Unser neues Zimmer 534, das gaaanz oben, in der 5. Etage, mit zusätzlichem Doppelstockbett als willkommener Kleiderständer und Universalablage, entschädigte uns für den sicher legitimen ersten Versuch: Blick auf das Taurusgebirge, davor die Stadt Manavgat und der gleichnamige Fluss, auf dem wir regelmäßig, auch schon ganz früh, die Ausflugsschiffe von der Stadt Manavgat zum Meer schippern sahen. Wenn wir den Blick nicht ganz so weit schweifen ließen, also ihn eher senkrecht hinab lenkten, sahen wir auf die Poolanlage, die Wasserrutschen, die Bar und den Showbereich. Dazwischen eine sehr schöne Gartenanlage, in der mir vor allem die großen, alten Bäume gefielen. Logisch, dass wir mit dem herrlichen Blick auf die Berge, auch die Geräusche der Nächte akzeptierten. „LINDA“ ist insgesamt schon ein etwas älteres aber noch sehr schönes Hotel. Das Personal ist immer freundlich und zuvorkommend, das Essen sehr abwechslungsreich und lecker. Auch am Strand wurden wir verwöhnt, denn dort gab es ebenfalls eine große Auswahl bei den Speisen zur Mittags- und Kuchenzeit. Das niemand am Strand verdursten musste, organisierten die Mitarbeiter ebenfalls perfekt: Getränke gab es dort bis 17Uhr. Soweit erste Bemerkungen zum Hotel. Keine 10 Minuten benötigten wir, vorbei an Buden, Ständen und Kneipen, um zum LINDA-Strand zu gelangen. Den Rufen der Händler muss man allerdings widerstehen können, sonst geht gar nichts! Die Liegen waren alle schon verlassen, die Bar geschlossen, es war die Zeit des Sonnenuntergangs. Aber wann konnten wir schon mal im weiteren Verlauf sagen, dass alle Liegen leer und verlassen am Strand standen! Mit reichlich viel Zeit ausgestattet – Abendessen ist von 19 bis 21 Uhr – genossen wir die Ruhe ohne die vielen Menschen und das leise, stete Rauschen der Brandung. Die Sonne kündigte schon ihre heutige Verabschiedung an. Verweilen, ausruhen, Urlaub! Die Temperatur lag mit vier Grad mehr schon am ersten Tag über den Prognosen und die sollten sich im positiven Sinne, alle nicht bestätigen. Bis der letzte Sea-Paragleiter unten war und wir spontan den Entschluss gefasst hatten, das machen wir auch; bis die letzten Kinder und die Jetski aus dem Wasser geholt waren und die Bademeister ihre Türme geräumt hatten, ließen wir diese Bilder in uns wirken. Die allerletzten Sekunden wurden von Fotografen genutzt, ihre Shootings in den Kasten zu bekommen. Wir beobachteten Menschenpaare in den merkwürdigsten Verrenkungen, wobei die Sonne immer in diese Figuren eingebaut war. Also mal in den Händen, dann zwischen den Paaren. Dann war se wech, die Sonne. Wieder vorbei an den emsig um einen Verkaufskontakt bemühten Verkäufern und Kneipern, hatten wir aber schon das Eine oder Andere gesehen, wo ein gründlicherer als nur der Blickkontakt folgen würde. Ich sage nur: SCHUHE! TASCHEN! UHREN! APOTHEKEN! Das Abendbuffet überraschte uns mit einer derartigen Vielfalt, dass ich noch mal hoch gegangen war, den Fotoapparat holen. Nicht das Essen in seiner Anordnung, oder die