Im November war ich geschäftlich für ein paar Tage auf den Malediven, um im Rahmen meines Jobs als Reisekauffrau verschiedene Resorts zu "testen". Sun Island hat mir damals mit am besten gefallen, so dass ich keine Bedenken hatte, hier unsere Flitterwochen zu verbringen. Bis auf das Wetter hat soweit auch alles sehr gut gepasst ... Die Insel ist groß genug, dass man sich ein wenig die Füße vertreten kann, aber doch nicht sooo groß, dass man den Überblick verliert. Wem die Wege zu weit sind, der kann sich ein Fahrrad mieten, aber eigentlich braucht man von einem Ende der Insel zum anderen nur knappe zehn Minuten, weshalb wir das eigentlich als ziemlich überflüssig empfunden haben. Aber gut, jeder wie er meint ... Die gesamte Anlage ist sehr sauber, selbst nach den starken Regenfällen in unseren letzten Urlaubstagen war immer schnell wieder für Ordnung gesorgt. Die Insel ist fast runrum von schönen Stränden umgeben, doch befindet sich der längste und breiteste in Nähe der Beachbar (ab etwa Zimmernr. 210). Auch der Strand in die andere Richtung (bis Zimmernr. 175) ist ganz okay, aber man hat etwas weniger Platz. Die Bungalows in Nähe der Wasserbungalows fanden wir nicht sooo toll, weil man nur einen kleinen Strand zur Verfügung hat (wenn überhaupt) und sich im Wasser überall Korallen und spitze Steine befinden, was auf "unserer" Seite überhaupt nicht der Fall war. Was die Gäste angeht, so hat man hauptsächlich Paare angetroffen, aber auch viele Familien. Ich glaube, die meisten Gäste kamen aus England, man hat aber auch viel spanisch, russisch und deutsch gehört - wobei uns niemand auch nur annhähernd negativ aufgefallen ist! Ich glaube nicht, dass ich nochmal einen Urlaub auf den Malediven verbringen werde, da ich mich leider ziemlich schnell gelangweilt habe. Es gibt dort einfach nichts zu tun und wer - wie ich - nach ein paar Tagen genug vom Lesen am Strand hat, ist hier vielleicht nicht unbedingt gut aufgehoben. Was vielleicht eine ganz gute Lösung ist: eine Woche Rundreise in Sri Lanka mit einem anschließenden Kurzaufenthalt auf den Malediven (der Flug von Colombo nach Male dauert lediglich eine knappe Stunde)! Was auf jeden Fall auch bedacht werden sollte, ist die Regenzeit in unserem Sommer. Natürlich wussten wir vorher, dass es regnen könnte, aber da mein Mann unbedingt den Honeymoon auf den Malediven verbringen wollte, hab ich nur gedacht "okay, vielleicht haben wir ja Glück". Hatten wir auch, aber nur in der ersten Woche, danach hat es fast täglich mehrere Stunden geregnet und man war mehr oder weniger im Bungalow gefangen (es regnet dort nicht wie bei uns "ein bisschen" sondern in solchen Strömen, dass man sich beim besten Willen nicht draußen aufhalten kann). Auf der Rückreise sind wir sogar in einen Sturm gekommen, der unsere Heimreise auf ingesamt fast 30 Stunden gebracht hat ... unser Fazit: nie wieder Urlaub in der Regenzeit!
Die Ausstattung der Zimmer ist wahrlich nichts besonderes und schon gar nicht als modern zu bezeichnen. Aber es war immer sauber und das war uns am wichtigsten! Den Fernseher haben wir nie benutzt, weshalb ich nicht sagen kann, welche Programme gezeigt werden und ob er überhaupt funktioniert (wie bei einigen meiner Vorschreiber bemängelt). Was wir absolut super fanden war die Außendusche, weshalb ich jedem die Buchung eines Superiorzimmers ans Herz legen möchte! Es ist einfach toll, bei rund 30 Grad draußen zu stehen, zu duschen und in den freien Himmel zu schauen! Was ich gar nicht verstehen kann ist die Beschwerde über den "Lärm" der einheimischen Vögel! Da man wegen der Hitze und der Mücken mit geöffneten Türen eh nicht schlafen kann, hört man von denen eigentlich gar nichts - die Klimaanlage ist jedenfalls definitiv lauter! Und davon mal abgesehen befindet man sich hier in den Tropen und da gehören manch fremde Geräusche nunmal einfach dazu. Auch sonst konnten wir uns über Störungen wirklich nicht beklagen, auch von den Nachbarn haben wir kaum etwas mitbekommen und die haben sich täglich gestritten, was aber Gott sei Dank nur gedämpft zu hören war ... ;-)
Wir hatten Vollpension gebucht, was meiner Meinung nach die beste Wahl für Sun Island ist. Der horrende Aufpreis zu All Inclusive lohnt sich absolut nicht, da ohnehin die wenigsten Getränke auch wirklich inklusive sind. Nach dem Ende unseres 2-wöchigen Urlaubs haben wir eine Rechnung von knapp 200 Dollar (zu zweit) bekommen, in dem unsere Ausgaben für Getränke beim Mittag- und Abendessen enthalten waren, Cocktails an der Bar (okay, da waren wir nur einmal), ein Ausflug, Einkäufe im Shop, Minibar und sogar eine Massagebehandlung im Spa. Also, überlegt euch gut, ob ihr die rund 400 Dollar Aufpreis (pro Person) für All Inclusive wirklich zahlen wollt!! Das Frühstück haben wir meist ausfallen lassen (war nix besonderes) und uns dafür sowohl beim Mittag- als auch beim Abendbuffet gütlich getan. Das Essen war sowohl von der Auswahl, Menge und Qualität einfach PERFEKT! Haben beide schon lange nicht mehr so gut und viel gegessen ... ;-) Zu meinem Geburtstag, der auf den Zeitraum des Urlaubs fiel, wurde unser Tisch schön gedeckt, mit Blumen und Tischdecke, und wir bekamen auf Kosten des Hauses eine Flasche Wein sowie eine kleine Torte. Fand ich wirklich eine nette Idee, wir hatten nämlich nicht darum gebeten!
