Große, sehr weitläufige Anlage, die größte Hotelinsel der Malediven. Hunderte von Doppelbungalows, sowie ein paar Dutzend Wasserbungalows. Ca. 10 Jahre alt, mittlerweile modernisiert. Relativ sauber (bis auf einige Müllberge hier und da, direkt an den Wegen). Preislich extrem unverschämt teuer (auch für maledivische Verhältnisse), wir hatten Vollpension gebucht, diese beinhaltete aber gerade mal drei Mahlzeiten täglich im Hauptrestaurant und weiter nichts. Animation nicht vorhanden, diverse (stets kostenpflichtige!) Wassersportangebote. International gemischte Gästestruktur, unangenehm auffallend waren nur diverse lautstark durch den Speiseraum unüberhörbare Gruppen von russischen Urlaubern, die sich dann auch mal über ein paar Tische hinweg unterhielten. Entschieden hatten wir uns ursprünglich für das Hotel, da es von den Malediven das Hotel mit den meisten Sternen im Tjaereborg-Katalog war. An Ausflügen hatten wir nur einen einzigen gebucht " Aufwachen mit den Delphinen" . Leider waren diese nicht zu sehen, sondern gerademal entfernt zu hören. Das war zwar toll, aber eigentlich ist der Ausflug somit ein Glückspiel mit einer 90min. Bootsfahrt für 20 Dollar pro Nase. Handy-Erreichbarkeit über das maledivische D-Netz ist gegeben, allerdings ab 5 Euro pro Minute aufwärts (Zimmertelefon kostet etwas mehr als die Hälfte). Zwingend ins Gepäck gehören für die Malediven eine Tauchausrüstung (zumindest Schnorchel, vor Ort ebenfalls sehr teuer) und jede Menge Lesestoff. Die Malediven sind ein landschaftlich einmaliges Paradies, das Wetter, das Wasser, der Ausblick, der Sand, die Unterwasserwelt, die Korallen. Wirklich wie im Bilderbuch. Sun Island hingegen ist eine hoffnungslos überklassifizierte Massen-Insel, die einem in vieler Hinsicht den Spaß raubt. Geeignet fast ausschließlich für Paare, und auch nur dann, wenn man sehr geringe Ansprüche hat. Dann allerdings ist der Preis eine reine Frechheit, mindestens 40% schon im Grundpreis überteuert. Eigentlich hat dieses Hotel keinesfalls mehr als 3 oder 3,5 Sterne verdient. Laßt euch nicht durch Katalogfotos mit freistehenden Bungalows oder leeren Stränden mit einer einzelnen Sonnenliege zwischen zwei Palmen blenden, diese Fotos sind uralt und entsprechend vielleicht dem Stand vor ca. 5-10 Jahren. Wir werden sicherlich die Malediven erneut besuchen, dann allerdings entweder Kanuhura oder das Rangali Hilton.
Die Zimmer sind allesamt groß ausgelegt (Super Deluxe Bungalows), innen recht sauber. Es gibt außerdem noch " normale" Deluxe Bungalows, diese sollen kaum kleiner sein, und Wasserbungalows in verschiedenen Größen, teilweise sind dies richtige Suiten-Bungalows (von Deutschland aus teilweise gar nicht buchbar). Unser Bungalow lag leider, wie bereits weiter oben erwähnt, etwas weiter vom Stand, und war völlig umwuchert von dichten Bäumen, so daß kaum ein Sonnenstrahl hineinfiel. Möblierung im Holz-/Rattan-Stil, zeitlos. Klimaanlage und Ventilator (beides dringend nötig - ohne Klimaanlage kann man bei den Temperaturen nicht schlafen). Fernseher mit Satellitenanschluß, bis auf Deutsche Welle keine deutschen Sender, ein paar englische und italienische, sonst nur lokale und asiatische Sender. Hinter " Pay-TV" verbergen sich nicht etwa Sender mit aktuellen Kinofilmen, sondern z.B. internationale Standardsender wie BBC o.ä.; 3-4 " Musikkanäle" laufen über den Fernseher (nur Ton), dort werden diverse CDs ohne Pause rauf und runter gespielt (Roxette und Phil Collins kann man bereits nach drei Tagen auswendig mitsingen), diese funktionierten aber nur sporadisch. Auch gab es Internetzugang über den Fernseher, allerdings sehr langsam, und hat so gut wie nie richtig funktioniert. EMails sollte man darüber übrigens keine abrufen, ab und zu kam da wohl eine Fehlschaltung zustande, so daß man auf dem Bildschirm gesehen hat, was andere Gäste gerade so gesurft/gelesen/geschrieben haben... Kostenloser Zimmersafe (da waren wir überrascht, das war das einzige auf dieser Insel, was wirklich kostenlos war !). Das Badezimmer war geräumig, mit Bidet, Badewanne und Fön, Handtüchern und Spiegel. Der Toilettensitz machte leider schon bei Anreise keinen desinfizierten Eindruck (leicht gelblich), dies wurde auch zwischenzeitlich nicht besser. Separate offene Außendusche hinter dem Bungalow (rundum mit 2m hohen Wänden, blickdicht), leider nicht komplett gefliest, sondern umgeben von Ameisenhaufen, und somit nicht nutzbar. Dummsiniger Weise war die Tür vom Bad zur Außendusche nicht dicht (unten war ein Spalt offen), und über der Tür waren nicht verschließbare Lüftungsschlitze. Resultat: abends ab 18:00 Uhr bitte Licht aus im Bad, sonst gibt´s jede Menge Besucher. Die Ameisen fanden diese " Eingangsmöglichkeiten" in den Bungalow immer toll, Resultat nach 3 Wochen: ca. 150 Ameisen, einige Spinnen, eine Kakerlake. Igitt ! Das tägliche Einsprühen der Roomboys half da auch nicht viel weiter. Strom 220V, zusätzliche Adapter für Schuko-Stecker gibt´s an der Rezeption (abenteuerliche Universal-Dinger, der TÜV würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, Funken bei jedem Einschalten). Zimmer-Tip, falls überhaupt: in der Nähe des Haupthauses und des Restaurants (dann hat man kürzere Wege zum Hauptstrand und zum Pool), oder Wasserbungalow.
