Das Hotel wurde über vier Etagen dem Vulkangestein abgetrotzt und 2010 eröffnet. Die 87 Zimmer verfügen alle über Meerblick. Von der Empfangshalle im 4. Obergeschoss gelangt man zu den fünf Master-Suiten. Darunter befinden sich die Junior-Suiten mit 45 m² Größe und die Superior-Zimmer mit Balkon (35 m²). Im untersten Geschoss liegen die normalen Zimmer, die alle über einen kleinen Garten verfügen. Von hier aus betritt man direkt den Poolbereich mit Planschbecken und Whirlpool, was sich vor allem für Eltern mit Kindern als praktisch erwiesen hat. Im Untergeschoss schließt ein großzügiger Spa-Bereich mit beheiztem Innenpool an. Mieter der Appartements und zahlende Gäste dürfen in der Garage parken. Alle anderen müssen sich einen Stellplatz auf der Straße suchen. Die Architektur und die Ausstattung der Zimmer präsentieren sich als modern mit angenehmen Farben. Der Ausblick auf die Steilküste ist zu jeder Tageszeit ein Erlebnis. Obwohl die Schnellstraße zu sehen ist und bei der Bauweise eine gewisse Hellhörigkeit nicht vermeiden werden konnte, ist es nachts angenehm ruhig. Die gesamte Anlage ist gepflegt und sauber. Die Gästestruktur war zum Zeitpunkt unserer Reise recht gemischt. Paare, Familien, Alleinreisende, Reisegruppen - alles da. Der Altersdurchschnitt lag mit ab 30 eher im höheren Bereich. Ungefähr die Hälfte der Gäste waren Spanier, Die andere Hälfte wurde aus Deutschen, Engländern, Holländern, Schweizern und Skandinaviern gebildet. Für uns als GC-Neulinge war es eine angenehme Überraschung, wie sehr das Zentrum und die Gegend um Agaete von den Auswirkungen des Massentourismus unberührt sind. Als eher selbstbestimmte Individualurlauber war die Wahl von Urlaubsort und Hotel goldrichtig. Zum Wandern sind die Umgebung und die Jahreszeit bestens geeignet. Das Roca Negra haben wir aufgrund des für uns günstigen Preis-/Leistungsverhältnisses ausgesucht. Wir wurden nicht enttäuscht und empfehlen es gerne weiter. Grundvoraussetzung für einen entspannten Urlaub in dieser Ecke ist Mobilität in Form eines Mietwagens sowie die Bereitschaft die teils halsbrecherischen Straßen zu bezwingen. Im Hotel ist der relativ geringe Aufpreis für eine Junior-Suite eine Überlegung wert. Falls keine Halbpension dabei ist, sollte man sich über die bisweilen schwierige Versorgungslage im Klaren sein.
Die Zimmer sind mit 35 m² recht großzügig geschnitten und weisen einen durchdachten Grundriss auf. Besonders positiv sind das angenehme Farbkonzept und die geschmackvolle Einrichtung hervorzuheben. Ausrichtung und schmale Fensterfront lassen im Sommer die Sonne draußen. Wir hatten ein Superiorzimmer mit Balkon, Sitzecke, Doppelbett, Kühlschrank und Wannenbad. Die Klimatisierung erfolgt durch eine Klimakassette an der Decke. Der Lüftungsmodus ließ sich nicht aus-, dafür die Heizung nicht anstellen. Bei 13°C Nachttemperatur und dünnen Bettdecken nicht wirklich kuschelig, im Sommer aber sicher kein Problem. Die Ausstattung ist modern, aber nicht übertrieben stylish – uns hat’s gefallen.
Das Hotel verfügt über zwei Restaurants, die Poolbar und eine Bar in der Lounge. Die Poolbar hält zwischen 11 und 23 Uhr Getränke und kleinere Snacks bereit. Im Restaurant „La Rubinie“, durch eine Straße vom Hotel getrennt, werden das Frühstück und das Menü für die Gäste mit Halbpension serviert. Das Frühstücksbuffet fanden wir sehr reichhaltig und abwechslungsreich. Über die Auswahl an Eiern in verschiedensten Formen, Aufschnitt, kanarischem Käse, verschiedenen Brotsorten, Ceralien, Kuchen, Obst, Säften, Kaffee und Tee konnten wir uns nicht beklagen. Sonderwünsche wurden unkompliziert erfüllt. Für € 24,- besteht die Möglichkeit am Menü der Halbpensionsgäste teilzunehmen. Hier kann man Vor- und Nachspeisen vom Buffet und zwei Gänge aus einer Karte wählen. Das benachbarte „La Caleta“ bietet gute italienische Küche und Pizza al la carte an. Leider öffnet es erst um 20:00 Uhr und hat an zwei Tagen gar nicht geöffnet. In Anbetracht der Preisgestaltung haben wir es vorgezogen in Puerto de las Nieves oder außerhalb zu essen. Hier kann man in den rustikalen Fischrestaurants zu zweit für € 40,- riesige Fischplatten mit Salat, Nachtisch, Wasser, Wein und Kaffee einfahren. Allerdings ist bei der Nahrungsaufnahme eine gewisse Geschwindigkeit angezeigt, denn mit Abfahrt der 18-Uhr-Fähre werden hier Tische und Bürgersteige hochgeklappt. In Agaete öffnen die Restaurants entsprechend den spanischen Gepflogenheiten noch später. Die paar Hotelgäste finden in den Überlegungen der hiesigen Gastwirte noch keine Berücksichtigung dem verwöhnten Mitteleuropäer bleibt hier – ganz anders als im Süden – nichts anderes übrig als sich anzupassen.
