HolidayCheck-Studie
Reisepläne im Wandel: Warum Sicherheit jetzt wichtiger wird – und viele trotzdem verreisen
Die Weltlage verändert sich – und mit ihr die Art, wie wir reisen. Die aktuelle geopolitische Situation im Nahen Osten wirkt sich deutlich auf die Urlaubsplanung der Deutschen aus. Doch statt Reisen komplett zu streichen, reagieren viele flexibel. Der aktuelle HolidayCheck-Report zeigt: Zwischen Sicherheitsbedürfnis und Reiselust entsteht ein neues Reiseverhalten.
Anpassung statt Verzicht: So reagieren Reisende
Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: 70 Prozent der Befragten geben an, dass die aktuelle politische Situation ihre Reisepläne beeinflusst. Davon fühlen sich 40 Prozent stark oder sehr stark betroffen, weitere 30 Prozent zumindest teilweise.
Doch die Reaktion ist weniger drastisch als erwartet. Anstatt ganz auf Urlaub zu verzichten, passen viele ihre Pläne an:
- 40 Prozent wählen alternative Reiseziele
- 35 Prozent setzen verstärkt auf flexible Tarife
- Rund jeder Fünfte ändert Reisezeitpunkt oder Reiseart
Der Trend ist klar: Flexibilität ersetzt Verzicht.
Sicherheit vs. Reiselust: Ein differenziertes Bild
Trotz bestehender Unsicherheiten ist die Reiselust nach wie vor hoch. 32 Prozent der Befragten geben an, dass sie trotz (Teil-)Reisewarnung entweder sicher oder wahrscheinlich in ein betroffenes Land reisen würden.
Gleichzeitig informieren sich viele aktiv: 63 Prozent prüfen immer oder meistens, ob eine Reisewarnung vorliegt.
„UrlauberInnen gehen sehr unterschiedlich mit der aktuellen Lage um: Während viele bei ihrer Planung stark auf Sicherheit achten, bleibt für andere der Wunsch zu reisen ein entscheidender Faktor, sodass auch Ziele mit Reisewarnung für einen Teil nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden“, sagt Nina Hammer, Reiseexpertin bei HolidayCheck.
Nähe gibt Sicherheit: Europa im Fokus
Die Sicherheitswahrnehmung variiert je nach Region deutlich. Besonders hoch ist das Sicherheitsgefühl bei nahegelegenen Reisezielen:
- Deutschland, Österreich und die Schweiz: 70 Prozent
- Westeuropa: 56 Prozent
- Südeuropa und Mittelmeerraum: 48 Prozent
- Skandinavien, Mittel- und Osteuropa: 40 Prozent
- Kanarische Inseln: 39 Prozent
Deutlich niedriger wird die Sicherheit bei weiter entfernten Regionen eingeschätzt:
- Asien: 24 Prozent
- Nordamerika: 20 Prozent
- Mittel- & Südamerika: 20 Prozent
- Afrika: 10 Prozent
- Arabische Halbinsel: 3 Prozent
Mit zunehmender Entfernung sinkt das Sicherheitsgefühl spürbar.
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Mehr Sicherheit durch Pauschalreisen
Auch bei der Wahl der Reiseform zeigt sich ein klarer Trend: 73 Prozent der Befragten empfinden Pauschalreisen als (sehr) sicher, bei Individualreisen sind es 53 Prozent.
Gerade in unsicheren Zeiten gewinnen Aspekte wie organisierte Abläufe, feste Ansprechpartner und Unterstützung vor Ort für viele Reisende an Bedeutung.
Kosten als zusätzlicher Einflussfaktor
Neben geopolitischen Unsicherheiten wirken sich auch steigende Kraftstoffpreise auf die Reiseplanung aus.
- 47 Prozent der Befragten geben an, dass diese ihre Pläne stark oder sehr stark beeinflussen
- 33 Prozent sehen einen teilweisen Einfluss
Die Reaktionen darauf sind vielfältig:
- 28 Prozent wollen auf andere Verkehrsmittel umsteigen
- 26 Prozent planen, andere Reiseziele zu wählen
- Je 18 Prozent verändern Reiseart, Zeitpunkt oder Dauer
- 17 Prozent ziehen in Erwägung, ganz auf Reisen zu verzichten
Gleichzeitig erwarten 83 Prozent der Deutschen, dass Reisen künftig teurer wird.
Fazit: Zwischen Sicherheitsbedürfnis und Reiselust
Die Ergebnisse zeigen: Die Unsicherheit ist hoch, doch die Reiselust bleibt bestehen. Anstatt auf Urlaub zu verzichten, passen viele ihre Pläne an – etwa durch alternative Reiseziele, flexible Buchungen oder angepasste Reiseformen.
Gleichzeitig zeigt sich bei einem Teil der Befragten eine Bereitschaft, auch unter unsicheren Bedingungen zu reisen. Damit bewegt sich das aktuelle Reiseverhalten aktuell zwischen Sicherheitsbedürfnis und dem Wunsch, weiterhin neue Orte zu entdecken.
Auswertungsgrundlage:
Die Daten basieren auf einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Umfrage, die Media Market Insights in Kooperation mit KANTAR für HolidayCheck durchgeführt hat. Im Zeitraum vom 21.04.2026 bis 27.04.2026 wurden 1.000 berufstätige Personen in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen im Alter von 16 bis 69 Jahren befragt.