Genau drei Jahre sind vergangen, seit wir das Hamburger Traditionshaus zuletzt besuchten, und damit Zeit, sich das „neue“ Atlantic nach Ende der umfangreichen Renovierungsarbeiten einmal wieder anzusehen. Historisch gewachsene Luxushotels mit ihrer reichen Geschichte vermögen Gäste ja vor allem auf einer emotionalen Ebene anzusprechen, aber so strahlend schön sich der unter Denkmalschutz stehende Bau aus der Gründerzeit von außen auch präsentiert – innerlich erinnerte kaum noch etwas an die Grandezza von über einhundert Jahren Grandhotellerie. „Der Charme des Verlebten“, wie Dauermieter Udo Lindenberg so schön formulierte. Finanzierungsprobleme, Streit zwischen Pächter Kempinski und dem Besitzer (der 2010 tragischer weise in seinem eigenen Hotel an einem Stück Fleisch erstickte) und ein über Jahrzehnte gewachsener Renovierungsstau besonders im Bereich der Gästezimmer sorgte schließlich für die Aberkennung der 5-Sterne-Klassifizierung, den Ausschluss bei den Leading Hotels of the World und eine verheerende bundesweite Presse. Hotel- und Restauranttester Heinz Horrmann – zu ihm kommen wir noch – sagte in einem Zeitungsinterview, das Hotel sei „alt, müde und abgewohnt“, und er sehe derzeit keinen Grund, dort zu übernachten. Peter Pusnik, der pünktlich zu Baubeginn die Leitung des Hauses übernahm, schien wahrlich nicht zu beneiden, bezeichnet das Atlantic aber inzwischen als seinen Lebenstraum. Achten Sie mal drauf: Man wird ihm zu jeder möglichen und unmöglichen Zeit im Hotel über den Weg laufen. Während der nun folgenden, rund zweieinhalbjährigen Kernsanierung der Stockwerke eins bis vier hat man sich bei laufendem Betrieb konsequent von allem Althergebrachten getrennt, den ollen Plunder raus geschmissen und ein ganz neues Designkonzept umgesetzt – fast ist man versucht zu sagen: Atlantic goes Themenhotel; die 245 Zimmer und Suiten präsentieren sich im völlig neuen Gewand. Rund 30 Millionen Euro wurden investiert, jetzt sollten wieder positive Schlagzeilen geschrieben werden. Grundidee war eine Weltreise, bekanntlich wurde das Atlantic ursprünglich für die Erste-Klasse-Passagiere der großen Luxusliner eröffnet. So findet sich jetzt auf jedem Stockwerk ein anderer Kontinent, freilich sehr dezent und nur in den Zimmern umgesetzt; lediglich die verwendeten Stoffe und Farben unterscheiden sich von einander, das Mobiliar ist in allen Zimmern gleich. Afrika (gelb und braun) im ersten und Asien (rot und golden) im vierten Stock sind wohl noch zu erkennen; bei Europa (blau und silbern = Jugendstil?) im zweiten und Amerika (violett und grün = Art Déco?) im dritten Stock bedarf es dann schon einiger Phantasie. Australien übrigens fehlt, da im Eröffnungsjahr 1909 noch keine regelmäßige Schiffspassage von Hamburg Richtung Down Under existierte. Oder schlicht, weil es kein fünftes Stockwerk gibt? Die hohen, endlos langen Korridore wurden leicht abgesenkt und verschmälert – was natürlich wieder der Zimmergröße zugute kommt –; Wandleuchter wie Bullaugen und Vitrinen mit maritimen Ausstellungsstücken Hamburger Reeder und Museen unterstreichen die traditionelle Verbindung zu Schifffahrt und Meer. Die Idee an sich finden wir sehr interessant, die Umsetzung besonders in den Zimmern hingegen nicht ganz so gelungen. Herausgekommen ist unserer Meinung nach ein zögerlicher Stilmix, der nicht wirklich zu den prächtigen öffentlichen Bereichen des Hauses passen will, eine durchaus edle, gleichwohl eher halbherzige Mischung aus Gestern und Heute, die dem Liebhaber klassischer Grandhotels (wie uns) zu modern erscheinen mag und jenen, die sonst in Rocco-Forte-Häusern absteigen, schon wieder langweilig. Nun also, nach der großen Einweihungsfeier Ende August mit viel Prominenz (und, natürlich, Udo Lindenberg, der entgegen anders lautenden Gerüchten nicht ins Le Meridien umgezogen ist) präsentiert sich die Grande Dame der Hamburger Hotellerie wieder als eines der – na, sagen wir: drei – besten Häuser der Stadt. Ob man dann das hanseatische Understatement des Vier Jahreszeiten, die Abgeschiedenheit des Louis C. Jacob oder das trubelige Durcheinander des Atlantic Kempinski bevorzugt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Und Heinz Horrmann? Dem begegneten wir gerade noch bei unserer Abreise; die Rezeptionistin meinte fröhlich, klar, der wohne jetzt wieder hier. Immer noch eines der schönsten Hotelbücher überhaupt: „Gepäckschein 666“ von Alfred Weidenmann (1953), die Abenteuer des 14jährigen Hotelpagen Peter Pfannroth, der seine Ausbildung im Hamburger Atlantic beginnt und nebenbei noch einen Banküberfall aufklärt. Erinnert in seinen besten Momenten an die Jugendbücher Erich Kästners – mehr Lob geht nicht. Die perfekte Atlantic-Lektüre.
