Wenn Du Europa mit dem Zug erkundest, kannst Du dich häufig entlang der Strecken kaum satt sehen. © samael334/iStock
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Flexibel und nachhaltig

Mit dem Zug durch Europa: Die besten Routen und das richtige Vorgehen

Zugreisen durch Europa funktionieren am besten, wenn Routen nicht nur hübsch auf dem Papier aussehen, sondern auch in der Praxis fahrbar, entspannend und sinnvoll getaktet sind. Sowohl für NeueinsteigerInnen und erfahrene Reisende gilt deshalb: Eine gute Planung ist der Schlüssel zu einem unvergesslichen Erlebnis. In diesem Artikel zeigen wir Dir, welche Routen sich besonders lohnen, welche Aufenthaltsdauer sinnvoll ist und mit welchen Tipps Du Zeit und Geld sparen kannst.

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Paris ist eines der beliebtesten Bahnreiseziele Europas. © RossHelen/iStock
Paris ist eines der beliebtesten Bahnreiseziele Europas. © RossHelen/iStock

Mitteleuropa kompakt und komfortabel

Wenn Du in München startest, profitierst Du von guten ICE-/EC-Verbindungen in alle Richtungen und einem entspannten Einstieg in die Reise. Die Fahrt nach Zürich ist ein gutes Beispiel für eine Tagesetappe, die sowohl landschaftlich reizvoll als auch kurz genug ist, um am Ankunftstag noch Zeit für Erkundungen zu haben. Die direkte Verbindung dauert in der Regel rund vier Stunden und verbindet zwei attraktive Städte ohne viel Stress.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: eine bis zwei Nächte.
Highlights: Zürichsee, Altstadt und das Uferquartier mit Cafés.

Von Zürich aus geht es weiter nach Mailand. Die direkte EuroCity-Verbindung dauert circa 3,5 Stunden, sodass Du am selben Nachmittag noch durch die Innenstadt schlendern kannst. Die Weiterfahrt nach Paris ist die längste Etappe dieser Tour, denn die beste Direktverbindung benötigt rund sieben Stunden. Allerdings lässt sie sich komfortabel in einem zeitlich sinnvollen Tagesabschnitt absolvieren, sodass Paris die gebührende Aufmerksamkeit bekommt und Du zwei bis drei Nächte dort verbringen kannst.

Highlights: Der Louvre, Montmartre und ein Spaziergang an der Seine gehören zum Pflichtprogramm.

Dank kurzer, schneller Verbindungen von Paris nach Brüssel und weiter nach Amsterdam kannst Du deine Abschlusstage entspannt genießen: Die Strecke Paris-Brüssel dauert auf schnellen Verbindungen deutlich unter zwei Stunden. So erwartet Dich eine ausgewogene Mischung aus Natur, Kultur und Stadtleben, ohne dass die Fahrtzeiten die Aufenthalte dominieren.

Amsterdam ist ein idealer Abschluss – zwei Nächte genügen in der Regel für Grachten, Museen und entspannte Café-Touren.

Zusammenfassung der Route:

  • Dauer: circa 13–14 Tage.
  • Zugzeit insgesamt: ca. 18–20 Stunden.
  • Empfohlene Verteilung: München (Start) – Zürich (2 Nächte) – Mailand (2 Nächte) – Paris (3 Nächte) – Brüssel (2 Nächte) – Amsterdam (2 Nächte).

Die Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Madrid und Sevilla gehören zu den besten in ganz Spanien. © Felipe Rodriguez/iStock
Die Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Madrid und Sevilla gehören zu den besten in ganz Spanien. © Felipe Rodriguez/iStock

Süd- und Westeuropa: Sonne, Geschwindigkeit und Nachtzugoptionen

Wenn Du südliche Städte, Strand und mediterranes Flair suchst, empfiehlt sich eine Route, die die starken Hochgeschwindigkeitsnetze Spaniens und Frankreichs nutzt. Eine sinnvolle Reihenfolge beginnt mit einer circa 6-8 stündigen Fahrt im Nachtzug nach Barcelona. Von dort aus ist die Strecke nach Valencia mit schnellen Verbindungen in wenigen Stunden erreichbar.

Zugzeiten & Aufenthaltsdauer:

  • Start in Barcelona (zum Beispiel mit dem Nachtzug aus Deutschland, circa 6–8 Stunden) mit 2 Nächten Aufenthalt
  • Barcelona – Valencia: circa 3 Stunden mit dem Euromed und 1-2 Nächte Aufenthalt in Valencia

Highlights:

  • Barcelona: Sagrada Família, Tapas in El Born, Strand von Barceloneta
  • Valencia: Stadt der Künste und Wissenschaften und vor allem die Altstadt solltest Du Dir genauer anschauen

Von Valencia aus geht es per AVE in einer Stunde und 50 Minuten zügig nach Madrid, sodass Du Zeit gewinnst und nicht den ganzen Tag für die Anreise opfern musst. Für Madrid solltest Du zwei Nächte einplanen um unter anderem folgende Highlights genießen zu können: Den Retiro-Park, das Prado-Museum und den Ausblick auf die Stadt von einer der vielen Rooftop-Bars.

Madrid-Sevilla ist eine der effizientesten AVE-Strecken Spaniens und braucht deutlich weniger als drei Stunden: So bleibt Zeit für Kultur und Tapas. Hier solltest Du Dir folgende Highlights nicht entgehen lassen: Kathedrale und Giralda, Flamenco im Viertel Triana.