Neben dem Hauptrestaurant gibt es ca. ein halbes Dutzend weitere Restaurants bzw. Bars über die Insel verstreut. Nachteil: allesamt kostenpflichtig, AUCH DANN, wenn man All inclusiv bucht. All inclusiv beinhaltet ausschließlich alkoholfreie Getränke, Bier, einfache Longdrinks und Kaffee - keine Cocktails, keinerlei Speisen in anderen Restaurants !!! Was dabei " all" bedeuten soll, konnten wir nicht feststellen. Die Vielfalt der Speisen im Hauptrestaurant war schlichweg ungenügend. Morgens fast ausschließlich Weißbrot und Süßkram, nur drei verschiedene Sorten an Säften, und fettige Würstchen. Kein Grau- oder Schwarzbrot, kaum Käse, so gut wie keine Wurst. Mittags und Abends oft Wiederholungen - ein wenig asiatische, ein wenig internationale Küche, ein bißchen englisch und amerikanisch, das war´s. Sehr wenig Fleisch (und wenn, meist nur Geflügel - daß Schweinefleisch dort aufgrund des Glaubens wenig vorkommt, sollte jedem klar sein, aber auch Rindfleisch und andere Fleischgerichte waren eine absolute Seltenheit!). Die Enttäuschung schlechthin war aber stets der Nachtisch. Billige Süßspeisen, wie es sie als Instant-Beutel bei Aldi für 49 Cent gibt, in verschiedenen Farben und Arrangements. Durchweg billig. Und die Härte: bei einer tropischen Insel glaubt man, von einem vielfältigen Angebot an Früchten geradezu überschüttet zu werden. Nicht so auf Sun Island. Melone, Ananas, Papaya, Mango. Das war´s. Meistens sogar nur 2 oder 3 Sorten davon pro Abend. Wir konnten in drei Wochen nicht eine einige Kokosnuß auf dem Buffet finden (außer einer vertrockneten zur Dekoration), und das obwohl diese Dutzendweise täglich auf der Insel vom Baum fällt??? Sehr enttäuschend !!! Das war aber noch nicht alles. Wenn man mal etwas später, so 15-30 Minuten vor Ende des Mittag- oder Abendessens, in den Speisesaal gegangen ist, war die Hälfte der Speisen schon weggeräumt und wurde auch nicht mehr nachgefüllt. Toll :-((((( Getränke waren utopisch teuer. 0,75 Liter Mineralwasser mit Kohlensäure kosteten 5,50 (!) Dollar. Irrsinigerweise gibt es dann Perrier, direkt aus Frankreich importiert. Daß es auf den Malediven nur wenige Rohstoffe gibt, und Speisen und Getränke größtenteils importiert werden, ist klar; aber warum muß man dann ausgerechnet das Mineralwasser aus Europa daherkaufen??? Wie schon erwähnt, Spezial-Büffets an Themenabenden gab es auch, allerdings nie unter 25 Dollar pro Person (auch bei All inclusive). Die Athmospäre im Hauptrestaurant war ansonsten ok, zu Stoßzeiten etwas überlaufen, und manchmal etwas zu laut, aber nun gut. Extrem wichtig: dringend auf einen Tisch in der Mitte des Hauptrestaurants bestehen, keinesfalls am Rand in der Nähe von Bäumen oder Sträuchern, sonst wird man ein Opfer der Mücken. 30 Mückenstiche nur beim Frühstück - TROTZ MÜCKENSPRAY - kommen sonst locker mal vor. Und, zu guter letzt: alle Restaurants sind offen gebaut, ohne Wände. Wir hatten daher einen Tag auch mal die unschöne Bekanntschaft einer Kakerlake unter dem Nachbartisch...