Nach dem Zimmertausch wegen der fehlenden Badewanne bezogen wir also Zimmer 304 mit Blick zur Seitenstraße. Das Zimmer hat eine Größe von gerade 25 qm und gehört damit, wie aus dem Flucht- und Rettungswegeplan ersichtlich, zu den kleinsten Einheiten des Hauses, wobei immerhin die hohe Decke das Zimmer etwas streckt und die knappen Ausmaße kaschiert. Das Inventar wirkt ein ganz klein wenig gestaucht, dennoch wurde alles so geschickt plaziert, dass keine Kanten und andere Stolperfallen den Durchgang erschweren. Durch das raumhohe, doppelt verglaste Fenster schaut man auf den Holzdamm und die Silhouette der Stadt, beugt man sich weit über das Balkongeländer, kann man noch ein Stückchen der Außenalster erhaschen. Dem sich uns nicht ganz erschließenden Farbkonzept „Amerika“ folgend präsentieren sich Teppich und Stoffe in kräftigem violett und grün, wohingegen das dunkelbraune, fast schwarze Mobiliar aus indonesischem Makassar-Holz einen strengen Kontrast bildet und der ebenfalls schwarze Kronleuchter aus Murano-Glas eher in einen venezianischen Palazzo als zum hier zitierten Art Déco der 30er Jahre passt. Besonders der große Schrank, der an die früheren Schrankkoffer der Überseepassagiere erinnern soll, wirkt auf uns in dieser Umgebung wie ein Fremdkörper. Zudem ist der sich darin befindende Stauraum denkbar gering, da sich hierin auch bereits Minibar, Nespresso-Maschine, Minisafe (in angenehmer Höhe) und eine integrierte Kofferablage fürs Handgepäck befinden; ein zweites Koffergestell zum Ausklappen steht separat anbei, vermag aber ebenfalls nur kleine Gepäckstücke aufzunehmen. Das große Doppelbett mit seiner soliden Matratze, den würdevollen inszenierten Kissen mit Weltkugel-Emblem und der erstklassigen Bettwäsche bietet ausgezeichneten Schlafkomfort, an diesem milden Herbsttag jedoch empfanden wir die schwere Winterdecke als viel zu warm. Trotzdem haben wir sehr gut geschlafen; die Klimaanlage schafft Abhilfe, und kein Laut dringt von Straße, Flur oder Nebenzimmer herein. Leider lassen sich die Lichtquellen nicht vom Bett aus steuern, der Generalschalter befindet sich im Eingangsbereich und so ist man ständig unterwegs, vergessene Lampen ein- oder auszuschalten. Als für ein völlig neu renoviertes Zimmer angemessen empfanden wir die technische Ausstattung (LG-Flachbildfernseher mit Radiofunktion und Musikauswahl, iPod-Dockingstation); besonders das kostenlose WLAN – funktioniert im ganzen Hotel und sogar im Pool-Bereich einwandfrei – hat uns gefreut und ist bei Kempinski bisher noch nicht selbstverständlich. Dabei muss man hier nicht, wie sonst so oft, einen ellenlangen Buchstaben-Zahlencode eingeben, sondern lediglich seinen Namen und die Zimmernummer. Man kann nur hoffen, dass dies zukünftig auch in anderen Kempinski-Häusern so übernommen wird. Bei der Ankunft erwartet uns die obligate Begrüßung über den Fernseher, ein standardisiertes Schreiben der Direktion, eine für den Anreisetag aufgeschlagene Programmzeitschrift und zwei kostenlose Flaschen Stilles Wasser; eine Obstschale wird kurz darauf nachgereicht, und auch die Minibar muss nachträglich noch aufgefüllt werden. Dort findet sich neben dem üblichen Standard zu den üblichen überzogenen Preisen auch Exquisites wie eine 0,375-Liter-Flasche Champagner von Alfred Gratien für 45,- Euro. Und die schönen Gläser von Spiegelau sieht man auf dem Zimmer ja nun auch nicht jeden Tag. Besonders positiv hervorzuheben: Alles wirkt so frisch und unberührt, als sei man der erste Gast. Natürlich sollten Mobiliar und Teppich noch keine argen Abnutzungserscheinungen zeigen, ist das Zimmer doch höchsten zwei Jahre alt, aber der kritische