- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Die Anlage ist riesig. Wenn man eines der hinteren Zimmer bekommt, hätte man genauso gut ein Hotel in dritter Reihe zum Strand nehmen können, da der Weg ewig weit ist. Bei der Hitze im August tausende Treppen laufen zu müssen, war der reinste Horrortrip. Uns war zwar bewusst, dass die Anlage groß ist, allerdings nicht, dass sie sich so weit ins "Landesinnere" erstreckt. Selbst von den Zimmern in der ersten Reihe (Juniorsuiten) muss man noch etliche (Höhen-)Meter überwinden. Die Anlage ist immer noch nicht fertiggestellt. An beiden Seiten wird noch gebaut (=> hässlicher Bauzaun am Lobby2-Pool). Dass man Katalogbeschreibungen genau lesen und dechiffrieren muss, hat uns die Formulierung "2008 neu eröffnet" gezeigt. Dies bedeutet keineswegs, dass das Hotel "neu" ist. Der Hotelkomplex existiert größtenteils schon viel länger (was man teilweise leider auch sehen kann), nur bspw. die Lobby2 wurde neu dazugebaut. Ein Vorteil: Die Anlage war schön eingewachsen. Im Hotel waren hauptsächlich russische Gäste und Österreicher, was uns nicht besonders gestört hat. Die Klos am Strand und den vorderen Pools waren in einem ekelerregenden Zustand. Umkleiden? - Fehlanzeige! Es war unser dritter Urlaub in einem ägyptischen 5*-Hotel. Dieses war mit Abstand das schlechteste. Sicherlich kann man hier keine deutschen Maßstäbe ansetzen (habe ich auch nicht!), allerdings kann man einen gewissen Standard auch in Ägypten erwarten. Bei den 5* handelt es sich um eine Mogelpackung. Hier ist nur derjenige zufrieden, der sich aufgrund des günstigen Preises erstmals ein 5*-Hotel leisten kann und eigentlich sonst nur 3*- Urlaub macht.
Da fehlen einem fast die Worte. Zum Glück sind wir keine "Zimmerhocker" im Urlaub, daher war es noch akzeptabel. Ansonsten wären wir sofort wieder abgereist. Unser zweites Zimmer war mini. Wir hatten kaum Platz für unsere beiden Koffer. Trotz einer angeblich besonders intensiven Grundreinigung durch unseren Zimmermann war es nicht sauber. Am ekligsten war der Duschvorhang, von dem man gar nicht wissen möchte, an wie vielen Körpern er vorher schon geklebt hat. Häufig kam dreckbraunes Wasser aus den Leitungen (was nicht nur an der schlechten Wasserversorgung in Sharm El Sheikh liegen kann...). Zähneputzen mit Mineralwasser (Flasche wurde nicht nachgefüllt!) ist Pflicht. Immerhin gab es einen Fernseher mit deutschen Sendern. Eventuell lohnt sich der Aufpreis für die Juniorsuiten, die angeblich neuer sein sollen (bei uns leider angeblich alle ausgebucht).
Die A-la-Card-Restaurants sind in Ordnung, allerdings musste man um jede Reservierung kämpfen, da diese immer stark ausgelastet waren. Die Hauptrestaurants überzeugten mehr mit Quantität (aber auch nicht mit großer Auswahl, sondern mit vielem von der gleichen Sorte) als mit Qualität. Das Frühstück war uns schon nach 3 Tagen zuwider. Außer den "live" zubereiteten Eieromelettes war kaum etwas genießbar. Mittags gibt es eine große Auswahl an Restaurants mit unterschiedlichen Schwerpunkten, bei denen man auch a-la-card bestellen konnte und dies auch tun sollte. Lecker war aber nur das Wenigste (z. B. Tapas). Sauberkeit und Hygiene ließen stark zu wünschen übrig. Die Kellner kamen in dreckigen Schmuddelklamotten, so dass man nur erahnen konnte, wie es wohl in der Küche zugeht. Gerade in Zeiten der Schweinegrippe besonders besorgniserregend: Die Plastikbecher. Diese werden nur notdürftig gereinigt. Häufig schwammen in unserem Getränk undefinierbare Brösel oder man konnte noch den Lippenabdruck vom "Vorgänger" erkennen. Getränke wurden uns nie zur Liege gebracht. Wir mussten sie immer selbst holen und lange dafür anstehen. Dann war meist irgendetwas ausgegangen, so dass man zu einer anderen Bar gehen musste, um das zu bekommen, was man wollte. Die Cocktails waren der reinste Witz. Am Strand bestanden sie nur aus den "Säften" aus dem Automaten, die nur nach Zucker schmeckten. In den Bars kam es ganz auf den Barkeeper an, was man bekommen hat. Ich habe immer den "Red Sea Special" bestellt und jedes Mal eine andere mal mehr mal weniger gut schmeckende Variante erhalten.
