Sehr schöner und weitläufiger Club direkt am Meer. Wir waren schon mehrmals auf Kreta, aber dieses war unser erster Club-Urlaub. Die Appartments sind im Stil eines kretischen Dorfes angelegt – schön, sauber, mit tollen Terrassen und Privatsphäre. Dieser Club bietet nur Vollpension und kein All-Inclusive an, aber das reicht auch vollkommen. Die kurzen Zeiten zwischen den offiziellen Restaurant-Zeiten, Nachmittagskuchen oder Mitternachstnudeln kriegt man auch gut ohne Nahrungsaufnahme über die Runde ... ;-) Die Anlage gibt es zwar schon lange, wurde aber im letzten Jahr vom Robinson Club gepachtet und im April 2012 eröffnet. Wir waren also mit die ersten Gäste. Der Club ist noch nicht ganz fertig: Alle Appartments sollen zur Saison 2013 noch mal komplett renoviert werden (inkl. der Badezimmer, die zur Zeit okay sind, aber keinem 4-Sterne-Komfort entsprechen), eine Bogenschießanlage wird zur Zeit gebaut, genau wie ein Fussballplatz und einige andere Attraktivitäten. Die Bauarbeiten haben jedoch keinen Einfluss auf den Club-Betrieb, wir haben jedenfalls kaum etwas davon mitbekommen. Eine Katamaran-Tour mit den Wassersport-Team. Man segelt für 35 Euro in die nächste Bucht und isst dort in einer kleinen typischen Taverne direkt am Strand. Hier kocht der Besitzer noch selbst – und das schmeckt man. Eigenes Olivenöl, eigene Tomaten, selbst eingelegte Oliven, zartes Lammfleisch und hervorragende Vorspeisen. Ich habe selten so gut griechisch gegessen, von dem Nationalgetränk Raki ganz zu schweigen. Natürlich kann man auch auf eigene Faust dort hinfahren, aber mit dem Katamaran macht es einfach mehr Spaß und 35 Euro inkl. Essen und Getränken ist ein fairer Preis. Wir waren dafür vier Stunden unterwegs. Ausserdem ansehen: Knossos! Die Ausgrabungsstätte bei Heraklion ist wirklich sehenswert und historisch sowieso einer der wichtigsten und berühmtesten Plätze der griechischen Mythologie. Sehr faszinierend. Agios Nicolaos ist natürlich auch einen Ausflug wert, im Sommer aber sehr überlaufen und touristisch. Schön ebenfalls: Der Hafen von Rethimnon oder noch schöner, der Hafen und die Altstadt von Chania. Chania ist bekannt frü seine Lederwaren, die es dort in dehr guter Qualität zu fairen Preisen gibt. Diese Städte liegen alle an der Nordküste und sind noch am ehestens vom Club aus zu erreichen. Ansonsten liegen die sehenswerten Orte und Landschaften Kretas eher im Süden (Samaria-Schlucht, Preveli, Matala, Plakias, Damnoni, Paleohora) und sind eher schlecht vom Club aus zu erreichen. Aber wie gesagt: Man macht ja auch nicht unbedingt Urlaub im Robinson Club, um dann die ganze Zeit unterwegs zu sein ... ;o)
Die Zimmer im „kretischen Dorf" an der Meerseite entsprechen bis auf die Badezimmer schon dem 4-Sterne-Standard und sind sehr schön eingerichtet. Die Familienzimmer allerdings lassen zu wünschen übrig. Wir haben natürlich nicht alle gesehen, uns darüber aber auch mit anderen Gästen unterhalten, die unsere Meinung teilten. Die Bäder in den Familienzimmern sind für diese Art von Club nicht akzeptabel, die Badewannen sind teilweise sehr klein und schmal und auch die Ausstattung ist eher Landes-Standard als gehoben. Es fehlten Haken für die Handtücher und es gab im Badezimmer keine Steckdose. Mein Mann musste sich im Wohnraum rasieren. Zudem fehlt Stauraum. Es gab nur einen Schrank mit Kleiderstange und einem Fach darüber (an das kleine Menschen nicht rankommen) und noch einen schmalen Schrank mit drei Fächern und vier Schubladen. Das reicht vielleicht gerade eben für ein Paar (und auch da wird es schon knapp), aber auf gar keinen Fall für einen vierköpfige Familie. Unsere Kinder hatten ihre Kleidung die ganze Zeit im Koffer, die dadurch natürlich auch nicht verstaut werden konnten. Das Chaos war also programmiert und die Kleidung immer knitterig. Auch eine Garderobe wäre schön gewesen. Aber wie gesagt: Alle Zimmer und Appartments sollen bis zur Saison 2013 noch mal grundlegend renoviert werden. Das hat uns nur leider bei unserem Aufenthalt nichts genützt und im Grunde denke ich, dass man dann etwas im Preis nachlassen müsste, so lange die Zimmer noch nicht dem gebuchten Standard entsprechen.
Wir waren in der Vorsaison da und mussten daher weder beim Essen anstehen, noch um die guten Tische „kämpfen". Als wir fuhren, wurde es schon etwas voller und man konnte erahnen, wie es wohl in der Hauptsaison sein wird, wenn der Club voll ist: Am Kaffeeautomaten musste man teilweise schon 10 Minuten anstehen, die besten Tische waren 15 Minuten bevor das Restaurant öffnete schon besetzt (und auch die Liegen am Strand waren durch Handtücher dauerbelegt, obwohl teilweise kein Besitzer in Sicht war). Trotzdem bekommt die Gastronomie ein „sehr gut" von uns: Das Essen war hervorragend und von sehr frischer guter Qualität. Man hat auch kulinarisch gemerkt, dass man in Griechenland ist und die griechischen Speisen haben auch tatsächlich original so geschmeckt, wie in einer kleinen Dorf-Taverne. Der Service im Restaurant war jedenfalls sehr zuvorkommend, Wasser und Wein wurden immer sofort wieder aufgefüllt.