Blick auch auf Bilderrahmen, unter das Bett und weitere Problemstellen zeigt, dass das Housekeeping erstklassige Arbeit verrichtet hat. Erschien uns das Zimmer auf den ersten Blick schon klein, so erweist sich das in braunem und schwarzem Marmor verkleidete Bad als wirklich winzig – dafür hat es nun endlich auch eine Badewanne. Trotzdem ist es so eng, dass man vom Mittelpunkt aus fast alles erreichen kann, ohne sich groß bewegen zu müssen. Kein Wunder, dass es da auch an Ablagemöglichkeiten fehlt. Die Dusche ist in die tiefe Wanne integriert, die Toilette ist nicht abgetrennt, ein Bidet existiert genau so wenig wie ein gemäß den Zertifizierungsrichtlinien für 5-Sterne-Hotels vorgesehenes Telefon. Im Waschbecken kann das Wasser nicht ablaufen, da der Abflussstöpsel defekt ist, die bekannten Guest supplies der Hausmarke in den unschönen Gummituben haben uns auch in anderen Kempinski-Hotels nicht gerade umgehauen (in den Suiten immerhin gibt es Pflegeprodukte von Molton Brown), und der Wasserdruck ist so schwach, dass das Befüllen der Wanne eine gefühlte Ewigkeit dauert. Dafür beeindruckt der die gesamte, aber unglaublich schmale Tür einnehmende Ganzkörperspiegel. Die Ausleuchtung ist so gut, dass der unbeleuchtete Kosmetikspiegel nicht weiter stört, die Lüftung arbeitet einwandfrei – bloß wie funktioniert der Schalter mit dem Heizungssymbol neben der Tür? Nein, keine Fußbodenheizung: Wie wir später erfuhren, wird lediglich ein kleiner Teil der Wand hinter dem Handtuchhalter erwärmt. Na ja, darauf muss man erst mal kommen.
Wir hatten auch dieses Mal ganz bewusst ein Zimmer ohne Frühstück gebucht, weil die verlangten 36,- Euro pro Kopf dann doch bei weitem unsere Schmerzgrenze übersteigen – dafür kriegt man im Ibis-Hotel gegenüber schon ein Zimmer. Apropos Ibis: Dort haben wir dann morgens für nur 20,- Euro (zwei Personen) sehr gut gefrühstückt, herzhaft und lecker, zwar ohne Lachs, Sekt und derlei Köstlichkeiten, aber satt wurden wir allemal. Dabei hat man jetzt im Atlantic mit dem "Bodyclock"-Breakfast gerade ein besonders gastfreundliches Konzept entwickelt: In einem international Hotel haben Gäste aus unterschiedlichen Zeitzonen schließlich auch zu unterschiedlichen Zeiten Lust aufs Frühstück und können es sich neuerdings 24 Stunden lang rund um die Uhr aufs Zimmer bestellen. Nachmittags zum High Tea in die Lobby unter dem strengen Blick von Kaiser Wilhelm. Auch die beeindruckende Atlantic-Halle hat jetzt ein Soft-Lifting erfahren, die grauen Wände lassen die Räume heller und freundlicher erscheinen. Spektakulär der neue Teppich aus Seidenwolle, in Thailand handgefertigt, braun und gelb in der Mitte und zu den Rändern hin blau gesprenkelt, was ein wenig so aussieht, als würde Sand an einen einsamen Strand gespült. Dies ist zweifellos der schönste Platz des Hauses, die Ledersofas zum Einschlafen bequem, sehen und gesehen werden (Herrn Lindenberg z. B., den man immer, aber auch wirklich immer hier antreffen kann); Grandhotel-Feeling pur, und so stört es auch kaum, dass der Kaffee so stark gekocht war, dass es einem die Schuhe auszieht (und Sodbrennen verursacht). Besonders zur Weihnachtszeit, bei knisterndem Kaminfeuer und süßem Gebäck, vermögen wir uns in ganz Hamburg keinen schöneren Ort vorzustellen. An diesem außergewöhnlich sonnigen Herbsttag mit Temperaturen von über 20 Grad verwunderte es allerdings, dass trotz unserer Nachfrage nicht im Innenhof eingedeckt werden konnte. Am Abend siegte dann mal wieder die Bequemlichkeit, so dass wir den Room-Service bemühten. Und tatsächlich, als mühsam erwies sich unsere Bestellung dann irgendwie auch: Eine geschlagene Stunde