Abseits von 08/15
Weg vom Mainstream: Diese 5 Naturparks lohnen sich für Deinen Roadtrip
Du suchst nach Europas schönsten Naturparks, aber bitte nicht nach 08/15-Destinationen mit ewigen Warteschlangen und überfüllten Aussichtspunkten? Dann bist Du hier genau richtig. Abseits der bekannten Nationalpark Klassiker gibt es Regionen, die landschaftlich mindestens genauso beeindruckend sind, aber deutlich weniger besucht werden.
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Naturpark Notranjska, Slowenien
Während sich viele Reisende direkt auf den Triglav-Nationalpark konzentrieren, bleibt der Naturpark Notranjska im Süden Sloweniens angenehm ruhig. Und das, obwohl die Region rund um den Cerknica-See und die eindrucksvolle Karstlandschaft landschaftlich absolut mithalten kann, nur eben ohne großen BesucherInnenandrang.
Allen voran solltest Du Dir den Cerknica-See anschauen. Er ist einer der größten periodischen Seen Europas, was bedeutet, dass er je nach Jahreszeit fast vollständig verschwindet oder sich kilometerweit ausbreitet. Mal blickst Du auf eine weite Wasserfläche mit Vogelwelt, mal auf grüne Wiesen, wo zuvor noch der See war. Genau dieses Naturphänomen macht jeden Besuch anders. Besonders schön ist eine Fahrt auf den kleinen Straßen rund um den See, wo sich Wälder, Felder und vereinzelte Bauernhöfe abwechseln. Nicht weniger spannend sind die Križna-Höhlen. Im Vergleich zu bekannteren Tropfsteinhöhlen geht es hier deutlich ruhiger zu. Ein Teil der Führung findet sogar mit einem kleinen Boot über unterirdische Seen statt, ein stilles, beinahe mystisches Erlebnis, das sich klar von klassischen Höhlenbesichtigungen abhebt.
Das solltest Du vor Abfahrt wissen: Viele Straßen sind schmal und führen durch Wälder oder kleine Ortschaften. Tanken empfiehlt sich daher in größeren Orten wie Postojna oder Cerknica, da Tankstellen in ländlichen Gebieten seltener sind. Sloweniens Straßen sind gut ausgebaut, dennoch ist eine Kompaktklasse oder ein Kleinwagen dank der besseren Wendigkeit für engere Abschnitte oft die praktischere Wahl.
Must-Sees
- Cerknica-See
- Rundfahrt auf den kleinen Straßen rund um den See
- Križna-Höhlen mit Bootsfahrt über unterirdische Seen
- Rakov Škocjan Naturreservat mit Karstbrücken und Wanderwegen
- Abstecher nach Postojna oder zur Höhlenburg Predjama in der Umgebung
Nationalpark Alentejo Litoral, Portugal
Während sich im Süden Portugals vieles um die Algarve dreht, bleibt der Naturpark Alentejo Litoral zwischen Sines und Odeceixe vom großen Andrang weitgehend verschont. Statt Hotelanlagen soweit das Auge reicht und dicht gereihter Sonnenschirme erwarten Dich hier naturbelassene Strände, an denen Du oft mehr Möwen als Menschen begegnest.
Besonders schön lässt sich die Region auf der Küstenstraße N120 entdecken. Sie verbindet kleine Orte wie Porto Covo, Vila Nova de Milfontes oder Zambujeira do Mar und verläuft immer wieder nah am Atlantik. Lass Dir hier Zeit beim Durchfahren, denn die schönsten Spots liegen oft nicht direkt an der Hauptstraße. Unscheinbare Abzweigungen führen häufig zu Aussichtspunkten oder versteckten Strandzugängen.
Ein konkretes Beispiel: Wenn Du von Zambujeira do Mar Richtung Süden unterwegs bist, führt eine unscheinbare Abzweigung zur Praia dos Alteirinhos. Von oben ist der Strand versteckt zwischen hohen Felsen. Ein kurzer Fußweg bringt Dich hinunter. Unten angekommen erwartet Dich eine wunderschöne geschützte Bucht. Ein weiterer Geheimtipp ist der Praiado Malhãonördlich von Vila Nova de Milfontes. Hier zweigt eine beschilderte, teils unbefestigte Straße von der N120 ab. Nach ein paar Kilometern Schotterpiste erreichst Du einen weitläufigen, naturbelassenen Strand, der sich perfekt für lange Spaziergänge eignet.
