Erstellt wurde die Anlage 1977 und ist somit die älteste Hotelanlage auf Praslin. Angabegemäß wurden große Teile der Anlage durch den Tsunami im Dezember 2004 in Mitleidenschaft gezogen. Davon sieht man heute nichts mehr. Die Anlage insgesamt befindet sich in einem gepflegten Topzustand und gleicht einer immergrünen Gartenanlage. Ständig sind Hotelangestellte unterwegs, die nach dem Rechten sehen. Der Pool wird jeden Morgen gereinigt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für dieses Hotel halte ich für unschlagbar (siehe auch Lage). Die Pool-Bar war in der Tat nie besetzt. Dies war auch nicht nötig, denn die ca. 15 Meter entfernte Cocktail-Bar war täglich bereits ab ca. 12 Uhr geöffnet. Sicher gibt es auch weniger schöne Ecken in dieser Anlage. Diese muss man jedoch suchen. Außerdem handelt es sich hierbei mehr um Wirtschaftsflächen und Ähnliches. Der einzige Negativaspekt, den man mit diesem Hotel leider verbinden muss, hat mit dem Hotel eigentlich nur indirekt etwas zu tun: es handelt sich um den Kleinganoven Jean-Paul (siehe Foto) und seine Rasta-Gang, der ahnungslosen Hotelgästen Fahrten mit seinem (gelben) klapprigen und völlig hochseeuntauglichen Kahn andreht. Er gibt sich fälschlicherweise als Mitarbeiter des Hotels bzw. der angrenzenden Tauchbasis Octopus aus. Obwohl er vom Hotelmanagement mehrfach der Anlage verwiesen wurde, schert er sich nicht darum. Wir hatten leider eine Fahrt bei ihm gebucht und wurden (zusammen mit einer anderen Familie) nicht nur um einen Großteil des Fahrpreises betrogen (gemachte Zusage wurde nicht eingehalten und leider Vorkasse), sondern wären auf der Überfahrt zu den Sister Islands bei über zwei Meter hohen Wellen fast gekentert. Also Finger weg, denn das ganze ist nicht nur gefährlich, sondern auch kriminell, denn über eine Lizenz, mit Touristen Geschäfte in Euro oder Dollar abzuschließen, verfügt er nämlich nicht. Es gibt genug professionelle Anbieter. Die sind zwar etwas teurer, aber dafür nicht gefährlich, legal und man wird nicht betrogen. Für Taucher bietet sich die Tauchstation „Octopus“ direkt beim Berjaya an. Die Betreiber und auch die meisten der „Dive-Masters“ sind Franzosen, die Mehrzahl der Kunden sind ebenfalls Franzosen. Ca. 50 Euro pro Tauchgang sind sehr moderat. Die Atmosphäre ist sehr herzlich, fast schon familiär. Hat Spaß gemacht. Zu den Touren, die man von der Anse Volbert aus machen kann, möchte ich gar nicht viel sagen, denn da würde ich nur die Kommentare meiner Vorgänger/innen wiederholen. Nur so viel: Macht einen großen Bogen um Jean Paul und seinen gelben Seelenverkäufer. Die negativen Erfahrungen, die wir und andere gemacht haben, könnt ihr euch sparen. Mal sehen, was aus meiner Anzeige bei der örtlichen Polizeistation von Baie Ste. Anne wird. Für alle interessanten Ziele gibt es seriöse Anbieter (z. B. über Octopus, wenn es ums Tauchen oder Schnorcheln geht, aber auch über andere für reine Inseltouren). Diese sind zwar nicht gerade billig, aber ihr werdet nicht über den Tisch gezogen und die Boote sind entsprechend groß und hochseetauglich. Für kürzere Fahrten bietet sich auch das Taxi-Boot direkt vor dem Berjaya (Jamaika-Look mit Taxi-Aufschrift) an. In der Nähe gibt es einige sehr gute und/oder preiswerte Restaurants: La Goulue: Hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis. Die meisten Mahlzeiten gibt es um die 11 Euro. Empfehlung: Chauvis Souris Curry (Flughunde, manchmal auch als Fledermäuse bezeichnet). Bestellung ein Tag vorher. Village du Pecheur: Sehr vornehmes Ambiente. Mit etwas Glück bekommt man einen Tisch direkt am Stand. Mittlere Preisklasse (15 – 20 Euro), aber ausgezeichnete Qualität. Laurier: Hotel-Restaurant direkt neben dem Berjaya. Ausgezeichnetes Büffet in gemütlicher Atmosphäre. Die 30 Euro pro Person sind sehr gut angelegt. Reservierung empfehlenswert. Pizzeria da Luca: Preisgünstige Alternative für den kleinen bis mittleren Hunger. Pizzas, aber auch Fischgerichte und natürlich Eiskrem zum Nachtisch.
