Das 1997 eröffnete und zu den "Leading Hotels of the World" zählende "Adlon" gilt noch immer als das Flaggschiff der Berliner Hotellerie, wenngleich sich Hotels wie etwa das "Ritz Carlton" oder das "Hotel de Rome" in punkto Stil und Qualität keinesfalls mehr verstecken müssen. Gleichwohl ist die Herberge eine wirkliche erstklassige Adresse, das fünfstöckige cremefarbene Gebäude mit dem grünen Dach beherbergt einen hervorragend operierenden Hotelbetrieb, welcher wöchentlich Staatsgäste, Prominente aus allen Gesellschaftsschichten, Geschäftsleute, aber auch - vor allem in den preislich günstigeren - Sommermonaten zahlreiche "normale" Gäste sieht, darunter übrigens auch viele Familien mit (Klein-) Kindern. Leider wurde die einstmals wundervolle lichte und geräumige Lobby Lounge mittlerweile mit Mobiliar fast "zugestellt", alles ist ein wenig eng und unübersichtlich, der berühmte Elefantenbrunnen, einstmals Mittelpunkt der Halle, geht fast "verloren". Auch störten mich hier die altbackenen und "großmutterhaften" Sitzmöbel - stilistisch wohl gewollt, aber für meinen Geschmack alles andere als einladend. Denoch hat auch die Eingangshalle ihre attraktiven Seiten, es gibt zwei wundervolle - allerdings desöfteren für Veranstaltungen reservierte - Wintergärten, einen bezaubernden Innenhof sowie eine edle und geschmackvolle Ladengalerie. Alles in allem ist das Wohnen im "Adlon" durchaus ein Erlebnis, auch wenn ich die bereits mehrfach in diesem Forum geäußerte Ansicht, wonach das Hotel das beste Deutschlands wäre, nicht in allen Aspekten teilen möchte.
Ich bewohnte eine kleine Suite mit Blick von einem französischen Balkon auf den Potsdamer Platz und das spektakuläre Holocaust-Denkmal. Die Unterkunft bestand aus einer Diele mit vollständiger, geschickt integrierter Küche und Kühlschrank mit Minibar, einem sehr edel und stilvoll in warmen Farben eingerichteten Wohnzimmer mit Parkettboden, gemütlicher Sitzecke mit Ledersofa und Fernsehsessel, Schränkchen mit Flachbild-TV, Schreibtisch mit Handy- Telefon, PC-Anschluß, Faxgerät, CD-Player mit einigen CD, Bücherecke, separatem Tischchen für Spiele, diversen Lampen und Wandbildern mit Collagen aus dem "alten Berlin". Ein Durchgang führte direkt in den Schlafraum, das Kingsize-Bett war von hoher Qualität , in den beiden Nachttischchen befanden sich "Master" für die Fernbedienung von Lichtschaltern, "Do not disturb" etc. Anschließend ein recht bescheiden dimensionierter Kleiderschrank mit Bademänteln und Hausschuhen sowie ein weiterer Schrank mit Safe. Das Bad hatte eine große Wanne, Doppelwaschtisch mit Spiegelwand, diverse Toilettenartikel sowie eine separate verglaste (und etwas enge) Dusche. Die Toilette schließlich lag zwischen Diele und Bad und war beidseitig betretbar. Alles in allem eine hoch komfortable Unterkunft, besser kann man in Berlin eigentlich nicht wohnen.
Selbstverständlich hält das "Adlon" diverse hochwertigste (und sehr teurere) Restaurants bereit, darunter das feine "Lorenz Adlon" im 1. Stock mit Blick auf das Brandenburger Tor. Ich besuchte lediglich das "Quarré", wo in sehr gediegener und angenehmer Atmosphäre ein gut sortiertes und geschmacklich hochwertiges Frühstücksbuffet aufgebaut ist. Die hierfür abverlangten Preise sind allerdings auch "gediegen": Für das Continental breakfast werden € 29,00, für das gesamte Buffet € 39,00 "fällig", für meinen Begriff etwas überteuert. Wer sparen möchte, findet auf der gegenüber liegenden Straßenseite ein "Starbucks", einige Bäckereien sowie das recht nette Literaten-Restaurant "Theodor Tucher".
Die übergroße Zahl der Mitarbeiter, mit denen ich während meines Aufenthaltes in Kontakt kam, erwies sich als äußerst kompetent, flink und sehr freundlich. An Serviceleistungen finden Sie ohnehin alles, was für ein Weltklassehotel adäquat ist, Concierge und Rezeptionisten haben die Dinge bestens im Griff. Alle Wünsche und Fragen, die ich hatte, wurden umgehend und oft mit einem Lächeln erledigt. Kritikwürdig fand ich lediglich den ein oder anderen Doorman, welche gelegentlich das Grüßen verlernt zu haben schienen und doch recht arrogant wirkten. Auch Hotelmitarbeiter, denen man auf dem Flur begegnet, sollten das Grüßen ihrer Gäste verinnerlichen - meistens klappt´s , manchmal aber auch nicht. Gewiß, das sind nur Kleinigkeiten, aber in einem "Leading Hotel" darf man, finde ich, auf solche "weichen Faktoren" schon Wert legen.
Besser geht´s wirklich nicht: Am noblen Pariser Platz gleich gegenüber des "Brandenburger Tores" gelegen, sind es nur ein paar Schritte zum Regierungsviertel mit Reichstagsgebäude und Kanzleramt. Quasi am Hotel beginnt auch der berühmte Boulevard "Unter den Linden", Museumsinsel und Alexanderplatz sind zu Fuß nach etwa 30 - 40 Minuten erreicht. Der Hauptbahnhof ist gute 2km entfernt (Taxi ca. € 7,00) , zum Flughafen Tegel benötigen Sie mit dem Taxi normalerweise knappe 20 Minuten. Im Grunde können alle berühmten Sehenswürdigkeiten fußläufig erreicht werden, zahlreiche Restaurants, Cafés, Geschäfte befinden sich in unmittelbarem Umkreis. Zur Friedrichsstraße und Gendarmenmarkt (mit traumhaften Schokoladengeschäft!) gehen Sie eine gute Viertelstunde.
Beliebte Aktivitäten
- Geschäftsreise
Im Untergeschoß des Hotels - mit einem speziellen Lift direkt ab Etage erreichbar - liegt ein kleines Hallenbad, die Umgebung hier fand ich etwas düster. Der Pool ist lediglich 1,35m tief, für ein paar Schwimmrunden nach einer anstrengenden Stadtbesichtigung reicht´s jedoch allemal. Eine kleine Bar mit Spirituosen, Kaffee, Tee sorgt für´s Durst löschen, Sie können auch kleine Speisen bestellen und in den kostenlos ausliegenden Zeitungen und Magazinen blättern. Neben der Schwimmhalle ein sehr gut ausgestattetes Gymnasium sowie ein Spa mit kostspieligen, aber laut Prospekt sehr verführerisch klingenden Anwendungen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Alleinreisend |
| Dauer: | 1-3 Tage im Juli 2009 |
| Reisegrund: | Arbeit |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Eberhard |
| Alter: | 61-65 |
| Bewertungen: | 558 |


