) aber ok. Stechmücken und Fliegen fanden einige lästig. Ich fand's erträglich. Fazit: Wir waren uns mit vielen anderen Gästen einig; mit dem derzeitigen Management ist das Pensee nicht empfehlenswert und weit von seinen 4 Sternen entfernt. Wo nur noch Profit gemacht werden soll und die Qualität die 2. Geige spielt, macht Urlaub keinen Spaß. Die Gastronomie wurde auch von erfahreneren Ägyptenurlaubern als nirgendwo so schlecht beurteilt. Schade um die schöne Anlage, daraus könnte man soviel mehr machen! Oft gelobt wurde das Akassia Swiss Ressort in 5 km Entfernung. Wer konnte, hat dort hin gewechselt.
Wir hatten 2 verbundene Doppelzimmer bestellt, bekommen haben wir nur 2 Zimmer (je ca. 30 qm) als Familienzimmer, die zwar verbunden waren, aber nur eines der Zimmer verfügte über die volle Einrichtung und Balkon zum Meer. Das andere hatte kein Bad, kein TV, keinen Schrank, nicht mal Stühle - nur 2 Betten und eine Kommode mit Fenster zur Rückseite/Gang das sehr hellhörig war. Unser Bad war groß, schön und sauber, Sanitär und besonders die Dusche funktionierten super!
Das in der lauten Speisehalle angebotene Buffet ist sowohl zum Frühstück als auch zum Abendessen selbst für "ortsübliche" 4-Sterne indiskutabel. Das Frühstück besteht im wesentlichen aus allerhand süssen aber eintönigen Backwaren, Brötchen und Broten. Die Auswahl an Wurst, Käse, Marmelade und Salat ist minimal und von mäßiger Qualität. Für Müsli-Esser gibt es ausser frischem Joghurt, etwas Cornflakes (nur für Frühaufsteher) und Crisps keine Auswahl. Frische Früchte Fehlanzeige - Der geschnetzelte Obstsalat (auch nur für Frühaufsteher) besteht zu 90 % aus Melone. Omelettes und Crepes werden von einem(!) Koch live und auf schmutzigen, zebeulten Pfannen gemächlich zubereitet; die Warteschlange verlangt entsprechende Geduld. Die angebotenen Säfte sind wie sonst nur in der Jugendherberge: angerührte Pulvermischungen mit mehr als ausreichend Zucker. Für frisch gepressten O-Saft zahlt man 1 € / Glas. Die durchaus höflichen Ober (beim Personal gibt es keine Frauen) zeichnen sich durch Ihr blitzartiges Abräumen von Geschirr aus. Mit vollem Mund kann sich der Gast schlecht wehren. Da helfen nur Festhalten und freundliche aber klare pädagogische Hinweise. Mittagessen gibt es in einem zugigen Zelt am Strand. Die gebotene Qualität und die Warterei in Schlangen erinnert an Kantinen der unteren Kategorie. Wenig und immer gleiche Auswahl der Beilagen, sich ständig wiederholende Hauptgerichte (gehackter oder gegrillter Fish, Hackfleisch-Kebab, Geflügel, Leber) und ein mageres Salatbuffet liessen uns manches Mittagessen ausfallen. Auch das Abendessen bot wenig Abwechslung, Auswahl und geschmacklich keinerlei Highlights. Fleisch und Fisch waren von zweifelhafter Qualität. Von 3 Scheiben Rindersteak konnte ich kein halbes genießbares Stück mit dem vorhanden Besteck herausschneiden. Vom Sylvesterbüffet war noch 2 Tage später einiges in neuer Variation zu geniessen... Abgesehen vom Nachtisch (aber kein Obst) waren nur die täglich frisch in der Pfanne aufgewärmten Nudeln zu empfehlen. Wer sich einen Teller griff oder ein Getränk bringen ließ war gut beraten die Sauberkeit zunächst zu prüfen. Hier gab es manch unangenehme Überraschung. Gegrillt wird gerne mitten im Saal und ohne Abzug; daran erinnert die Kleidung noch am nächsten Tag. Lokale arabische Spezialitäten gab es nur zu selten. Das hätte die ansonsten nur geschmacklose Kost sicher aufgebessert. An Getränken wurden Cola, Sprite und Bier in hinnehmbarer Qualität und oft erst nach organisatorisch langem Durcheinander gereicht. Die angebotenen 2 äqyptischen Weine (rot und weiß) waren äusserst gewöhnungsbedürftig (was uns aber nicht gelang). Im Utopia war die Essensauswahl noch bescheidener, dafür etwas schmackhafter. Mit einem vernünftigen a la Carte Restaurant könnte man in der Anlage ein Vermögen verdienen!
Der Service (Rezeption, Pool, Restaurant) ist sehr freundlich und bemüht, allerdings oft wenig kompetent und miserabel organisiert. Mit der Menge an Personal könnte man locker ein doppelt so großes 5-Sterne Hotel betreiben. Der Room-Boy hat super funktioniert, hier bewirkte das Trinkgeld echte Wunder. Er hätte am liebsten 5-mal täglich gewienert, die Handtücher gewechselt und daraus Dekorationen gebastelt. Ahmed, das war klasse!
Das Hotel liegt mit der organisatorisch und geographisch verwobenen 3-Sterne Anlage Utopia direkt am Roten Meer und ist ansonsten von zig Kilometern nackter Wüste umgeben. Die wenigen Shops vor den Hotels sind reiner Nepp, Alternativen zur Hotelgastronomie gibt es ausser dem etwas abseits gelegenen (aber empfehlenswerten!) Shisha-Zelt von Didi leider keine. Ausflüge haben wir uns erspart. Die Berichte von Mitreisenden über die Ortschaft El Quseir (24 km) und zu 13 stündigen (Fahrtzeit!) Bustrips nach Luxor haben uns nicht motivieren können. Da reist man schneller direkt aus Dtld. an.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Im Haus sind 1 Tischtennisplatte, 2 Billiardtische, ein Fitnessstudio mit zu wenigen und teilweise nicht funktionierenden Geräten. Das Angebot ist eindeutig zu knapp. Es gibt ein gut chloriertes kleines Hallenbad mit ewig altem Wasser und Algen am Grund (selbst getaucht und gesehen!), dazu gegen kräftig Aufgeld zwei Jacuzzi und eine Sauna. Es sind Internetterminals in der Apotheke für € 3 / 30 min. zu finden, diese hängen aber an einer erstaunlich langsamen 200 kb/s Line. Liegestühle waren am Pool immer genug frei, am Strand waren die windgeschützten Liegen morgens schon vergriffen. Dafür gab's nicht immer Strandtücher. Die Wäscherei kam wohl nicht nach. Die Animation war zurückhaltend, was uns sehr gelegen kam. Jeden Abend gab's in einem der beiden Hotels eine Show der Animateure, für den der sowas mag... Tauchen: Sehr schön sind die Hausriffs, die direkt über eine Lagune vom Strand aus beschnorchelt werden können. Die beiden Tauchbasen sind von stark unterschiedlicher Organisationsqualität, aber beide sind ok und profitieren von den nahen Hausriffs und zahlreichen Bootstauchmöglichkeiten.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Dezember 2006 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Frank |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 1 |