Derzeit werden die Zimmer bzw. Apartments nach und nach aufwändig renoviert; bei denen, die noch nicht an der Reihe sind, wird verständlicherweise nur das Nötigste gemacht. Wir wohnten noch in einem der alten Superiorzimmer. Diese sind schlicht und zweckmäßig eingerichtet. Wer nicht allzu pingelig ist, wird wenig zu meckern haben. Unser Superior-Room (403) lag direkt vor einer Gartenanlage bzw. der Liegewiese mit Blick zum Meer. Als störend empfanden wir den zwar nicht durchgängigen, aber doch ohrenbetäubenden nächtlichen Lärm der Flughunde. Wir haben uns auf kulinarische Weise gerächt (siehe Gastronomie). Als störend empfanden wir den etwas muffigen Geruch, den man auch durch ständiges Lüften nie in den Griff bekam. Andererseits ist dies der Kompromiss, den man eben machen muss, wenn man in den feuchten Tropen auf Daunenmatratzen schlafen möchte. Dem Klima angepasster wäre wohl eine Hängematte, aber welcher Tourist möchte dies schon. Da wir nachts nicht bei offener Tür schlafen wollten (man weis ja nie), kam regelmäßig die Klimaanlage zum Einsatz. Diese ist zwar nicht geräuschlos, aber akzeptabel.
Wir, d. h. meine Frau, mein Sohn (11 Jahre) und ich hatten Übernachtung mit Frühstück gebucht. Insgesamt war das Angebot sehr vielfältig. Mit etwas Fantasie war es nicht schwer, sich aus der Palette aus Obst, Eiergerichten, Würstchen, Speck, Brotauflagen, Stückchen, Müsli etc. etwas zusammenzustellen, was den Geschmacksnerven und Gewohnheiten am ehesten entsprach. Am meisten machte mir zu schaffen, dass es kein richtiges Brot gab (sofern man Toastbrot nicht als Brot bezeichnen will). Der Kaffee wird französisch zubereitet und schmeckt natürlich anders als unser gewohnter Filterkaffee. Aber was soll’s! Man fliegt ja keine 8. 000 km, damit alles so ist wie zuhause. Für andere Mahlzeiten haben wir das zum Hotel gehörende Fregate Restaurant nicht getestet. Hotelgäste mit Halbpension waren jedoch weitgehend zufrieden. Die zum Berjaya gehörende Pizzeria am Strand wurde gerade renoviert und soll ab Mitte August wieder geöffnet sein.
Der Zimmer-Service war okay, das Personal stets freundlich, kleinere Sonderwünsche wurden anstandslos erledigt. Der Eindruck, den das Personal am Frühstücks-Büffet hinterließ, war etwas langsam und lustlos. Ich möchte das gar nicht weiter werten. Vielleicht hat das auch etwas mit der Mentalität zu tun. Wir reisen durch die ganze Welt und erwarten wie selbstverständlich, dass wir überall an jedem Ort nach den gleichen unverbindlichen Maßstäben freundlich angelächelt werden. Die meist jungen Mädels waren ziemlich schüchtern, brauchten aber auch nicht lange, um aufzutauen. Und das, man was man brauchte, bekam man immer, notfalls halt auf Anfrage (z. B. Kaffee). Das Personal an der Rezeption sowie der Hotelmanager hingegen waren stets aufgeschlossen, engagiert und hilfsbereit. Insbesondere der Manager hatte für alles ein offenes Ohr.
Das Hotel liegt direkt am Meer bzw. an einem Traumstrand, den es auch auf den Seychellen nicht so häufig gibt. Seegras war zwar reichlich vorhanden, aber von den oftmals beschriebenen Sandfliegen bekamen wir nichts mit. Natürlich gibt es Strände, die noch schöner sind (Anse Lazio oder auf La Digue), aber diese verfügen in der Regel über keine Hotelanlage direkt am Strand. Somit ist es auch die Kombination von Hotel und Strand (sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis), was die Lage so einzigartig macht. In der Nähe gibt es ein paar Supermärkte, die ausschließlich von Indern betrieben werden. Bezüglich des Angebotes sollte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Immerhin gibt es Getränke aller Art. Den Kühlschrank leer zu räumen und mit eigenen Getränken aufzufüllen, wird toleriert. Ein Internet-Café (3 Euro für jede angefangene halbe Stunde; extrem langsamer Seitenaufbau) gibt es ebenso wie mehrere Banken bzw. Geldautomaten.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Zur Hotelanlage gehört ein Tennisplatz, der gar nicht mal so schlecht sein soll (wie mir mein Sohn versichert hat). Ferner besteht die Möglichkeit, sich ein Surfbrett oder Paddelboot auszuleihen. Der Verleih ist am Strand ca. 200 Meter links vom Berjaya. Einen Berechtigungsschein erhält man an der Rezeption. Neben der Cocktailbar gibt es einen Billard-Tisch und Tischfußball. Unterhaltung im eigentlichen Sinne gibt es keine, d. h. keine Diskos in der Nähe, nicht einmal TV auf dem Zimmer. Um 7 Uhr abends war auf den Straßen „tote Hose“. Für uns genau die richtige Vorstellung von Urlaub. In dem einen oder anderen Hotel / Restaurant wird jedoch bisweilen gute Live-Musik geboten (z. B. im Laurier oder im Paradise Sun).
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Uwe |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 21 |


