Das Hotel ist riesig und weitläufig. Um von der Rezeption ins Zimmer zu kommen, braucht man lang (Flur, Aufzug, Flur, Treppe, Flur, Ecke, Flur, Aufzug, Flur), also ist es eher nichts für Leute, die ein barrierefreies Hotel suchen. Es gibt einen Wellnessbereich (s.u.), ein etwas zu teueres Beautystudio, schöne Gärten und Balkone, eine Dachterrasse und eine Kaffee- und Teestation zur kostenlosen Bedienung. WLAN wird angeboten, habe aber keinen Gebrauch davon gemacht. Die Leseecke ist etwas mager und besteht nur aus alten Büchern. Meidet das Freibad in Loßburg, ich war noch nie in so kaltem Wasser. Zum Parken besser hinter das Hotel fahren, dann hat man es auch nicht so weit zu den Zimmern. Im Speisesaal aufpassen, bei warmem Wetter besser keinen Fenstertisch zum Abendessen nehmen, im hinteren Teil knallt die Sonne rein und es gibt nichts zum Abdunkeln.
Nett eingerichtet mit etwas altmodischem, aber funktionalem, sauberem Bad. Matratzen waren sehr gut. Es gibt eine Minibar, in der aber eine geöffnete Cola stand, einen Flachbildfernseher und einen Balkon, über den man aber auf alle anderen Balkone kommen kann (und ganz ohne Akrobatik). Es gibt viel Stauraum, kein Telefon (was auch unnötig ist). Das Zimmer hatte eine gute Größe.
Das Essen war am ersten Abend wirklich keine Meisterleistung, am zweiten besser. Auf dem Gutschein stand, dass es an einem Abend Buffet geben sollte, war aber leider nicht so. Das Frühstück war überschaubar, aber vollkommen in Ordnung. Schade finde ich die Plastikblumen auf dem Tisch und die gruseligen Puppen auf den Fensterbänken, das muss nicht sein.
Das Personal ist freundlich, aber absolut ungeschult. Bei der Ankunft wurde erst einmal der Begrüßungstrunk vergessen, statt dessen sollten wir, verschwitzt von der langen Anfahrt und umgeben von Gepäck, erst einmal das Auto umparken, da es wohl oft Ärger mit den Anwohnern gibt. Die Leihbademäntel und Handtücher habe ich dann auch selbst an der Rezeption abgeholt und bei der Gelegenheit dann einen lauwarmen Orangensaft im Sektglas erhalten. Beim Essen wurden wir regelmäßig vergessen. Es gab an beiden Abenden vier Gänge, wobei am ersten Abend der vierte eine halbe Stunde auf sich warten ließ, am zweiten wurde der dritte vor dem zweiten serviert, ebenfalls mit enormer Wartezeit. Das lag m.E. daran, dass für unseren Tisch nicht weniger als vier Servicekräfte zuständig waren, die wohl alle dachten, jemand anders hätte uns bereits bedient. Die Zimmerreinigung war vollkommen in Ordnung.
Der Schwarzwald ist natürlich wunderschön und Waldachtal liegt mittendrin. Das bedeutet, dass Wanderer sicher auf ihre Kosten kommen. Will man ein bisschen "Stadtluft" atmen, fährt man nach Freudenstadt, eine kleine, aber auch sehr nette Stadt. In Waldachtal ansich ist nichts los, toter geht es kaum noch, aber das ist ja oft gewollt, wenn man in so eine Gegend fährt, daher kein Nachteil. Das Hotel liegt mitten in einem Wohngebiet, was Probleme beim Parken verursacht. Problematisch ist die Anfahrt, denn man muss wirklich stundenlang durch den Schwarzwald tuckern, mit Pech hinter einem der überraschend zahlreichen LKWs.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Es gibt wohl Leihfahrräder, die wir aber nicht genutzt haben. Die Sauna im Haus ist okay, dann gibt es noch ein völlig überbewertetes Spa im Hotel Himmelreich, das man auch nutzen kann. Das Schwimmbad ist in Ordnung, aber in den beiden Wirlpools war Dreck und Sand. Die Sauna ist vom Schwimmbad aus nicht direkt erreichbar, was ein ständiges Geleier mit An- und Ausziehen und Schwimmtasche mitschleppen bedeutet. Außer mir war zwar keiner in diesem Spa (überhaupt macht das Himmelreich den Eindruck eines Geisterhauses), aber die Anlage ist trotzdem irgendwie unpraktisch, weil man seine Sachen auch nirgends einschließen kann. Auch die Umkleidekabine ist offen. Der Ruheraum ist so charmant wie meine Abstellkammer im Keller.

