Top 10 – inklusive Karten-Übersicht
Diese 10 griechischen Inseln kennt kaum jemand – echte Geheimtipps
Santorini, Kreta und Mykonos sind Dir sicher ein Begriff. Aber wusstest Du, dass es noch rund 200 weitere bewohnte Inseln gibt, die Griechenland in seiner ursprünglichsten Form zeigen? Hier erwarten Dich stille Buchten, klares Meerwasser und Landschaften, die ihren Charakter bewahrt haben. Statt großer Hotelanlagen prägen kleine Häfen, Bergdörfer und weite Küsten das Bild.
Wir beginnen mit Inseln, die noch vergleichsweise leicht erreichbar sind, und führen Dich Schritt für Schritt zu abgelegenen, wirklich unbekannten Eilanden – dorthin, wo Griechenland noch richtig ursprünglich wirkt.
Lefkada
Die Dramatische mit Festlandanbindung
Blendend weiße Kalkfelsen, tiefblaues Ionisches Meer und wo Strände unter meterhohen Klippen liegen – das ist Lefkada. Statt einfachem Sandstrand bekommst Du hier Emotionen für alle Sinne: weiße Felsen, die steil ins ionische Meer fallen, Wind, Weite, offene Horizonte. Und das Beste? Du fährst einfach über eine Brücke hin, ohne Fähre, ohne Anreisestress.
Die schroffe Westküste ist besonders spannend. Porto Katsiki und Egremni mit ihren hohen, weißen Klippen zählen zu den spektakulärsten Stränden Griechenlands. Wer es ruhiger mag, fährt in kleine Bergdörfer wie Karya oder lässt den Tag in einer Taverne ausklingen.
Am schönsten übernachtest Du in Agios Nikitas, einem charmanten Dorf mit Gassen, Meerblick und kurzen Wegen zu den Traumstränden. Ideal für Paare und Individualisten, die Lefkada entspannt erleben wollen.
Kefalonia
Die Ionische mit herrlichen Küstenstraßen
Steile Kalksteinfelsen, türkisfarbene Buchten, tiefgrüne Zypressen, geschwungene Küstenstraßen und viel Platz am Strand … Die große Ionische Insel bietet viele Entdeckungsmöglichkeiten. Sie bietet sich besonders für einen Roadtrip an. Es scheint hier, als läge hinter jeder Kurve eine neue Bucht. Oft sind diese nur über schmale Pfade erreichbar. Der Weg gestaltet sich manchmal fast abenteuerlich. Myrtos Beach ist der bekannteste Strand dieser Art. Er liegt wie eine helle Sichel versteckt zwischen hohen Felswänden. Apropos versteckte Orte: In der Nähe von Sami, in der Melissani-Höhle gleitest Du in einem Boot unter Felsen hindurch (Achtung, Kopf einziehen) – und findest Dich in einer Grotte mit einem Himmelsloch wieder, in der das Sonnenlicht das Wasser zum Leuchten bringt. Ein Mietwagen ist auf der Insel empfehlenswert, weil Du die vielen abgelegenen Buchten und Bergdörfer sonst schlecht erreichst.

Maries Tipp
Wenn Du von Höhlen und Grotten nicht genug bekommen kannst, besuche doch mal die Tropfsteinhöhle von Drogorati mit ihren gewaltigen Felsformationen. Eine ganz eigene Welt. Schon der Abstieg ist ein Erlebnis!
Kalymnos
Griechenlands Kletterrevier am Meer
Kalymnos mit seinen Kalksteinwänden ist vor allem bei KlettersportlerInnen bekannt, sie gehört zu den Dodekanes. Rund um die Städte Masouri und Arginonta ziehen sich gesicherte Routen durch die Wände, meist mit gewaltigem Ausblick auf das ägäische Meer und die Küste. Näher ans trubelige Küstenleben kommst Du bei Spaziergängen. Wenn Du an den Häfen vorbei schlenderst, wirst Du Kisten voller Schwämme entdecken, schon seit vielen Jahrhunderten wird hier nach ihnen getaucht.