Köche, die an zwei Ständen noch Extravagantes brutzelten, waren mir ein paar Fotos wert. Nee, die Schnitzereien fand ich einfach nur genial. Ich beschreib mal die Anordnung des Buffet: Gleich rechts vor, einen Auswahl von Brotsorten, die jede normale Bäckerei beschämt hätte. Ehrlich, so viele verschiedene Formen und Sorten. Wir kosteten uns in den 10 Tagen durch so einige und waren von keiner Geschmacksrichtung enttäuscht. Am leckersten natürlich das frische Fladenbrot! Dahinter, geradezu, täglich zwei verschiedene Suppen aus dem Bereich der Landesküche. Ich nahm mir nur an zwei Tagen etwas davon, es passte anschließend nämlich nichts mehr in den Magen, von den dutzenden Salaten und Pasta oder sonst weiß wer was Leckerem! Die Suppen waren nämlich wirklich sehr gut! Links neben dem Eingang, gleich hinter den Tellern und Schüsseln ging es los mit den Verführungen, denen viele der Urlauber hoffnungslos erlagen. Die Versuchungen beginnen mit verschiedene Wurstplatten, immer sehr gekonnt garniert, gehen weiter über Käseplatten, die die gesamte Breite abdecken – also vom Schnittkäse, Weichkäse, Schafskäse… Mal mit Gurken- oder Tomatensalat, mal mit grünen Kräutern oder rotem Paprika angerichtet. Parallel dazu in der Mitte des Raumes stehen die Warmhaltevorrichtungen, in denen häufig Fisch zu finden war, viel Hühnchen, aber auch gefüllte Oberginen oder Paprikas der verschiedensten Art. Omeletts, Eierspeisen sowieso, Reis, Bulgur, Kartoffel oder Puffer, ich war begeistert von der gebratenen Leber, hatte ich lange zu Hause nicht gegessen. Hinter dem in der Mitte stehenden Warmhaltetrakt, stehen die Maître de Cousine und kochen exotische Köstlichkeiten. Der Duft befeuert den Speichelfluss, das Auge das Gehirn: DAS muss ich haben! Besonders in Erinnerungen sind mir die Türkischen Frikadellen! Eine Leckerei! Dazu Fladenbrot… ich muss schon wieder sabbern! Zum Speisensaal hin, gehen die Gerichte ins Vegetarische über. Melonen, grüne und rote, eingelegte Birnen, scharfe (seeehr scharfe auch) Paprikas, Peperonis, große und Kleine, eingelegt und roh. Wer hier nicht schon fix und fertig und völlig überfordert vom Angebot war, der durfte sich am Ende rechts noch ans Kuchen- und Dessertbuffet begeben. Ich sag nur: Das geht gar nicht! Pfui Deibel, sind die ALLE lecker! Ob Giftgrün, Pinkerosa, Rot oder Gelb, dazu einen Mokka oder schwarzen Tee. Wer noch kann, krönt damit sein Abendessen. Hab ich was vergessen? Man möge es mir verzeihen, ich muss beim Schreiben dauernd schlucken! Ach so, ja… Die äußerst erfolgreich bemühte Mannschaft, räumte nicht nur in Windeseile die benutzten Teller, Gläser und Bestecks ab, die schafften auch immer zum richtigen Zeitpunkt, neue Getränke heran. Außer dem frisch gepressten Orangensaft am Morgen, war alles all inclusiv! Nach der äußerst genüsslichen Schlemmerei, begaben wir uns an den Pool und töteten alle Geschmacksknospen mit Raki. Der Erste ist nicht die Welt, der Zweite geht schon… Naja, wie gesagt, wir hatten ein etwas lebhaftes Zimmer, was