Das Hotel war wohl ursprünglich tatsächlich als 5-Sterne Anlage konzipiert, aufgrund des Alters, des mittlerweile recht hohen Anteils von Touristen aus der GUS hat das Hotel jedoch einiges von seinem vielleicht mal ursprünglich vorhandenem Glanz verloren. Das Schwimmbad ist sauber und OK (das Wasser enthält allerdings sehr viel Chlor!!) , die Außenpools waren aufgrund der Jahreszeit nicht geöffnet. Gebt Euch mal ein türkisches "Hamam", ist ein schönes Wellness-Erlebnis. Wie bereits bei vielen anderen Rezensionen vermerkt, lässt die Sauberkeit speziell des Teppichbodens im Zimmer und -fluren sehr zu wünschen übrig; nehmt Euch Hausschuhe mit! Da das Badezimmer über keine Lüftung verfügt, findet sich auch hier in den Ecken der Dusch- Badewanne Schimmel, was sich aber noch in Grenzen hält. Die übrige Anlage wirkt recht gepflegt und wird ordentlich in Schuss gehalten. Die Minibar wurde anders als angekündigt, nur mit zwei Flaschen stillem Wasser und einer Dose Cola befüllt, aber damit konnten wir gut leben. An Nationalitäten waren einige russische Urlauber vertreten, was sich anhand der übervollen Teller und dem Zustand der Tische nach dem Essen auch recht gut ausmachen ließ. Der überwiegende Anteil waren zu dieser Zeit jedoch Deutsche. Der Altersdurchschnitt lag bei grob geschätzt 50-55 und es gab viele Rentner. Vor dem Hotel befindet sich rechter Hand Richtung Göynük ein Fernsprecher, der günstige Telefonate nach Hause ermöglichen soll. Wir haben mit unseren Handys telefoniert; die 20 / 30 EURO waren es uns wert unabhängig und spontan nach Hause telefonieren zu können. Den Buchungsunterlagen lagen Gutscheine für Touren bei, die wir jedoch nicht genutzt haben; wir haben uns einen Mietwagen genommen und das Umland auf eigene Faust erkundet. In Kemer gibt es einen sehr netten deutschsprachigen Veranstalter, der sich "Würzburger Michael" nennt und der (eigentlich Murat heisst) Touren ins Umland organisiert. Dort läuft man nicht Gefahr sich plötzlich in einer Teppichfabrik wiederzufinden. Eine Tagestour nach Antalya kostete 10,-EUR p. P und beinhaltet Transfer in einem klimatisierten Kleinbus (Mercedes Sprinter), einen Besuch der Düden-Wasserfälle, des Basars und der Altstadt sowie des in der Nähe gelegenen Hafens. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Reise insgesamt war für uns OK, wir haben für 8 Tage alles in allem 270,- EURO p. P. bezahlt, dafür haben wir mehr bekommen, als wir aufgrund unserer Skepsis (erste Reise in die Türkei) erwartet haben. Wer Land und Leute kennenlernen will, der gebe sich ein bisschen Mühe und lerne zumindest ein paar türkische Begrüßungsfloskeln und auch ein paar Höflichkeiten, wie Bitte und Danke, das hilft nicht nur vor Ort im Hotel, sondern auch unterwegs. Wir kamen als Fremde und gingen als Freunde trifft auf diese Türkei-Reise größtenteils zu. Das Wetter war mit 12 - 18 Grad in der Sonne und ein paar Mal Nieselregen (kurzzeitig) nicht so der Brüller, aber Strandurlaub haben wir auch nicht erwartet. Von daher ist es sicherlich sinnvoller zu reisen, wenn es etwas wärmer ist (siehe Klimadatenbank auf wetter dot com). Die nächste Reise ist für Oktober geplant, es ist zwar da auch nicht mehr wirklich warm, aber angenehmer als Februar auf jeden Fall. Nehmt Euch nur zwei oder drei Paar Socken mit und kauft dort vor Ort ein Duzend Paar "Marken"-Socken für 5,- EURO, das erspart Euch das lästige Sockensortieren nach der Wäsche daheim in Deutschland. Probleme mit dem Essen hatten wir nicht, nach dem reichhaltigen Buffet haben wir allerdings immer so etwas wie einen Kümmerling (Jägermeister) genommen, was dem Personal aber recht schwer erklärbar ist. Der Ausdruck hierfür heißt "Baharat", wenn ich mich recht entsinne.
Die Größe unseres Doppelzimmers war OK, die Sauberkeit des Teppichbodens (wie bereits erwähnt) nicht. Der Tisch war verkratzt, die Möbel insgesamt etwas verwohnt. Der Fernseher war bei uns nicht einmal an, die Minibar schön kühl. Das Bad war durchschnittlich ausgestattet, der Brausemechanismus der Dusche etwas gewöhnungsbedürftig. Auch ließ sich eine mittelgroße Überschwemmung des Bades nach dem morgendlichen Duschen nicht immer verhindern. Wir hatten unseren eigenen Föhn mit, genauso wie Duschgel, Seife etc. Ist aber vor Ort, wenn man es braucht. Die Zimmer sind sehr hellhörig, was uns aber dank ausgeprägten Tiefschlafes nicht gestört hat.
