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Jenny(19-25)Deutschland
1 Bewertungen
Vor 17 Jahren • Alleinreisend im August 2008
Grobe Mängel, aber die Lage macht vieles wieder gut
4,1 / 6

Das „Grand Atilla“ hieß früher „Atilla Beach“ und fällt unter die türkische 3-Sterne-Kategorie. Das Hotel verfügt über 77 Zimmer in 5 Stockwerken, die durch eine Treppe und zwei Aufzüge verbunden sind. Das Alter des Hotels ist schwer zu bestimmen; neu ist es nicht, aber der äußere Anschein ist erstmal in Ordnung. Architektonisch keine Meisterleistung, aber auch keine quadratische Bettenburg – die äußere Form ist einem Bumerang ähnlich, die Balkone versetzt, so dass man seine Privatsphäre wahren kann. Man kann das Hotel mit Halbpension oder All Inclusive buchen. Das Hotel wurde überwiegend von Türken und vor allem von türkischen Familien gebucht, an zweiter Stelle kamen Russen. Ein paar Niederländer und Deutsche waren eher Randerscheinungen. Für Behinderte ist das Hotel nicht zu empfehlen; die Gänge sind schmal, der Aufzug sehr klein. Obwohl einige Familien dort waren ist es für Kinder absolut ungeeignet: Es gibt weder auf dem Hotelgelände, noch am Strand / in der näheren Umgebungen Spielgelegenheiten. Der sogenannte Kinderpool ist ein schlechter Witz: Es ist ganz normal tiefes Becken, in dem einfach weniger Wasser eingefüllt war. Der Handyempfang ist gut, jedoch kann ich nur die nahe gelegenen Telefonzellen empfehlen: mit einer Karte für 7 Lira (ca. 4, 11€) kann man für 50 Minuten ins deutsche Festnetz telefonieren. Im Hochsommer sollte man nur anreisen, wenn man trockene Hitze gut verträgt: Temperaturen knapp unter 50°C waren normal, von Regen war weit und breit keine Spur. Abends kühlte es auf angenehme geschätzte 30°C ab. Ich kann an Ausflügen vor allem die Jeep Safari und eine Bootstour empfehlen. Bei der Jeep Safari geht’s ins Hinterland (Taurusgebirge), teilweise sehr wild, staubig und nass (man spritzt sich gegenseitig bei Überholmanövern nass, es geht zu einem Wasserfall), mit gemütlichen Zwischenstops, guter Verpflegung und einem Abschluss in einem Restaurant im Fluss. Man sitzt auf Stühlen und an Tischen im Wasser, kann dort sehr schön schwimmen (von der Brücke springen, Boot fahren, an Seilen hochklettern, rutschen, auf der Hängematte halb im Wasser liegen) und einfach die Zeit genießen. Dafür habe ich 15€ bezahlt. Vor einigen Jahren habe ich ein Bootstour gemacht, man schippert um die Halbinsel Alanya rum, es geht an den wunderschönen Kleopatrastrand, in die Liebesgrotte, man kann vom Boot springen, sich sonnen, von hohen Felsen springen – wirklich zu empfehlen. Alanya selbst ist allemal einen Ausflug wert – es gibt eine ansehnliche Hafen- und Strandpromenade mit vielen Cafés, Bars und Diskos. Hier ist besonders das Robin Hood zu empfehlen – es besteht aus mehreren Etagen, die an den Seiten offen sind. Ganz oben kann man Open Air tanzen, feiern, trinken und auf die herrliche Kulisse herabblicken. In den Diskos muss kein Eintritt gezahlt werden. Die Musik ist westlich. Die Getränkepreise sind nicht viel billiger als in Deutschland, wenn man Importware (z. B. russischen Wodka, deutsches Bier) kauft. Türkischer Alkohol ist günstiger, zum Beispiel Istanblue Wodka und Efes Bier (5 Lira = 2, 94€). Man kann aber auch die Getränkepreise runterhandeln Sowieso: handeln ist in der Türkei Pflicht, gerade Textilien werden erstmal zu absolut überhöhten Preisen angeboten. Die Qualität der Waren ist mittlerweile wirklich gut! Dennoch sollte man den Preis, den man auszugeben bereit ist, niemals mit den Preisen von Originalteilen in Deutschland vergleichen. Absolut unzufrieden war ich mit der deutschsprachigen Reiseleitung: Der Herr hatte am 1. Urlaubstag zum Begrüßungscocktail geladen und war verstimmt, weil sich nicht alle Reisenden dazu verpflichten lassen wollten. Er wollte uns absolut überteuerte Touren verkaufen, z. B. Jeep Safari für 35€ (ich habe 15€ bezahlt) die auch noch 5€ teurer wurden, wenn man nicht sofort buchte. Das Allerletzte war allerdings, dass er gelogen hat: Er meinte, dass es die bekannten Textilbasare in Alanya nicht mehr gibt, bloß noch Märkte für Gewürze. Bloß in Antalya gebe es riesige Basare – er bot selbstverständlich eine Shopping Tour dorthin an. Er hat nicht die Wahrheit gesagt, sowohl in Oba (dem Vorort) als auch in Alanya gab es Unmengen an Händlern für Textilien, Uhren, Schmuck, Spiele etc. Wichtig ist, die Etiketten von der gekauften Kleidung zu entfernen, sonst kann es am Flughafen sowohl teuer (Zoll) als auch unangenehm (Produktpiraterie) werden.


