Kulinarik-Kult
Hamburger: Alles, was du über den Fast-Food-Klassiker wissen musst
Zwei Brötchenhälften, ein Patty und dazwischen fast grenzenlose Möglichkeiten: Der Hamburger gehört zu den bekanntesten Gerichten der Welt. Doch wer hat ihn eigentlich erfunden – und was hat Hamburg damit zu tun? Wir servieren Dir Geschichte, Rekorde und überraschende Burger-Fakten.
Ob klassisch mit Rindfleisch, vegetarisch, vegan oder ziemlich extravagant mit Trüffel und Kaviar: Kaum ein Gericht lässt sich so einfach verändern wie der Hamburger. Genau das dürfte ein Teil seines Erfolgsgeheimnisses sein. Vom schnellen Snack am Straßenrand bis zum Gourmet-Burger im Restaurant hat er nahezu jede kulinarische Grenze überwunden.
Seine eigene Geschichte ist dagegen erstaunlich schwer zu greifen. Gleich mehrere Orte und Personen beanspruchen die Erfindung für sich – und auch die Stadt Hamburg spielt dabei eine Rolle. Zeit für einen Blick zwischen die Brötchenhälften.
Folge unserem WhatsApp Kanal!Gutscheine, Gewinnspiele, relevante News & Updates zum Thema Reisen!Zum KanalWer hat den Hamburger erfunden?
Wer den Hamburger erfunden hat? Darüber streiten sich gleich mehrere US-Städte – und jede hat ihre eigene Geschichte.
Da wäre zum Beispiel Louis Lassen, ein dänischer Einwanderer und Betreiber eines kleinen Imbisswagens in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut. Im Jahr 1900 soll ein Gast etwas bestellt haben, das er unterwegs essen konnte. Lassen legte daraufhin gebratenes Hackfleisch zwischen zwei Scheiben Toast. Sein Lokal Louis' Lunch gibt es übrigens bis heute – und die Burger werden dort noch immer auf Toast serviert.
Noch älter ist die Geschichte von Charles „Hamburger Charlie“ Nagreen. Der damals erst 15-Jährige verkaufte 1885 auf einer Landwirtschaftsmesse in Seymour, Wisconsin, Fleischbällchen. Weil sich diese schlecht beim Herumlaufen essen ließen, soll er das Fleisch flach gedrückt und zwischen zwei Brotscheiben gelegt haben. Nagreen verkaufte seine Burger anschließend jahrzehntelang auf Jahrmärkten. Wisconsin erklärte Seymour später sogar offiziell zur „Home of the Hamburger“.
Und dann wäre da noch Oscar Weber Bilby, ein Farmer aus Oklahoma. Seine Familie erzählte, er habe am 4. Juli 1891 Hackfleisch-Patties in selbst gebackenen Brötchen seiner Frau serviert. Oklahoma erklärte daraufhin 1995 Tulsa zum Geburtsort des „echten“ Hamburgers im Bun.
Welche Geschichte stimmt? Eindeutig belegen lässt sich keine davon. Historische Zeitungsanzeigen zeigen sogar, dass „Hamburger Steak Sandwiches“ in den USA bereits in den 1890er-Jahren an verschiedenen Orten angeboten wurden. Wahrscheinlicher ist deshalb, dass sich die Idee an mehreren Orten ungefähr zur gleichen Zeit entwickelte.
Was hat es mit dem Namen Hamburger auf sich?
Aufgrund seines Namens taucht immer wieder die These auf, der Hamburger käme ursprünglich aus der norddeutschen Hansestadt und AuswanderInnen hätten die Idee in die USA exportiert. Dafür sprechen Speisen wie Frikadellen- und Bratenbrötchen, die es im 19. Jahrhundert in Hamburg und auf den Auswandererschiffen gegeben haben soll. In einem US-amerikanischen Kochbuch findet sich bereits 1842 ein Rinderhackgericht mit dem Namen Hamburger Steak – das wie eine Frikadelle ohne Brötchen gegessen wurde.
Doch auch in den Vereinigten Staaten gibt es im Bundesstaat New York eine Stadt mit dem Namen Hamburg, in der angeblich in einer Imbissbude im 19. Jahrhundert mit Rindfleisch experimentiert wurde. Woher der Burger auch gekommen sein mag, es vergingen ein paar Jahrzehnte, bis sich das schnelle Essen als Bestseller etablierte.
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Warum ist der Hamburger weltweit so erfolgreich?
