Der "Bären" besteht aus mehreren Gebäuden, die verschiedenen Alters sind und durch die Durchfahrtsstraße getrennt werden. Das Hotel liegt mitten im Ort und verfügt über zwei Restaurants (Bären und "Stuben"), mehreren zusätzlichen Gasträumen, einem kleineren Biergarten an der Straße, einem unattraktivem Biergarten 100 m hinter dem Restaurant und einem zusätzlichen Gästehaus. Die Zufahrt zu den eher spärlichen Parkplätzen ist schmal und schwer zu finden, die Hinterhöfe und viele Winkel neigen zur Verwahrlosung. Insgesamt zeigt alles Wachstum aus kleineren Anfängen, ohne dass ein stimmiges und vor allem qualitativ akzeptables Konzept erkennbar ist. Irgendwann muss es wohl besser gewesen sein, aber das scheint schon eine längere Zeit her zu sein. Gäste waren Rentner und eine in der Nacht im hellhörigen Hotel überaus laute und ungezogene Studentengruppe aus Holland, der Bären scheint eine Durchgangsstation für Busgruppen zu sein. Man kann da schon übernachten und frühstücken - muss man aber nicht...
Zeitreise pur: Bilder von stolzen Schwarzwäldern - späte 50er Jahre, laute und undichte Rollladen aus Holz - 60-er Jahre, ebenso die Fenster mit schon lange nicht mehr gesehenen Beschlägen. Das gesprenkelt bechichtete Brett über dem Heizkörper kenne ich so noch aus der Wohnung meiner Großmutter, die Sessel mit völlig abgegriffenen Holzlehnen frühe 70er, Deckenlampe aus der selben Epoche. Türen und Türbeschläge stammen vermutlich ebenfalls aus dieser Zeit, weiße PVC--Panele an Decke und Wänden vielleicht aus den 80ern, die Möbel scheinen damals neu angeschafft worden zu sein. Der Bodenbelag aus PVC ist höchstens 15 Jahre alt und entspricht im Alter wohl den Farbflecken auf Heizkörper und Fensterrahmen, doch das nette Bad , allerdings mit defektem Duschkopf, ist wohl zwischen 5 und 10 Jahre alt. Der hervorragend funktionierende Fernseher konnte von mir nicht zugeordnet werden - eine Rarität: "ITT-Nokia" !!! Das tiefgraue, raue und einlagige Toilettenpapier enthält wohl recyceltes Papier aus all diesen Epochen.
Das Frühstück war ausreichend (abgepackte Marmelade, eine Sorte Einfachbrötchen, Brot, Nutella, Joghurt, Fruchtsalat aus der Dose, eine Sorte Müsli, 3 Sorten Wurst und eine Sorte Käse, schwacher Kaffee, Orangen- und Multivitaminsaft ) aber schon etwas dürftig und lieblos. Die Qualität der Wurstwaren ist recht gut. Im "Bären" ist ein Sammelsurium von teilweise recht geschmacklosen Dekogegenständen ( z.B. vier ausgetopfte Waldtiere, die Skat spielen...) nicht in der Lage, die fleckigen Polster und abgestoßene Möbel und Wandvertäfelungen zu verbergen. Beide Restaurants haben die hier üblichen Speisen ohne besondere Finesse. Leider zwiespätig ist auch der Eindruck in der "Stuben", dem angeblich gehobeneren Restaurant auf der anderen Straßenseite. Ein an sich leckerer Salat war leider zu frisch aus dem Kühlraum geholt und deutlich zu kalt, das Schweinerückensteak von hervorragender Qualität gut zubereitet, super "Breitspätzle" und nette Gemüsegarnitur mit Champignons und Pfifferlingen insgesamt gut. Leider waren die Pfifferlinge tiefgefroren und nicht frisch und entsprechend wässrig und zäh - schade. Anständiger Wurstsalat - aber beides eben für die gebotene Menge und Qualität und für das auch etwas verbrauchte Ambiente überteuert. Eine Halbe Bier kostet in beiden Restaurants 3.50 Euro, entsprechend diesem Maß sind die Preise für die anderen Getränke aber auch für die Speisen. Der Koch in der Stuben könnte es schon..., aber man meint einen gewissen Kostendruck zu spüren.
Das während unseres Aufenthaltes ständig wechselnde Personal an der Rezeption machte einen völlig unprofessionellen und überforderten Eindruck. Die im Hotelgutschein zugesicherte "Konus-Karte" mit kostenloser Beförderung... haben wir nicht erhalten, auch das Begrüßungsgetränk fiel aus und einfache Fragen zu geeigneten Wanderwegen konnten nicht beantwortet werden. Darf hier jeder aus dem Dorf mal? Jede einfache Pension wirkt professioneller. Das Zimmer war wenigstens einigermaßen sauber. Im Frühstücksraum waren die Damen durchaus freundlich, doch macht es keinen guten Eindruck, wenn vor den Gästen gestritten wird.
Oberharmersbach liegt schön und ruhig und verfügt über viele Wandermöglichkeiten. Wer Ruhe und Natur sucht, wird hier fündig. Wanderer und Naturliebhaber können sich hier sicher ganz gut erholen. Abendunterhaltung ist eher in Zell (etwa 5km) zu finden, Gengenbach ist nicht weit. Ansonsten ist das Angebot eher mager und auf ältere Gäste ausgerichtet.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Irgendwo in den Gängen stehen ein Glücksspielautomat, eine alte Schuhputzmaschine,ein Fipper und eine Dartscheibe. Höhepunkt ist ein Schaufenster mit Honig und Schnaps, auch scheint es einen Schinkenverkauf zu geben. Hochinteressant sind auch die Speisekarten im Aufzug in alten DM-Preisen. Man kann sich auch in Schaubildern über unbekannte (mir jedenfalls, ich bitte um Entschuldigung) Volksmusiker und über die Schlachtqualität einheimischer Rinder in Form von abgebildeten Rinderhälften samt stolzer Metzger informieren. Mehr haben wir nicht entdeckt, aber deswegen sind wir ja auch nicht gekommen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im März 2011 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Martin |
| Alter: | 51-55 |
| Bewertungen: | 71 |