Nach Andalusien lohnt sich die Weiterfahrt an die portugiesische Küste nach Lissabon. Bei dieser Route sind Reservierungen in spanischen Hochgeschwindigkeitszügen Pflicht. Wenn Du Nachtzüge nutzt, solltest Du Kabinen oder Liegewagen vorab buchen, um Unterkunftskosten zu sparen und Ruhe zu haben. Hier solltest Du mindestens 2-3 Nächte einplanen. Die Fahrt dauert je nach Verbindung mit Umstieg in Porto um die 8-9 Stunden.

Zusammenfassung der Route:

  • ⁠Empfohlene Gesamtdauer der Route: circa 14 Tage
  • Gesamte Zugzeit: circa 22–24 Stunden
  • Empfohlene Verteilung: Barcelona (2 Nächte) – Valencia (2 Nächte) – Madrid (2 Nächte) – Sevilla (2 Nächte) – Lissabon (3 Nächte)

In Slowenien erwarten Dich entlang der Zugstrecken traumhafte Landschaften. © den-belitsky/iStock
In Slowenien erwarten Dich entlang der Zugstrecken traumhafte Landschaften. © den-belitsky/iStock

Zentraleuropa kulturell und entspannt

Eine durchdachte Route durch Zentraleuropa verbindet klassische Hauptstädte mit kurzen, attraktiven Etappen. Startpunkt ist Berlin, von wo aus Du in rund 4,5 Stunden Prag erreichst. Nach zwei Nächten geht es in etwa 4 Stunden weiter nach Wien, wo Du Dir ebenfalls zwei Nächte Zeit nehmen solltest.

Tipp: Prag und Wien sind ideal für je zwei Nächte – Altstadt, Donau und Kaffeehauskultur liefern reichlich Programm.

Von Wien nach Budapest bist Du etwa 2,5 Stunden unterwegs – ideal für eine Vormittagsfahrt. Nach zwei Tagen dort geht es weiter nach Ljubljana (circa 8 Stunden, teils mit Umstieg in Graz). Die letzte Etappe führt in rund 6 Stunden nach Venedig, wo Du Deine Reise mit zwei Nächten ausklingen lassen kannst. Für die Rückfahrt nach Berlin bietet sich ein Nachtzug oder Flug an – zum Beispiel ab Venedig oder Wien.

Zusammenfassung der Route:

  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: 13–14 Tage
  • Gesamte Zugzeit: ca. 18–20 Stunden
  • Empfohlene Verteilung: Berlin (Start) – Prag (2 Nächte) – Wien (2 Nächte) – Budapest (2 Nächte) – Ljubljana (2 Nächte) – Venedig (2 Nächte) – Rückfahrt nach Berlin.

Wenn Du rechtzeitig reserviert hast, kannst Du der Einfahrt Deines Zuges entspannt entgegen blicken. © Zbynek Pospisil/iStock
Wenn Du rechtzeitig reserviert hast, kannst Du der Einfahrt Deines Zuges entspannt entgegen blicken. © Zbynek Pospisil/iStock

So planst Du clever: Spartipps, Apps und Reservierungen

Eine brauchbare Zwei-Wochen-Route vermeidet anstrengende Marathonetappen, nutzt starke Knotenbahnhöfe als logische Start- und Endpunkte, kombiniert längere Fernfahrten mit zwei bis drei Übernachtungen pro Stadt und berücksichtigt, wo Sitzplatzreservierungen oder Nachtzüge erforderlich sind. Für manche Verbindungen, etwa Hochgeschwindigkeitszüge in Frankreich, Italien und Spanien oder der Eurostar, ist eine Reservierung erforderlich, die Du vorab buchen solltest.

Interrail- und Eurail-NutzerInnen sind sogar verpflichtet, eine Reservierung vorzunehmen, da einige Hochgeschwindigkeits- und Nachtzüge nur mit fester Sitzplatzbuchung zugänglich sind. Dafür bieten diese Pässe auf langen internationalen Strecken oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Apps & Tools: Nutze die Rail Planner App, den DB Navigator, die SBB-App oder die nationalen Webseiten, um die Verfügbarkeit zu prüfen und Reservierungen zu sichern.

Spartipps: Buche Sitzplätze und Nachtzüge frühzeitig – oft gibt es Frühbucherrabatte. Interrail- und Eurail-Pässe lohnen sich vor allem auf langen internationalen Strecken. Nachtzüge sparen Zeit und Hotelkosten – ideal bei langen Distanzen.

Reservierungen: Bei vielen dieser Verbindungen kommen Hochgeschwindigkeitszüge und internationale Kooperationen einzelner Bahngesellschaften zum Einsatz. Das bedeutet, dass Sitzplätze besonders in der Hauptsaison frühzeitig reserviert werden sollten. Für Eurostar-, TGV- und viele Trenitalia-Hochgeschwindigkeitszüge sowie die spanischen AVE-Verbindungen sind Reservierungen erforderlich, teilweise werden Zuschläge erhoben.

Fazit

Eine zweiwöchige Zugreise durch Europa ist ein einzigartiges Erlebnis, das auf entspannte Weise Städte, Landschaften und Kulturen miteinander verbindet. Egal, ob Du zum ersten Mal mit dem Zug reist oder bereits Erfahrung hast: Wenn Du Dich auf diese Form des Reisens einlässt, erlebst Du Europa intensiv und flexibel.

Die drei vorgestellten Beispielrouten – Mitteleuropa, Süd- & Westeuropa sowie Zentraleuropa – lassen sich jeweils in etwa zwei Wochen umsetzen. So bekommst Du ein gutes Gefühl für Entfernungen, Reisedauer und die ideale Balance aus Zugzeit und Aufenthalt.

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Quelle: spot on news