Ein “Save the Planet” Pappschild direkt am Strand.
© Getty Images / Fabian Montano

Umweltverbände warnen schon lange, wie schädlich Sonnencremes für die Meere sind. Trotzdem gelangen jedes Jahr 14'000 Tonnen Sonnenschutzmittel ins Wasser. Um die Unterwasserparadiese zu schützen, verbieten immer mehr Länder herkömmliche Sonnencremes, Sprays und Lotionen. Zu diesen Ländern gehören attraktive Ferienziele in der Karibik und in Südostasien. Warum an den Küstenorten herkömmliche Sonnencremes verpönt sind und welche natürlichen Alternativen es zum chemischen Sonnenschutz gibt, erfährst du hier.

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Frau spritzt Sonnencreme auf die Hand.
Sonnenschutzcreme: Gut für die Haut, aber nicht immer gut für die Umwelt. ©Shutterstock-2432979755_ccsly4

Palau, Pazifik

Seit dem 1. Januar 2020 verbietet Palau als einer der ersten Inselstaaten weltweit Sonnencremes mit chemischen Inhaltsstoffen. Der Sunscreen-Bann soll die vorgelagerten Korallenriffe schützen. SchnorchlerInnen, die die Unterwasserwelt bewundern möchten, müssen auf biologisch abbaubare Produkte oder UV-Kleidung zurückgreifen. Wenn du die gebannten Sonnencremes trotzdem einführst, droht dir ein Bußgeld von bis zu 890 Euro.

Hawaii – Hawaiianisches Riffgesetz, USA

Als erster Bundesstaat der USA verbietet Hawaii Sonnenschutzmittel, die Korallen schaden. Damit reagiert Hawaii in letzter Minute auf die Bedrohung seiner Korallenriffe. Allein vor der Trauminsel Maui landen tagtäglich geschätzte 210 Liter Sonnencreme im Wasser. Das Hawaiianische Riffgesetz gilt seit dem 1. Januar 2021. Allerdings verbietet es nur Sonnencremes, die einen der beiden UV-Filter Octinoxat und Oxybenzon beinhalten. Sonnencremes mit dem ebenfalls in Verruf stehenden chemischen UV-Filter Octocrylen oder umstrittene mineralische Sonnenschutzmittel sind weiterhin erlaubt.

Key West, Florida

Das zweitgrösste Korallenriff der Welt, das Florida Reef, war einst ein Paradebeispiel für farbenprächtiges tropisches Leben. Heute gleicht es zunehmend einer Geisterstadt. Vielerorts hat die Korallenbleiche die Bestände zerstört. Schuld daran sind die Erwärmung der Ozeane und die schädlichen Substanzen der Sonnencremes, die SchnorchlerInnen und SchwimmerInnen ins Wasser tragen. Seit 2021 darfst du deshalb vor Key West nur noch mit rifffreundlicher Sonnencreme abtauchen.

Die Jungferninseln, Karibik

Seit März 2020 sind auf der Inselgruppe im Karibischen Meer Sonnencremes mit den Inhaltsstoffen Oxybenzon, Octinoxat und Octocrylen verboten. Einschmieren darfst du dich weiterhin, solange deine Sonnencreme frei von diesen chemischen Bestandteilen ist und keine chemischen UV-Filter beinhaltet.

Aruba, Karibik

Vorreiter in Sachen Umweltschutz ist die kleine Karibikinsel Aruba gleich in doppelter Hinsicht. Bereits seit 2020 darfst du hier nur mit oxybenzonfreier Sonnencreme baden gehen. Darüber hinaus hat der Inselstaat alle Einweg-Plastikprodukte verbannt. Plastikbecher und Geschirr, das du nur einmal benutzt, gehören auf Aruba der Vergangenheit an.

Mexiko, Nordamerika

In den Urlauberhochburgen Mexikos, wie Tulum und Yucatán, sind Sonnenschutzmittel mit riffschädlichen Substanzen verboten. Die Badeorte an der Riviera Maya fordern ihre BesucherInnen schon seit Längerem auf, ausschliesslich mineralische und biologisch abbaubare Sonnenschutzmittel zu verwenden. Obwohl diese Empfehlungen nicht geahndet werden, solltest du sie unbedingt befolgen, um die bezaubernde Unterwasserwelt für die Zukunft zu bewahren.

Bonaire, Küste Venezuelas

Laut wissenschaftlicher Studien sind seit 1980 ungefähr 90 Prozent der Riffe in der Karibik verschwunden. Um das Riffsterben im Bonaire National Marine Park aufzuhalten, hat die Inselgemeinde in der südlichen Karibik insbesondere die Benutzung von Sonnencremes mit Oxybenzon und Octinoxat untersagt.

Thailand, Südostasien

Vor Thailands Küste liegen einige der schönsten Nationalparks weltweit. Um diese 26 Meeresschutzgebiete zu erhalten und das Korallensterben aufzuhalten, dürfen Gäste in diesen Zonen keine herkömmlichen Sonnencremes mehr verwenden.

Malediven, Indischer Ozean

Die Malediven reagieren auf die Bedrohung ihrer Unterwasserwelt mit dem Import- und Verkaufsstopp von chemischem und korallenschädlichem Lichtschutz. Wenn du dich beim Schnorcheln oder Tauchen dennoch ausreichend schützen möchtest, empfehlen wir dir UV-Schutzkleidung und die Verwendung kleiner Mengen von physikalischem Sonnenschutz.

Französisch-Polynesien, Südpazifik

Das Inselparadies im Südpazifik besteht aus über 100 Atollen und Archipelen, die sich auf über 2'000 Kilometern ausdehnen. Um diese einzigartige Inselwelt zu erhalten und der Unterwasserwelt nicht zu schaden, empfiehlt die Regierung von Französisch-Polynesien die Verwendung natürlicher Sonnencremes.

Eine Frau cremt sich am Meer die Schulter mit Sonnencreme ein.
Sonnenschutze? Aber sicher. © Shutterstock-2043135938_mqdlcb

Alternativen zum herkömmlichen Sonnenschutz

Zuerst die gute Nachricht: Es gibt viele Möglichkeiten, dich auch ohne Sonnencreme vor der gefährlichen UV-A- und UV-B-Strahlung zu schützen. Jetzt die schlechte: Ob mineralische oder physikalische Sonnencremes umweltfreundliche Alternativen zur herkömmlichen Sonnencreme sind, ist umstritten.

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