Servicesprache generell englisch. Das Personal ist durchweg sehr freundlich und höflich, und für ein paar Dollar hier und da zu nahezu jeder Hilfe bereit. Die Kellner im Hauptrestaurant erwarten regelmäßig Trinkgeld, sonst werden sie ein wenig mürrisch; aber Vorsicht, nicht alles auf einmal, sonst wechseln die plötzlich die Tische, und der Nächste hält das Händchen auf. Häßlicher Nebeneffekt: manchmal waren die Kellner relativ aufdringlich, was das " Anbieten" von Zusatzleistungen angeht. Schon am ersten Tag hat unser Kellner uns krampfhaft überreden wollen, für " nur" 30 Dollar Aufpreis pro Person und Tag (!) statt Vollpension auf All inclusive umzusteigen. Außerdem wurden alle zwei Tage zu absoluten Wucherpreisen spezielle Dinner-Events angepriesen (60 Dollar pro Person für einen Abend Hummer-Dinner...). Pro Woche Aufenthalt ca. 20-30 Dollar Trinkgeld einplanen, kleine Scheine. Kostenpflichtiger Wäsche-Service und Business Center vorhanden, die Preise dafür waren erträglich. Eigenes kleines Ärzte-Zentrum direkt auf der Insel. Abendprogramm: diverse kleine Shows, meist in der Haupt-Bar, ab und zu an der Beach Bar. An der Beach Bar dann so laut, daß man nicht schlafen kann, wenn man nicht gerade einen Bungalow am anderen Ende der Insel hat. Jede Woche dasselbe Programm.
Die Bungalows befinden sich (mehr oder weniger) direkt am Strand, rund um die Insel. Mehr oder weniger: auf der einen Inselseite fällt man hinter dem Bungalow fast direkt ins Wasser, dort ist kaum Platz für eine Sonnenliege - und wenn, dann nur zwischen dickem Baum-Dickicht -, an unserem Strandabschnitt auf der anderen Seite (Bereich Bungalows 211 bis ca. 240) waren es statt dessen ca. 50 Meter bis zum Wasser, und der Strand übersät von verdorrten Stöcken im Sand, die ca. 1,50m hoch waren (sollten wohl mal Pflanzen werden). Zwar gab es vor jeden Bungalow Sonnenliegen, die konnte man aber so gut wie gar nicht benutzen, da es keine Sonnenschirme dazu gab (auch nicht zum Mieten oder sogar kaufen!). Bei 4,5 Sternen gehört sowas eigentlich zum Preis dazu. Der Strand an sich war ein wenig ungepflegt (außer der Hauptstrand, und natürlich der Bereich direkt am Wasser, aber da erledigt das ja auch das Meer). Das Wasser ist natürlich traumhaft und super-warm, aber da wird man auf den Malediven auch nichts anderes finden :-) Am Hauptstrand ein paar Dutzend Sonnenliegen mit ca. 20 Schirmen, direkt daneben ist der große, warme, saubere Pool. Dort eine Sonnenliege zu bekommen, war jedoch Fleißarbeit: wir wurden bereits am Tag der Ankunft (!) vom Reiseleiter (!!!) darauf hingewiesen, daß wir Sonnenliegen dort besser um 5:30 reservieren sollten, sonst hätten wir keine Chance. Was leider der Wahrheit entsprach, ab 8:30 war spätestens alles belegt :-((( Transfer vom Zentralflughafen ca. 30 Minuten mit dem Wasserflugzeug (sehr teuer, aber ein einmaliges Erlebnis - besser als 2,5 Stunden mit dem Schnellboot!).
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der (einzige) große Pool der Insel ist riesig. Er ist sehr sauber und kaum gechlort - herrlich ! Die Sonnenliegen um den Pool sind genauso stets ausgebucht, wie am Hauptstrand (s. oben), Sonnenschirme gibt es dort keine. Einen kleinen Babypool gibt es, und eine Poolbar auf Wasserniveau. Animation und Kinderclub sind nicht vorhanden, die Malediven sind nicht unbedingt ein Reiseziel für Familien mit kleineren Kindern. Diverse Sportangebote (Basketball, Tennis, Badminton, Fitnesscenter, sowie Wassersport), hauptsächlich natürlich tauchen. Wer auf den Malediven nicht taucht, hat was verpaßt - eine so reichhaltige und vielfältige Unterwasserwelt gibt es sonst wahrscheinlich nur an noch entlegeneren Ecken der Welt. Diverse Wellnessangebote (auf Wunsch auch auf dem Zimmer), allerdings unverschämt teuer. Ein paar Shops im Haupthaus, jedoch keinen richtigen Supermarkt, d.h. außer Chips und Schokolade gibt es dort nur Souvenirs, keinerlei Getränke (diese gibt es ausschließlich an den Bars, dort zwar auch zum Mitnehmen, aber entsprechend teuer - oder aus der Minibar im Zimmer, noch teurer). Sehr zu empfehlen: das Mückenspray aus dem Souvenirshop. Kostet 5 Dollar, hält eine knappe Woche für zwei Personen. Hilft besser als Autan und alles, was man vor dem Urlaub kaufen kann. Ansonsten ein Fotolabor mit 1-Stunden-Entwicklung (hat seinen Preis), einen Juwelier, einen Modeshop und einen Shop für Unterhaltungselektronik.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3 Wochen im August 2003 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Frank |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 1 |