die Akustik betraf. Aber den eigentlichen Tagesabschluss, verschafften wir uns häufig an der Bar, die von einem Spaßvogel gemanagt wurde: Arkan. Ich meine, was ist das auch für ein Job! Den ganzen Abend hängen Typen bei ihm rum, die for Nassing saufen. Kein Bares wechselt den Tresen. Wenn was Zusätzliches an harten Drogen geordert wird, also Havanna Club, Whiskey oder Cognac, dann wird von Hand ein Beleg geschrieben, der die Zimmernummer des Täters dokumentiert. Da muss der Herr der Flaschen und Hähne ja irgendwie aufdrehen, um nicht trübsinnig zu werden. Und Arkan treibt seine Scherze mit den Gästen. Vor allem mit den Neuen. Das geht so: Er sieht einen, kommt, gibt die Hand, grüßt und geht zum nächsten, kommt zurück, gibt einem die Hand und fragt wie es geht. Natürlich antwortet man und er grinst – man denkt, jetzt ist die Gelegenheit, die Wünsche zu äußern und tut es. Aber denkste! Arkan geht zum nächsten und setzt seine Gespräche oder Witzchen fort – denkt man und ist etwas konsterniert. Dann schleppt er doch das Gewünschte heran…. und geht vorbei, stellt das anderen vor die Nase, die eigentlich einen Kaffe haben wollten. Den Kaffe bietet er dann mir an, grinst, sag mir „Guten Tag“ und mischt dieses Verwechselspiel so lange, bis alle, außer ihm, den Durchblick verloren haben. Nach und nach löst der das Spiel auf und alle, die jetzt schon ein bisschen Bescheid wissen, warten auf die, die es noch nicht kennen und von verständnislos bis sauer reagieren. Wir fanden das gut und so was darf man als Kunde auch mal honorieren! Keine Lira tauschen, außer für Side Kolosseum braucht man keine. Wer das Rafting mitmachen möchte:Badeschuhe und Wasserdichte Hülle für den Fotoappart mitbringen. Die Gegend ist genial, die verkauften Bilder äußerst mäßig und sehr teuer. Und ohne Schuhe geht nichts.
Ein gut besuchtes Haus, offensichtlich mit wenig Zeit, mal grundlegend etwas an den Badeinrichtungen zu machen. Zwar alles sauber, aber doch sehr abgenutzt. Der Balkon: Blick auf das Taurusgebirge, davor die Stadt Manavgat und der gleichnamige Fluss, auf dem wir regelmäßig, auch schon ganz früh, die Ausflugsschiffe von der Stadt Manavgat zum Meer schippern sahen.
Ohne zu übertreiben - Spitzenköche, sehr guter Services und immer ausreichend Platz an den Tischen. Große Auswahl an frischem Obst und Gemüse und soo viele Brotsorten! Die Suppen sind ein Gedicht.
Außer das man vergessen hatte uns um 03:30 Uhr zu wecken und wir so in 10 Minunten am Bus sein mussten, verlief alles völlig zu unserer Zufriedenheit. Deutsch sprechen alle, auch Englisch und Holländisch. Ein Eindruck, den viele Gäste hatten war der, dass die ganze Mannschaft, einschließlich der Manager, heftig müde waren. Die Arbeitszeiten sind auch gewaltig lang. So konnte es schon passieren, dass am Morgen schon der Eine oder Andere völlig übermüdet, etwas neben sich stand. Aber es gelang uns Gäste, sie wieder aufzumuntern und das Lachen ins Gesicht zurück zu holen. Man muss es nur machen als Gast, das geht!!!