Zimmer
  • Gut
  • Das Hotelzimmer (Standartzimmer) war schön, anfangs sauber und schlicht, aber ausreichend möbliert. Ich hatte trotz Einzelzimmerbuchung ein Doppelzimmer mit zwei Einzelbetten, gemütliche Matratze, Kissen und dünner Decke. Die Klimaanlage funktionierte entgegen der Katalogbeschreibung („stundenweise“) immer und war außergewöhnlich gut, sie kühlte bereits nach wenigen Sekunden und war geräuscharm. Die Temperatur konnte man zwischen 18°C und 30°C einstellen. Es gab ein Telefon (nur für Anrufe von / zur Rezeption), einen Tisch mit Fernseher inklusive zwei deutschen Sendern (RTL und ZDF), einen großen Einbauschrank mit zahlreichen Kleiderbügeln, einen großen Spiegel, zwei Sessel und einen Hocker. Auf dem kleinen Balkon gab es einen Tisch und zwei Stühle. Das Bad war mit Dusche (immer warmes Wasser), Toilette, Waschtisch, Handtuchablage, Zahnputzbecher, Spiegel, Fön und genügend Stellfläche für Kosmetika. Das Wasser aus den Hähnen darf man auf keinen Fall trinken. Zum Duschen, Waschen und Zähneputzen ist es aber okay. Die Handtücher wurden nach Bedarf täglich gewechselt (man muss das auszutauschende Handtuch in die Dusche legen), Toilettenpapier bekam man, wenn die Rolle zu Ende ging, Bettwäsche wurde nicht gewechselt. Es gab drei deutsche Steckdosen, so dass man keine Adapter brauchte. Das Zimmer war nicht sonderlich hellhörig, Geräusche kamen zahlreich von draußen (von der einen Seite Poolbar, von der anderen Seite Bar in der Stadt), aber nicht von den Nachbarzimmern. Man konnte allerdings hören, wenn im Zimmer drüber Leute laut waren. Besonders laut war es, wenn jemand die Toilettenspülung benutzt hat.


    Restaurant & Bars
  • Gut
  • Es gibt eine kleine Außenbar und eine größere überdachte Bar am Hotel. Der Essbereich ist ebenfalls überdacht und schlicht eingerichtet. Zum Anfang des Büffets ist noch alles sauber, nach kurzer Zeit sehen die Tische aber recht verdreckt aus, da die Decken erst nach dem Essen gewechselt wurden. Mitarbeiter des Hotels haben aber zwischendurch die Krümel vom Tisch gefegt. Ständig stehen ein Wasserspender sowie zwei verschiedene Fruchtsäfte zur Verfügung. Das Frühstücksbüffet (7: 30 bis 9: 30 Uhr) ist in Ordnung, sehr lecker, aber nicht sonderlich abwechslungsreich. Es gibt kleine süße Brötchen, Weißbrot, Cornflakes, Gurken, Tomaten, Eier, eine Sorte Käse, eine Sorte Wurst, Butter, Marmelade und Honig. Zum Trinken gibt es Milch und Kaffee. Das Mittagessen und den Nachmittagssnack kann ich nicht bewerten, ich habe aber gesehen, dass es nachmittags Kaffe und Kuchen / süße türkische Spezialitäten gab. Das Abendbüffet (19: 00 bis 21: 00 Uhr) ist Geschmackssache – es hab jeden Tag vier warme Speisen inklusive Suppe, meist türkische Eintöpfe, einmal Fritten bzw. Nudeln. Das kalte Büffet war da durchaus ansprechender: Kartoffelsalat, Nudelsalat, Gurkensalat, Tomatensalat, Möhrensalat, einige weitere Salate und kalte Platten; außerdem Weintrauben, Wassermelonen und Fladenbrot.


