Die kommende Fußballweltmeisterschaft findet im Juni und Juli statt. © ph.FAB/Shutterstock.com
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FIFA World Cup 2026

Fußball-WM 2026: Gibt es jetzt noch Tickets? Preise, Hotels und Chancen

Bis zum Anpfiff der Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bleiben keine vier Wochen mehr – am 11. Juni 2026 beginnt das Turnier. Viele Fußballfans fragen sich nun: Gibt es überhaupt noch Eintrittskarten? Und wenn ja, mit welchen Gesamtkosten muss gerechnet werden? Die Sachlage erweist sich als vielschichtig.

Das Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2026 findet im Aztekenstadion in Mexiko City statt. © Paula Aristizabal/iStock via Getty Images
Das Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2026 findet im Aztekenstadion in Mexiko City statt. © Paula Aristizabal/iStock via Getty Images

Finale Möglichkeit über offizielle Verkaufswege

Zum 50-Tage-Countdown hat die FIFA am 22. April 2026 ein zusätzliches Kartenkontingent auf fifa.com/tickets bereitgestellt. Dabei wurde bekannt gegeben, dass in der Last-Minute-Verkaufsphase bis zum Turnierfinale weitere Eintrittskarten angeboten werden. Bis zum Endspiel am 19. Juli sollen laufend weitere Tickets nach Verfügbarkeit für sämtliche 104 Begegnungen zum Kauf stehen.

Interessierte sollten ausschließlich offizielle Vertriebswege nutzen, um Einlassprobleme oder betrügerische Machenschaften auszuschließen. Der Last-Minute-Verkauf über die FIFA-Plattform basiert auf dem Grundsatz: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Eine weitere Option bietet der FIFA-Weiterverkaufsmarktplatz. Hierüber können Karten bis zu 60 Minuten vor Spielbeginn der jeweiligen Partie ihre BesitzerInnen wechseln.

Zu beachten ist: Die Fußballweltmeisterschaft 2026 setzt ausschließlich auf digitale Eintrittskarten. Ein Versand per E-Mail erfolgt nicht, ein Ausdruck ist nicht vorgesehen. Die Tickets sind einzig in der offiziellen Smartphone-App zum Turnier gespeichert. Screenshots oder Fotos genügen ebenfalls nicht für den Stadionzutritt.

Kostenspanne: Von moderat bis extrem?

Über offizielle Vertriebskanäle waren die Preise – abhängig von Begegnung und Kategorie – theoretisch in den zurückliegenden Monaten noch einigermaßen überschaubar. Inzwischen empfinden zahlreiche Interessierte die Angebote aber vermutlich eher als Wucherpreise.

Deutschen AnhängerInnen standen über den Deutschen Fußball-Bund (DFB) insgesamt rund 1.600 Tickets zu je 60 US-Dollar für die Gruppenpartien der DFB-Auswahl gegen Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador zur Verfügung. Die Bewerbungsfrist für diese Fan-Tickets ist allerdings längst abgelaufen. Aktuell müssen je nach Partie mehrere Hundert bis mehrere Tausend Dollar pro Eintrittskarte einkalkuliert werden. Karten für Vorrundenbegegnungen sind dabei üblicherweise spürbar preiswerter als jene für die K.o.-Runde.

Die FIFA setzt auf ein flexibles Preissystem, das sich an der jeweiligen Nachfrage ausrichtet. Wer ein besonders exklusives Erlebnis anstrebt, kann sogenannte Hospitality-Pakete inklusive Tickets reservieren, sofern diese nochmals verfügbar werden. Auf der FIFA-Webseite finden sich auch Ticketpreise im fünfstelligen Bereich, die im Vergleich zu manchem Angebot auf der Wiederverkaufsplattform dennoch geradezu günstig erscheinen. Bereits im vergangenen Februar ließen sich dort Medienberichten zufolge horrende Preise entdecken. Die preiswerteste Karte fürs Finale betrug zu jenem Zeitpunkt demnach 9.775 Dollar, ein anderes Finalticket der Kategorie 3 kostete 143.750 Dollar.