warteten wir auf unsere doch recht einfache Bestellung (je einmal Cheeseburger und Clubsandwich mit Pommes Frites, „Wartezeit ca. 20 Minuten“), telefonierten dem Etagenkellner hinterher und saßen mit knurrenden Mägen auf unserem Zimmer fest. Tja, und das Essen war dann trotz Hot Box natürlich gerade noch lauwarm, weil der Trolley vermutlich eine halbe Stunde irgendwo in der Küche rumgestanden hat. Und auch, dass der auf den Flur geschobene Servierwagen nach unserem Anruf, man könne ihn jetzt abholen, noch über zwei Stunden vor unser Tür stand, ist eindeutig ein Zeichen von personeller Unterbesetzung. Immerhin hat’s dann doch noch sehr gut geschmeckt, und von der Menge der Pommes allein hätte man schon satt werden können. Als wir gegen 23 Uhr spontan noch einmal die Atlantic-Bar aufsuchten, fanden wir wider Erwarten nur noch wenige freie Tische vor, erstaunlich für einen Wochentag. Einen solch munteren Barbetrieb zu fortgeschrittener Stunde wünscht sich so mancher Hoteldirektor. Doch anscheinend gehört diese Bar nicht nur bei Hausgästen, sondern auch bei den Hamburgern zu den besonders beliebten Adressen. Weniger des modernen Art Déco-Ambientes wegen, das im krassen Gegensatz zur klassischen Lobby steht, sondern aufgrund der aufmerksamen und engagierten Mitarbeiter, des umfangreichen Angebots, einem sehr lebhaften Pianisten und der für eine Hotelbar noch akzeptablen Preise (kleines gezapftes Bier 5,- Euro, erstklassig gemixter Mojito 13,- Euro, offene Weine ab 5,30 Euro). Und Udo Lindenberg ist beileibe nicht der einzige Promi, den man hier erblicken kann.
Fehler können immer mal passieren – entscheidend ist, wie damit umgegangen wird. Hier exemplarisch zwei Beispiele, wie es sein sollte ... und wie eben gerade auch nicht. Beides betrifft die Rezeption. Wir hatten im Vorfeld bei der Reservierungsabteilung ein Superior-Zimmer im 2. Stock, also der „europäischen“ Etage, erbeten, Nichtraucher, Fenster zum säulenumrahmten Innenhof, möglichst mit Badewanne, was man uns per e-Mail und später beim Check-in auch alles zusicherte. Dazu noch schnell: Nach Auskunft des Hotels kommt es bislang nicht allzu häufig vor, dass Gäste den Wunsch nach einer bestimmten Stilrichtung ihres Zimmers äußern; entweder kennen sie das neue Konzept noch nicht, sie lassen sich gerne überraschen oder es ist ihnen schlichtweg egal. Trotzdem versucht die Reservierungsabteilung natürlich, auf solche individuellen Wünsche Rücksicht zu nehmen. Eine Badewanne vermochten wir dann aber in Zimmer 269 beim besten Willen nicht zu finden, woraufhin sich die Rezeption umgehend um ein anderes Zimmer bemühen wollte, nicht ohne uns in der Zwischenzeit auf ein Getränk in die Bar einzuladen. Wie aus dem Lehrbuch des Reklamationshandlings – nett. Schließlich landeten wir auf der 3. Etage (Amerika), mit Blick zur Seitenstraße – nicht perfekt, aber die Rezeption hat alles versucht, die ob des schlechten ersten Eindrucks vielleicht enttäuschten Gäste doch noch von der Qualität des Hauses zu überzeugen. Und dies auch noch, sehr wichtig, mit einem Ausdruck aufrichtigen Bedauerns. Zweiter Fall: Den Gästen wird auf Wunsch am Morgen eine Zeitung aufs Zimmer gebracht und, wie überall auf der Welt, in einer Tüte an die Türklinke gehängt. Der Weckruf erfolgte pünktlich und ausgesprochen freundlich um 7 Uhr, die Schuhe standen bestens geputzt vor der Tür – nur die Zeitung fehlte. Vergessen, dachten wir und riefen die Rezeption an. Bei der Antwort konnten wir dann aber nur noch staunen: „Oh, der Hausdiener macht wohl gerade seine Runde. Zeitung kommt sicher noch“. Kam sie auch tatsächlich, aber erst eine gute halbe Stunde später. Nun