Die Lage und Ausstattung des Hotels rechtfertigt zwar die 4-Sterne Klassierung, diese müsste aber von allen Mitarbeitern mitgetragen und gelebt werden, um für den zahlenden Gast den Aufenthalt auch tatsächlich angenehm und 4-Sterne würdig zu machen. Das ist bei Weitem nicht der Fall. Insbesondere das Restaurant (Küche und Bedienung) hinkt diesem Anspruch stark hinterher. Beide genügen den Ansprüchen für einen schönen, genussvollen Abend nicht.
Die gebuchte Junior-Suite ist grosszügig, zweckmässig eingerichtet und sehr sauber. Mehr auch nicht. Es war wohl das erste Mal in einer Junior-Suite, dass wir weder etwas Obst noch - wie versprochen - etwas zu knabbern, oder vielleicht etwas Blühendes vorfanden. Etwas schade halt, so für den ersten Eindruck. Dafür überzeugten der Balkon und die ruhige Lage des Zimmers. Die Minibar, die täglich aufgefüllt werden sollte, fanden wir leer vor. Also nichts mit einer kühlen Bier-dose entnehmen, geniessen und aufschreiben. Die Idee ist demnach erst aufschreiben, Bestellzettel an die Rezeption tragen und abgeben. Die Minibar wird dann am nächsten Tag mit dem Gewünschten aufgefüllt und das Bestellte verrechnet, ob konsumiert oder nicht. Nichts also mit einem spontanen Durst im Zimmer. Das nahe SPAR-Geschäft bietet dazu eine gute Alternative. Die Kaffeemaschine hatten wir bereits vor der Buchung angefragt. Etwas irritiert waren wir dann, als wir anstelle der gewünschten und bestätigten Kaffeemaschine einen Wasserkocher und Instantkaffee (und Tee) in Beuteln im Zimmer vorfanden. Die diesmal nette Dame an der Rezeption löste dieses kleine Malheur aber pragmatisch und speditiv. Wir genossen diesen ersten Kaffee sehr.
Das Frühstück ist vielfältig und umfangreich. Es gab am Wochenende sogar Sekt. Und frisch zubereitete Eierspeisen. Das Abendessen gestaltete sich dann sehr vegan/vegetarisch-lastig. Für einen Fleischesser wie mich, zu Körnchen-reich. Und zu Multi-Kulti. Etwas banaleres, typisch Österreichisches, hätte die angebotenen Menus wohl erheblich aufgewertet. Die von mir zunächst gewählten und eigentlich geschätzten Fischangebote waren zwei Mal ohne Geschmack und ziemlich grenzwertig geniessbar, so dass ich am dritten Abend auf den angebotenen Tafelspitz auswich, was wohl auch nicht jedermanns Sache ist. Meine Frau entschied sich für das Vegetarische. Bekommen hat sie eine Ofenkartoffel mit einem ‘Topping’ aus Toffen und einer Deko aus einem Stückchen Tomate und ein Kaffeelöffel Spinat. Gestehungskosten vermutlich zwischen 50 und 90 Cent für die Portion. Das allgegenwärtige Optimieren auf das Minimale war für uns über alle Gänge zu offensichtlich. Der kulinarische Tiefpunkt wurde mir aber am nächsten Abend serviert: Zwei Ossobuco-Teile ohne Knochen, die fast ausschliesslich aus Fettstücken bestanden. Unansehnlich und ungeniessbar. Wie die Küche so etwas auf ein Teller drapieren und einem Gast zumuten will, bleibt mir völlig unverständlich. Der eilig herbeigeschaffte Ersatz war dann zumindest geniessbar. Warum nicht gleich so? Dass es tags darauf noch schlimmer kommen könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Roastbeef stand auf dem Plan. Ich freute mich. Zwar war das vorhandene Messer nicht gerade scharf, aber bei einem zarten Roastbeef kein Problem. Wenn das Fleisch (nach längerer Wartezeit) aber dermassen zäh auf den Tisch kommt, dass auch ein Schweizer Militär-Taschenmesser nicht mehr geholfen hätte, ist wohl alles verloren. Es war mir auch kein Trost, dass es praktisch allen Gästen in unserem ‘Stübli’ ähnlich erging. Die langen Gesichter und hilfesuchenden Blicke sprachen Bände. Und diesmal half auch der zweite Teller nichts, bei dem die Küche vorsichtigerweise das Roastbeef bereits in so dünne Scheiben geschnitten hatte, dass es fast wie ein Vitello tonnato daherkam. Das vermutlich in der Hoffnung, dass es damit geniessbarer wird, was leider ein fataler Trugschluss war. Dass mir vom Oberkellner im Anschluss dann noch lapidar gesagt wurde, dass mir die zähen Stücke ja ersetzt worden seien, brachte meiner mittlerweile doch spürbaren Verärgerung als zahlender Gast in einem 4*-Gastbetrieb keine Besserung. Mein Fazit war gemacht: Hier stimmt insbesondere im Restaurantbereich ganz Grundsätzliches nicht. Berechtigte Reklamationen werden geradezu weggeredet.
Wie wir das mehrfach beobachten konnten sind die Damen an der Reception offensichtlich angewiesen, die Hinweise, Anmerkungen, Reklamationen oder Beschwerden so weit wie möglich zu ignorienen. Selber hatten wir zweimal Anliegen und wurden beide Male abgewimmelt.
Das Hotel ist ruhig gelegen und in unmittelbarer Nähe des Kurhauses, zu dem es auch gehört. Es gibt bis auf ein paar Spaziergänge in der näheren Umgebung nicht viel Sehenswertes. Im Hotel findet man sich gut zurecht. Die Wege sind kurz.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
Die Behandlungen sind durchwegs professionell. Im Spa-Bereich wird's bei höherer Hotelauslastung überall etwas zu eng: Sauna, Whirlpool, Liegen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Dezember 2025 |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Peter |
| Alter: | 71+ |
| Bewertungen: | 2 |
Sehr geehrter Gast, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihren Aufenthalt zu bewerten und uns Ihre persönlichen Eindrücke mit zu teilen. Es freut uns sehr, dass Sie die besondere Lage unseres Hauses, die großzügige Junior Suite sowie unseren außergewöhnlichen SPA-Bereich positiv wahrgenommen haben. Gleichzeitig bedauern wir, dass einzelne Aspekte Ihres Aufenthalts nicht Ihren Erwartungen entsprochen haben. Wie Sie bereits im persönlichen Gespräch mit unserem Herrn Direktor erkannt haben, liegt es uns sehr am Herzen, auf die Wünsche sowie auf die Rückmeldungen unserer Gäste direkt und vor Ort einzugehen. Was uns natürlich auch bezugnehmend auf Ihre Anregungen sehr wichtig war. Wir bedanken uns für Ihren Besuch und senden Ihnen sonnig winterliche Grüße aus dem schönen Bad Häring. Herzliche Grüße DAS SIEBEN Team


