Badeurlaub
Geheimtipps zum Baden: 10 kleinere Badeseen in der Zentralschweiz
Holzstege, spiegelklare Bergseen, Flussufer zwischen Felsen und Wald: Diese zehn kleinen Badis in der Zentralschweiz zeigen, wie abwechslungsreich ein Sprung ins Wasser abseits der großen Strandbäder sein kann. Von Uri bis Obwalden findest Du hier Badestellen für eine kurze Abkühlung nach der Wanderung, ruhige Sommerabende am See oder eine Runde Schwimmengehen mitten in der Natur.
Lorzentobel bei Baar, Kanton Zug
Baden mit Vogelgezwitscher
Zwischen Baar und Neuheim fließt die Lorze unweit von Zug durch ein bewaldetes Tal – das Lorzentobel –, vorbei an moosigen Steinen, kleinen Kiesufern und natürlichen Wasserbecken. Vor allem an warmen Sommertagen sitzen Einheimische dort mit einem Buch am Ufer oder springen von flachen Felsen ins klare, kühle Wasser der Lorze. Infrastruktur gibt es kaum – und genau das gefällt Naturmenschen besonders gut: Statt Liegewiesen und Kiosken gibt es hier Vogelstimmen, ganz viel Grün und das Rauschen des Flusses.
Die Strömung der Lorze kann je nach Wetter auch kräftig sein, deshalb eignet sich die Badestelle eher zum kurzen Abkühlen als für lange Schwimmrunden. Ausgangspunkt ist meist Baar. Von dort erreichst Du das Lorzentobel zu Fuß in rund 20 Minuten Richtung Höllgrotten. Ein schmaler Waldweg führt hinunter ans Wasser. Wer früh kommt, erlebt die Badestelle oft fast menschenleer.
Änggelaueneseeli, Kanton Luzern
Bergsee über dem Entlebuch
Hier badest Du mit etwas Glück zu Kuhglocken-Gebimmel: Auf 1.659 Metern liegt das Änggelaueneseeli südwestlich von Luzern und oberhalb des Örtchens Flühli. Das Gewässer ist kühl, klar und von Moorlandschaft sowie Alpweiden umgeben. Der Bergsee gehört zur UNESCO-Biosphäre Entlebuch. Und wer ein bisschen mutig ist, der schwimmt in diesem stillen Bergsee sogar ein Stück hinaus und dreht eine Runde zwischen den dunklen Spiegelungen der umliegenden Hänge und Bäume.
Das Änggelaueneseeli eignet sich besonders für einen Tagesausflug mit Wanderung. Ausgangspunkt ist Flühli (3-stündige Wanderung) oder die Alpwirtschaft Stäldeli (von dort zu Fuß etwa eine Stunde). Oben angekommen wirkt das Seeli wie ein natürlicher Balkon über dem Entlebuch. Kein Lärm, kein Eintritt und kaum Menschen …
Arnisee, Kanton Uri
Bergsee mit Berggasthof
Zwischen Wäldern, Alpweiden und den Gipfeln der Urner Alpen: Auch der Arnisee bei Gurtnellen gehört zu den ruhigen Badeplätzen in der Zentralschweiz – mit einem Berggasthof ganz in der Nähe. Auf 1.370 Metern Höhe liegt der kleine Bergsee und leuchtet schon aus der Ferne türkisfarben. Selbst im späten Frühjahr ist das glasklare Wasser noch recht frisch, im Hochsommer erreicht es aber angenehme Temperaturen bis zu etwa 20 Grad. Besonders schön: der kurze Rundweg direkt am Ufer. In etwa 30 Minuten gehst Du einmal um den See, immer wieder öffnen sich Blicke Richtung Maderanertal und Bristenstock. Wer mehr Bewegung sucht, wandert weiter zur Leutschachhütte mit Ober- und Nidersee oder hinauf zum Sunniggrat, einem aussichtsreichen Höhenzug über dem Reusstal.
Zum Arnisee gelangst Du bequem mit der kleinen Luftseilbahn ab Intschi oder Amsteg. Sportliche können auch zu Fuß hinauf: Der Aufstieg ab Gurtnellen dauert rund anderthalb bis zwei Stunden und führt über Bergwege und blühende Alpflächen auf die sonnige Terrasse oberhalb des Tals.
