- Preis-Leistungs-VerhältnisSchlecht
Bei der Ankunft macht das LTI den Eindruck, als sei es riesig: Fünf Häuser, zwei große Pools mit Jacuzzi, riesige Rezeptionshalle und Restaurants. Kurz vor Weihnachten blickt alles wegen der vielen Lichterketten, was ganz hübsch aussieht. Nach ein paar Tagen wirkt die Anlage dann aber doch fast familiär, wenn man die Häuser drumherum vergleicht. Andere Ressorts in der Nachbarschaft vereinen bis zu fünf Hotels auf ihrem Gelände - das LTI ist dagegen winzig, bald kennt man fast alle Gesichter hinter der Theke und im Restaurant und die der Gäste. Zur Gästestruktur sage ich nur: Badetücher-Reservierung! Schon morgens um 7 Uhr, wenn ich joggen war, kamen die ersten Rentner und belagerten die Hotelliegen, nur um sich erst so gegen 11 auch draufzulegen, um dann aber um 12 wieder zum Mittagessen abzuhauen. Das war wirklich spießig. 1) Wer einen längeren Fußmarsch (ca. 1,5 Stunde) am Strand entlang nicht scheut, wird mit einem einsamen, noch unverbauten Strand belohnt - und zwar ohne dafür teuer bezahlen zu müssen. Dafür muss man in Richtung "Riu Hotels" laufen, an den Buden vorbei bis zum Hotel Breezes. Danach kommt erstmal Kilometer weit gar nichts. Allerdings sollte man sich mit dem Spaziergang beeilen. Hinten im Dschungel sind schon die ersten Flächen für den nächsten Hotelbau planiert. Und man sollte sich auf jeden Fall etwas zu trinken mitnehmen - kaufen kann man da nämlich gar nichts. 2) Die Disco Mangu vom Occitential soll sehr gut sein. Zu uns im Hotel hatte sich eine Gruppe junger Dominkaner für ein Wochenende eingemietet, um extra diese Disco zu besuchen. Von europäischen Hotelgästen haben wir aber gehört, dass hauptsächlich lokale Musik gespielt wird. 3) Eine Fahrt ins Hinterland: Mit dem Mietwagen (70 Dollar pro Tag, haben wir direkt in der Plaza Bavaro gebucht) sind wir in Richtung Miches gefahren und haben eine ganz andere Seite der Dom Rep mitbekommen, was ich sehr heilsam fand. Die Menschen dort waren so fröhlich. Die Hütten konnten noch so schief und krumm sein und ärmlich aussehen: Fast jeder hatte ein Handy und einen Fernseher und ganz viele Kinder. Das strahlte dann doch so eine gewisse Zufriedenheit aus, denn sonst hat man das Gefühl, dass die alle nur Kohle vom Touri wollen, weil sie am Hungertuch nagen. Andererseits konnte man die Dominkaner dann auch besser verstehen. Wir haben auch mal in einen stinknormalen Supermarkt besucht. Da merkt man, wie teuer das Leben dort für die Einheimischen ist: Eine Zahnpastatube kostet umgerechnet 1,50 Euro. Die Straßen sind allerdings echt ein Problem. Wer sich nicht zutraut in Paris oder in Mailand mit dem Auto durch den Verkehr zu kommen, sollte es auch in der Dom Rep lassen. Man sollte also wissen, was man will: Entweder man bucht eine Tour und wird dann mit anderen Touris zu den entsprechenden Stationen gebracht. Das lohnt sich, wenn man zu bestimmten Zielen will, die eh schon touristisch erschlossen sind wie z.B. Bayahibe. Oder man lässt sich Zeit und schaut mal, was man so entdeckt - auch auf dei Gefahr hin, keine touristischen Highlights zu erleben, sondern einsame Strände. 4) Den besten Kaffee und Cocktails in der Anlage macht die Bar in der Rezeption. Die der anderen Barkeeper waren selten genießbar. 5) Langusten lieber im Restaurant essen - das ist preiswerter als an der Strandbar beim Langustenabend, weil man dann noch 25 Prozent Rabatt bekommt. 6) Für einen Dollar holt der Gärnter einem eine frische Kokosnuss direkt von der Palme. 7) Batterien in den Tresor packen. Wir haben ein Paar kennen gelernt, denen eine frische Batterie aus dem Reisewecker geklaut wurde. Batterien sind dort angeblich verdammt teuer.