Da wir das erste Mal in Side waren, gab es für uns keinen Grund, nun den ganzen Tag am Strand zu bleiben. Wir organisierten uns so, dass wir immer nach dem Mittag verschwanden und die Gegend eroberten. Die bekannte Dolmus´s sind ja eine preiswerte Möglichkeit, auch aus dieser ansonsten etwas abgelegenen Gegend, für nur 1 € in die umliegenden Städte zu gelangen. Nach dem Motto, der erste Bus der kommt, der wird genommen, erwischten wir am Freitag die Linie 10 nach Side, Old City. Die Fahrt dorthin, ca. 15 Minuten, führt ausschließlich an Hotels vorbei. Lediglich unmittelbar vor erreichen des Zieles, geht es rechts nach Manavgat und dort sind wohl auch ein paar „normale“ Wohnungen. In der Hitze der Mittagszeit, landeten wir mitten mang den Ruinen dieser antiken Stadt. Der Fußweg führte entlang an und durch Säulengruppen und Fundamenten 2.000 Jahre alter Bebauungen. Faszinierend und unglaublich, wie lange die Spuren unserer Vorfahren erhalten sind. Ich verfalle immer so ein wenig ins Träumen und Spinnen, was hier wohl vor so langer Zeit los gewesen sein muss. Wie haben die Handwerke diese unglaublich schweren Marmorkolosse transportiert und bearbeitet? Und warum ist dieses Kolosseum derartig groß gebaut worden, in dieser Gegend? Feinste Handwerksarbeiten lagen scheinbar sinnlos im Sand und wir trafen auf Kamelreiter. Diese sahen wir wieder, als sich alte Techniken des Transports begegneten: Eine alte JAVA lehnt im Sand, dahinter tauchten die Kamele auf! Gleich um die Ecke, sahen wir das erste Mal die Altstadt Side. Auf dem Wasser tobten sich die Touristen mit diversen Spielchen aus, die uns noch bevor standen. Eine Besichtigung des Kolosseums scheiterte an den nicht vorhandenen Türkischen Lira! Das erste und einzige Mal, dass jemand keine Euros annahm, nicht mal mit Überredungsversuchen! Wir gingen also Geld abheben und hatten anschließend einen deutlich schlechteren Kurs, als mit den Euros! Alle, aber auch alle nehmen die Euros im Kurs von 1:2. Wieder nach dem Prinzip, der erste Bus der kommt…, stiegen wir diesmal in die Linie 11 ein. Anfänglich waren wir auch guter Dinge, dass wir wieder nach Side fahren, aber an schon besagter Kreuzung, wo offensichtlich die einzigen Einheimischen dieser Gegend wohnen, bog unser Dolmuş nach rechts weg und wir waren nach Manavgat unterwegs. O.K. kannten wir ja auch noch nicht. Und außerdem konnten wir von unserem Balkon aus, ja genau dort hin sehen. Besonders neugierig waren wir auf die Große Moschee, deren vier Minarette weithin im Land zu sehen sind. Gleich hinter der alten Brücke über den Fluss Manavgat, stiegen wir aus und befanden uns mitten im quirligen Leben der Altstadt. Wir erfuhren noch, dass heute am Samstag kein Markttag ist, aber es war trotzdem jede Menge los. Schon 100 Meter weiter, waren wir im Besitz dreier neuer Hemden/Blusen und auch die Suche nach Turnschuhen für mich wurde fortgesetzt. Die Schuhgröße 42 ist deutlich unterrepräsentiert und so muss ich mich immer der Versuche erwehren, doch andere Schuhe kaufen zu müssen. Hier in der Altstadt ist gut erkennbar, das Manavgat eine typisch türkische Stadt geblieben ist, wenn auch außen herum, die Neubauviertel, etwas anderes vermitteln. Enge Straßen mit Schatten spendenden Häusern, nicht immer im besten Zustand prägen das Bild. Die Läden sind für die Einheimischen Geldbeutel gemacht und in manchem stehen Dinge, die wir nun wirklich nicht kaufen würden. Fleckige Matratzen standen an den Hauswänden ebenso, wie Chouches, die ihre bester Zeit wohl in der Werkstatt gesehen hatten. Rostige Kühlschränke wurden verkauft und Geschäfte auf der Straße abgeschlossen. Der Wohlstand ist hier wohl eher das warme Wetter! Aber es wird überall gewerkelt