Kalymnos ist wunderbar fotogen. Wenn Du die Insel erkundest, siehst Du immer wieder kleine Öffnungen in den Felsen der Insel, die den Blick auf die Landschaft freigeben und einrahmen. Zum Übernachten wählen SportlerInnen meist Masouri oder Myrties, ganz nah an den Kletterrouten. Wenn Du lieber städtisch wohnst, bleib in Pothia und erkunde Hafen und Cafés. Kalymnos lässt sich einfach per Fähre ab Kos erreichen, das regelmäßig von Deutschland aus angeflogen wird.
Karpathos
Ursprünglich zwischen Bergen und Meer
Am späten Nachmittag läuft die Fähre in Pigadia auf Karpathos ein. Im Hafen schaukeln die Boote, hinter dem Kai steht ein Korb mit fangfrischem Fisch. Über dem Ort steigen die Berge steil an. Dort oben, in Olympos, schmiegen sich bunte Häuser an den grauen Hang. Gespräche werden auf der Straße geführt, Türen stehen offen, der Alltag spielt sich in den Gassen ab. Während Du den Ausblick genießt, schleicht sich bestimmt eine Katze an Dir vorbei.
Der Wind ist Dein ständiger Begleiter. Er trifft auf die Westküste mit ihren weiten Stränden, verkürzt manche Badepause und sorgt zugleich für klare Sicht und im Hochsommer angenehm kühle Abende. Wer gut ausgebaute Wege und Infrastruktur schätzt, wohnt in Pigadia nahe am Hafen. Mehr Abstand und Ruhe bietet Arkasa im Westen, näher an der Küste und fern vom Fährbetrieb. Übrigens: Nach Karpathos gibt es auch Direktflüge.
Ikaria
Die Insel, die anders tickt
Statt durchgetaktetem Ferienprogramm bestimmen Gelassenheit und lange Abende das Leben auf Ikaria. Die Insel gilt noch immer als Geheimtipp unter Griechenland-Kennern und ist eine von fünf sogenannten Blue Zones weltweit; das sind Regionen, in denen Menschen überdurchschnittlich alt werden. Ob es am Heilwasser liegt? An der Küste dampfen heiße Thermalquellen direkt ins Meer, etwa bei Therma.
Karge Hügel, raue Strände und ursprüngliche Bergdörfer charakterisieren Ikaria. Dort werden traditionelle Panigiria gefeiert, typische Volksfeste, bei denen Einheimische und Gäste gemeinsam tanzen und essen. Inszenierte Folklore für Besuchende? Keineswegs. Denn Ikaria ist eine Insel, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Am besten übernachtest Du in Armenistis im Norden, denn von dort aus erreichst Du die schönsten Strände und Tavernen zu Fuß oder in wenigen Minuten mit dem Auto. Und zur Anreise: Du kommst per Inlandsflug ab Athen oder mit der Fähre ab Piräus oder Samos auf die Insel.
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Nisyros
Griechenlands geheimster Vulkan
Es ist, als hätte jemand die Lautstärke heruntergedreht: Auf Nisyros klingt Griechenland anders. Stiller. Es gibt keinen Dauerbetrieb am Strand und keine Flaniermeile, auf der sich bis spät nachts die Menschen drängen. Stattdessen steht hier die Natur im Vordergrund.
Im Inselinneren liegt der Stefanos-Krater, eine helle, von Schwefelablagerungen gezeichnete Senke, aus der es zischt und dampft. Wer hinabsteigt, findet sich in einer Landschaft wieder, die eher an den Mond erinnert als an die Ägäis.
Zum Übernachten bietet sich Mandraki an, der Hauptort direkt am Meer, mit kleinen Pensionen, Hafenblick und netten Tavernen. Wer es noch ruhiger mag, besucht das oberhalb des Kraters gelegene Nikias mit seinen weiß getünchten Häusern und dem weiten Blick. Die Anreise ist einfach: Du nimmst die Fähre ab Kos, das Du von vielen europäischen Flughäfen aus erreichst.
Tilos
Leise und grün
Am Morgen fällt das Licht weich auf die Hügel von Tilos. Terrassenfelder ziehen sich über die Hänge, Ziegen stehen zwischen Steinmauern, im Hafen schaukeln Fischerboote. Livadia, der Hauptort, liegt an einer schmalen Bucht. Der beliebte Stadtstrand beginnt direkt neben der Promenade. Im Inselinneren steht viel Land unter Naturschutz. Durch grüne Täler kannst Du hinauf nach Mikro Chorio wandern, einem Geisterdorf aus dem 15. Jahrhundert. Für das Erkunden der abgelegeneren Orte benötigst Du dagegen einen Roller oder Auto.