Das Personal ist ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und kinderlieb. Im Servicebereich sprechen alle Englisch, Deutsch nur rudimentär. Ein paar Brocken Spanisch können nicht schaden. Ein freundliches „Hola“ wird mit einem strahlenden Lächeln der ansonsten eher zurückhaltenden Insulaner belohnt. Beim Reinigungsservice ist für 4 Sterne noch Luft nach oben.
Das Roca Negra liegt auf einem Felsen unweit der Bucht „La Caleta“ zwischen dem kleinen Ort Agaete und Puerto de las Nieves im Nordosten der Insel. Bedingt durch die Lage auf der Wetterscheide zwischen dem grünen Norden und dem sonnigem Süden wird im Tal von Agaete seit jeher intensiv Landwirtschaft betrieben. Agaete liegt am Ende der Autobahn GC-2, die den Ort mit der Hauptstadt Las Palmas (ca. 20 km), dem Flughafen (ca. 50 km) und den Touristenzentren im sonnigen Süden verbindet. An der weitgehend unbesiedelten Westküste führt die spektakuläre GC-200 nach Süden. Erst nach 60 km kurviger Fahrt an der Steilküste hat einen in Mogan die Zivilisation wieder. Für passionierte Autofahrer ist diese Straße ein Hochgenuss. Alle Straßen sind in sehr gutem Zustand. Kurvenverlauf und Steinschlaggefahr drücken auf den Schnitt, so dass ein wenig mehr Zeit eingeplant werden sollte. Vom Roca Negra aus läuft man in 10 Minuten über einen schönen Panoramaweg entlang der Küste, am Meerwasserschwimmbecken vorbei zum Fischerort Puerto de las Nieves. Von hier aus laufen die Schnellfähren nach Teneriffa (ca. 90 Min. Fahrtzeit) aus. Entlang des Hafens finden sich eine Reihe Fischrestaurants, ein guter Eisladen sowie die sehenswerte Ermita. In der anderen Richtung führt ein Weg entlang eines ausgetrockneten Barrancos ins Zentrum von Agaete. In diesem netten kleinen Ort stellen ein Supermarkt und zwei Tankstellen die Versorgung sicher. Bademöglichkeiten gibt es in der Bucht „La Caleta“ und dem Meerwasserschwimmbecken direkt in der Nähe des Hotels sowie in Puerto de las Nieves und südlich davon nach einer kleinen Klippenwanderung in Guayedra. Alle „Strände“ sind sehr steinig und nicht mit den Stränden im Süden zu vergleichen. Auch sonst bietet sich die Umgebung als Trainingsgelände für die Mars-Mission an. Insgesamt eignet sich die Lage des Hotels als optimaler Ausgangspunkt für Wanderungen und Autotouren in das zentrale Bergmassiv. In Agaete und Puerto de las Nieves ist der Massentourismus noch nicht angekommen, so dass hier noch ursprüngliche Lebensart studiert werden kann. Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, sind die sonnigen Strände von Maspalomas & Co. und die quirlige Großstadt Las Palmas schnell erreicht.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Ein Animationsprogramm wurde zum Zeitpunkt unserer Reise nicht angeboten, von uns aber auch nicht vermisst. An der Rezeption ist die Teilnahme an einer Vielzahl von Ausflügen zu Lande, Wasser und Luft buchbar. Die Lounge ist mit einer Lese- und Spieleecke ausgestattet. Am Pool steht eine Tischtennisplatte. Im Keller befindet sich ein Fitnessbereich. Dass der Spa nur gegen eine saftige Gebühr zu nutzen ist, mag der Grund dafür sein, dass hier unten wenig los ist und die drei Damen für die Anwendungen eher unterbeschäftigt sind.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Februar 2012 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Berni |
| Alter: | 46-50 |
| Bewertungen: | 7 |