und neu gebaut und so ist absehbar, dass sich dieses Typische irgendwann verlieren wird. In der Mitte einer dieser Straßen biegen wir nach rechts ab und gelangen zum Fluss Manavgat. Eine echte Oase und die typisch türkischen Gulets (Holzboote), die hier in großer Anzahl liegen, verbreiten den Flair eines Hafens. Von hier aus geht es mit diesen Booten hinaus aufs Meer, wenn man sich zu einem Tagesausflug entscheidet. Aber diesem Fluss folgend kommt man auch der Großen Moschee immer näher. „Die muss da irgend wo, mitten mang den Neubauten stehen“, verteidigte ich meine eingeschlagene Richtung und wir landeten dann doch an einer kleineren Moschee, mit nur zwei Minaretten. „Ja krutzi Türk, noch a mal…!“ Sagt man hier wohl besser nicht! Aber dann entdeckten wir sie doch linker Hand und standen beeindruckt auf einem leeren, verwilderten und überwucherten Acker, in Mitten schöner Neubauten. Spontan entstand die Frage: Warum hier?! Gab es im Jahr 2006 keine andere Gegend, als hier, wo jegliche Infrastruktur fehlt und im starken Kontrast zu all den Neubauten, alles dreckig aussieht? Müll ist ja ein echtes Problem, oder anders: die Türken haben damit kein Problem! Die lassen den da fallen, wo er gerade anfällt. Erschütternd für uns, sind alle Gegenden durch die wir kommen waren, völlig verdreckt. Die öffentlichen Strände eine einzige Müllkippe! Die Straßen durch das herrliche Taurusgebirge eine nicht enden wollende Mülllandschaft. Und ich rede hier nicht, von mal rum liegenden Flaschen oder Dosen! Baumüll, Möbelmüll, Wohnungsmüll, Häusermüll, Automüll… ganz schlimm! Aber ganz toll und wunderschön die Große Moschee von Manavgat. Sie strahlte in ihrem reinen Weiß im krassen Gegensatz, zu diesem etwas unwirtlichem Platz. Steht man dann direkt vor ihr, reichen die normalen Objektive der Kamera nicht, das gesamte Bauwerk auf die Linse zu bekommen. Wenn ich mich recht entsinne, sind die Minarette 60 Meter hoch! Rechts vor der Moschee ist ein wunderschönes Waschhaus, alles perfekt! Nur ein paar alte Männer und ein Wirrkopf waren wenige Minuten vor dem 18 Uhr Gebet dort anzutreffen und belebten den riesigen Platz nicht wirklich. So war das Betreten der völlig leeren Moschee für uns mit keinerlei Problemen verbunden. Schon der Gang die Treppe hinauf, offenbarte uns die Schönheit der Moschee. Die Handwerke hatten alle gewölbten Decken auf das herrlichste bemahlt. Oben angekommen, stellten wir unsere Schuhe ins Regal und Marlies griff sich eines der vielen Tücher, die in einer großen Holzkiste vor der Tür aufgestellt war. Schließlich hatten wir beide nur unwesentliches an Textilien an uns, was auch in Katholischen Kirchen nicht gern gesehen wird! Das ich Religionen welcher Art auch immer grundsätzlich ablehne, hat damit nichts zu tun. Spätestens auf das im prächtigen Innern der Moschee angebrachte Schild mit Erklärungen zum Koran und den sich daraus entwickelnden Islam, fehlt mir jegliches Verständnis. Wie man, als aufgeklärter und gebildeter Mensch daran glauben kann, dass da „WAS“ von „OBEN“ kam, 23 Jahre lang…! Sich dann auch noch darauf zu berufen, dass es die einzige, zweifelsfrei wahre Schrift sei, ist in ihrer Kernaussage eben nicht friedlich, sondern ruft Widersacher hervor. Aber dieses Thema wird wohl ein heißes bleiben… Siehe die eben erst geänderten Gesetze in der Türkei, die dem Islam wieder zu mehr Rechte im Staat verhelfen sollen. So zumindest sehen es einheimische Türken, ob das unser Busfahrer, der nette Cafehausbesitzer oder der Reiseleiter von der Fahrt zum Stausee waren. Die haben noch ganz andere Grundaussagen parat! Um uns wieder auf die Moschee zu konzentrieren – im Innern alles vom Feinsten: Teppiche, so weit das Auge reicht. Die