Lorelei-Badeinseln, Kanton Uri
Refugium am Urnersee
Helle Kiesufer, glasklares Wasser und dahinter steile Berghänge: Die Lorelei-Badeinseln unweit des Reussdeltas am Urnersee laden an warmen Sommertagen zum Baden und Sonnen direkt am Ufer ein. Die eigentlichen kleinen Inseln liegen ein paar Meter draußen im sommers etwa 20 bis 23 Grad Celsius warmen Wasser und sind meist nur schwimmend oder mit dem Stand-up-Paddle erreichbar. Gerade morgens liegt der See – ein Teil des Vierwaldstättersees – oft ruhig vor den Bergen, später bringt der typische Urner Föhnwind öfter Bewegung aufs Wasser. Durch die alpine Lage bleibt die Temperatur auch im Hochsommer eher erfrischend.
Die Lorelei-Badeinseln erreichst Du gut zu Fuß in einer knappen halben Stunde oder schneller mit dem Fahrrad über den Uferweg ab Flüelen in rund 20 Minuten. Wer länger unterwegs sein möchte, spaziert weiter Richtung Seedorf oder erkundet das geschützte Reussdelta mit seinen Vogelinseln, Holzstegen und kleinen Lagunen. Auch Kajakfahren und Stand-up-Paddling sind hier beliebt, weil der breite Seearm oft ruhiger ist als andere Bereiche des Vierwaldstättersees.
Golzernsee, Kanton Uri
Sprung ins kalte Bergwasser
Das Wasser schimmert grünblau, ringsum steigen steile Felswände und Wiesenhänge in den Himmel: Der Golzernsee, ein kleiner Stausee, entstand Anfang der 1960er-Jahre für die Stromproduktion der Zentralschweizer Kraftwerke und wird bis heute zur Energiegewinnung genutzt. Gespeist wird er von zahlreichen Bergbächen und Schmelzwasser — deshalb wirkt das Wasser selbst im Sommer sehr klar und bleibt auch an heißen Tagen kühl. Perfekt für einen Badestopp beim Wandern.
Direkt am Ufer führt ein einfacher Weg um den See, immer wieder gibt es Wiesenplätze und flache Einstiege fürs Baden. Besonders beliebt ist die Kombination aus kurzer Wanderung und Abkühlung. Mit der Seilbahn gelangst Du von Bristen nach Golzern, von dort erreichst Du den See in rund 30 Minuten zu Fuß. Wer komplett hochwandern möchte, braucht ab Bristen je nach Route etwa zweieinhalb bis drei Stunden. Danach ist der Sprung ins kalte Wasser umso mehr eine Wohltat.
Seelisberger Seeli, Kanton Uri
Mit großer Liegewiese
Hoch über dem Urnersee, auf rund 740 Metern, liegt eines der stillsten Badeziele der Zentralschweiz: das Seelisberger Seeli. Der kleine Natursee gehört zur Gemeinde Seelisberg und wirkt trotz guter Erreichbarkeit sehr entschleunigt. Rundherum: Wiesen, bewaldete Hänge und ein Panorama bis zu den Gipfeln oberhalb des Vierwaldstättersees. Das Wasser bleibt selbst im Hochsommer oft frisch (20 Grad Celsius oder etwas mehr) – und ist sehr klar. Familien schätzen die große Liegewiese und den flachen Einstieg, FrühschwimmerInnen die Ruhe am Morgen. Besonders schön: Die Sonne verschwindet hier erst spät hinter den Bergen. Von Luzern erreichst Du Seelisberg per Schiff und Standseilbahn über Treib oder mit dem Auto via A2-Ausfahrt Beckenried. Vom Dorf führt ein kurzer Spaziergang zum See. Wer länger bleibt, kombiniert den Badetag mit einer Wanderung auf dem Weg der Schweiz oder einem Abstecher zur Rütliwiese.
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Engelberger Aa bei Grafenort, Kantone Obwalden/Nidwalden
Picknick am Bergfluss
Milchig-blaues Wasser rauscht über Steine, dazwischen ragen helle Kiesbänke und kleine Inseln direkt am Ufer aus dem Fluss: Die Engelberger Aa bei Grafenort gehört zu den eindrucksvollsten Wildflusslandschaften der Zentralschweiz. Die Aa kommt direkt aus dem Engelbergertal und verändert ihr Bett immer wieder leicht, dadurch entstehen ruhige Kiesflächen, auf denen Du sitzen, picknicken oder einfach die Füße ins eiskalte Wasser halten kannst. An heißen Sommertagen suchen viele Wandernde und Velofahrer hier Abkühlung, denn selbst im Hochsommer bleibt die Engelberger Aa wegen des Schmelzwassers ausgesprochen kühl. Gerade morgens wirkt die breite Flusslandschaft zwischen Waldhängen und Bergen fast unberührt.
