Zuerst das positive: Wirklich sehr freundliches und überraschend gut geschultes Personal, das einem jeden Wunsch von den Augen abliest. Die meisten Serviceleute sind „Gastarbeiter“ von anderen Beachcomber-Hotels aus Mauritius (Royal Palm, Dinarobin). In den beiden Restaurants kann man wirklich vorzüglich a-la-Carte essen – traumhaft. Das findet man selten. Die ganze Anlage ist entlang der Wege üppig mit schönen tropischen Blumen in allen Farben bepflanzt. Die Villen sind relativ groß. Jede Villa hat einen privaten Pavillon und eine wirklich sehr schöne separate Außendusche zusätzlich zum geschmackvollen Bad. Und nun das Negative: Das Hotel steht auf einer Insel. Vom Pool oder vom Restaurant aus schaut man auf den etwa 2 km vorgelagerten Hafen mit seinen qualmenden 5 Schornsteinen sowie auf die vorbeifahrenden und teils recht übel riechenden Frachter und Fähren. Schwimmen war uns innerhalb von 8 Tagen, außer im Pool, nur ein einziges Mal an 90 Minuten möglich. Bei Ebbe ist das Meer im Umkreis rund um die Insel selten höher als 20 cm, bei Flut wird das Wasser recht milchig, und die Flut bringt außerdem häufig Plastikflaschen, Tüten, Ölkanister, ect, also Dreck, wahrscheinlich vom Hafen, mit. Typische Seychellen-Strände mit Granitfelsen wie auf Praslin oder La Digue gibt es hier nicht. Normalerweise kommt man zum Schwimmen auf die Seychellen, warum sonst? Wenn man hierher kommt genießt man extreme Langeweile. Neben „Nicht-Schwimmen“ kann man täglich mit dem Glasbodenboot fahren, das war’s dann aber auch schon. Den örtlichen Agenturen hat der Hotelmanager verboten, irgendwelche Ausflugsmappen auszulegen. Das will er nicht. Ausflüge dürfen nur mündlich angeboten werden (dadurch teils 50 Prozent höher als in anderen Hotels). Broschüren mit Mietwagen-Konditionen gibt’s auch nicht. Die will der Manager auch nicht. keinerlei Zeitungen. Nicht einmal Hotelprospekte gibt’s hier. Die Lust am Internet vergeht einem bei etwa 8 EUR für 15 Minuten auch recht schnell. Aufs Festland kann man praktisch auch nicht (das Hotel liegt ja auf einer Insel), es gibt zwar ein stündliches Shuttleboot, das setzt einen jedoch mitten im Hafenviertel ab, von wo aus man ein teueres (bestelltes) Taxi benötigt - und das letzte Boot abends geht auch schon wieder um 17:30 Uhr zurück. Abends in der Hotelbar ist auch nichts los, vielleicht mal ein oder zwei Paare, die eine Zigarre rauchen. Kein Wunder, bei dieser Musik. Die schmalzigsten Country-Baladen aus den 70ern (John Denver ect) oder schwere Klassik - den auf den Insel ansonsten überall vorherrschenden Reggae oder die tolle einheimische kreolische Musik mag der Manager auch nicht, das ist ihm „to noisy“. Wer hier urlaubt sollte sich eine große Box mit DVD’s mitnehmen – für evtl. Regentage oder wem’s abends nach dem Essen zu langweilig wird. Das Mobiliar auf den Zimmern sieht auf den ersten Blick optisch eigentlich recht gut aus, doch das täuscht. Das „Bett“ ist eine simple Sperrholzplatte auf 4 schlichten Holzfüßen, darauf die Matratze, ohne Lattenrost, ohne Kopfteil. Ein „KingSize-Bed“ sind dann zwei solcher Betten „side by side“. Einen Tisch im Zimmer zur recht spärlichen „Sitzecke“ (= eine Zweiercouch) gibt es nicht, ein Gestell für die Koffer auch nicht. Der begehbare Schrank hat zur Kleiderablage ein einziges schmales Brett und drei Schubläden, das wars. Trinkwasser muss in der Minibar oder im Restaurant für etwa 3 EUR pro Tag gekauft werden - was ich in einem Hotel dieser Kategorie und Preisklasse weltweit wirklich noch niemals erlebt habe - und wir kommen viel herum. Überwiegend weiße Plastikliegen am Strand und im Poolbereich, ansonsten im privaten Pavillon Holzliegen. Im Übrigen: Es erinnert hier eigentlich außer den hohen Preisen gar nichts an die Seychellen (Sandwich 20 EUR, Zimmer/Nacht Katalogpreis knapp 900 EUR). Das Resort könnte bei gleicher Optik und gleicher Strandqualität eigentlich genauso gut auf Bali oder in Malaysia stehen – dort allerdings zu 90 Prozent niedrigeren Preisen.