Letztes Jahr haben wir Dir gezeigt, wo die Kosten für die Kurtaxe in die Höhe geschossen sind. Auch 2026 ziehen viele Gemeinden nach. Mehr als 50 Orte in Deutschland haben ihre Abgaben für Gäste erhöht. Damit Du beim nächsten Urlaub keine böse Überraschung bei der Rechnung erlebst, folgt hier das große Kurtaxen‑Update 2026.

Wer in Deutschland Urlaub macht, kann vieles entdecken. Zwischen Berglandschaften mit tollem Panorama, malerischen Meeresküsten, abenteuerlichen Wandergebieten oder historischen Altstädten kommen UrlauberInnen überall auf ihre Kosten. Doch oft wird ein Faktor vergessen, der den Preis pro Nacht deutlich verändern kann: die sogenannte Touristensteuer. Auch bekannt als Kurtaxe, Kurabgabe, Kurbeitrag, Ortstaxe, Bettensteuer oder Gästetaxe, umfasst sie den Pro-Kopf-Beitrag für eine Übernachtung im jeweiligen Ort. Mit diesem Beitrag finanzieren Städte und Gemeinden vieles, was Deinen Aufenthalt erst angenehm macht: saubere Strände, gepflegte Parks, Wanderwege, RettungsschwimmerInnen, kulturelle Veranstaltungen und manchmal sogar vergünstigte ÖPNV‑Tickets.
⁠Wie hoch dieser Beitrag in über 390 Gemeinden im Jahr 2026 ist und wie sich die Preise im Vergleich zu 2025 verändert haben, zeigen wir Dir hier im großen Überblick.

Meer Wert? Die höchsten Abgaben für UrlauberInnen 2026

Vor allem an der Nordseeküste bleiben die Kurabgaben hoch. Mit 5,50 Euro pro Übernachtung ist die kleine ostfriesische Insel Spiekeroog wie im Jahr zuvor Spitzenreiter. Der Betrag wird für Erwachsene in der Hauptsaison zwischen März und Ende Oktober erhoben. Wer im Herbst oder Frühling kommt, darf sich freuen: In der Nebensaison sinkt der Beitrag auf 2,20 Euro. Für die Insel ist die Kurtaxe überlebenswichtig, denn Spiekeroog lebt vom sanften Tourismus und kann, anders als größere Urlaubsorte, nicht auf Einnahmen aus Massentourismus setzen. Steigende Kosten, etwa durch die Inflation, machen diese Abgabe unverzichtbar. Auch Wiesbaden und Hürtgenwald haben die Grenze von 5 Euro erreicht. In Langeoog zahlst Du mit 4,95 Euro nur minimal weniger, während auf Wangerooge und Norderney 4,90 Euro fällig werden. Auf der Nachbarinsel Juist und auf Borkum kostet die Kurabgabe 4,80 Euro in der Hauptsaison.
⁠Wer in Lindenfels in Hessen Urlaub plant, darf sich freuen: Hier bleibt die Kurtaxe auch 2026 bei 25 Cent pro Nacht. Auch in Eckenhagen, Lörrach, Grasellenbach und Nümbrecht liegt der Kurbeitrag weiterhin unter einem Euro pro Übernachtung.

Alle Gemeinden und deren Abgaben für UrlauberInnen im Vergleich findest Du hier:

Die größten Veränderungen in 2026 – zwischen Cents und Verdopplungen

In rund 60 deutschen Kurorten ist der Gästebeitrag im Jahr 2026 deutlich gestiegen, um den Kosten für Infrastruktur und Dienstleistungen gerecht zu werden. In der Gemeinde Sylt hat die Kurtaxe letztes Jahr noch 3,90 Euro gekostet, in diesem Jahr werden mit 4,10 Euro in Rantum und Westerland mehr fällig. Es gibt allerdings ortsabhängig unterschiedliche Kurbeiträge auf der Insel. Während der Beitrag in Kampen 4 Euro kostet, werden in Hörnum 3,90 Euro in der Hauptsaison fällig.

Ganz oben auf der Liste der größten Sprünge steht Wolfegg im Allgäu: Die Gemeinde hebt ihre Kurtaxe um 137,5 Prozent an. Seit April 2025 liegt die Kurtaxe nicht mehr bei 80 Cent, sondern bei 1,90 Euro. Grund ist, dass in der Kurtaxe jetzt auch der ÖPNV-Beitrag von 1,10 Euro enthalten ist. Auch Bad Arolsen zieht die Preise an: Während letztes Jahr der Beitrag noch bei einem Euro lag, ist sie dieses Jahr doppelt so hoch. Auch Bad Mergentheim erhöht den Beitrag um 85 Prozent, von 1,90 Euro auf 3,50 Euro. Seit dem 1.Juli 2025 wurde der Betrag in Bad Salzig auf 2,50 Euro angehoben. Im Gegenzug erhältst Du Vorteile in Boppard und Umgebung. Darunter Vergünstigungen bei der Sommerrodelbahn, dem Thermalfreibad, den Museen vor Ort, ÖPNV und dem Golfplatz. ⁠Etwas günstiger ist Oberstdorf im Allgäu mit 4,70 Euro, letztes Jahr lag der Betrag für Gäste noch bei 3,80 Euro. In Baden-Baden fallen 4,50 Euro an, 70 Cent teurer als letztes Jahr. 