Besonders schön ist die Kombination aus Baden und Aktivsein entlang des Uferwegs zwischen Grafenort und Wolfenschiessen. Immer wieder führen kleine Pfade direkt ans Wasser. Die Gegend eignet sich gut für kurze Spaziergänge, längere Wanderungen durchs Tal oder eine Pause auf der Veloroute Richtung Engelberg. Falls Du das Auto einmal stehen lassen möchtest: Mit der Zentralbahn erreichst Du Grafenort bequem von Luzern oder Engelberg aus, vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zum Flussufer.
Lungernsee bei Kaiserstuhl, Kanton Obwalden
Einmal rund um den See
Der Lungernsee gehört zu den auffälligsten Seen der Zentralschweiz — nicht wegen großer Strandbäder, sondern wegen seiner intensiven Wasserfarbe. Besonders beim Dorf Kaiserstuhl im oberen Seeteil findest Du kleine Zugänge ans Ufer, Holzstege und Plätze zum freien Baden mit Blick auf steile Berghänge. Der aufgestaute Bergsee zwischen Brienzersee und Sarnersee liegt auf knapp 690 Metern Höhe und bleibt auch im Sommer angenehm kühl (etwa 20 Grad Celsius). Dafür wirkt das Wasser oft fast türkisfarben, besonders an sonnigen Tagen. Viele kommen zum Schwimmen, andere für Kajak- oder SUP-Touren. Von Luzern erreichst Du Lungern in gut einer Stunde mit dem Zug oder Auto, die Badestellen liegen nahe der Brünigstrecke.
Wer einen längeren Spaziergang mit dem Baden verbinden möchte, der umrundet in etwa drei Stunden den See oder fährt mit der Lungern-Turren-Bahn in wenigen Minuten auf 1562 Meter zum Aussichtspunkt auf dem Turren. Am Abend fällt das Licht hier besonders weich über den See, während sich die Berge als dunkle Silhouetten im Wasser spiegeln.
Harissenbucht bei Stansstad, Kanton Nidwalden
Ruhige Badestelle am Vierwaldstättersee
Wer am Vierwaldstättersee eine ruhige Badestelle sucht, für den ist die Harissenbucht bei Stansstad eine Empfehlung. Direkt am Fuß des Bürgenstocks liegt hier ein schmaler Uferabschnitt mit Kies, kleinen Holzstegen und klarem Wasser vor steilen Felswänden. Große Liegewiesen oder Restaurants fehlen – stattdessen sitzen Einheimische auf mitgebrachten Badetüchern zwischen den Steinen oder springen nach Feierabend kurz in den See. Durch die geschützte Lage erwärmt sich der See im Sommer etwas schneller als an anderen Stellen des Vierwaldstättersees, bleibt aber angenehm frisch. Du kannst mit 20 bis 24 Grad Celsius rechnen.
Die Harissenbucht erreichst Du von Stansstad aus in rund 15 bis 20 Minuten zu Fuß entlang des Uferwegs Richtung Kehrsiten. Unterwegs öffnen sich immer wieder Blicke über den See bis nach Luzern. Wer mit dem Zug anreist, steigt in Stansstad aus, vom Bahnhof ist die Badestelle gut ausgeschildert. Besonders schön ist der Ort am frühen Morgen oder gegen Abend, wenn die Ausflugsschiffe seltener werden und die Bucht ganz still ist.
Lauerzersee bei Seewen, Kanton Schwyz
Baden mit Blick auf die Mythen
Während im Hintergrund das markante Bergmassiv der Mythen aufragt, schwimmst Du hier zwischen Schilfgürteln und kleinen Badeplätzen. Der Lauerzersee liegt auf knapp 450 Metern Höhe im Kanton Schwyz und erwärmt sich im Sommer oft schneller als größere Alpenseen, um die 25 Grad Celsius sind dann drin. Viele Einheimische kommen am Abend für eine kurze Abkühlung vorbei oder starten von hier mit dem Stand-up-Paddle-Board aufs Wasser. Der Badebereich bei Seewen ist unkompliziert erreichbar: Vom Bahnhof Schwyz-Seewen läufst Du etwa 10 bis 15 Minuten ans Ufer, Parkplätze gibt es ebenfalls in der Nähe.
Anders als an touristisch bekannten Seen ist hier alles ganz unaufgeregt: Statt Strandbars hörst Du Vogelstimmen und das Läuten der Kirchenglocken aus den umliegenden Dörfern. Genau das macht den Lauerzersee zu einem der sympathischsten Wild-Badis der Region.