Vielleicht liegt das Geheimnis gerade in seiner Einfachheit. Ein Burger lässt sich schnell zubereiten, gut unterwegs essen und beinahe endlos an unterschiedliche Geschmäcker anpassen.
Das nutzten im 20. Jahrhundert vor allem amerikanische Fast-Food-Ketten. McDonald's eröffnete 1940 zunächst als Restaurant in Kalifornien; später machten standardisierte Abläufe Burger und Pommes zum globalen Geschäft.
Heute bekommst Du Burger praktisch überall auf der Welt – allerdings längst nicht überall gleich. Regionale Zutaten und Essgewohnheiten haben aus dem amerikanischen Fast-Food-Klassiker ein erstaunlich wandelbares Gericht gemacht.
Wie schwer war der größte Hamburger?
Über 900 Kilogramm wog das gigantische Burgerexemplar, das 2012 in Minnesota zubereitet wurde. Im Juli 2017 konnte ein Team aus Deutschland diese Höchstleistung übertrumpfen, indem es im niederbayerischen Pilsting mithilfe eines Krans und eines Gabelstaplers einen Burger von 1.164,2 Kilogramm präsentierte. Das brachte ihm einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde ein. Nach nicht offiziell bestätigten Angaben soll in den 1980er-Jahren jedoch in North Dakota ein Hamburger mit einem Gewicht von über 1.600 Kilo gebraten worden sein, den anschließend etwa 8.000 Menschen verspeisten. Im Vergleich schneidet die fleischlose Variante weniger beeindruckend ab: Der Lebensmittelhersteller Finnebrogue Artisan aus Nordirland kreierte 2021 einen veganen Rekordhalter-Burger von 160,5 Kilogramm.
Wenn Du einen Hamburger der Superlative essen willst, reise nach Las Vegas zum Heart Attack Grill. Im Guinnessbuch steht der sogenannte Quadruple Bypass Burger als kalorienreichster käuflicher Burger der Welt, der auf unglaubliche 9.982 Kalorien kommt. Sein großer Bruder, der Octuple Bypass Burger, hat sogar auf um die 20.000 Kalorien, wofür acht Burgerpattys, 40 Streifen Speck, 16 Scheiben Käse, eine ganze Zwiebel, zwei Tomaten, Chili, Burgerbrötchen und ordentlich Fett benötigt werden. Es ist nicht verwunderlich, dass die Kellnerinnen in diesem Restaurant im Krankenschwester-Outfit unterwegs sind.
Hotels entdeckenWelche Hamburger-Varianten gibt es?
Burger ist längst nicht gleich Burger ... Rindfleisch, Hähnchen, Fisch, Gemüse oder pflanzliche Pattys: Die Auswahl ist heute riesig. Dazu kommen regionale Kreationen, Smash Burger, besonders üppige Gourmet-Varianten und fleischlose Alternativen.
Seit einigen Jahren sind zudem Insekten-Burger aus Bio-Mehlwürmern erhältlich. Für einen echten Schocker unter der Burger-Fangemeinde sorgte ein japanisches Restaurant in Yokohama, indem es seinen Gästen 2015 im Rahmen einer Ausstellung über giftige Tiere Froschburger auftischte – eine kulinarische Kuriosität selbst für Japan. Diese (absolut ungiftige) Variante zu essen, stellte sicherlich eine knifflige Herausforderung dar, denn der Körper des im ganzen gebratenen Tieres ragte weit über das schwarz gefärbte Brötchen hinaus.
Hotels entdeckenWas kostet der teuerste Hamburger?
Von wegen schnell und billig: Starköche und Luxusrestaurants präsentieren kostspielige Burger für anspruchsvolles Publikum. Dabei übertrumpfen sich die Restaurants in Sachen Preis und Extravaganz. Mit etwa 4.600 Euro galt der Fleur Burger des französischen Kochs Hubert Keller einst als teuerster Hamburger der Welt. Die Kreation aus Wagyu-Rindfleisch, Trüffeln und Gänseleber – serviert mit einer im Preis inbegriffenen Flasche Chateau Petrus 1995 – gab es im Mandalay Bay Hotel in Las Vegas.
Getoppt werden diese Kosten aktuell durch The Golden Boy, für den Robbert Jan de Veen vom De Daltons Diner in Voorthuizen, Niederlande, folgende Zutaten einsetzt: Brötchen aus Champagnerteig von Dom Pérignon und Blattgold, Patty aus japanischem Wagyu-Rindfleisch, weiße Trüffel, spanischer Paleta-Ibérico-Schinken, Beluga-Kaviar, Königskrabben und englischer Cheddar. In die dazugehörige Barbecuesoße mischt der Koch Kopi-Luwak-Kaffee und schottischen Macallan-Whisky. Der Preis dieses Hamburgers? Laut Webseite des Restaurants 5.000 Euro.