ist es aber zum einen ungewöhnlich, dass eine gängige Tageszeitung wie DIE WELT zu so doch schon fortgeschrittener Morgenstunde gerade erst verteilt wird, zum anderen hätte man uns ja spätestens nach unserem Anruf umgehend eine Zeitung aufs Zimmer bringen können. Wenn die Gäste jetzt schon der Zeitung hinterher telefonieren müssen ... Ansonsten verhalten sich die Mitarbeiter im gesamten Hause hilfsbereit und gut geschult, grüßen jederzeit freundlich und agieren ganz allgemein auf einem Service-Niveau, wie man es bei 5 Sternen superior erwarten kann, allerdings auch ohne es mit der Fürsorge zu übertreiben – der Gast wird weitestgehend in Ruhe gelassen; wenn er etwas will, muss er schon Bescheid sagen. Aber das ist vielen Gästen ja auch ganz recht so. Unserer Bitte nach einem Late-Check-out schließlich wurde gerne und unkompliziert entsprochen. Die üblichen Dienstleistungen eines 5-Sterne-Hotels wie Valet Parking, Turndown-, Concierge- oder 24-Stunden-Zimmerservice sind in einem Kempinski-Hotel eh selbstverständlich.
Nun, die Lage des Hotels dürfte als bekannt vorausgesetzt werden. Oder man lese die 300 anderen Bewertungen auf diesem Portal. Interessanter schon die Frage des Parkens, denn zumindest unter der Woche wird man schwerlich einen Parkplatz in Hotelnähe ergattern, und 32,- Euro Parkgebühr für die sich baulich nun wirklich nicht mehr im allerbesten Zustand befindende Hotelgarage (abblätternder Putz auf dunklen Autodächern) erscheint uns doch ziemlich überzogen. 13,- Euro pro Tag kostete schließlich das öffentliche Parkhaus am Hauptbahnhof, das hier zuvor schon von einigen anderen Rezensenten empfohlen wurde; bei schönem Wetter und mit leichtem Gepäck ein hübscher Spaziergang durch St. Georg (der bessere Teil). Ansonsten natürlich: Taxi – auch wenn die Fahrer vielleicht maulen – oder sich von einem Pagen abholen lassen.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
Nix Neues aus der Energy Clinic; dies ist der einzige Bereich des Hotels, der sich seit unserem letzten Besuch so gut wie gar nicht verändert hat. Da der Anbau zur Alstertwiete mit Schwimmbad, Fitness- und Beauty-Bereich sowie den letzten unrenovierten Zimmern im Zuge der Sanierungsarbeiten wohl demnächst der Abrissbirne zum Opfer fallen dürfte, sieht man auch verständlicherweise keinerlei Bedarf, hier noch groß aktiv zu werden. Einige unbequeme Liegen stehen bereit, dazu kostenloses Wasser und Tee, diverse Werbezeitschriften von BMW, Diners Club und ähnlichem, blaues Neonlicht schmeichelt dem Teint, von einer winzigen Außenterrasse mit Kunstrasen kann man ein Stück Alster erspähen: Der herbe Charme eines Hallenbades aus den 70er Jahren. Während sich die Mitarbeiterinnen als ausgesprochen sympathisch und kompetent erweisen, ist zumindest die Hardware von asiatischen Spa-Verhältnissen meilenweit entfernt. Sehr angenehm immerhin, dass wir am Pool und in der Sauna zu jeder Tageszeit so gut wie die einzigen Gäste waren; den winzigen Fitnessraum in einem ehemaligen Classic Room mit genau drei (!) Trainingsgeräten musste ich mir am späten Vormittag dann sogar erst aufschließen lassen (Öffnungszeiten 7 bis 22 Uhr ...). Dafür hat man von hier einen wunderbaren Blick auf die Außenalster – also nutzen wir doch lieber gleich den Jogging-Plan, der auf dem Zimmer ausliegt und laufen etwas an der frischen Luft. Unter einer „Wellness-Oase im Herzen Hamburgs“ (Eigenwerbung) stellen wir uns jedenfalls etwas anderes vor.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im Oktober 2012 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Matthias |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 25 |