    Service
  • Eher schlecht
  • Das Personal war hilfsbereit und sehr freundlich, manchmal etwas zu sehr und schon nervig, gerade wenn man alleine am Tisch sitzt. Dass das Personal mit Gästen flirtet passiert, aber eindeutige Angebote gehen dann doch entschieden zu weit. Check-In / Check-Out war problemlos, man zeigt seinen Voucher vom Reisebüro gemeinsam mit einem Ausweis vor, dann bekommt man schon Zimmerschlüssel und Klimaanlagenfernbedienung. Die Bediensteten (ausgenommen: Reinigungskräfte) sprachen gerade so Englisch, dass man sich verständigen konnte, einige konnten ein paar deutsche Floskeln („hallo“, tschüss“, „wie geht’s“) – russisch konnten alle. Bei der Ankunft war das Zimmer (wie auch das gesamte Hotel) sauber. Gereinigt wurde das Zimmer in der Woche bloß einmal oberflächlich, nachdem ich in der Rezeption nachgefragt habe. An den restlichen Tagen wurden bloß bei Bedarf Handtücher gewechselt und der Müll geleert.


    Lage & Umgebung
  • Sehr gut
  • Die Lage des Hotels ist super, vom Pool aus geht man eine Unterführung entlang und nach wenigen Metern ist man am Strand. Man geht vom Hotelgelände runter, biegt rechts ab und schon steht man im Ortskern von Oba – hier gibt es alles: Telefonzellen, Post, Wechselstuben, Lebensmittelhändler, Textilienhändler, Restaurants, Bars, Cafés, Autovermietung, Apotheken, Ärztehaus, Friseure, Strandläden, Ausflugsbüros, Internetcafé etc. Das Hotel erreicht man direkt über die Hauptstraße, die am Strand entlanggeht. Neben und vor dem Hotel befinden sich ebenfalls Hotels, man kann aber dennoch vom Balkon aus zwischen zwei Hotels auf das Meer blicken. Die Transferzeit vom Flughafen Antalya nach Alanya (140km) dauert ca. 2 bis 2, 5 Stunden, jenachdem wie viele Hotels angefahren werden müssen. Ausflüge kann man per Veranstalter, Reiseleitung und ortsansässige Vermittler buchen, in der Regel wird man am Hotel abgeholt und auch dorthin zurückgebracht. Beispiele: Alanya Sightseeing, Alanya Nightlife, Pamukkale, Jeep Safari, Quad Safari, Haman (Sauna), Antalya Shopping Tour und 1001 Nacht Boat Trip. Eine Bahn gibt es nicht. Ein Taxistand ist direkt am Ortsanfang von Oba, also quasi direkt am Hotel – ist aber verhältnismäßig teuer. Zu empfehlen sind ganz klar Busse bzw. Dolmus, eine etwas kleinere Busvariante. Dolmus heißt übersetzt „schon voll“, der Name ist System. Eine Haltestelle ist am Taxistand, aber die Busse halten überall – man muss sich bloß bemerkbar machen. Aussteigen kann man beliebig, man muss nur Stop rufen. Eine Fahrt nach Alanya kostet 1 Lira, umgerechnet ca. 58 Cent. Der türkische Straßenverkehr ist abenteuerlich: Vorfahrt nehmen, über rot fahren, mitten auf der Kreuzung stehen, rumhupen, rasen, rechts überholen – völlig normal.


    Aktivitäten
  • Eher schlecht
  • Beliebte Aktivitäten

    • Strand

    Im Hotel gibt es eine Lobby mit Billardtisch (1 Stunde für 5 Lira bzw. 2, 50€), ein paar Sesseln und einem Fernseher mit türkischen Sendern. Draußen ist ein Pool mit Wassertiefen zwischen 1, 70m und 2, 50m. Der Kinderpool ist absolut unnütz und gefährlich, da es ein normaler Pool ist, indem einfach nur weniger Wasser ist. Durch die Distanz zwischen Wasseroberfläche und Pooloberkante muss man sehr nah an den Pool rangehen, um die Kinder zu sehen. Diese Distanz birgt zudem erhebliche Verletzungsrisiken beim Rein- und Rausklettern und Hineinfallen. Am Pool sind genügend Liegen mit Auflagen und Sonnenschirmen, die kostenlos genutzt werden können. Am Strand kosten diese laut Katalog Gebühr, ich musste aber nie zahlen, Preise stehen auch nirgends. Es gibt es ein Volleyballfeld, das mittels Schlauch bewässert werden kann – sonst ist der Sand erheblich zu heiß. Am Strand ist noch eine Bar, wo man Getränke, Eis und Snacks kaufen kann. Direkt neben dem Schwimmbereich kann man Wassersport betreiben: Jetski, Parasailing und Bananenboot, die Preise sind mir nicht bekannt. Der Strand an sich ist schön, sandig, am Ufer wird der Sand etwas grober. Im Wasser sind teils Felsen, es gibt aber eine Schneise, in der man relativ sicher schwimmen kann. Das Wasser ist sehr salzig, sauber, teilweise schöne hohe Wellen. Im Hochsommer ist das Wasser wirklich warm, aber dennoch eine Erfrischung. Am Strand gibt es zudem zwei Duschen und eine Umkleidekabine.


    Preis-Leistung
  • Eher gut

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