- Preis-Leistungs-VerhältnisEher gut
Weder besonders landestypisch oder spektakulär, aber im Vergleich zu vielen "Bettenburgen" in der Umgebung vergleichsweise dezent auf die Steilküste gesetzt, wenn man vom Strand zurückschaut - vom Ort aus wirkt das Ganze schon etwas gewaltiger. Neuwertiger, langgestreckter Bau mit geschwungenem Hauptteil, in dem sich Rezeption, Restaurant und Bar befinden, darüber 2 Etagen mit Zimmern zur Anlage, daran anschließend Seitenflügel mit 3 bzw. 4 Stockwerken, die Zimmer nach beiden Seiten aufweisen. Der Außenbereich wirkt verhältnismäßig klein, bei voller Belegung findet sicher nicht jeder seinen Platz am Pool. Überwiegend ältere Paare über 55, kaum Alleinreisende und Kinder, ruhige Atmoshäre, eher legere Kleidung. Den Gesprächen nach zu urteilen viele "Wiederholungstäter". Die Kritik mag sehr kleinlich erscheinen, aber an ein RIU Palace darf man wohl höhere Ansprüche stellen. Ganz klar ist mir der Sinn dieser Einstufung nicht geworden. Dass man sich zum benachbarten Vier-Sterne-Hotel RIU Falesia abgrenzen will, ist verständlich und auch berechtigt, aber sonst ...? Das Problem liegt dabei weniger bei den einfachen Mitarbeitern, die mit Freude und Eifer bei der Sache sind, sondern wohl beim Management oder sogar beim RIU-Konzept an sich. Schade, dass bei dem sicher harten Wettbewerb auf dem Tourismusmarkt die Lösung auch hier eher beim Kostensparen gesucht wird. Als gutes Vier-Sterne-Hotel in einer interessanten Region kann man das RIU Palace Algarve für die Vorsaison aber mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Von Berlin aus wurde das Pauschalpaket nur mit einer Zwischenlandung auf Mallorca angeboten, beim gleichen Anbieter kann man aber auch einen Direktflug (und das Hotel dann extra) buchen, nur der Transfer muss dann selbst organisiert werden.
Die Zimmer sind nicht übermäßig groß, aber ansprechend eingerichtet: die Möbel in dunklem Holz, Teppichboden, Gardinen und Tagesdecke in blau-beige. Erste Abnutzungsspuren sind bei genauem Hinsehen zu finden, aber insgesamt ist die Ausstattung noch neuwertig. Im Bad stört der billig wirkende Duschvorhang den Eindruck, dessen Anbringung wohl Probleme bereitete, wie die Bohrlöcher an der Decke beweisen. Auch die Neonröhren über dem Waschtisch hätten sich sicher verkleiden lassen. Der Abzug im Bad ist zu schwach, die Klimaanlage läuft dagegen problemlos (als Heizung genutzt). Vom Haupttrakt kann man zwar direkten Meerblick genießen, jedoch schaut man zunächst auf die riesige Dachfläche von Rezeption, Restaurant, Bar und überdachter Terrasse. Am schönsten sind sicher die Zimmer an der Stirnseite der Seitenflügel (dichter am Meer, keine Einsicht von anderen Zimmern).
Aus meiner Sicht besteht die Schwachstelle in allen RIU-Hotels in dem zu kleinen Restaurantbereich. Obwohl zwei Essenzeiten (ab 1. März 18. 00 und 20. 00 Uhr) festgelegt sind, wirkt der Saal immer etwas überfüllt, insbesondere da entsprechend der Gästestruktur überwiegend Zweiertische aufgestellt sind. Bei voller Belegung in der Hauptsaison bleibt nur zu hoffen, dass die Außenterrasse und ein zweites Restaurant im Außenbereich (beide noch geschlossen) Entlastung bringen. Meiden sollte man die Tische an der Eingangstür (es zieht!) und an der offenen Küche. In einem Fall wurde bei einem einmaligen Wechsel in eine andere Essenszeit der Tisch bereits wieder neu vergeben, eine ausführliche Entschuldigung mit einer Flasche Sekt am nächsten Abend entschädigte für das Missgeschick. Die Auswahl am Buffet (Menü am Tisch kann man, muss man aber nicht in Anspruch nehmen) und die Bedienung ließen keine Wünsche offen.
Sehr freundliches Personal, dass überwiegend auch gut deutsch spricht. Die Zimmerreinigung erfolgt zu unterschiedlichen Zeiten, was vom Management aber so gewollt ist. Ein kleines Trinkgeld fördert die Leistungsbereitschaft. Beim Check-In gab es längere Wartezeiten, die durch ein Glas Sekt verkürzt wurden. In Einzelfällen waren auch die Zimmer noch nicht frei, da die Abreisenden bis 12. 00 Uhr bleiben können. Ansonsten wurde auf alle Fragen schnell reagiert.
Im immer weiter wachsenden Ort Olhos d'Agua direkt an der Steilküste gelegen, aber ohne direkten Zugang zum Meer (wegen Naturschutzauflagen wird dieser wohl auch nicht mehr gebaut). Zum langen Strand gelangt man nur über die benachbarte RIU-Anlage. Über die lange Treppe wurde schon viel berichtet - aber die Mühe lohnt! Auch der Weg in den Ort ist noch umständlich, da man eine große Baustelle für ein weiteres RIU-Clubhotel umrunden muss, dessen Fertigstellung nun auf 2008 verschoben wurde. Baulärm ist im Palace nicht zu hören, nur der Anblick des riesigen Rohbaus stört. Am schönen Sandstrand kann man nach Osten ca. 5 km bis zum Yachthafen Villamoura laufen, teilweise auch oben auf der Steilküste, in die andere Richtung (Albufeira) kommt man nur bei Ebbe entlang der Felsbuchten ein Stück. Eine Bushaltestelle befindet sich im Ort - alle 30 min fährt ein Bus nach Albufeira (ca. 20 min) oder Faro (ca. 1h).
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Eine Animation wurde (zum Glück) nicht angeboten. Die Abendveranstaltungen waren mit Ausnahme kurzer Showteile (Varieté, Flamenco) nur teilweise niveauvoll, fast jeden Abend spielte danach eine 2-Mann-Band immer die gleichen Titel. Die Mehrheit der Gäste hielt sich aber ohnehin eher im Foyer als im Veranstaltungsraum auf. Die Bedienung erfolgte flink und die Kellner waren immer zu kleinen Scherzen aufgelegt. Der Pool war nicht beheizt, so dass die Gäste in das (zu) kleine Hallenband auswichen. Ein Internetzugang ist über 3 Rechner möglich (Münzeinwurf: 10 min für 1 EUR). Ausflüge entlang der Algarve, aber auch nach Sevilla und Lissabon werden vom Reiseveranstalter angeboten, letztere sind allerdings Tagestouren mit langen Fahrzeiten.
Infos zur Reise | |
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Verreist als: | Alleinreisend |
Dauer: | 1 Woche im März 2007 |
Reisegrund: | Wandern und Wellness |
Infos zum Bewerter | |
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Vorname: | Steffen |
Alter: | 41-45 |
Bewertungen: | 2 |