Alle miteinander waren seeehr freundlich und hilfsbereit! Unterwegs auf der Insel wurde man wirklich von jedem Mitarbeiter - mit einem Lächeln! - gegrüßt und kam teilweise aus dem "Good Morning", "Hello", "Good Evening" gar nicht mehr raus. Da wir anfangs mit unserem Zimmer bzw. dem Strand vor der Tür nicht zufrieden waren und wechseln wollten, verlief der Tausch vollkommen unkompliziert ab. Wir haben nach einem Inselrundgang an der Rezeption ein paar Wunschzimmernummern angegeben und konnten prompt am nächsten Morgen an den für uns schönsten Strandabschnitt der Insel (Mermaid Beach) wechseln. Unser Kellner Didi im Restaurant war etwas schüchtern, aber immer sehr freundlich und flott. Der Roomboy hat das "Bitte nicht stören"-Schild immer beachtet (was leider nicht in jedem Hotel selbstverständlich ist) und - auf unsere Bitte hin - abends einfach nur neue Strandhandtücher auf die Terrasse gelegt und nicht ein zweites Mal das Zimmer hergerichtet.
Sun Island liegt im Ariatoll und ist dementsprechend eines der etwas weiter vom Flughafen entfernten Resorts der Malediven. Die Hinfahrt haben wir mit dem Boot zurückgelegt und waren knapp drei Stunden unterwegs. Zurück sind wir mit dem Wasserflugzeug geflogen, was lediglich eine halbe Stunde gedauert hat. Das Resort ist eines der größten der Malediven (wenn nicht sogar das größte) und bietet eigentlich alles Notwendige zum "Überleben". Es gibt einen kleinen Souvenirshop, in dem man u.a. auch Süßigkeiten (normale Preise), Sonnencreme (seeehr teuer) und Tauchzubehör (Flossen beispielsweise für 20 Dollar, also vollkommen okay) kaufen kann. Ausflugsmöglichkeiten werden einige angeboten, aber ich persönlich finde sie nicht sonderlich lohnenswert, da sich im Grunde alle Inseln mehr oder weniger ähneln. Wir sind zur Nachbarinsel Fenfushi rübergefahren und es war recht interessant zu sehen, wie die Einheimischen dort leben. Aber auch dort war man schon so auf den Tourismus eingestellt, dass man kaum unbehelligt durch die Gassen laufen konnte (vor jedem Shop stehen zig Verkäufer, die einen in den Laden zerren wollen). Das beste war eigentlich, dass wir uns hier mit Getränken für nur 1 Dollar pro Flasche eindecken konnten, was wir auch reichlich getan haben! ;-)
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gibt ein Wassersportzentrum, wo man Kajaks, Surfbretter und Katamarane ausleihen kann (kann mich an die genauen Preise leider nicht mehr erinnern, aber billig war es nicht). Dann noch eine Tauchschule, wo jeder Gast einen kostenlosen Schnuppertauchgang absolvieren kann. Wollte mein Mann eigentlich machen, aber aufgrund des schlechten Wetters (hoher Seegang) wurde leider nichts draus). Sehr schön angelegt ist der Wellnessbereich, aber leider auch verdammt teuer. Wer einen Urlaub vorher in Sri Lanka verbringt, sollte Massagen vielleicht lieber dort machen ... Hier habe ich für eine 25-minütige Kopf-, Nacken-, Schultermassage rund 45 Dollar bezahlt (vor 11 Uhr sind die Preise um 20 % reduziert)! Es war sehr angenehm, aber mehr als einmal wollte ich mir das nicht leisten. Was uns gut gefallen hat, war der "Biological Path" - ein Weg inmitten der Insel, wo man die verschiedenen Gewächse - Obst, Gemüse, Gewürze - bewundern konnte. Haben dort nie andere Touristen getroffen, dafür aber diverse Einheimische, die immer sehr nett waren und uns - ohne Trinkgeld zu erwarten - mit kleinen Bananen usw. versorgt haben. Außerdem gibt auf der Insel den größten Pool der gesamten Malediven aber ... sorry ... wer fliegt eigentlich auf die Malediven, um in einem Pool zu schwimmen, wo das Meer so einladend klar und türkis direkt vor den Bungalows auf einen wartet? Abends gibt es diverse Veranstaltungen wie Karaoke, Disko, Krabbenrennen (was für eine Tierquälerei) und jeden Freitag werden "einheimische Tänze" aufgeführt. Als sehr gute Idee empfand ich die kleine Inselbibliothek (so eine Art Tauschbörse von Urlaubern für Urlauber), die mich über manch langweiligen Tag gerettet hat.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2006 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Heike |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 10 |