Doch lass Dir gesagt sein, nicht nur die Küste wird Dich überzeugen. Im Hinterland rund um Odemira oder São Luís prägen Eichenwälder, Weingüter und authentische kleine Dörfer die Umgebung. Wenn Dir nach Aktivität zumute ist, kannst Du einen Abschnitt des Rota Vicentina wandern, ein Fernwanderweg entlang der Klippen mit einzigartigen Ausblicken auf den Atlantik.
Must-Sees
- Küstenfahrt auf der N120 zwischen Sines und Odeceixe
- Praia dos Alteirinhos bei Zambujeira do Mar
- Praia do Malhão nördlich von Vila Nova de Milfontes
- Sonnenuntergang an den Klippen von Porto Covo
- Wanderabschnitt auf der Rota Vicentina entlang der Atlantikküste
Einige Strandzufahrten sind unbefestigt und führen über Schotter oder Sand. Daher ist vorsichtiges Fahren gefragt. Ein etwas höheres Fahrzeug, zum Beispiel ein SUV, kann hier von Vorteil sein, ist aber nicht zwingend notwendig.
Nationalpark Pieniny, Polen & Slowakei
Den Naturpark Hohe Tatra in der Slowakei kennen mittlerweile viele, aber hast Du schon mal vom Nationalpark Pieniny gehört? Genau zwischen Polen und der Slowakei liegt dieses eher ruhige Grenzgebiet, das deutlich weniger besucht ist als die großen Bergregionen rundherum. Und genau das macht diese Gegend zu einem echten Geheimtipp.
Das Herzstück der Region ist der Fluss Dunajec. Er bildet über weite Strecken die natürliche Grenze zwischen den beiden Ländern. Bekannt ist der Nationalpark vor allem durch die Dunajec-Schlucht. Das Besondere hier ist, dass der Fluss das Gebirge in einer bis zu 500 Meter tiefen Schlucht durchbricht. Fast schon ein Muss, wenn Du einmal dort bist, ist die Floßfahrt durch diese Schlucht. Mit traditionellen Holzflößen geht es von Sromowce Wyżne oder Červený Kláštor flussabwärts, meist ohne Motor und mit Blick auf die steil aufragenden Kalkfelsen. Wenn Du Dich nach mehr Action sehnst oder es schlichtweg etwas sportlicher magst, kannst Du Dir stattdessen auch ein Kajak leihen und die Strecke selbst paddeln. Mit dem Auto lohnt sich die Fahrt auf der Straße entlang des Dunajec auf slowakischer Seite. Sie ist schmal, aber gut ausgebaut und bietet immer wieder Parkmöglichkeiten. Von dort siehst Du die Drei-Kronen-Felsen (Trzy Korony), das bekannteste Motiv der Region. Wenn Du etwas Zeit hast, kannst Du die Wanderung hinauf einplanen. Der Aufstieg ist gut machbar, am Ende wartet eine kleine Aussichtsplattform.
Bist Du auf der polnischen Seite unterwegs, ist Szczawnica ein guter Ausgangspunkt. Der Ort eignet sich ideal als Basis mit schönen Cafés, kleinen Pensionen und direktem Zugang zu Wanderwegen. Besonders beliebt ist der Weg hinauf zur Sokolica. Er ist zwar nicht lang, aber lass Dich nicht täuschen: Durch die steileren Abschnitte kommen selbst die Sportlichen außer Puste. Oben angekommen erwartet Dich einer der schönsten Fotospots der Region, perfekt für ein Erinnerungsfoto.
Wichtig für Deinen Roadtrip: Informiere Dich vorab über Grenzübertritte mit dem Mietwagen, da Du hier zwischen zwei Ländern unterwegs bist. Die Straßen sind gut befahrbar, aber kurvig. Gerade in den Morgenstunden liegt häufig Nebel über dem Fluss, sodass es schnell zu eingeschränkter Sicht kommen kann. Achte daher auf eine entsprechend vorsichtige Fahrweise.
Must-Sees
- Floßfahrt oder Kajaktour auf dem Dunajec
- Panoramastraße auf slowakischer Seite
- Wanderung zu den Drei-Kronen-Felsen
- Aussichtspunkt Sokolica
- Szczawnica & Kloster Červený Kláštor
Nationalpark Cévennen, Frankreich
Südfrankreich steht für viele automatisch für Côte d’Azur und Lavendelfelder in der Provence. Dabei warten die Gegenden südlich des Zentralmassivs im Nationalpark Cévennen darauf, von Dir entdeckt zu werden. Ein absolutes Highlight ist die Fahrt über die Corniche des Cévennes. Die schmale Höhenstraße verbindet Florac mit Saint Jean-du-Gard und führt über rund 50 Kilometer durch die Berge. Immer wieder gibt es ausgewiesene Aussichtspunkte, an denen Du problemlos anhalten kannst. Viele davon sind selbst in der Hauptsaison oft überraschend wenig besucht.