Tilos setzt schon seit Jahren auf erneuerbare Energien und einen zurückhaltenden Ausbau des touristischen Angebots. Einen Flughafen gibt es nicht, große Hotelanlagen ebenso wenig. Wer hierher kommt, entscheidet sich bewusst für eine kleine Insel mit begrenzter Infrastruktur. Diese Mischung aus Natur, überschaubarem Dorfleben und bewusstem Verzicht macht die Insel zu einem besonderen Ort. Der ganz leicht von Rhodos mit der Fähre zu erreichen ist.
Samothraki
Die Wilde für Abenteurer
Kühles Wasser stürzt über Felsen und sammelt sich glasklar in Felsbecken. Im Inselinneren wachsen dunkle, fast alpin wirkende Berge in den Himmel. Auf Samothraki, das Du vom nordgriechischen Hafen Alexandroupoli per Fähre erreichst, fühlst Du Dich nicht wie im Urlaub, sondern eher wie auf einer Expeditionsreise.
Die Insel liegt in der Ägäis, ist rau, ursprünglich und vom Wind gezeichnet. Statt zu Strandbars führen Trampelpfade hier zu einsamen Wasserfällen in den Bergen des Fengari-Massivs. Die sogenannten Vathres, bei uns Gumpen genannt, sind eiskalt und genau deshalb die perfekte Erfrischung an heißen Sommertagen. All-inclusive gibt es auf dieser Insel nicht; überhaupt ist die Infrastruktur reduziert, die Straßen sind oft schottrig und die Tavernen einfach. Doch umso besser schmeckt dann meistens das Essen!
Übernachten kannst Du in Therma oder im kleinen Hafenort Kamariotissa. Samothraki ist die ideale Insel für alle, die auch für einen Badeurlaub die Wanderschuhe einpacken.
Kastellorizo
Die Kleine am Rand der Ägäis
Am östlichsten Rand Griechenlands, nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste, liegt Kastellorizo, die kleinste bewohnte Insel Griechenlands. Die Insel, die nur neun Quadratkilometer groß ist, erreicht man per Fähre von Rhodos-Stadt. Klein, aber oho: Kenner behaupten nämlich, Kastellorizo sei gar die schönste Insel des Landes.
Bei der Ankunft macht schon mal der Hafen richtig Eindruck: Die Häuser stehen dicht am Ufer, mit Fassaden in Ocker, Terrakotta und Blau. Sandstrände gibt es kaum, gebadet wird von Felsen oder Plattformen aus, von denen Du direkt in tiefes, glasklares Wasser hechten kannst. Schnorchelsachen nicht vergessen!!
Die meisten Unterkünfte liegen rund um den Hafen, wo man in restaurierten Kapitänshäusern oder kleinen Pensionen mit Blick auf das Wasser wohnen kann. Hier lässt sich alles wunderbar zu Fuß erreichen, vom Badeplatz bis zur Taverne.
Kasos
Die Abgelegene jenseits der Routen
Zwischen Karpathos und Kreta liegt Kasos, ein kleiner Punkt auf der Karte und im Reiseplan oft übersehen.Dabei lässt es sich per Inlandsflug ab Rhodos und Karpathos oder per Fähre über Kreta gut erreichen. Es gibt nur wenige Fährverbindungen und eine überschaubare Zahl an Unterkünften. Selbst im Hochsommer bleibt es auf dieser kargen, fast vegetationslosen Insel ruhig.
Fri, der Hauptort, ist schnell erkundet; hier gibt es den Hafen, Kafenions, ein paar Tavernen. Mehr Infrastruktur ist auch gar nicht nötigt. In Agia Marina stehen pastellfarbene Kapitänshäuser, Zeugnisse der Seefahrertradition der Insel. Oberhalb der Küste führen Wege zu den Ruinen der antiken Stadt Poli mit weitem Blick über das Meer. Mehr als hundert kleine Kirchen und Kapellen verteilen sich über das einsame Inselinnere. Und an Stränden wie Helatros oder Ammoua badest Du oft allein, weil der Weg dorthin so versteckt liegt.