Seit mittlerweile vier Jahren kennen wir den Plunhof in Ridnaun als Gäste. Die insgesamt hohe Qualität hat in dieser Zeit keine Einbuße erlitten, das Ambiente des 4-Sterne-Hauses ist nach wie vor gediegen, der Wohlfühleffekt tritt schon beim Betreten des Foyers ein. Viel Holz, warme Töne der Textilien und Südtiroler Handwerkskunst in runder Harmonie. Eine Linie, die sich konsequent durch das ganze Haus zieht, von der Aufenthaltshalle durch die Flure bis in die Speiseräume. Die Einnahme des Abendessens erfolgt in urgemütlichen Stuben und in einem Speisesaal, auf den diese Bezeichnung aber eigentlich gar nicht zutrifft. Denn durch innenarchitektonische Kniffe wurde aus dem „Saal“ ein Essensbereich mit vielen Nischen, die den Aufenthalt überaus angenehm gestalten. Keine Massenabfertigung, sondern individuelle Verköstigung. Erfreulich auch der Umstand, dass es im Plunhof – im Gegensatz zu vielen anderen Südtiroler Hotels – für das Abendessen keine fix angesetzte Beginnzeit gibt: Man kann jederzeit zwischen 18:30 und 20:00 kommen. Wer hungrig ist, trudelt schon um halb sieben ein, wer sich länger im Wellnessbereich oder „Outdoor“ aufhalten will, kurz vor acht. Das vermeidet die sonst oft stattfindende Schlacht am Salatbuffet unmittelbar nach Öffnung der Speiseräumlichkeiten. Positiv auch die kostenfreien Autoabstellplätze in der hoteleigenen Garage. Die folgenden kurzen Bemerkungen sollen wenigerals Kritik aufgefasst werden, viel eher als Denkanstoß. Ob zum Beispiel bei Konsumation einer Flasche Wein dazu getrunkenes Leitungswasser mit Euro 2,50 (auf der Rechnung als „Aqua-Service“ ausgewiesen) verrechnet werden muss, sei dahingestellt, denn zum Espresso oder Cappuccino ist ein Glas Wasser selbstverständlich. Wäre ich Hotelier, würde ich sehr wohl zwischen Gästen, die ausschließlich Leitungswasser konsumieren und solchen, die dieses zu einer Flasche Wein trinken, differenzieren. Ein weiterer Punkt: Am Plafond seiner Kapazität scheint im Winter der Wellnesstrakt angelangt zu sein (im Sommer ist dies wegen der vorhandenen Liegewiesen nicht relevant): Wenn sich nach dem Skitag Sauna- und Hallenbadbereich zu füllen beginnen, sind die vorhandenen Liegen bald belegt. Mit dem Problem eher knapp bemessener Wellnesseinheiten kämpfen unserer Erfahrung nach übrigens viele Hotels in Südtirol: Die Zahl der Zimmer und damit der Betten und Gäste ist in den vergangenen Jahren vielerorts gestiegen, die Sauna- bzw. Poolareale hingegen blieben weitgehend unverändert. Irgendwann treten da zwangsläufig Platzprobleme auf, auch wenn die Überlegung von Hoteliers nachvollziehbar ist: Eine Investition in zusätzliche Zimmer bringt zusätzliche Einnahmen, ein Ausbau des Wellnessanlage kostet hingegen nur. Und noch eine weitere Randnotiz: Für Kurzaufenthalte (ein bis drei Tage) verrechnet man im „Plunhof“ im Gegensatz zu den sonst vielerorts üblichen 10 Prozent generell 10 Euro pro Person und Tag. Das kommt zwar allen, die „teuer“ wohnen, zugute (Aufpreis dann rund 7,5 Prozent), kostet aber jenen Gästen mehr, die preiswerter logieren (13,5 Prozent). Zudem gibt es auch in Südtirol Hotels, die bei Buchung „in letzter Minute“ zumindest bei Stammgästen auf einen solchen Zuschlag verzichten. Weil ein belegtes Zimmer allemal rentabler sein dürfte als ein leer bleibendes… Kleine Ungereimtheiten, die wir bei einem Aufenthalt vor rund drei Jahren bemerkt hatten, fielen uns diesmal nicht mehr auf, sie waren offenbar nur temporär gewesen. Das schon erwähnte, auch bei Flaschenweinorder zu bezahlende Krügerl Leitungswasser (2008 verlangte man noch Euro 1,50) sowie die generelle, vom Zimmerpreis unabhängige 10-Euro-Kurzzeitpauschale sind offensichtlich Teil der Kalkulationsstrategie des „Plunhof“-Managements. Sei’s drum, wir sind keine Euro-Klauber, aber erwähnen wollten wir es doch. Im abschließenden Resümee präsentiert sich der „Plunhof“ für uns jedenfalls nach wie vor als einer der Paradebetriebe in Südtirols 4-Sterne-Hotellerie. Winzige Schwachstellen (die bei genauem Hinschauen wohl jedes Hotel aufweist) werden durch Ambiente, Küche, Sauberkeit, Freundlichkeit der Besitzer und des gesamten Personals sowie durch die umgebende landschaftliche Schönheit mehr als kompensiert.