Wir zeigen Dir, wo es zuletzt zu einer Erhöhung der Kurtaxe kam:

Auch günstigere Beiträge gibt es – aber mit einem Haken

Nicht überall steigen die Preise, einige Orte überraschen sogar mit einer Senkung. In Waren (Müritz) zahlst Du nur 2,50 Euro pro Nacht, im Vorjahr waren es noch 2,70 Euro. Die Stadt möchte damit stärker auf die Bedürfnisse der Gäste eingehen und den Aufenthalt attraktiver gestalten. Auch in Zinnowitz auf Usedom wurde die Kurtaxe angepasst, und zwar nach unten: Der Beitrag sinkt um rund 11,9 Prozent und damit auf 3,70 Euro. Grund dafür: In den bisherigen 4,20 Euro war der Busverkehr der UBB bereits enthalten, dieser wird nun separat abgerechnet. In über 300 der von uns untersuchten Orten ließ sich im Januar 2026 noch keine Veränderung der Preise erkennen. 

Warum gibt es Kurtaxen beziehungsweise Übernachtungssteuern?

Die Kurtaxe ist weit mehr als eine lästige Zusatzgebühr, sie ist das Rückgrat vieler Urlaubsorte in Deutschland. Mit ihr werden Strände gepflegt, Wanderwege und Parkanlagen instandgehalten, kulturelle Veranstaltungen ermöglicht und öffentliche Einrichtungen wie Kurhäuser oder Bäder betrieben.
Wichtig dabei: Die Kurtaxe ist keine Gewinnquelle, sondern dient in erster Linie der Kostendeckung. Viele Gemeinden nutzen die Einnahmen, um gestiegene Ausgaben für Energie, Personal und Instandhaltung aufzufangen. Die zuletzt höheren Beiträge sind also weniger Abzocke, sondern eine Reaktion auf die wirtschaftliche Realität, denn ohne diese Anpassungen könnten viele touristische Angebote gar nicht aufrechterhalten werden. Die Abgabe sorgt für Sauberkeit, Sicherheit und Lebensqualität und damit für genau die Atmosphäre, die Urlaub in Deutschland so beliebt macht. Sie ermöglicht Dir kostenlose Zugänge und Vergünstigungen. Die Einnahmen aus der Kurtaxe werden also direkt vor Ort eingesetzt und es profitieren nicht nur Reisende, sondern auch Einheimische und lokale Betriebe. Allerdings müssen Gäste unter 18 Jahre meist die Kurtaxe nicht bezahlen, außerdem gibt es ermäßigte Preise für Schwerbehinderte, SchülerInnen, Auszubildende und Studierende.

Hier kann es noch teurer werden – Bettensteuer auf den Übernachtungspreis

Während vielerorts die Kurtaxe unabhängig des Übernachtungspreises mit einem Festbetrag berechnet werden, setzen immer mehr Städte auf eine prozentuale Abgabe. Besonders die größeren Städte nutzen die sogenannte Bettensteuer, also einen prozentualen Anteil am Übernachtungspreis, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Der Begriff trifft es gut, auch wenn er im weiteren Sinne nichts anderes meint als Kurtaxe oder Tourismusabgabe. Die fällige Abgabe kann also mit der Wahl eines teureren Zimmers immer höher werden, ähnlich wie beim zu versteuernden Einkommen. Berlin, Dortmund und Flensburg bleiben mit 7,5 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von Bonn und Schwerin, die ihren Satz von 6 und 5 Prozent auf 7 Prozent angehoben haben.  Auch Bremen und Bremerhaven haben ihre Abgabe leicht erhöht, von 5 auf 5,5 Prozent. Damit holen immer mehr Städte auf, während andere wie Dresden mit 6 Prozent oder Konstanz mit 5,6 Prozent stabil bleiben. Neu auf der Liste stehen 2026 KasselKönigswinter und Ringsheim, auch sie erheben nun eine prozentuale Bettensteuer. In Hamburg  gilt weiterhin ein gestaffeltes Modell: Bei einem Übernachtungspreis von 200 Euro werden 4 Euro fällig, für jede weiteren 50 Euro netto kommt 1 Euro dazu. Anderswo, etwa in Lüneburg oder Ringsheim, bleibt es bei moderaten 4 Prozent, während Trier mit 3,5 Prozent, Darmstadt und Damp mit 2 Prozent die günstigsten Städte im Vergleich sind.