Selten so freundliches Personal getroffen! Man wird immer sehr nett und zuvorkommend behandelt, die „Robins" (also Club-Animateure) essen mit den Gästen, setzen sich auch teilweise mit an den Tisch, haben aber meiner Meinung nach ein sehr gutes Gespür dafür, wann es passt und wann nicht. Man kann also auch einen ruhigen Urlaub ohne Dauer-Bespaßung in dem Club verbringen, was ich sehr angenehm fand. Für uns als Club-Neulinge war der Robinson-Tanz zwar etwas gewöhnungsbedürftig – aber der gehört halt zur Club-Philosophie. Wir haben jedenfalls sehr angenehme Gespräche geführt und hatten auch bei den „Robins" den Eindruck, dass sie authentisch sind. Die Kinder hatten ebenfalls ihren Spaß beim Surfkurs, Beachvolleyball, Bogenschießen und und und. Sie waren so begeistert von „ihren" Animateuren, dass sie später nach der Schule auch unbedingt als „Robins" arbeiten wollen. Ein schöneres Kompliment kann man wohl kaum bekommen. Die Zimmer wurden täglich gereinigt und aufgeräumt. Allerdings teilweise so nass durchgewischt, dass sich die Feuchtigkeit nicht nur in der Luft abgesetzt hat, sondern auch die Fenster beschlagen und die Laken teilweise klamm waren. Vermutlich ist das im Hochsommer bei höheren Temperaturen jedoch anders. Mein Mann reiste schon mit Rückenschmerzen an und wurde von der clubeigenen Physiotherapeuten sehr gut und professionell behandelt. Top.
Der Club liegt in Sissi zwischen Heraklion und Agios Nicolaos an der Nordküste Kretas. Als Kreta-Kenner würde ich sagen, dass die Umgebung in dieser Region eher unspektakulär ist. Dafür ist der Club umso toller und bei dem Angebot muss man ja auch nicht unbedingt vor die Tür gehen ... Um Land und Leute kennen zu lernen, sollte man vielleicht auch nicht unbedingt in einen Club fahren. Hier ging es um Entspannung pur – und genau das haben wir auch bekommen. Zwei Ausflüge nach Knossos und Agios Nicolaos (beides sehr zu empfehlen!) waren trotzdem drin.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Wie das Sport-Angebot im Vergleich zu anderen Clubs ist, kann ich nicht beurteilen. Ich fand es aber groß und absolut ausreichend. Es gibt mehrere Pools, an denen man immer einen ruhigen Platz findet. Unsere Kids liebten den Drei-Meter-Sprungturm, der allerdings nur selten geöffnet war. Mag sein, dass das an der Vorsaison lag. Es gibt überall genug Liegen und Sonnenschirme für die Gäste. Das Wasser ist sehr klar und sauber, der Strand wurde jeden Tag gereinigt und die wasserqualiät im Pool überprüft. W-Lan gab es leider nur in der Reception und an der Hauptbar. Wäre schön, wenn man auch die Appartements und Restaurantbereiche mit W-Lan ausstatten würde. Es waren doch viele Leute mit Laptops, iPads etc. da und es war etwas nervig, dass man häufig kein Netz bekam. Verbesserungsfähig ist auf alle Fälle auch der Fitness-Club. Die Geräte sind zwar okay, stehen aber auf sehr engem dunklen Raum zusammen. Die Laufbänder stehen mit der Frontseite zur Wand. Ich würde mir ein lichtdurchflutetes Studio wünschen in dem man vielleicht auch mit Blick aufs Meer oder die Berge trainieren kann. So hat es keinen Spaß gemacht und wurde von uns entsprechend auch nicht genutzt. Allerdings soll zur Saison 2013 auch ein neuer SPA-Bereich gebaut werden, vielleicht ändern sich dann ja auch die Fitness-Räumlichkeiten. Die „Robins" sind – wie oben schon erwähnt – wirklich Zucker und tolle Gastgeber, bei denen man sich zu jeder Zeit gut aufgehoben fühlt. Der Wassersportbereich wird ebenfalls von einer lustigen und sehr netten Truppe geführt. Unsere Kids haben ihren Surfkurs jedenfalls sichtlich genossen und waren echte Fans von den Surf-Jungs. Schade, dass man die Wassersport-Kurse bezahlen musste. Wir haben von anderen Gästen erfahren, dass es durchaus Clubs gibt, wo das inklusive ist oder man nur noch den Surfschein bezahlen muss. Sehr schade auch, dass das Stand-Paddeln extra kostet und mit 10 Euro pro Stunde nicht gerade günstig ist. Da der Aufenthalt im Club an sich ja schon relativ viel kostet, würde ich eigentlich erwarten, dass das Ausleihen von Tretbooten, Kanus und Surfboards zum Standpaddeln inklusive ist. Vielleicht noch eine Sache für Tennis-Spieler: Erkundigen Sie sich vor Ihrer Reise, über die Tennisplätze und deren Belag. Wir haben zwar kein Tennis gespielt, haben aber von vielen Tennis-Spielern gehört, dass die Plätze zu hart und nicht optimal zum Spielen sind.