"Alles, was wir bei der Ausrichtung der FIFA befürchtet haben, hat sich bestätigt", äußerte das englische Fanbündnis FSA laut "Sportschau" bereits im Dezember 2025. FIFA-Chef Gianni Infantino betrachte "die Loyalität der Fans nur als etwas, das man gewinnbringend ausnutzen kann. Ein Sport, der eigentlich für alle da sein sollte, ist nun nur noch für diejenigen erschwinglich, die es sich leisten können." Dem Turnier sei folglich "schon vor dem Start jegliches Leben geraubt worden".

Deutschland bestreitet sein letztes Vorrundenspiel gegen Ecuador im späteren Final-Stadion in East Rutherford/New York. © Adonis page/iStock via Getty Images
Deutschland bestreitet sein letztes Vorrundenspiel gegen Ecuador im späteren Final-Stadion in East Rutherford/New York. © Adonis page/iStock via Getty Images

Die Vorrundenpartien der DFB-Elf: Welche Reiseziele?

Deutsche Fans, die über das erforderliche Budget verfügen und sich noch Karten sichern können, sollten insbesondere Reisen in die USA und nach Kanada ins Auge fassen. Die DFB-Auswahl trifft in Gruppe E am 14. Juni in Houston auf Curaçao. Die zweite Vorrundenbegegnung findet am 20. Juni gegen die Elfenbeinküste in Toronto statt, die dritte am 25. Juni in East Rutherford/New York gegen Ecuador. Sollte die Mannschaft das Finale erreichen, würde auch das Endspiel mit deutscher Beteiligung im MetLife-Stadion in East Rutherford ausgetragen.

Bei der Hotelsuche könnten Fans bessere Chancen haben als beim Ticketerwerb. Wenige Wochen vor Turnierauftakt spürten die Hotels in den US-Austragungsorten kaum etwas von einem Ansturm durch Fußballfans. In der Branche war teilweise sogar von einem Nicht-Event die Rede, wie der Branchenverband American Hotel & Lodging Association (AHLA) kürzlich mitteilte. Für kurzfristig Reisende eröffnen sich durchaus Chancen, da beispielsweise in Houston gut 70 Prozent der befragten Hoteliers angaben, dass die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleibt. Daher könnte zumindest bei der Unterkunft möglicherweise ein günstiges Angebot zu finden sein.

Top Angebote in Housten

Die Fußball-WM gehört traditionell zu den größten Sportereignissen der Welt. © ph.FAB/Shutterstock.com
Die Fußball-WM gehört traditionell zu den größten Sportereignissen der Welt. © ph.FAB/Shutterstock.com

Rentiert sich die Reise überhaupt noch?

Wer gewillt ist, für das Live-Erlebnis erhebliche Summen aufzuwenden, findet über die Last-Minute-Phase der FIFA eventuell noch offizielle Tickets – zumindest für ausgewählte Begegnungen. Der Zweitmarkt dürfte für die Mehrheit schlichtweg unbezahlbar sein. Hotels sind an einigen Standorten überraschend gut verfügbar, doch Flüge, Einreiseformalitäten und die politische Lage in den USA erfordern sorgfältige Vorbereitung. Wer spontan plant, benötigt vor allem ein ausreichendes Budget und eine gültige Elektronische Reisegenehmigung (ESTA). Denn eine Eintrittskarte ersetzt keine Einreiseerlaubnis. Für deutsche Staatsangehörige sind touristische Kurzaufenthalte in den USA, Kanada und Mexiko zwar grundsätzlich visumfrei, die Einreisebestimmungen unterscheiden sich jedoch je nach Gastgeberland. Für die USA ist in der Regel eine ESTA-Genehmigung erforderlich, die laut Auswärtigem Amt spätestens 72 Stunden vor Reiseantritt beantragt werden sollte.

Top Angebote in Kanada