Hier findest Du eine Übersicht einiger Orte, die mit einer prozentualen Bettensteuer zur Kasse bitten: 

Was Du mit Deinem Aufenthalt bewirkst?

Hier kommen unsere Top 5 Ortschaften und ihre Projekte rund um die Kurtaxe:

  1. Bad Kissingen in Bayern – „The Great Spa Towns of Europe“: Die Kurtaxe fließt hier unter anderem in die Pflege der historischen Kuranlagen vor Ort, die zum UNESCO‑Welterbe gehören. So trägst Du dazu bei, dass Bad Kissingen ein international bekanntes Ziel für Kultur‑ und Gesundheitstourismus bleibt. Besonders prägend sind das Kurgartenensemble mit Wandelhalle und Regentenbau, die historischen Anlagen zur Solegewinnung und die politische Bedeutung durch Otto Fürst von Bismarck.
  2. Spiekeroog - Das Thalasso-Gesundheitszentrum Meerestried: In Spiekeroog sorgt die Kurtaxe nicht nur für zahlreiche vergünstigte oder kostenlose Kurse, Vorträge, Konzerte und Erlebnisangebote, sondern auch für den Erhalt des Thalasso‑Gesundheitszentrums Meerestied. Hier
    verbinden sich Physiotherapie, Fitness und Thalasso‑Anwendungen – vom InselBad bis zum Sportdeck. Der Neubau des Gebäudes steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Nahezu komplett in Holzbauweise errichtet, mit Gründach als natürliche Klimaanlage und Wärmeversorgung aus dem Blockheizkraftwerk des Schwimmbads. 
  3. Oberstdorf im Allgäu:  Wie viele andere Gemeinden in Deutschland, ermöglicht das Gästeticket „Allgäu Walser Card“ kostenlose Bus‑ und Bahnfahrten. Lokale Untersuchungen belegen diesbezüglich durchweg einen positiven Effekt im Sinne der Verkehrsverlagerung zu Gunsten der öffentlichen Verkehrsmittel. Damit trägst Du zur Reduzierung des Autoverkehrs in Deutschland bei. 
  4. Bad Arolsen in Hessen: Investiert in Freizeit‑ und Kulturprojekte wie die Thiele‑Aue, das Strandbad am Twistesee, den Skatepark und die Barockfestspiele. 
  5. Langeoog:  Auf der autofreien Insel fließen die 4,95 Euro Kurtaxe pro Tag in ein breites Angebot für Gäste, vom NordseeSPA mit Meerwasser‑Therapiebecken und Physiotherapie bis zum Sportstrand, dem Sporthus, und zahlreichen Veranstaltungen im Haus der Insel. Auch die Pflege der Strände und Bohlenwege, die DLRG‑bewachte Badesaison, Spielplätze und Kinderprogramme wie in der Spöölstuv werden durch den Kurbeitrag finanziert. Der Gästebeitrag macht viele Angebote kostenfrei oder vergünstigt, vom Strandbesuch bis zum Kindersport, und sichert so die Urlaubsqualität auf der autofreien Insel.

Und das ist nur ein Auszug der vielen Projekte, die Du mit deiner Kurabgabe vor Ort unterstützt. Die Kurtaxe ist ein wichtiger Beitrag, um die vielen schönen Urlaubsziele in Deutschland zu unterstützen. Wir sollten sie nicht als zusätzliche Belastungsehen, sondern als Teil einer Gemeinschaft gern beitragen.

Was haben wir gemacht?

Für den Vergleich wurde die Höhe der Kurtaxe (auch Tourismusabgabe, Bettensteuer, Infrastruktur-Förderabgabe, Übernachtungssteuer, Kurbeitrag oder Beherbergungssteuer genannt) in den untersuchten Gemeinden und Städten ermittelt und miteinander verglichen. Die Entwicklung der Kurtaxen im Vergleich stellt die Änderungen zum Februar 2025, dem letzten Erhebungszeitpunkt, dar. Durch mangelnde Aktualisierung offizieller Quellen oder unterschiedliche Angaben für denselben Ort kann der tatsächliche Kurbeitrag in Einzelfällen von den hier dargestellten Beträgen abweichen. Haben Sie Abweichungen zu den Ihnen bekannten Kurabgaben vor Ort festgestellt, teilen Sie uns diese gerne mit! ⁠Dabei kann die Zusatzzahlung anteilig am Übernachtungspreis berechnet werden oder wird als fixe Summe von TouristInnen eingefordert. Der Vergleich berücksichtigt die Höhe der Zusatzzahlung während der Hochsaison für einen Erwachsenen. In einigen Kurorten kann eine Kurtaxe oder ein Gastbeitrag auch für Tagesgäste anfallen, die nicht im Ort übernachten. Für den Vergleich wurden nur Abgaben berücksichtigt, die im Zusammenhang mit einer Übernachtung entrichtet werden müssen.

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