Hotels entdeckenWer isst die meisten Hamburger?
Als Herkunftsland von Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und des Hamburger-Tags (28. Mai) bringen die Vereinigten Staaten viele bekennende Burger-Fans hervor. Zu ihnen zählt Donald Gorske, der in 50 Jahren 32.340 Big Macs gegessen haben soll. Am 17. Mai 1972 entdeckte er seine Vorliebe und seitdem verspeist er täglich mindestens einen, durchschnittlich zwei dieser Burger. Seine Begeisterung geht so weit, dass er jede Verpackung und jede Quittung behalten hat sowie über die Menge genau Buch führt. Das hat dem Mann aus Wisconsin einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde verschafft.
Wer hat die größte Burger-Sammlung?
Einen weiteren Mann hat die Burger-Leidenschaft ins Guinnessbuch der Rekorde katapultiert: Der gebürtige Deutsche Harry Sperl (auch Hamburger Harry genannt) sammelt seit mehr als 30 Jahren alles, was irgendwie mit Burgern zu tun hat. Aus den Sammlerstücken entstand in seiner Wahlheimat USA die International Hamburger Hall Of Fame. Die Vielfalt der über 10.000 Gegenstände reicht von einem Wasserbett in Burger-Optik über ein Hamburger-Motorrad, eine lebensgroße Ronald-McDonald-Statue bis zur kleinen Burger-Quietscheente.
Wer verkauft die meisten Hamburger?
Kaum eine Marke hat den weltweiten Siegeszug des Hamburgers so geprägt wie McDonald’s. Die Geschichte beginnt 1940, als die Brüder Richard und Maurice McDonald in San Bernardino in Kalifornien ein Drive-in-Restaurant eröffneten. 1948 stellten sie ihr Konzept grundlegend um: Die Speisekarte wurde auf nur neun Produkte reduziert, der Hamburger für 15 Cent rückte in den Mittelpunkt und mit dem sogenannten „Speedee Service System“ setzten die Brüder auf schnelle, standardisierte Abläufe – ein Prinzip, das die Fast-Food-Gastronomie entscheidend prägen sollte.
Heute ist daraus ein weltweites Restaurant-Netzwerk geworden: Ende 2025 zählte McDonald’s 45.356 Restaurants, rund 95 Prozent davon wurden von Franchise-NehmerInnen betrieben. Insgesamt ist die Marke nach Unternehmensangaben in 114 Ländern vertreten.
Und noch eine Zahl zeigt, wie tief die Marke zumindest in den USA verankert ist: Nach Angaben von McDonald’s haben mehr als 40 Millionen Menschen in den USA irgendwann einmal in einem McDonald’s-Restaurant gearbeitet – das entspricht etwa einem Achtel der US-Bevölkerung.
Wie riecht ein Hamburger-Parfüm?
Würzig, verführerisch und gut durch? 2008 ging Burger King in den USA und 2015 in Japan mit einem eigenen Parfüm auf den Markt. Unter den Namen Flame und Flame-Grilled Fragrance sollen der Herren- und Damenduft nach über dem Feuer gegrilltem Fleisch gerochen haben.
Konkurrent McDonald’s verkaufte 2020 eine sechsteilige Duftkerzenkollektion mit den Gerüchen Ketchup, Zwiebel, Gürkchen, Brötchen, Käse und Rinderhackfleisch. Erst wenn alle gleichzeitig brannten, entfaltete sich das volle Burger-Aroma.
Ob der Duft eines Burgers allerdings genauso glücklich macht wie der Burger selbst, darfst Du entscheiden.
Was gibt’s zum Nachtisch?
Als Dessert haben wir uns die süßen Burger-Varianten für Dich aufgehoben. Denn auch als Nachtisch funktioniert das Burger-Prinzip erstaunlich gut. Statt herzhaftem Brötchen kommen beispielsweise Donuts, Brioche oder Waffeln zum Einsatz, während Brownies, Eis, Früchte oder Schokolade das Patty ersetzen.
Karamell- oder Schokoladensauce übernehmen den Job von Ketchup und Mayo – und schon sieht das Dessert zumindest entfernt nach Fast Food aus.
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