Wir hatten All-Inclusive gebucht, was wir auch im Nachhinein nicht bereut haben. Die Nörgel-Mentalität mancher Gäste dort kann einem allerdings das Essen manchmal schon etwas vermiesen. Auf der einen Seite wird über alles gemeckert, auf der anderen Seite steht man aber pünktlichst um 18: 30 vor dem Speisesaal. Wahrscheinlich um sich eine weitere Gelegenheit zum nörgeln nicht entgehenzulassen. Ehrlich Leute: wenn Euch das Essen nicht passt - geht auswärts essen, oder gebt beim nächsten Mal ein paar Hundert Euros mehr aus, dann gibt´s vielleicht unter anderem auch einen Kellner, der einem in fließendem Deutsch bedient. Die Teller sind nicht immer sauber gespült, aber es gibt genug Alternativ-Stapel. Die Auswahl der Speisen ist recht groß, das Essen ist reichhaltig und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Einzig die Suppen und der Nachtisch sind für deutsche Verhältnisse gewöhnungsbedürftig, weil türkisch. Der Kaffee aus den dortigen Automaten ist katastrophal dünn, das reinste Spülwasser. Zum Aufwachen haben wir uns an der Lobby-Bar immer einen türkischen Mokka geholt (mit Zucker), der ist sehr lecker. Trinkgelder werden in Tip-Boxen getan, die in allen Bereichen (Bar, Lobby, Rezeption, Speisesaal...) herumstehen. Wir haben aber an besonders bemühtes Personal persönlich (unauffällig!) Trinkgelder verteilt.
Grundsätzlich ist das Personal freundlich und auch hilfsbereit, sollte man hier jedoch fließendes Deutsch erwarten, wird man enttäuscht, auch mit Englisch kommt man hier nicht wirklich weit. Nichts desto trotz, wir habe alles bekommen, was wir wollten, auch wenn es nicht immer sofort geklappt hat. Wie auch in Deutschland, so ist es auch hier so, wenn man den Angestellten mit Freundlichkeit begegnet, so wird man absolut korrekt bedient. Spricht man mit ihnen wie mit jemanden, der einen IQ knapp oberhalb der Raumtemperatur hat, so muss man sich nicht wundern, wenn man unfreundlich bedient wird. Die Zimmerreinigung war OK, allerdings wurde manchmal vergessen eine frische Matte vor die Badewanne zu legen, was dann nicht so schön war. Bezahlt haben wir während unseres gesamten Aufenthaltes im Hotel nichts, außer 5,-EURO Leihgebühr für einen Bademantel und den Hamam-Preis für das (fremdgeführte) Schwimmbad. Schwimmen ist aber dort natürlich frei. Der Check-In am Anreisetag war eine Katastrophe, weil die Rezeptionisten mit dem Gästeansturm hoffnungslos überfordert waren. Außerdem waren bei unserem Eintreffen die Zimmer noch nicht fertig; die Wartezeit haben wir dann mit dem Mittagessen überbrückt.
Gelegen ist das Hotel direkt am (grobkörnigen Sand-) Strand, zu Fuß kann man den Ortskern mit den Ladenzeilen gut in ein paar Minuten erreichen. Man muss sich aber damit abfinden, beim Vorbeischlendern an jedem Laden angesprochen zu werden. Begegnet man diesen Leuten jedoch höflich, so ist es kein Problem und man wird auch nicht weiter behelligt. Auf dem Basar in Antalya sieht die Sache schon ein bisschen anders aus, dort muss man mit Bestimmtheit vorgehen, sonst kommt man gar nicht weiter. Interessant ist es nach dem neuen Stadttor in Göynük weiterzugehen, dann kommt man in den alten Teil des Dorfes. In die nächstgelegenen Dörfer nimmt man am besten einen der lokalen Beförderungsmittel, das sogenannte Dolmusch, das sind Kleinbusse für bis zu 20 Personen, die in regelmäßigen Zeittakten von Dorf zu Dorf fahren. Taxen sind zu teuer; Dolmusch kostet p. P. zwischen zwei und drei Euro pro Strecke. An den Stationen in z. B. Kemer wird auch gerne Scheingeld in kleines gewechselt; wir haben uns aber einen "Sack voll" Kleingeld von daheim mitgenommen. Die Transferzeit zum Flughafen beträgt je nach Verkehrsaufkommen zwischen 60 und 90 Minuten und wird vom Reiseveranstalter organisiert.
Beliebte Aktivitäten
- Sonstiges
In einem der Nebengebäude kann man sich auf einer Kegel- und zwei Bowlingbahnen sportlich betätigen, die Organisation mit Getränken ist aber je nach Uhrzeit ein bisschen schwierig. Internetzugang befindet sich ebenfalls in den Bowlingbahnräumen, sowie auch ein paar Playstation-Automaten und ein SEGA-Fahrsimulator und ein paar Billardtische und ein Karambolagetisch. Neben diesem Raum ist die Hoteleigene Disco, die wir jedoch nicht kennengelernt haben. Es gibt auch noch ein Spezialitätenrestaurant; aber auch da waren wir leider nicht, sah von außen aber nett und ansprechend aus. Animation wurde nicht geboten, es gab allerdings verschiedene Themenabende, wie z.B. Flowerpower-Disco, Karaoke und ähnliches. In der Lobby wurden verschiedene Touren ins Umland angeboten. Tennisplätze sind ebenfalls vor Ort und im Hotel gibt es in der Lobby einen Mietwagenservice, der jedoch teurer ist, als vergleichbare in Göynük und Kemer. Der Strand war so "mittel-gepflegt", was aber sicherlich auch an der Jahreszeit lag.