Man hat schon gemerkt, dass das Hotel unter deutscher Leitung steht: Sauber und ordentlich. Badewanne mit Dusche, frische Handtücher. Besonders die Matratzen waren spitze und nicht durchgelegen. Vor allem die Hotelleitung war da hinterher. Allerdings sind die Möbel im Hotelzimmer schon ziemlich mitgenommen, weshalb 2006 wohl drei der Häuser neu eingerichtet werden sollen. Wenn man nicht drauf angewiesen ist, sollte man darauf achten, kein Zimmer im Erdgeschoss zu bekommen. Wir haben nach einer Nacht gewechselt, weil sehr muffelig und feucht gerochen hat. Man hat uns übrigens den Tipp gegeben, direkt bei Ankunft dem Mann hinter der Rezeption ein paar Dollar zuzuschieben und er gibt einem ein Zimmer mit Meerblick ohne Aufpreis. Tresor kostet 2 Doller pro Tag extra.
Verhungern wird da keiner, auch wenn der Kaffee für jeden Koffeinsüchtigen ein echtes Desaster war. Es gab immer mal wieder Themenabende: Am besten ist der Dienstag, da war das Gala Diner. Es gab guten Wein und das Hotel lässt es sich so richtig was kosten, um seine Gäste zu verwöhnen: Meeresfrüchte en masse. Nach 10 Tagen wird es aber ein bisschen eintönig, auch wenn es toll ist, jeden Tag frische Ananas und Papaya essen zu können. Ins richtige Restaurant durfte man nicht in Badehose und Barfuss laufen. Wenn man es lockerer haben wollte, musste man an der Strandbar essen und dann war die Auswahl nicht so groß. Fast 24 Stunden durchgängig gab es Hamburger, Pommes und gegrilltes Hähnchen. Dann gibt es da noch diese á-la-Carte-Restaurants (italienisch und Fisch): Für die musste man sich anmelden. Die Pizzaria haben wir nicht ausprobiert, aber das Fischrestaurant ist super. Man konnte dort zwar auch das All-Inclusive-Menü bestellen, aber die anderen Speisen sind ihr Geld wert. Unbedingt probieren sollte man die Vorspeisen-Suppe und Languste.
In Englisch konnte man fast regeln. Alle Mitarbeiter waren freundlich, aber natürlich voll auf Trinkgeld aus. Auch der Mann hinter der Rezeption, der uns bei unserem Zimmerwechsel helfen sollte. Das haben sie leider von den Amis, die mal eben eine Hand voll Dollar auf den Tisch knallen und dann erst Service erwarten. Und Amis waren etliche da. Wenn man das nicht kennt, kommt man sich schnell wie eine gemolkene Kuh vor, weil alle nur auf´s Geld aus sind. Wir haben von einigen anderen Gästen gehört, dass sie sich beschwert haben, weil ohne Trinkgeld gar nichts lief. Wer freundlich ist, dem wird vom Kellner aber auch so das Wasser nachgeschenkt. Die Avancen des Rezeptionsmannes haben wir schlicht ignoriert und trotzdem ein anderen Zimmer bekommen. Die Putzfrau hat uns zweimal "versehentlich" morgens recht früh geweckt bis wir ihr endlich ein paar Dollar gegeben haben.
