Stressfrei unterwegs
Reisen 2026: Diese neuen Regeln gelten an Europas Grenzen
Reisen wird 2026 in vielerlei Hinsicht digitaler, kontrollierter und teilweise auch teurer. Innerhalb Europas wie auch bei Fernreisen treten neue Ein- und Ausreiseregelungen, technische Systeme und Gebührenmodelle in Kraft, die sich direkt auf die Urlaubsplanung auswirken. Wir fassen das Wichtigste für Dich zusammen.
Digitales Grenzsystem der EU: So funktioniert das EES
Ab 2026 ist an den Außengrenzen des Schengen-Raums das sogenannte Entry/Exit System (EES) flächendeckend im Einsatz. Das System ist bereits im Herbst 2025 gestartet und wird schrittweise eingeführt; bis spätestens Frühjahr 2026 soll es an allen relevanten Grenzübergängen vollständig funktionieren.
Dabei werden Reisepässe künftig digital erfasst – klassische Stempel entfallen. Zusätzlich sind Fingerabdrücke und ein Gesichtsscan vorgesehen. Betroffen sind vor allem Reisende aus Nicht-EU-Staaten, die sich für Kurzaufenthalte im Schengen-Raum aufhalten. Ziel des Systems ist es, Aufenthaltszeiten lückenlos zu erfassen und Sicherheitslücken zu schließen.
Gerade in der Anfangsphase solltest Du Dich an Flughäfen und stark frequentierten Grenzübergängen auf längere Wartezeiten einstellen. Plane daher bei Flügen und Umstiegen ausreichend Puffer ein und halte Deine Reisedokumente griffbereit.
ETIAS: Online-Genehmigung für die Einreise nach Europa
Gegen Ende 2026 kommt mit ETIAS eine weitere Neuerung hinzu. Das Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem richtet sich an Reisende aus Drittstaaten, die bisher ohne Visum in den Schengen-Raum einreisen durften, etwa aus den USA, Kanada oder Australien.
Diese Reisenden müssen künftig vorab eine elektronische Genehmigung beantragen. Die Kosten liegen voraussichtlich bei rund 20 Euro, die Gültigkeit erstreckt sich über mehrere Jahre. Auch wenn ETIAS kein klassisches Visum ist, wird es langfristig Voraussetzung für die Einreise sein.
Wichtig für die Praxis: Nach dem offiziellen Start von ETIAS ist eine Übergangs- und Kulanzphase vorgesehen. In dieser Zeit wird die Einreise voraussichtlich noch nicht sofort verweigert, wenn keine Genehmigung vorliegt. Dennoch empfiehlt es sich, den Antrag frühzeitig – idealerweise schon vor der Buchung oder spätestens einige Wochen vor Reiseantritt – zu stellen.
Großbritannien-Reise: ETA als neue Voraussetzung
Auch für Reisen nach Großbritannien gelten 2026 veränderte Bestimmungen. Für Staatsangehörige aus visumfreien Ländern ist bereits eine Electronic Travel Authorisation (ETA) erforderlich, die vor der Einreise online beantragt werden muss.
Das gilt unabhängig vom Verkehrsmittel – also für Flugzeug, Fähre und Zug gleichermaßen. Die Einführung erfolgt schrittweise seit 2025, wird aber spätestens ab Februar 2026 konsequent durchgesetzt. Ohne gültige ETA ist dann kein Grenzübertritt mehr möglich, häufig wird bereits die Beförderung verweigert.
Da die Beantragung zwar digital erfolgt, aber nicht immer sofort abgeschlossen ist, empfiehlt sich auch hier eine frühzeitige Antragstellung vor Reisebeginn.
Sicherheitskontrollen am Flughafen: Künstliche Intelligenz prüft mit
Neben den formalen Einreisebestimmungen wandeln sich auch die Abläufe an den Flughäfen. Automatisierung, moderne Scannertechnik und softwaregestützte Auswertung spielen bei Sicherheitskontrollen eine immer größere Rolle. Zwar gibt es keine europaweit einheitliche Pflicht zur Nutzung von KI-Systemen, doch viele Flughäfen testen oder erweitern entsprechende Technologien.
Unverändert gilt: Elektronische Geräte wie Laptops oder Tablets müssen an vielen Kontrollstellen weiterhin separat vorgelegt werden, da die modernsten Scanner noch nicht überall im Einsatz sind. Bei Überschreitung zulässiger Handgepäckmaße drohen Zusatzgebühren oder Nachkontrollen. Wer übersichtlich packt und die jeweiligen Airline-Regeln kennt, kommt schneller und stressfreier durch – besonders bei knappen Umsteigezeiten.
Vor Ort in Europa: Höhere Gebühren und neue Regelungen
Nicht nur an den Grenzen, auch an beliebten Reisezielen selbst verändern sich die Bedingungen. In Venedig zahlen Tagesgäste 2026 an 60 stark frequentierten Tagen eine Eintrittsgebühr. Sie beträgt fünf Euro bei frühzeitiger Online-Buchung (mindestens vier Tage vorher) und zehn Euro bei kurzfristiger Buchung; Übernachtungsgäste sind in der Regel ausgenommen. Ziel ist es, den Besucherstrom gezielter zu steuern. Die Gebühr variiert je nach Buchungszeitpunkt und sollte frühzeitig eingeplant werden; Übernachtungsgäste sind in der Regel ausgenommen.
Auch für AutofahrerInnen steigen die Kosten: In Österreich klettert der Preis für die Jahres-Autobahnvignette 2026 auf 106,80 Euro. Je nach Reiseroute kann es sich daher lohnen, alternative Strecken, Tagesvignetten oder andere Verkehrsmittel in Betracht zu ziehen.
Europas Zugverkehr: Neue Strecken und vereinfachte Buchungen
Erfreuliche Entwicklungen gibt es für alle, die im Urlaub auf die Bahn setzen. Der grenzüberschreitende Zugverkehr in Europa wird weiter ausgebaut, zusätzliche Direktverbindungen sollen Reisen komfortabler und klimafreundlicher machen.
Parallel dazu arbeitet die Bahnbranche europaweit an einem einheitlicheren Buchungssystem. Ziel ist es, internationale Tickets künftig einfacher und transparenter buchen zu können. Ein vollständig einheitliches System wird 2026 zwar noch nicht überall verfügbar sein, doch erste Verbesserungen bei Durchbuchungen und Preisvergleichen sind bereits absehbar.
Gut vorbereitet in den Urlaub: Darauf kommt es 2026 an
Die zahlreichen Neuerungen bei Ein- und Ausreiseregelungen machen eine gründliche Reisevorbereitung wichtiger denn je. Starttermine, Übergangsfristen und Gebühren können sich kurzfristig ändern oder je nach Nationalität unterschiedlich ausfallen.
Informiere Dich daher vor jeder Reise erneut über die aktuellen Vorschriften und plane ausreichend Zeit für Anträge und Kontrollen ein. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf weiterführende Informationen, etwa zu Handgepäckregeln oder länderspezifischen Besonderheiten. So steht einem entspannten und gut organisierten Urlaub auch 2026 nichts im Weg.