Allein an Kretas Westküste wurden sieben zusätzliche Küstenabschnitte unter besonderen Schutz gestellt. © Francis Crisostomo/iStock via Getty Images
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Küstenschutz

Griechenland: 14 weitere Küstenabschnitte geschützt

UrlauberInnen, die in Griechenland an einsamen Küstenabschnitten fernab von Strandliegen, Strandbars und dröhnender Musik entspannen möchten, profitieren ab dieser Saison von einer deutlich größeren Auswahl. Ende April hat die Regierung das Netzwerk der sogenannten "Apatites Paralies" (übersetzt etwa "unberührte Strände") ausgebaut. Die Anzahl der besonders geschützten Küstenabschnitte wächst damit von zuvor 238 auf aktuell 251. Wo die neu geschützten Strände zu finden sind.

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Die Hälfte der neu geschützten Küstenabschnitte liegt auf Kreta. © Rawf8/iStock via Getty Images
Die Hälfte der neu geschützten Küstenabschnitte liegt auf Kreta. © Rawf8/iStock via Getty Images

Die Verantwortung für den Küstenschutz liegt beim Ministerium für Wirtschaft und Finanzen sowie beim Ministerium für Umwelt und Energie. Konkret wurden 14 neue Strandabschnitte in die Schutzliste aufgenommen. Zeitgleich erfolgte allerdings die Streichung des Strands Keros auf der Insel Limnos. Dieser Küstenbereich ist touristisch entwickelt und zieht Surfer an, mit Beachbars, Surfschulen und Hotels in direkter Strandnähe.

Das Ziel der Schutzliste besteht darin, Strände mit herausragender landschaftlicher oder ökologischer Relevanz zu erhalten. Dazu zählt ebenfalls der Erhalt der dortigen Lebensräume sowie der Flora und Fauna. Die komplette Liste samt allen Koordinaten sowie die offizielle Bekanntmachung der Ministerien können auf den Webseiten des griechischen Wirtschafts- und Finanzministeriums und des Umweltministeriums eingesehen werden.

Wo die 13 neuen Schutzzonen zu finden sind

Die neu geschützten Strände sind über verschiedene Regionen des Landes verteilt. Auf der ionischen Insel Lefkada erhielt der Strand Kastro am Stadtrand der gleichnamigen Stadt den Schutzstatus. Er befindet sich in einem sogenannten Natura-2000-Schutzgebiet, welches ebenfalls Lagunen und Salinen einschließt.

Auf der Nordägäis-Insel Limnos kam ein Abschnitt am Chortarolimni-See hinzu. Zwei zusätzliche Strände liegen rund um das Acheloos-Delta und die Lagune von Mesolongi-Aitoliko in Westgriechenland. Auch auf der kleinen Kykladeninsel Ano Koufonisi wurden die Strände Pori und Italida neu in die Liste aufgenommen. Diese beiden Küstenabschnitte waren bereits Anfang des Jahres in die Schlagzeilen geraten, weil dort vorübergehend Konzessionen für Imbissstände und Liegen vorgesehen waren. Nach Widerstand aus der Bevölkerung wurden diese Vorhaben jedoch gestoppt.

Ein Fokus der Erweiterung liegt auf Kreta. Sieben der neuen Schutzgebiete liegen im Westen der Insel, in den Gemeinden Kissamos und Kantanos-Selino. Die Region zeichnet sich durch ihr kristallklares, türkisfarbenes Wasser und feine Sandstrände aus. Künftig geschützt sind weitere Abschnitte rund um die Bucht von Falassarna mit den Inseln Gramvousa und Pontikonisi, die Küste zwischen dem Kloster Chrysoskalitissa und Kap Krios sowie das Meeresgebiet um die Insel Elafonisi.

Küstenabschnitte wie dieser stehen in Griechenland unter besonderem Schutz. © Wirestock/iStock via Getty Images
Küstenabschnitte wie dieser stehen in Griechenland unter besonderem Schutz. © Wirestock/iStock via Getty Images

Was an einem "unberührten Strand" zu beachten ist

Für sämtliche 251 geschützten Strände existieren eindeutige Regeln. Motorisierte Fahrzeuge sind am Strand genauso verboten wie größere Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen. Auch laute Musik über Lautsprecher oder andere elektronische Geräte ist untersagt.

Zudem dürfen keine Tische, Stühle, Sonnenschirme oder Liegen aufgestellt werden. Kommerzielle Angebote wie der Verleih von Wassersportgeräten sind ebenfalls verboten. Gleiches gilt für mobile Imbissstände oder Verkaufsstände auf Anhängern. In den geschützten Zonen werden grundsätzlich keine neuen Genehmigungen für kommerzielle Nutzung mehr vergeben.

Bestehende Verträge bleiben jedoch bis zu ihrem Ablauf gültig. Deshalb kann es vorkommen, dass an einigen Stränden in dieser Saison noch Liegen oder Gastronomie vorhanden sind. Wer diese Strände besucht, sollte sich darauf einstellen, alles Nötige selbst mitzubringen, also Wasser, Verpflegung und Sonnenschutz.

Verstöße gegen die Regeln können direkt gemeldet werden. Dafür gibt es die staatliche App "MyCoast", die 2024 eingeführt wurde. Über die App lassen sich illegale Bauten, Bars oder Sonnenliegen per Standortmeldung oder QR-Code an die zuständigen Behörden weiterleiten.

Besuchen dürfen UrlauberInnen die Strände, aber unter besonderen Auflagen. © Rawf8/iStock via Getty Images
Besuchen dürfen UrlauberInnen die Strände, aber unter besonderen Auflagen. © Rawf8/iStock via Getty Images

Warum Griechenland die Regeln verschärft

Viele der neu geschützten Küstenabschnitte befinden sich innerhalb des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. In diesen Gebieten sind sämtliche Aktivitäten verboten, die die natürliche Beschaffenheit der Küste verändern oder das ökologische Gleichgewicht stören könnten.

Die erste umfassende Liste mit 198 geschützten Stränden wurde im April 2024 eingeführt. Bereits im Juni folgte eine Erweiterung auf 238 Standorte. Damals war auch der Strand Keros auf Limnos aufgenommen worden, was vor Ort zu Protesten von Gemeinden und Unternehmen führte. Dass Keros nun wieder gestrichen wurde, zeigt, dass die Liste angepasst werden kann, wenn der Druck aus den Regionen groß genug ist.

Die Anforderungen für die Aufnahme in die Schutzliste sind hoch. Entscheidend sind unter anderem geschützte Lebensräume nach europäischem oder nationalem Recht, seltene oder endemische Arten sowie Ökosysteme mit besonderer Bedeutung für die biologische Vielfalt. Viele dieser Orte gelten auch international als sogenannte Schlüsselgebiete der Biodiversität.

Hinweise für Reisende

Für Urlauberinnen und Urlauber, die abseits von Strandclubs und touristischem Trubel die ursprüngliche Seite Griechenlands erleben möchten, bieten die neuen Schutzzonen interessante Möglichkeiten. Besonders der Westen Kretas rund um Falassarna und Elafonisi sowie die Kleinen Kykladen sind beliebte Ziele für Tagesausflüge.

Wer diese Orte besucht, sollte jedoch darauf vorbereitet sein, dass es dort keine Infrastruktur gibt: keine Liegen, keine Bars, keine Verpflegung. Genau diese Einfachheit macht für viele den besonderen Reiz dieser Strände aus.

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Quelle: spot on news