Wie das in der Dom Rep nun mal so ist, ist alles weit ab vom Schuss, trotzdem betrug die Transferzeit vom Flughafen nur knapp 30 Minuten. "Luxusgefängnis", nannte das ein Österreicher ironisch, der schon seit 12 Jahren in der Dom Rep lebt, weil kaum ein Gast auf eigene Faust das Hotel verlässt. Damit hat er ziemlich den Nagel auf den Kopf getroffen: Der Supermarkt im Hotel ist gigantisch teuer. Man sollte genügend Sonnencreme mitnehmen. Vom Strand aus kann man zu ein paar Buden laufen, die die Souveniers günstiger anbieten. Ein kleines Beispiel: Ohrringe von fliegenden Händler, die ins Hotel kommen, sollten 20 Dollar kosten. In Higüey (ca. 40 Kilometer entfernte Stadt von Punta Cana) kosteten die Ohrringe ohne Verhandlung gerade mal 5 Dollar. Wenn man einen Fußmarsch von 30 Minuten machen will, kann man auch über den Strand zur "Plaza Bavaro" laufen (man muss dann durch die Anlage "Occitental Flamenco"). Allerdings sollte man darauf achten, wieder im Hellen zurück zu gehen, sonst lässt einen die Security nicht mehr zurück durch die Anlage zum Strand, weil man kein Hotelgast ist. Wenn man doch im Dunkeln zurück will, dann kostet das Taxi so um die 5 Dollar.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der Strand ist wirklich traumhaft und keine zwei Minuten vom Zimmer entfernt. Doppelt so schön ist er, wenn man daran denkt, dass zu Hause gerade ein kleiner Schneesturm wütet. Jeden Morgen kommt ein Reinigungstrupp vorbei. Es gab ausreichend Liegen - auch wenn die unter dem Schatten schon ab 7 Uhr "reserviert" waren. Ansonsten war das Sport- und Unterhaltungsangebot unter aller Kanone, weshalb für uns auch das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ganz gestimmt hat. Das LTI muss sich kräftig anstrengen, um hier mit den anderen Ressorts mitzuhalten und seine Sterne zu behalten. Wenn man nicht nur am Strand liegen will, ist man ziemlich aufgeschmissen. Ab 2006 soll es zwar ein Wellness- und Fitnesscenter geben, was auch aller höchste Eisenbahn ist. Das, was bisher angeboten wird, ist eher unprofessionell und eintönig außer man mag Beachvolleyball oder geht morgens auf eigene Faust joggen. Direkt nebenan hat ein neues Ressort aufgemacht (Ocean), dass nicht nur ein Theater, sondern auch eine Bowlingbahn (!), einen Fitness- und Wellnessclub, ein Kletterfels sowie ein Casino und ein Route-66-Cafe inklusive echtem Oldtimer vor der Tür zu bieten hat. Das kostenlose Schnorcheln kann man sich auch schenken, weil die Badezone sehr eng gehalten wird und man dort am Strand aufgrund des aufgewühlten Sandes eh nichts sieht. Die kleinen Surfbretter wollte das Wassersportzentrum nicht rausrücken als endlich mal richtige Wellen da waren, weil es angeblich "zu gefährlich" werden könnte. Einzig das im All-inclusive angebotene Katamaran-Fahren sollte man unbedingt machen. Die Shows von den Animateuren waren - naja, wie soll ich es ausdrücken? - sie haben sich bemüht. Zumindest haben sie einen durch die Softanimation am Strand in Ruhe gelassen. Merkwürdigerweise kannten wir die Shows schon alle aus der Türkei. Deutsches Fernsehen gab es nur Deutsche Welle. Interessant war es allerdings, mal richtiges amerikanisches Fernsehen zu sehen. Man sollte also viele Spiele oder viel zu Lesen mitnehmen, weil abends am Strand sitzen und romantische Nächte dort verbringen geht aufgrund des starken Windes auch nicht - außer man mag es, wenn ständig Sand zwischen den Zähnen hängt. Es gab jeden Abend Shuttles zu einem Casino, was aber - soweit wir gesehen haben - kaum besucht wurde. Die Ausflüge sind mordsmäßig teuer, ab 60 Euro aufwärts pro Person. Wir hatten für zwei Tage einen Mietwagen und sind auf eigene Faust los. Man sollte sich dann aber auf jeden Fall fern halten von allen touristischen Attraktionen (Bayahibe, Ausflug kostet um die 90 Dollar) und lieber ins Landesinnere fahren - sonst wird man abgezockt. Disco haben wir nicht benutzt, weil die ziemlich schlecht gewesen sein soll.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Paar |
Dauer: | 2 Wochen im November 2005 |
Reisegrund: | Strand |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Katja |
Alter: | 26-30 |
Bewertungen: | 2 |