Das Personal war einem 5*-Hotel nicht würdig. Kaum jemand verstand Deutsch, viele nicht einmal richtig Englisch. Die Kellner wirkten immer irgendwie gestresst oder genervt. Häufig wurden Bestellungen vergessen oder falsch gebracht. In den A-la-card-Restaurants war der Service besser. Am Ankunftstag war unser Zimmer nicht gereinigt. Vom "Vorbewohner" lagen Ohrstäbchen, Haare und Tamponhüllen herum, Spiegel und Toilette waren verdreckt usw. Wir haben uns bei der Rezeption beschwert und ein anderes Zimmer verlangt (es war auch die Türschwelle herausgebrochen, in der Dusche war Schimmel, an der Schublade fehlte der Griff). Angeblich wäre kein anderes Zimmer im Moment frei, wir sollten in 2 Stunden noch einmal wieder kommen. Unseren Koffer haben wir also erst mal nicht ausgepackt und 2 Stunden gewartet. Als wir wieder an der Rezeption waren, konnte sich niemand mehr an unser Problem erinnern und nach einer halben Stunde Warten wurden wir gebeten wieder in weiteren 2 Stunden zu kommen. Dann wurde uns endlich ein anderes Zimmer angeboten, was aber noch nicht frei war. Wieder in 2 Stunden sollten wir den Kofferträger an der Rezeption ordern, der uns beim Umzug helfen sollte (Treppen, langer Weg). Der kam dann aber nicht. Wir mussten weitere 2 Stunden auf den Träger warten, während wir immer mal wieder zur Rezeption gelaufen sind und nachgefragt hatten. Das neue Zimmer war dann immer noch nicht gereinigt usw. usw. Wir haben quasi einen ganzen Tag mit einem Zimmertausch vertan. Nicht erwähnt werden muss, dass das neue Zimmer dann zwar näher am Strand war, der Zustand war allerdings fast genauso desolat. Am Abreisetag hatten wir um einen Wake-up-call gebeten. Dass dieser natürlich nicht getätigt wurde, versteht sich von selbst. Andere Mitflieger hätten deshalb fast den Flug verpasst und wir mussten deshalb mitten in der Nacht 1 Stunde auf dem Parkplatz auf sie warten. Und dass, nachdem uns unser Zimmermann die ganze Nacht stündlich mit der Frage geweckt hat, wann wir denn endlich abreisen.
Das Hotel liegt nur eine Viertelstunde vom Flughafen entfernt, was man leider auch hört/sieht. Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten in der Umgebung haben wir aufgrund der Kürze unseres Aufenthalts nicht genutzt, Erzählungen von anderen Gästen haben uns aber nicht vermuten lassen, etwas Großartiges verpasst zu haben. Der Hinweg vom Flughafen zum Hotel sah auch wenig vielversprechend aus.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Die Animation war für die Größe des Hotels vollkommen "unterdimensioniert". Außer Volleyball auf einem Mini-Platz, der gemeingefährlich (scharfe Steine! Kein "Auslauf") war, gab es so gut wie nichts. Masseure, Kosmetikerinnen und Tattoo-Verkäufer kamen permanent an die Liegen, um etwas an den Mann - oder noch lieber an die Frau - zu bringen. Live-Musiker am Abend haben mit Keyboard-Gedudel und schiefen Tönen jegliche Stimmung vermiest. Liegen am Strand waren nicht zu bekommen. Wir waren am ersten Tag aufgrund unserer frühen Ankunft in Sharm-El-Sheikh so gegen 6 Uhr am Strand. Die erste Reihe war da schon komplett belegt. Spätestens um 7 Uhr war alles voll. Da ging nur noch etwas mit Bestechungsgeld. Am Pool liegen kann ich allerdings auch zuhause. Vom Riff haben wir uns etwas mehr versprochen. Klar kann man einige Fische (wir waren mehrmals täglich im Wasser; ein Manta oder Delfine oder gar ein Walhai sind uns nie begegnet) sehen, die Korallen sind aber schon sehr in Mitleidenschaft gezogen. Viele v.a. russische Gäste, denen offensichtlich der Sinn für Umweltschutz fehlt, halten sich an den Korallen fest oder füttern die Fische. Weniger ideal für Schnorchler ist der teilweise starke Seegang (gefährlich! Ein russischer Gast wäre fast ertrunken!) und, dass das Riff sofort sehr steil abfällt (wir haben den Boden nicht mehr gesehen). Außerdem ist der Bereich im Meer oft überfüllt. Die Pools hatten Badewannentemperatur und waren daher alles andere als erfrischend und zudem nicht besonders sauber.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 1 Woche im August 2009 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Monika |
Alter: | 26-30 |
Bewertungen: | 18 |