Wir haben bei unserem diesmaligen Besuch ein Komfort-Doppelzimmer (ausreichend groß, schönes Bad) bewohnt. Die harsche Kritik eines Hotelgastes hier in Holidaycheck an der Suite „Tobias“, die uns von einem früheren Aufenthalt her bekannt ist, können wir nicht nachvollziehen. Eingeräumt sei aber, dass es diese Suite laut Prospekt in vier verschiedenen Varianten gibt und wir nur eine davon kennen.
Wer im Urlaub gerne gut isst, hat mit dem Plunhof eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Vom reichhaltigen Salatbuffet mit diversen hausgemachten Dressings, Salzen, Pfeffer, Ölen und Essigsorten über die Antipasti bis zu den einzelnen Gängen mit Suppe, Zwischengerichten, Hauptgerichten und Nachspeisenbuffet – alles erste Qualität, gekonnt gekocht und schön angerichtet. Wer nach dem Dessert in seinem Magen noch ein Plätzchen frei hat, kann nach Herzenslust vom Käsebuffet schmausen oder am Korb mit frischem Obst seinen Vitaminhunger stillen. Die Verwendung heimischer Zutaten ist für das Küchenteam oberstes Gebot. Umfangreich auch das Frühstücksbuffet, das bietet, was des Genießers Herz begehrt. Heimische Produkte sind in Hülle und Fülle vorhanden. Das Abendessen wird übrigens nicht „ruck-zuck“ serviert, sonder nach jedem Gang kann man sich entscheiden, ob man gleich fortsetzen oder aber ein Verdauungspäuschen einlegen will.
Sowohl an der Rezeption (Glas Sekt zur Begrüßung und kleines Geschenk beim Auschecken) als auch im Speisesaal, an der Bar, in den Frühstücksräumen und auf der weitläufigen Terrasse wurden wir liebevoll und aufmerksam umhegt. Beeindruckend das große Maß an Herzlichkeit. Man fühlt sich rundum geborgen und spürt, dass das Haus in familiären Händen liegt (Chefin Paula und ihre acht Kinder führen es). Tadellos ebenso die Zimmerreinigung.
Wer Trubel und Highlife sucht, wer zum Apres Ski die Sau raus lassen will, ist in diesem Tal bei Sterzing und daher auch im Plunhof fehl am Platz. Geboten wird pure Natur, das sollte man wissen. Saftig-grüne Wiesen und majestätische Felsmassive umarmen einen, im Winter punktet das Tal mit Schneesicherheit. Für Ausflüge liegen die schmucken Städtchen Sterzing (ca. 10 Minuten Autofahrzeit) und Brixen (ca. 20 Minuten) nahe, Südtirols Landeshauptstadt Bozen erreicht man in rund 45 Minuten und wer nochmals 20 Minuten drauflegt, ist in der altehrwürdigen Kurstadt Meran mit ihren Laubengängen, Promenaden und einer modernen Therme angelangt.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Skifahrer, die täglich die sportliche Herausforderung oder den ultimativen Kick suchen, dürften ohne Zweifel im weltbekannten Grödental (Wolkenstein, St. Ulrich…) besser untergebracht sein. Dort freilich ist das Preisniveau von Hotellerie und Gastronomie ein anderes. Wer sich im Winter aber mit „normalem“ Skifahren, Langlauf, Rodelfreuden oder ausgedehnten Winterspaziergängen begnügt, wer im Sommer nicht vor der Hoteltür die Dolomiten erkraxeln will, sondern ausgedehnte Bergwanderungen und den Besuch von Almwirtschaften bevorzugt, wird mit Ausgangspunkt „Plunhof“ problemlos fündig werden. Im Zimmer liegt ein schmucker Leihrucksack, auch ein Regenschirm steht bereit, Rodeln können geliehen werden, auf der Kegelbahn kann man „Alle Neune“ anvisieren. Das Hotel bietet für Aktive zudem Mitmachprogramme an.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im Februar 2011 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Wolfgang & Regina |
| Alter: | 56-60 |
| Bewertungen: | 10 |
Liebe Regina, lieber Wolfgang, vielen Dank für die sehr gute Bewertung und für Ihr Kompliment im Titel: "Eine der Perlen in Südtirols Hotellerie" Bedanken möchten wir uns auch für die persönlichen Anregungen. Sie helfen uns damit, „Ihre kostbarste Zeit des Jahres“ noch besser vorzubereiten bzw. den Aufenthalt in Zukunft noch angenehmer zu gestalten. Damit, liebe Regina, lieber Wolfgang, wünschen wir Ihnen alles Gute und grüßen Sie ganz herzlich aus Ridnaun Ihre Familie Volgger & das Plunhof-Team