Ebenfalls lohnenswert ist ein Abstecher in die Tarn-Schlucht (Gorges du Tarn). Anders als die bekannteren Schluchten in Südfrankreich bleibt es hier oft ruhiger, vor allem außerhalb der Ferienzeiten. Kleine Dörfer wie Sainte-Enimie oder La Malène eignen sich gut für einen Zwischenstopp. Wenn Du magst, kannst Du auch hier eine kurze Kanutour auf dem Tarn einplanen oder einfach am Flussufer verweilen für ein kleines Picknick. Zusätzlich spannend sind die kleinen Bergdörfer in der Region, Orte wie Le Pont-de-Montvert oder Meyrueis eignen sich sehr gut für einen Kaffee-Stopp oder eine Übernachtung auf Deinem Roadtrip.
Das solltest Du beachten: Die Straßen sind teilweise sehr schmal und kurvig, besonders auf den Höhenstraßen und in den Schluchten. Nachts oder bei Regen ist daher erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Außerdem macht es Sinn, bei der Mietwagenbuchung nicht am falschen Ende zu sparen, etwa bei Extras wie Allradantrieb oder Automatikgetriebe. Mit einem Automatikgetriebe zu Beispiel kannst Du Dich bei steileren Strecken besser auf die Straße konzentrieren, statt Dich mit ständigem Schalten abzumühen.
Must-Sees
- Corniche des Cévennes (Florac – Saint-Jean-du-Gard)
- Tarn-Schlucht mit Sainte-Enimie & La Malène
- Kanutour auf dem Tarn
- Kleine Bergdörfer wie Le Pont-de-Montvert
- Aussichtspunkte entlang der Höhenstraße
Nationalpark Dovrefjell-Sunndalsfjella, Norwegen
Oslo und Trondheim stehen bei vielen Norwegen-Reisenden fest im Plan. Dazwischen liegt jedoch eine Region, die oft nur durchfahren wird: der Nationalpark Dovrefjell-Sunndalsfjella. Die Landschaft wirkt auf den ersten Blick karg und weitläufig. Hochebenen, Flüsse und kaum Bebauung prägen die Umgebung. Mit etwas Glück entdeckst Du hier sogar Moschusochsen, sie leben frei im Nationalpark. Wichtig: Immer ausreichend Abstand halten. Die Tiere leben hier in freier Wildbahn und sollen in ihrem Lebensraum nicht gestört werden.
Ein empfehlenswerter Stopp ist der Snøhetta Viewpoint bei Hjerkinn. Vom Parkplatz führt ein gut ausgebauter Weg etwa anderthalb Kilometer leicht bergauf zu einem schönen Aussichtspunkt. Von dort hast Du einen freien Blick in Richtung des Snøhetta-Massivs. Auch die Fahrt entlang der E6 durch das Dovrefjell ist sehr zu empfehlen. Mehrere Parkplätze auf der Strecke laden dazu ein, für einen Spaziergang oder Fotostopp anzuhalten. Für tiefere Einblicke in die Region führen kleinere Straßen in Richtung Grøvudalen oder ins Sunndalen hinein, wo Du mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weniger BesucherInnen antriffst.
Wichtig für Deinen Roadtrip: Behalte im Hinterkopf, dass die Entfernungen groß sind und die Orte weit auseinanderliegen. Daher kommt einem der gelegentliche Snack im Handschuhfach hier oft zugute. Außerdem kann, anders als in Deutschland, das Wetter hier ungewohnt schnell umschlagen, und selbst im Sommer sind Temperaturen im einstelligen Bereich möglich. Daher ist es ratsam, auch im Sommer eine warme Jacke einzupacken.
Must-Sees
- Snøhetta Viewpoint
- Moschusochsen-Tour bei Hjerkinn
- Panoramafahrt entlang der E6
- Abstecher ins Sunndalen
- Wanderungen auf den Hochebenen
Fazit
Weg vom Mainstream und auf ins Abenteuer! Europas Natur hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Nationalpark-Klassiker mit vollen Parkplätzen und Warteschlangen am Aussichtspunkt. Ob Karstlandschaft in Slowenien, Atlantikküste in Portugal, Grenzfluss zwischen Polen und der Slowakei, Bergstraßen in Südfrankreich oder nordische Weite in Norwegen – diese Regionen zeigen, wie vielseitig Naturerlebnisse sein können. Gerade mit dem Mietwagen eröffnen sich Dir hier Möglichkeiten, die viele andere Reisende links liegen lassen.
Mietwagen im Urlaub



