Ein Gürkchen als Christbaumschmuck? Hättest Du gewusst, in welchem Land das völlig normal ist? © istock/winyuu
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Japan bis Venezuela

Kuriose Weihnachtsbräuche weltweit: Von KFC bis Rollschuhfahren

Ein geschmückter Christbaum, das große Familienessen und Geschenke vom Weihnachtsmann: Zahlreiche Weihnachtsrituale kennt man rund um den Globus oder sie ähneln sich stark. Doch manche Nationen pflegen völlig eigenständige und zum Teil ungewöhnliche Bräuche. Ein Überblick.

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In Tokio sind KFC-Filialen an Weihnachten gut besucht. © istock/tupungato
In Tokio sind KFC-Filialen an Weihnachten gut besucht. © istock/tupungato

Fastfood-Kette KFC an Heiligabend hoch im Kurs

Es klingt befremdlich: Menschen in Japan, die an Heiligabend Schlange stehen vor einer Kentucky Fried Chicken-Filiale, um das begehrte "KFC special Christmas dinner" zu bekommen. Im Land der aufgehenden Sonne, wo nur ein kleiner Teil der Bevölkerung christlich ist, gehört das jedoch zum Alltag. Weihnachten zählt dort nicht zu den gesetzlichen Feiertagen und wird von Liebespaaren eher wie ein zweiter Valentinstag zelebriert. Dennoch dürfen sich Kinder an Heiligabend oft über Präsente freuen – sowie über frittierte Hähnchenteile aus der Pappschachtel.

Etwa 3,6 Millionen japanische Familien leisten sich zur Weihnachtszeit alljährlich Fastfood von KFC, der Ursprung liegt in einer cleveren Marketing-Kampagne Anfang der 70er Jahre. Seinerzeit kreierte Takeshi Okawara, Manager der ersten japanischen Filiale, einen "Party-Eimer", der ausschließlich zu Weihnachten erhältlich sein und das Festessen ersetzen sollte, das Ausländer an den Feiertagen so sehr vermissten. 1974 startete der Verkauf landesweit unter dem Namen "Kurisumasu ni wa Kentakkii" beziehungsweise "Kentucky for Christmas" – der Verzehr entwickelte sich zur unverwechselbaren japanischen Weihnachtstradition.

An vielen US-Christbäumen sind Gurken versteckt. © istock/winyuu
An vielen US-Christbäumen sind Gurken versteckt. © istock/winyuu

Die Weihnachtsgurke als Glückssymbol

In den Vereinigten Staaten, wo KFC seinen Ursprung hat, gibt es einen Brauch, der insbesondere Deutsche überraschen dürfte. In manchen Bundesstaaten hängt man beim Dekorieren des Christbaums zuletzt einen Baumschmuck in Gurkenform auf und versteckt ihn besonders raffiniert. Dasjenige Kind, welches die Gurke am Weihnachtsmorgen – dem 25. Dezember – zuerst entdeckt, erhält ein Extra-Geschenk und soll im kommenden Jahr besonders viel Glück haben.

Der Brauch soll von deutschen Einwanderern stammen, die sich besonders zahlreich im mittleren Westen niederließen – etwa in Wisconsin, Illinois und Minnesota. Ironischerweise kennen in Deutschland bislang nur sehr wenige Menschen die "Christmas pickle", die Weihnachtsgurke. Das renommierte Glaszentrum im thüringischen Lauscha produziert dennoch inzwischen jährlich etwa 50.000 dieser Gurken-Ornamente.

In Venezuela sind die Weihnachtsnächte warm. © istock/Photoaxm
In Venezuela sind die Weihnachtsnächte warm. © istock/Photoaxm

Mit Rollschuhen statt Auto zur Christmette

Südlich der USA pflegen die Menschen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas eine außergewöhnlich aktive Weihnachtstradition. An Heiligabend begeben sie sich nicht zu Fuß oder per Fahrzeug zur Messe, sondern schnallen sich Rollschuhe um und rollen damit praktisch bis zum Kirchenportal. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, woher dieser Brauch stammt.

Vermutlich stellt er eine Alternative zum Schlittenfahren dar, welches in dem nordamerikanischen Land aufgrund des tropischen Klimas praktisch ausgeschlossen ist. Das Rollschuhlaufen zu Weihnachten erfreut sich in Caracas mittlerweile solcher Beliebtheit, dass die venezolanische Regierung die Sicherheit der rollenden Familien durch Straßensperrungen bis etwa 8 Uhr morgens sicherstellt.

In Island sollen Kinder die Weihnachtskatze Jólakötturinn fürchten. © istock/Kati Lenart
In Island sollen Kinder die Weihnachtskatze Jólakötturinn fürchten. © istock/Kati Lenart

Die gefürchtete Weihnachtskatze

Während südamerikanische Kinder zu Weihnachten außer dem Straßenverkehr eigentlich nichts befürchten müssen, gestaltet sich die Situation für ihre isländischen Altersgenossen komplizierter. Auf dem Inselstaat treibt nach den Feiertagen nämlich Jólakötturinn, die Weihnachtskatze, ihr Unwesen rund um die Häuser und sucht nach Kindern, die sie fressen kann. Die Kreatur wird in Island als "riesig groß" und "mottenzerfressen" beschrieben und zählt zur Trollfamilie von Grýla, der Mutter der 13 Weihnachtsbrüder. Diese besuchen die Menschen jeweils einzeln an den 13 Tagen vor dem Fest und verschwinden danach in derselben Reihenfolge wieder.

Vor dem Appetit der bösen Jólakötturinn schützt ausschließlich Kleidung, daher finden isländische Kinder unter dem Christbaum oft auch warme Pullover, Hosen, Mützen und dergleichen. Jedoch nur dann, wenn sie im vergangenen Jahr brav waren.

In Katalonien bringt diese kleine Figur in der Krippe Glück. © iStock via Getty Images/beingbonny
In Katalonien bringt diese kleine Figur in der Krippe Glück. © iStock via Getty Images/beingbonny

Verborgene Besen, katalanischer Bauer in der Krippe und Pudding an der Zimmerdecke

In einem weiteren nordeuropäischen Land fürchtet man keine vierbeinige Katze, sondern Hexen und böse Geister, die in der Weihnachtsnacht umhertreiben. Die NorwegerInnen verbergen daher rechtzeitig ihre Besen und Wischmopps, damit die unerwünschten BesucherInnen diese nicht als Fluggerät verwenden können.

Nicht Furcht, sondern Glück steht an Heiligabend in Spanien und der Slowakei im Mittelpunkt – jedoch in sehr unterschiedlicher Ausprägung. In Katalonien verbirgt sich in der traditionellen Weihnachtskrippe zwischen Jesus, Maria, Josef und den heiligen drei Königen auch der sogenannte Caganer. Die Figur zeigt einen Mann in katalanischer Bauerntracht, der gerade seine Notdurft verrichtet. Der Bauer in der Krippe und jene, die den Caganer entdecken, erhalten dadurch Glück.

In Mitteleuropa entscheidet dagegen eine süße Nachspeise darüber, wie viel Glück einer Familie in den kommenden zwölf Monaten bevorsteht: der slowakische Loksa-Pudding. Dem ältesten männlichen Familienmitglied obliegt traditionell die Aufgabe, ihn mit einem Löffel an die Zimmerdecke zu schleudern. Je mehr Pudding letztendlich haften bleibt, umso größer das Glück.

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Quelle: spot on news