riesigen Gewölbe sind farbenprächtig bemalt, die Fenster bunt und die Kronleuchter aus Kristall. Es ist wie jede Kirche, ein Pracht- und Prunkbau, der uns wirklich gefiel. Wieder im noch hellen Tageslicht, gingen wir am Fluss Manavgat zurück und bummelten an der noch nicht so belebten Promenade, an den Gulets entlang. Durst! Das kennt ja wohl jeder! Der Durst muss gestillt werden! Aber die ersten beiden Lokale erwiesen sich als türkische Teestuben, die außerdem auch noch sehr gut besucht waren. Die Männer, und nur die, saßen um Tische herum und es wurde fast ausschließlich Scribbel gespielt. Da ging es hoch her und die zweite, die kiebitzende Reihe, rief so manchen Unmut hervor. Kann man sich ja auch gut vorstellen: Wehe beim Skat steht hinter einem einer…! Und dann fanden wir einen kleinen, gemütlich aussehenden Laden! Das Cafe „AS 92“. Sein Besitzer saß mit einem Freund beim Tee davor, die Füße auf dem gegenüberstehenden Stuhl und vermittelte urige Gemütlichkeit. Bei zwei „Effes“, dem wirklich einzig gut schmeckenden türkischen Bier, kamen wir schnell ins Gespräch. Der Wirt mit Namen Adli, fragte uns nämlich, woher wir kämen. „Na aus Deutschland, noch dazu aus der Hauptstadt!“ Er schaute kurz, schmunzelte in seinen Bart, winkte mit der Hand ab, verschwand im Innern seines Lokals und kam gleich darauf mit zwei Büchern in der Hand zurück. Mit verschmitztem Blick überreichte er sie uns: Ein Adressenbuch und ein Gästebuch. Wir waren danach erst mal eine ganze Weile beschäftigt. Derweil spielende Kinder an uns vorbei tobten und schwer beladene Kinderwagen von Frauen nach Hause geschoben wurden, lasen wir. Die beiden Bücher waren einer Sammlerleidenschaft von Adli entsprungen und heute besitzt er Adressen von Bekannten aus der ganzen Welt. Erstaunt sahen wir Anschriften von Norwegen, aus Australien, den USA, aber auch Russland oder Polen. Und jetzt kommt’s! Adli hat es sich zu seiner Aufgabe bei diesem Hobby gemacht, allen Leuten aus seinem Adressbuch, zu Weihnachten eine Karte zu schreiben. Im letzten Jahr waren das über 140 Adressen! Nun stehen wir auch dort verewigt drin und haben versprochen, eine Karte zurück zu schicken. Mit einbrechender Dunkelheit wurde es dann belebter auf den Straßen, aber es gab nie einen Grund, darüber besorgt sein zu müssen. Gibt ja so ein paar Trübe Tassen, die meinen, das wäre Gefährlich. So ein Quatsch! Das Leben an sich ist gefährlich, man kann nämlich sterben! Das Treiben einer südländischen Großstadt umgab uns und da geht vieles raus auf die Straßen. Das Abendbrot, der Kumpel beim Tee, die auch noch im Dunkeln spielenden Kinder und die Alten, die rauchend am Straßenrand sitzen und sich alle kennen. Das vorherrschende Miteinander ist so offensichtlich, dass ein bisschen Wehmut oder auch Neid aufkommt. Deutschland, das Land der Egomanen und SelbstverwirklicherInnen. Das Land der Single, ohne Kinder. Mit den Eindrücken dieser warmen und farbenfrohen Nacht, verlassen wir das Flussufer. Wir finden auch ganz schnell wieder einen Bus, der uns in die schöne Enklave Titreyengöl zurück bringt. Hier sind wir wieder unter uns!
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Selber waren wir nur draußen und nutzten die Angebote nicht, aber wie hatten Bekanntschaften, die sich gut unterhalten und bespielt fühlten. Die Kinder kamen auch nicht zu kurz. Wenn die Damen noch die Gelegenheit dazu hatten und nicht die Reservierer schon alles belegt hatten, erfolgte regelmäßig und mit großem Aufwand die Reinigung. Eine nette und lustige Truppe, auch im Haus.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2010 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Ingo |
| Alter: | 56-60 |
| Bewertungen: | 2 |


